São Paulo den Paulistanern

Veröffentlicht am 18. September 2010

Sicher haben Sie noch nie den Ausspruch aus São Paulo „Coisa de Paulistano“ (das ist ‘ne Sache der Paulistaner) gehört? Natürlich nicht. Wenn wir den hören, denken wir sofort an einen Schoppen Bier und eine Pastete – aber nicht nur das: unter tausenden von Optionen für Unterhaltung, Gastronomie, Kultur und Freizeit in dieser Stadt, haben ihre Bürger die für sie typischen Programme im Paulistanischen Kalender ausgesucht.

sp-journal banco_0158Sehen Sie sich mal diese Empfehlungen an – trainieren Sie den typischen Akzent (und verwenden Sie das Wörtchen „meu“ reichlich in Ihren Sätzen) – und dann erleben Sie diese Stadt mal so wie ein richtiger Paulistano!

Essen, essen, essen (vom Guten und Besten!)

In der Stadt, die eine der vielseitigsten und qualifiziertesten Gastronomien der Welt in sich vereint, in der 52 Arten von Küchen nebeneinander existieren, hat die lokale Bevölkerung ihre Geschmacks-Präferenzen festgelegt, die man als „typisch paulistanisch“ klassifizieren könnte.

Imbissbuden, Restaurants, Cafés und viele Bäckereien haben heutzutage 24 Stunden geöffnet und bieten viel mehr als nur warme Brötchen am frühen Morgen. Ob zur späten Nacht oder zum Frühstück am Morgen, die Speisenkarte der Bäckerei-Läden in São Paulo einbegreifen eine Vielfalt von Sandwiches, Pizzas (auch eine typische Passion der Paulistaner) und sogar ein Suppen-Buffet, neben dekorativen Brötchen, Kuchen und Süssspeisen. Man sollte bedenken, dass pro Tag 10,4 Millionen Brötchen in den 3.200 Bäckerläden der Stadt verkauft werden – aber stets ist noch Platz für neue, verführerische Delikatessen.

Tipps: Galeria dos Pâes, Villa Grano, Dona Deôla und Maria Passeli.

Eine andere Delikatesse, unabhängig der Tages- oder Nachtzeit, ist die traditionelle, paulistanische Markt-Pastete (pastel de feira). Hunderte von offenen Märkten, die ab 5:00 Uhr in der Frühe während der gesamten Woche geöffnet haben, locken ihre Kundschaft schon frühmorgens mit dem Geruch jener Fleisch- oder Käsepasteten an – es gibt sie auch in anderen Geschmacksrichtungen, wie Pizza, Huhn, Palmito und Trockenfleisch. Auch die traditionellen „Pastelarias“ haben ein grosses Publikum – wie zum Beispiel die im Grossmarkt (Mercadão) – oder jene vom „Trevo de Bertioga“ mit ihren Riesenpasteten (pasteis gigantes).

Tipps: Feira do Estádio do Pacaembu, Feira da Mooca, Feira da Vila Mariana, Feira da Vila Madalena, Hocca Bar (im Mercadão) und Pastel do Trevo.

Wenn es um Pizza geht, bietet São Paulo eine wahre Show! Das Originalrezept, welches man den Ägyptern zuschreibt, hat in dieser Stadt ein Zentrum konstanter Verbesserung gefunden. Es gibt fas 6.000 Pizzerias an allen Ecken der Stadt, für einfach jeden Geschmack: mit dünnem oder dickem Teig, gefüllten Rändern, Basisfüllungen wie Mozzarella und ungewöhnliche, wie Stroganoff oder etwas Süsses. Auch die Pizzas der Bäckereien sind ein grosser Erfolg! Von feinen Restaurants in dekorativen Villen bis zu Betrieben, die exklusiv nur ausliefern, ist Pizza ein obligatorisches Erlebnis für jeden Besucher São Paulos.

Tipps: Veridiana, Leona, Camelo und Speranza.

Ein Programm, welches sich zur Manie der Paulistaner entwickelt hat, ist die berühmte „Happy Hour“ – sei es, um zu warten bis sich der stressige Verkehr beruhigt hat, oder sei es um sich mal ganz ungezwungen nach dem Arbeitstag mit jemandem unterhalten zu können. Kleine Bars in der Nähe der Unternehmerzentren oder in traditionellen Stadtteilen der Boheme, wie Vila Madalena, quellen dann über von durstigen Menschen, die nach einem eiskalten „Choppinho“ lechzen und dazu ein paar delikate „Tira-Gostos“ (Geschmacks-Killer) verzehren. Die entsprechenden Ambientes können einfache Kioske oder bessere Bars sein – oder sogar Themen-Lokale: gewidmet den Meistern der MPB (Brasilianische Volksmusik), dem Fussball und vielen anderen.

Tipps: Filial, São Cristóvão und José Menino.

