Krallenaffen

Veröffentlicht am 31. Juli 2015

Lisztäffchen

Antje Lindert Rottke | Fotolia.com

Alle Arten der Krallenaffen sind tagaktiv, in der Nacht schlafen sie in Baumhöhlen oder im Pflanzendickicht. Sie sind Baumbewohner und bewegen sich in ihrem Lebensraum auf allen vieren auf waagrechten Ästen laufend fort. Dank ihrer Krallen können sie auch hervorragend springen und an senkrechten Baumstämmen klettern. Die Krallenaffen sind sehr beweglich und lebhaft.

Krallenaffen leben in Gruppen von 2 bis 15 Tieren. Die Gemeinschaften bestehen entweder aus einem oder mehreren Männchen, oder einem oder mehreren Weibchen und dem dazugehörigen Nachwuchs. Innerhalb der Gruppe ist das Sozialverhalten oft ausgeprägt, die Tiere schlafen meistens eng aneinander gekuschelt und pflegen sich gegenseitig ihr Fell.

Kommuniziert unter den Krallenaffen wird mit verschiedenen Lauten (unter anderem warnen sie sich gegenseitig vor Fressfeinden), mit Gesichtsausdrücken und Körperhaltungen.

Brasilianische Klammeraffen

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Original fehlt – Bild: yod77 | Fotolia.com

Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Callibella humilis
Populärer Name: Sagui-anão
Deutsch: Schwarzkronen-Seidenäffchen
Biom: Amazonien
Gefährdung: VU
Beschreibung:
Der “Sagui-anão” (Callibella humilis) ist ein winziger endemischer Primat der Neuen Welt mit Habitat im brasilianischen Amazonien, begrenzt auf das Westufer des Rio Aripuanã. Er wurde 1998 erst entdeckt und zuerst der Gattung Callithrix zugeordnet. Er bewohnt vor allem die Waldgebiete der Ebenen und ist auch in menschlichen Siedlungen anzutreffen. Er ist ein wenig grösser als das Löwenäffchen und wiegt bis zu 185 Gramm.

Goeldi's monkey (lat. Callimico goeldii)

Peter Wey | Fotolia.com

Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Callimico goeldii
Populärer Name: Sagüi-goeldi
Deutsch: Springtamarin
Biom: Amazonien
Gefährdung: VU
Beschreibung:
Der “Sagüi-goeldi” (Callimico goeldii) ist der einzige bisher bekannte Repräsentant der Gattung Callimico und ein Primat der Neuen Welt, der das Amazonasbecken in Peru, Bolivien, Brasilien, Kolumbien und Ekuador bewohnt. Er ist vollkommen schwarz oder Schwarzbraun, und seinen Namen erhielt er zu Ehren des Schweizer Naturalisten Emil August Goeldi.

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Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Callithrix aurita
Populärer Name: Sagui-da-serra-escuro
Deutsch: Gelbohr-Büschelaffe
Biom: Atlantischer Regenwald
Gefährdung: VU
Beschreibung:
Der “Sagui-da-serra-escuro (Callithrix aurita) ist ein Primat der Neuen Welt aus Unterfamilie Callitrichinae, endemisch im Atlantischen Regenwald Brasiliens. Er bewohnt die Bergwaldregion der Bundesstaaten Minas Gerais, Rio de Janeiro und den Osten und Nordosten São Paulos. Er ist vom Aussterben bedroht – vor allem durch den grossen Verlust seines Lebensraumes entlang seiner geografischen Verbreitung, jedoch kommt er in verschiedenen Schutzzonen vor, wie dem “Parque Nacional da Serra da Bocaina“, dem “Parque Estadual do Rio Doce“ und dem “Parque Estadual da Cantareira“.

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Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Callithrix flaviceps
Populärer Name: Sagui-da-serra
Deutsch: Gelbkopf-Büschelaffe
Biom: Atlantischer Regenwald
Gefährdung: EN
Beschreibung:
Der “Sagui-da-serra” (Callithrix flaviceps) ist ein Neuwelt-Primat der Unterfamilie Callitrichinae, endemisch im Atlantischen Regenwald Brasiliens. Er lebt auf hochgelegenen Terrains im Süden des Bundesstaates Espirito Santo und wahrscheinlich auch auf solchen in Rio de Janeiro und Minas Gerais. Er versteht sich gut mit Callithrix geoffroyi (Weisskopf-Büschelaffe), obwohl er Terrains oberhalb 400 Metern bevorzugt, und letzterer unterhalb derselben zuhause ist. Ist in Gefahr auszusterben wegen seinem enormen Habitat-Verlust und ist inzwischen selten in den restlichen Fragmenten anzutreffen, ausgenommen im Biologischen Reservat Augusto Ruschi, in Espirito Santo.

