Fortbewegung der Schlangen

Veröffentlicht am 10. April 2010

Eine Schlange verfügt über eine enorme Flexibilität ihrer Wirbelsäule und eine komplexe Muskulatur. Sie ist die einzige Wirbeltierart, die ihre Wirbelsäule total verdrehen kann. Sie ist in der Lage zu schwimmen, im Wasser oder im Sand abzutauchen, und sie kann vertikale Flächen erklettern, wenn sie einen rauen Untergrund haben. Die Rippen und die Bauchschuppen sind mit Muskeln verbunden und werden während der Fortbewegung synchronisiert. Die Höchstgeschwindigkeit, welche eine Schlange beim Kriechen entwickeln kann, ist sehr unterschiedlich – im Allgemeinen nicht mehr als zirka 7 km/h. In bestimmten Situationen und kurzen Distanzen kann sie etwas schneller sein.

Schlangen können sich auf verschiedene Art fortbewegen, das hängt von ihrer Aktivität und dem jeweiligen Ambiente ab:

Horizontale Wellen-Fortbewegung – oder „Serpentine“

Die üblichste Art der Fortbewegung – in „S-Form“. Die Schlange krümmt ihren Körper abwechselnd von einer Seite zur andern und bewegt sich damit nach vorne in horizontaler Richtung. Im Fall einer Flucht ist dies die typischste Art der Fortbewegung schneller Schlangen.

Retilineare Fortbewegung

Die Aktion der Muskeln auf die Schuppen bewirkt sukzessives, wellenartiges Zusammenziehen der Schlangenhaut, welche die Bauchschuppen vom Boden löst – von vorne nach hinten – und die Schlange bewegt sich nunmehr in gerader Linie nach vorne. Charakteristisch für Schlangen mit schwerem, voluminösen Körper – eine langsame Fortbewegung. Und weil sie sehr diskret geschieht, wird sie auch zur Annäherung an Beutetiere eingesetzt.

Sinuös-laterale Fortbewegung – auch „Sidewing“ genannt

Die Schlange rollt ihren Körper in Ringen zusammen – dabei berühren lediglich zwei Körperstellen den Boden bei jedem Vorstoss. Die Ringe werden von der Luft nach vorn getrieben – ganz nah am Boden – und wenn sie auf den Boden treffen, üben sie Druck nach unten aus. Es sieht aus, als ob die Schlange auf einer Seite kriecht. Auf sandigem Terrain hinterlässt sie Eindrücke in Form eines „J“. Die Mehrheit aller Schlangen kann sich auf diese Weise fortbewegen. Die Arten der Wüsten sind darauf spezialisiert.

Gemischte Fortbewegung – oder auch „Ziehharmonika“

Verbindet die horizontale Wellenbewegung mit der retilinearen. Die Schlange knickt ab, wie bei einer Ziehharmonika, wobei ihr Hinterteil parallel zum Vorderteil geknickt wird – dann schnellt sie das Vorderteil nach vorn, bis der Körper wieder gestreckt ist, um gleich darauf auf dieselbe Art wieder einzuknicken. Während dieses Vorgangs behält sie an einer oder mehreren Stellen des Körpers Bodenkontakt. Die Ringe, welche sich beim Abknicken bilden, können entweder horizontal oder vertikal verlaufen. Dies ist eine Fortbewegungsart, welche bei glatten Oberflächen oder beim Kriechen durch einen schmalen Tunnel angewandt wird – auch beim Erklettern einer vertikalen Oberfläche.