Geschichte des Pantanal

Veröffentlicht am 26. Februar 2011

Die neuere Geschichte des Pantanal begann, als die Regierung Mato Grosso 1977 aus Verwaltungsgründen in zwei unabhängige Bundesstaaten teilte: “Mato Grosso do Sul” (Süd-Mato-Grosso) mit der Hauptstadt Campo Grande und “Mato Grosso” (Nord-Mato-Grosso) mit der Hauptstadt Cuiabá.

Campo Grande – die Hauptstadt von Mato Grosso do Sul – ist 687 km von Cuiabá/Mato Grosso entfernt. Man nennt sie auch “Cidade Morena”, wegen der fruchtbaren, rotbraunen Erde der Region. Sie ist Eingangstor zum Süd-Pantanal und besitzt eine ordentliche Infrastruktur, mit guten Hotels und Restaurants von regionalem und internationalem Zuschnitt. Sie ist ein Zentrum wirtschaftlicher Entwicklung. Unter anderen hat sich hier auch eine der grössten Gemeinschaften Brasiliens von Nachkommen japanischer Einwanderer gebildet, die alle von der Insel “Okinawa” stammen. Nach Auskünften von Ufologen liegt die Stadt in einem Bereich ausserirdischer Flugobjekte.

Cuiabá – die Hauptstadt von Mato Grosso – liegt im Norden des Pantanal-Gebiets, auf einer Höhe von 165 m über dem Meeresspiegel und hat rund 527.000 Einwohner. Die Stadt besetzt eine Fläche von 12.790 km² und zieht sich hinunter bis zum Rio Cuiabá, der 3 km vom Stadtzentrum entfernt, die Hauptstadt einst von ihrer Schwesterstadt “Várzea Grande” trennte. Heute verbinden verschiedene Brücken die beiden, und der moderne Flughafen der Hauptstadt befindet sich auf dem Gelände der Schwesterstadt.

Cuiabá ist eine der heissesten Städte Brasiliens – 26º C ist ein mittlerer Wert, aber wenn man von einer Mindest-Temperatur von 10º C (nachts, Juli/August) und einem Maximum von 42º C (tags, Dezember/Februar) spricht, dann sollte man sich auf diese Gegend in punkto Kleidung sorgfältig vorbereiten.

Der Bundesstaat Mato Grosso do Sul entspricht zwei Dritteln der gesamten Pantanal-Fläche, während auf den Norden nur etwa ein Drittel oder 180.000 km2 entfällt. Wir möchten hier anmerken, dass wir deshalb nicht unbedingt dem südlichen Pantanal den Vorzug geben – im Gegenteil: das Nord-Pantanal ist weniger überlaufen – das haben auch die Tiere schon bemerkt – und günstiger im Preis. Wir ziehen in unserem Pantanal-Ratgeber das Nord-Pantanal für unsere Empfehlungen vor.

Das so genannte Pantanal-System ist eine unglaubliche Mischung von verschiedenen Ökosystemen, welche die unterschiedlichsten Landschaften in sich vereint, wie zum Beispiel Savannen, überschwemmte Ebenen, Wälder mit amazonischem Charakter, Dschungel und Steppengebiete. Dieses Zusammenspiel bietet eine der interessantesten Regionen biologischer Vielfalt auf unserem Planeten bilden.

Eingangstor zum Nord-Pantanal ist die Hauptstadt Cuiabá, welche Sie von allen Städten Brasiliens aus anfliegen können. Obwohl noch 100 km vom Pantanal entfernt, gibt es hier alle möglichen Transportmittel, um bequem und schnell hinzukommen.

Das Nord-Pantanal – mit den verschiedensten Zielorten und Eigenheiten – bietet dem Besucher eine einmalige Fauna und Flora. In einem Gebiet können Sie mehr Tierarten beobachten, im anderen weniger – das hat mit der Tageszeit zu tun und mit der Jahreszeit, in der Sie unterwegs sind, aber natürlich auch mit der geografischen Lage des jeweiligen Gebiets, seiner Entfernung zu Wohngebieten und dem entsprechenden Schutz, der diesem Gebiet zuteil wird.

Und aus diesen Gründen kann man auch kaum eine bestimmte Region mehr und eine andere weniger empfehlen – vielleicht geben aber einige der beschriebenen lokalen Sehenswürdigkeiten hier den Ausschlag und die können Sie selbst am besten aussuchen.

Wussten Sie, dass es nur eine einzige Strasse gibt, die bis tief in das Pantanal hineinreicht?

Es ist die Transpantaneira. Die 145 km lange, hochgelegte Schotterstrasse beginnt in Poconé und führt über 127 kleine und grosse Holzbrücken und endet bei Porto Jofre.

StepMap-Karte

Der Ort “Poconé” (31.118 Einwohner, 10/2007) liegt auf 142 m Höhe, 102 km von der Hauptstadt Cuiabá entfernt, erreichbar über die asphaltierte MT-060 Landstrasse, in gutem Zustand. Es gibt nichts Besonderes zu sehen in Poconé, wer von ausserhalb hierher kommt, der sucht entweder nach Gold oder den Anfang der Transpantaneira-Piste. Das Kunsthandwerk der Einheimischen ist beliebt: sie stellen alle möglichen Pantanal-Tiere aus Keramik und Holz her. Ausserdem Körbe und Teppiche aus “Taquara” (Schilfrohr) und ein lokales Saiteninstrument, dass man “Viola de Cocho” (Schoss-Violine) nennt – es wird bei folkloristischen Präsentationen eingesetzt.