Botafogo

Veröffentlicht am 12. November 2010

Botafogo ist ein typischer Stadtteil der Mittelklasse innerhalb der Südzone, mit zirka 100.000 Einwohnern, bekannt durch das berühmte Postkartenmotiv der Botafogo-Bucht mit dem frontalen Blick auf den Zuckerhut. Hier gibt es Kinos, Theater, Shoppingcenters, Nachtclubs, Show-Bühnen, Museen, Konsulate, Bürohäuser, Kliniken und Hospitäler, sowie ein paar unter Denkmalschutz stehende Villen aus dem Ende des 19. und dem Anfang des 20. Jahrhunderts.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAIn diesem Stadtteil befindet sich auch der gleichnamige Fussball- und Ruderclub, in der Rua General Severiano, ausserdem die Samba-Schule “São Clemente“. Botafogo ist in Rio bekannt als der “Bairro das Escolas“ (Stadtteil der Schulen) und der “Bairro das Clínicas“ (Stadtteil der Krankenhäuser) – wegen der grossen Zahl entsprechender Etablissements in dieser Region – Bewohner anderer Stadtteile bezeichnen Botafogo auch als “Bairro da Passagem“ (Durchgangsstadtteil) – wegen seiner Tunnel, die ihn mit Copacabana verbinden und seinen Verbindungen zu der Piste des “Aterro do Flamengo“ (die aus dem Meer gewonnene Strandaufschüttung mit Schnellstrassenpiste) auf der man ins Zentrum der Stadt gelangt.

Historisches

Die Geschichte von Botafogo vermischt sich mit der Geschichte der Stadtgründung selbst im Jahr 1565. Rio de Janeiro begann am Berg “Cara de Cão“ (Hundskopf), auf dem heute noch das Fort São João steht. Vier Monate nach der Stadtgründung liess ihr Gründer Estácio de Sá die Grenzen der “Cidade de São Sebastião do Rio de Janeiro“ demarkieren und schenkte, wie es damals Sitte war, seinem Freund Francisco Velho das Gebiet des heutigen Botafogo, der sich ebenfalls um die Gründung der Stadt verdient gemacht hatte.

Aber der Stadtteil erfuhr eine weitere Wendung im Jahr 1590, nachdem er von Francisco Velho an einen seiner Freunde, João Pereira de Sousa, verkauft worden war: Letzterer, der als Chef der Artillerie auf der berühmten Galeere “Botafogo“ gedient hatte, taufte seinen neuen Besitz mit eben diesem ihm so vertrauten Namen “Mach Feuer“.

Die Ankunft der königlichen Familie im Jahr 1808, veränderte das Leben in Rio und natürlich auch in seinem Stadtteil Botafogo: Als eher ländlicher Stadtteil wurde er zum bevorzugten Ort der Mitglieder des Hofes und auch der englischen Geschäftsleute, die Botafogo zur Errichtung ihrer schönen Villen erkoren.

Kulturelles

Botafogo hat zwei Museen, das “Museu Villa Lobos“ und das “Museu do Índio“. Es gibt Kinos im “Shopping Rio Sul“, in der Rua Voluntários da Pátria das “Espaço“ und “Unibanco de Cinema“ im “Botafogo Praia Shopping“ und seit kurzer Zeit auch das “Artplex“ am Strand von Botafogo. Schon erwähnt wurden der Clube Botafogo de Futebol e Regatas, und die Escola de Samba São Clemente.