Common Marmoset, Callithrix jacchus, 2 years old, in front of white background

Eric-Isselee | Fotolia.com

Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Callithrix geoffroyi
Populärer Name: Sagui-de-cara-branca
Deutsch: Weisskopf-Büschelaffe
Biom: Atlantischer Regenwald
Gefährdung: LC
Beschreibung:
Der “Sagui-de-cara-branca” (Callithrix geoffroyi) ist ein Primat der Neuen Welt aus der Gattung Callithrix, endemisch in Brasilien, besonders in den Bundesstaaten Minas Gerais und Espirito Santo.

The common marmoset (Callithrix jacchus) White-eared female monkey with baby. Selective focus

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Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Callithrix jacchus
Populärer Name: Sagui-de-tufos-brancos
Deutsch: Weissbüschelaffe
Biom: Atlantischer Regenwald, Caatinga
Gefährdung: LC
Beschreibung:
Der “Sagui-de-tufos-brancos” (Callithrix jacchus), auch bekannt als “Sonhim”, ist ein Primat der Neuen Welt. Er stammt aus dem brasilianischen Nordosten, wird aber gegenwärtig auch im Südosten und anderen Regionen Brasiliens angetroffen – ausserdem wird er in verschiedenen Ländern in Gefangenschaft gehalten.

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Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Callithrix kuhlii
Populärer Name: Sagui-de-wied
Deutsch: Kuhl-Büschelaffe
Biom: Atlantischer Regenwald
Gefährdung: NT
Beschreibung:
Der “Sagui-de-wied” (Callithrix kuhlii) ist ein Neuweltaffe aus der Gattung Callithrix. Er ist endemisch in Brasilien, kommt in feuchten Tropenwäldern, im Osten und Süden des Bundesstaates Bahia, vor, besonders in der Region von Ilhéus. Dieser Affe bestreitet seine Nahrung aus Fruchtsäften, Nektaren, Blüten und Samen, sowie auch aus Spinnen und Insekten. Man findet ihn im zentralen Bereich von Wäldern – er befindet sich oft in der Gemeinschaft von Goldenen Löwenäffchen.

Aimal theme: black-tufted marmoset

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Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Callithrix penicillata
Populärer Name: Sagui-de-tufos-pretos, Mico-estrela
Deutsch: Schwarzbüschelaffe
Biom: Atlantischer Regenwald, Cerrado, Caatinga
Gefährdung: NT
Beschreibung:
Der “Sagui-de-tufos-pretos, Mico-estrela oder einfach “Sagui” (Callithrix penicillata) ist ein Primat der Neuen Welt aus der Gattung Callithrix. Er ist endemisch in Brasilien.

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Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Cebuella pygmaea
Populärer Name: Sagui-leãozinho
Deutsch: Zwergseidenäffchen
Biom: Amazonien
Gefährdung: LC
Beschreibung:
Der “Sagui-leãozinho” (Cebuella pygmaea) ist die kleinste bekannte Primatenart überhaupt – das Äffchen misst nur ganze 15 Zentimeter (ausgenommen die weiteren 15 Zentimeter seines Schwanzes), und es wiegt 130 Gramm. Sein Fell ist kastanienbraun. Wegen seiner geringen Grösse und seiner schnellen Bewegungen ist es sehr schwierig, das Tierchen in freier Natur zu beobachten. Er ist im Amazonas-Regenwald, im Nordwesten Brasiliens und in Gebieten von Kolumbien und Ekuador verbreitet. Das Äffchen ist so klein, dass bestimmte Indio-Völker es aufziehen, um es in ihr Haar zu setzen, wo es dann Läuse und andere Parasiten vertilgt. Es ist ein exzellenter Kletterer an Bäumen, unterstützt durch seine Krallen und seinen langen Schwanz zum Halten des Gleichgewichts. Seine Nahrung besteht aus Früchten, Blättern, Insekten und Baumsäften – um an sie zu gelangen, zerbeissen die Tiere mit ihren scharfen Zähnen die Baumrinde. Sie bedienen sich einer Vielzahl von Lauten zur Kommunikation unter sich.

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Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Leontopithecus caissara
Populärer Name: Mico-leão-de-cara-preta
Deutsch: Schwarzkopflöwenäffchen
Biom: Atlantischer Regenwald
Gefährdung: CR
Beschreibung:
Der “Mico-leão-de-cara-preta” (Leontopithecus caissara) ist ein brasilianischer Primat aus der Unterfamilie Callitrichinae – er ist endemisch im Atlantischen Regenwald Brasiliens. Er wurde erst 1990 auf der Insel Superagüi, im Bundesstaat Paraná, entdeckt, ist aber auch im südlichen Küstengebiet von São Paulo heimisch. Man nimmt an, dass gegenwärtig nur noch etwa 300 Exemplare dieses seltenen Primaten existieren. Es gibt eine Diskussion darüber, ob es sich in diesem Fall tatsächlich um eine eigenständige Spezies handelt, oder um eine Unterart des “Mico-leão-preto“ (Rotsteiss-Löwenäffchen) – jedoch deuten Indizien darauf hin, das es eine selbständige Spezies ist. Die Tiere bewohnen den dichten, ombrophylen Wald (tropischer Regenwald) ebener Gebiete, sie ernähren sich von Insekten und Früchten. Die Biologie dieses Primaten ist nicht besonders bekannt und er läuft akute Gefahr auszusterben wegen seiner begrenzten geografischen Verbreitung und der geringen Anzahl noch existierender Exemplare. In Gefangenschaft gibt es keine Populationen dieser Primaten.