Als Symbol der gastronomischen Vielfalt von São Paulo ist der „Mercado Municipal“ (Mercadão) ein Haus einer anderen Ikone des paulistanischen Geschmacks: dem reichlichen Mortadella-Sandwich. Es gibt kaum jemand, der nicht offenen Mundes staunt, wenn er seinen in die Hand gedrückt bekommt – wegen der hohen Füllung, die um die 250 Gramm schwer ist! Dieser Supersandwich war bereits Mittelpunkt diverser Reportagen fürs Fernsehen, mit seiner Füllung, die den ganzen Bildschirm bedeckt – und sie prangte auch auf Titelbildern verschiedener Magazine.

Wer vom Geschmack der Tradition angezogen wird, der hat keinen Zweifel: die antiken Kantinen des Stadtteils Bixiga sind verehrungswürdig. Sie sind Fluchtburgen der Paulistaner, die den Überfluss lieben – für die ganze Familie – in Lokalen mit viel Unterhaltung, wo öfter mal Shows mit italienischer Musik live stattfinden, damit das Essen besser rutscht – und mit Anrecht zum Mitsingen.

Tipps: C… Que Sabe!, Famiglia Mancini und Cantina Roperto.

Da die Stadt São Paulo niemals schläft, muss die Avenida Paulista bei diesem Rhythmus natürlich mithalten. Jeden Tag, den Gott werden lässt, 24 Stunden lang, benutzen Tausende Personen die 2,8 Kilometer dieser zentralen Arterie, die das Zentrum der Finanzen, der Ärzte, der Unternehmer, der Kultur, des Kommerz, der Gastronomie und der Unterhaltung darstellt. Und genau deshalb ist die „Paulista“ Top-Ikone der Stadt und ihrer Bürger – sie vereint alle „Stämme“, alle Sprachen und alle Berufungen der Stadt, abgesehen von jenen herrlichen Beispielen klassischer und moderner Architektur, welche die Avenida einrahmen.

Tipps: Masp, Casa das Rosas, Itaú Cultural, Conjunto Nacional und Parque Trianon.

Und wer behauptet, dass São Paulo keinen Strand besitze? Es ist 55 Jahre her, dass die paulistanische Hauptstadt ein Geschenk anlässlich der 400-Jahrfeier ihres Bestehens bekam: den Park Ibirapuera. Diese üppige grüne Freizeit-Anlage, gespickt mit kulturellen und architektonischen Tempeln, nannte der Volksmund bald darauf den „Strand der Paulistanos“. Unter den zahlreichen Freizeit-Optionen gibt es Spielplätze, Fahrradwege, Sportplätze, Gewächshäuser, ein Planetarium und ein Museum, neben anderen Angeboten.
Nicht umsonst ist der Ibirapuera-Park der meist besuchte der Stadt – mit zirka 200.000 Besuchern am Wochenende.

Tipps: MAM, Pavilhão da Bienal, Oca und Planetário.

nach obenGute Einkäufe tätigen . . .

In einer Stadt, die 45 grosse Shopping-Centers bereithält, 240.000 Geschäfte, mehr als 40 Kunsthandwerksmärkte und Galerien, ist es schier unmöglich, dass man nicht ein Gespür für gute Einkäufe bekommt, wenn man sich vorher mal ein bisschen umsieht. In den populären, einschlägigen Geschäftsstrassen zum Beispiel, die stets überfüllt sind, in den charmanten Luxus-Routen oder den Shoppings, die Unterhaltung, Service und Einkaufserlebnis mit jeglichem Komfort bieten. Ein gutes Geschäft ist in diesem Fall, von der grossen Zahl der Optionen zu profitieren, um zu handeln!

Tipps: Feiras da Benedito Calixto und der República, Galeria do Rock – Rua 25 de Março, Shopping Popular da Madrugada – Rua Oscar Freire, Shopping Pátio Paulista – Rua Teodoro Sampaio.

nach oben. . . und die paulistanische Musik verehren

Namen wie Nasi von der Band IRA – die Rockerin Rita Lee – César Camargo Mariano – Maysa und Maria Rita in der MPB – sind einige der Künstler, welche die musikalische Identität São Paulos repräsentieren. Das Grab des Samba? Ach was! Die Stadt war und ist immer noch die Wiege von ungewöhnlichen Talenten dieser Art von typisch brasilianischer Musik! Also sprechen wir mal von Adoniran Barbosa, der die Stadt in einfachen Versen besang – und von ihren ewigen Interpreten, die man „Demônios da Garoa“ getauft hat – sie stehen seit den 40er Jahren auf der Bühne, eine Gruppe mit einer Discografie von mehr als 20 Titeln – einer paulistanischer als der andere: Saudosa Maloca, Trem das Onze, Torre de Babel, Samba do Metrô-Station:, 55 Anos de Garoa – und so weiter! Die „Demônios“ repräsentieren São Paulo im Guiness Book als „älteste Vokalgruppe Brasiliens in Aktivität“.

São Paulo hat viele weitere liebenswerte Charakteristika. Zu entdecken » hier.