Tamarin Lion  Tte Dore

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Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Leontopithecus chrysomelas
Populärer Name: Mico-leão-de-cara-dourada
Deutsch: Goldkopflöwenäffchen
Biom: Atlantischer Regenwald
Gefährdung: EN
Beschreibung:
Der “Mico-leão-de-cara-dourada” ist ein endemischer Primat Brasiliens – Unterfamilie Callitrichinae. Man findet ihn im Süden des Bundesstaates Bahia und im extremen Nordosten von Minas Gerais, wo er sich in ein Gebiet von zirka 20.000 Quadratkilometern zurückgezogen hat. Die einzige Schutzzone in dieser Region ist die “Reserva Biológica de Una“. Diese Spezies war die erste, die sich diversifiziert hat, deshalb gilt sie als Basis der Gattung Leontopithecus. So wie andere Löwenäffchenarten hielt man auch diese für eine Unterart – inzwischen ist sie jedoch als eigenständige Spezies requalifiziert worden. Die Tiere haben eine sehr charakteristische Fellfärbung. Ihr Körper ist vollständig schwarz, Hände, Gesichtshaare und Schwanzspitzen sind golden gefärbt, was ihnen den entsprechenden Namen eingebracht hat. Sie sind Insekten- und Früchtefresser, manchmal schliessen sie sich zur Futtersuche den Kuhl-Büschelaffen an. Eine Spezies, die gefährdet ist, wegen ihrer geringen Verbreitung. Trotzdem stellt sie unter den vier Löwenäffchen-Arten das geringste Risiko dar, denn sie besteht vergleichsweise aus der grössten Population in freier Wildbahn.

Black Lion Tamarin hung on a post with blurred background

lucato | Fotolia.com

Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Leontopithecus chrysopygus
Populärer Name: Mico-leão-preto
Deutsch: Rotsteisslöwenäffchen
Biom: Atlantischer Regenwald
Gefährdung: EN
Beschreibung:
Der “Mico-leão-preto” (Leontopithecus chrysopygus) ist ein Primat der Neuen Welt der Unterfamilie Callitrichinae, Gattung Leontopethecus. Das ist die Art Löwenäffchen, die im Bundesstaat São Paulo einst zwischen dem Rio Paranapanema und dem Rio Tietê verbreitet war. Gegenwärtig findet man sie nur noch an neun Orten São Paulos, und nur im Staatspark “Morro do Diabo“ hat man eine Population, die auf längere Zeit überlebensfähig erscheint. Man hatte ihn lange Zeit als eine Unterart betrachtet – inzwischen haben Indizien seine direkte Verbindung mit dem “Mico-leão-dourado“ (Goldenen Löwenäffchen) bewiesen.

Portrait de singe tamarin lion dor

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Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Leontopithecus rosalia
Populärer Name: Mico-leão-dourado
Deutsch: Goldene Löwenäffchen
Biom: Atlantischer Regenwald
Gefährdung: EN
Beschreibung:
Der “Mico-leão-dourado” (Leontopithecus rosalia), auch unter dem einfachen Namen “Mico-leão” bekannt, ist eine endemischen Primatenart Brasiliens – aus der Unterfamilie Callitrichinae und der Gattung Leontopithecus. Er kommt exklusiv im Atlantischen Regenwald Brasiliens vor – im Bundesstaat Rio de Janeiro – einige Autoren haben jedoch seine Verbreitung bis in den Süden des Bundesstaates Espirito Santo verlegt. Gegenwärtig kann man sie vor allem in dem biologischen Reservat von “Poço das Antas“ und der “Reserva Biológica União“ beobachten, dort halten sie sich in den höchst gelegenen Abschnitten des Waldes auf. Man entdeckt sie aber auch in Abschnitten des Sekundärwaldes. Auch sie wurden einst als eine Unterart betrachtet – inzwischen haben phylogenetische Studien bewiesen, dass der Rotsteiss-Löwenaffe ihr nächster Verwandter ist.

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Original fehlt – Bild: yod77 | Fotolia.com

Familie: Callitrichidae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Unterfamilie: Callitrichinae (Krallenaffen oder Krallenäffchen)
Spezies: Mico acariensis
Populärer Name: Sagui ou sauim
Deutsch: Acarí-Seidenäffchen
Biom: Amazonien
Gefährdung: unvollständige Daten
Beschreibung:
Der “Mico acariensis” ist ein Primat der Neuen Welt aus der Unterfamilie Callitrichinae, endemisch im brasilianischen Teil Amazoniens.