Klammeraffen

Veröffentlicht am 13. September 2015

Red-faced spider monkey, Ateles paniscus, single mammal on branch,  Brazil

Erni | Fotolia.com

Klammeraffen sind tagaktive Baumbewohner, die sich meist in der oberen Kronenschicht aufhalten. Sie bewegen sich schnell und beweglich durch das Geäst, entweder vierbeinig oder schwinghangelnd, dabei verwenden sie den Schwanz als fünfte Gliedmasse.

Egal ob mit einer Hand, einem Fuss oder auch mit ihrem Schwanz können sie längere Zeit hängen. Auf den Boden allerdings kommen sie selten. Am Morgen begeben sie sich auf Nahrungssuche, um den Rest des Tages ruhend zu verbringen.

Klammeraffen leben in Gruppen das Gruppenverhalten kann aber sehr variabel sein. Gruppen umfassen meist 12 bis 35 Tiere. Auf der Nahrungssuche teilen sie sich oft in zwei- bis fünf-köpfige Untergruppen auf. Die Gruppengrösse dürfte aber generell von der Fruchtbarkeit des Lebensraumes abhängen. Mit langen lauten Schreien von den, verständigen sich die geteilten Untergruppen untereinander. Innerhalb einer Gruppe spielt die Kommunikation durch Gesichtsausdrücke und die gegenseitige Fellpflege eine wichtige Rolle.

Die Hauptnahrung der Klammeraffen sind Früchte (rund 90%), daneben nehmen sie auch Blätter und anderes Pflanzenmaterial zu sich.

Brasilianische Klammeraffen

Vector image of an monkey face on white background

Original fehlt – Bild: yod77 | Fotolia.com

Familie: Atelidae (Klammerschwanzaffen)
Unterfamilie: Atelinae (Spinnenaffen, Klammeraffen, Wollaffen)
Spezies: Ateles belzebuth
Populärer Name: Coatá ou macaco-aranha
Deutsch: Weissstirnklammeraffe
Biom: Amazonien
Gefährdung: EN
Bemerkungen:
Der “Macaco-aranha” (Ateles belzebuth), im Volksmund auch “Coatá” genannt, ist ein Primat der Neuen Welt aus der Familie Atelidae und der Gattung Ateles. Sein Lebensraum befindet sich in Amazonien, in den brasilianischen Bundesstaaten Roraima und Amazonas, in Kolumbien, Ekuador, Peru und Venzuela. Er ernährt sich von Früchten (getrennt von ihren Samenkernen), Knospen, Blättern, Baumrinden, Blüten und Nektar. Nach der Tragzeit von 210 bis 232 Tagen bringen die Weibchen nur ein einziges Junges auf die Welt.

Die Tiere sind langhaarig und vollkommen schwarz – ausgenommen ein kleines weisses Dreieck auf der Schnauze und Streifen an den Seiten des Gesichts. Sie bewohnen hohe Baumkronen, bewegen sich geschickt, indem sie ihren Greifschwanz wie ein fünftes Bein gebrauchen. Gewicht zwischen 6 bis 8 Kilogramm.

Vector image of an monkey face on white background

Original fehlt – Bild: yod77 | Fotolia.com

Familie: Atelidae (Klammerschwanzaffen)
Unterfamilie: Atelinae (Spinnenaffen, Klammeraffen, Wollaffen)
Spezies: Ateles chamek
Populärer Name: Macaco-aranha-de-cara-preta
Deutsch: Schwarzgesichtklammeraffe
Biom: Amazonien
Gefährdung: EN
Bemerkungen:
Der “Macaco-aranha-peruano (Ateles chamek) ist ein Primat der Neuen Welt, den man in Brasilien, Peru und Bolivien findet. Sein Fell ist vollkommen schwarz, mit einer Haarlänge zwischen 45 und 75 Millimetern.

Vector image of an monkey face on white background

Original fehlt – Bild: yod77 | Fotolia.com

Familie: Atelidae (Klammerschwanzaffen)
Unterfamilie: Atelinae (Spinnenaffen, Klammeraffen, Wollaffen)
Spezies: Ateles marginatus
Populärer Name: Macaco-aranha-de-cara-branca
Deutsch: Weisswangenklammeraffe
Biom: Amazonien
Gefährdung: EN
Bemerkungen:
Der “Macaco-aranha-de-cara-branca” (Ateles marginatus) ist ein Primat der Neuen Welt aus der Gattung Ateles, endemisch in Brasilien. Sein Lebensraum befindet sich zwischen dem Rio Tapajós und seinen Nebenflüssen Teles Pires und Xingu, südlich vom Amazonasstrom, in den Bundesstaaten Pará und Mato Grosso. Er ist der am wenigsten bekannte Vertreter der Klammer- oder Spinnenaffen.

Geoffroy's Spider Monkey, Black-handed Spider Monkey

Nazzu | Fotolia.com

Familie: Atelidae (Klammerschwanzaffen)
Unterfamilie: Atelinae (Spinnenaffen, Klammeraffen, Wollaffen)
Spezies: Ateles paniscus
Populärer Name: Macaco-aranha-preto
Deutsch: Rotgesichtklammeraffe
Biom: Amazonien
Gefährdung: VU
Bemerkungen:
Der “Macaco-aranha-preto” (Ateles paniscus) ist ein Primat aus der Familie Atelidae – er ist der bekannteste und grösste Vertreter der Gattung Ateles – sein Lebensraum sind die Regenwälder des nordöstlichen Südamerika, in Guayana, Surinam, Französisch Guyana und Nordostbrasilien, im Norden des Amazonasstroms. Die Tiere sind bis zu 63 Zentimeter gross, der Greifschwanz bis zu 80 Zentimeter lang – die Männchen wiegen bis zu 11 Kilogramm, die Weibchen mit 9,5 Kilogramm etwas weniger. Ihr Fell ist schwarz, nur das rötliche Gesicht und die Unterseite des Schwanzes sind unbehaart. Der extrem schlanke Primat, von den lokalen Bewohnern auch als “Coatá“ bezeichnet, hat einen zurückgebildeten Daumen und benutzt seinen Greifschwanz ungewöhnlich geschickt wie eine fünfte Hand.

Während einer Flucht bilden die Männchen einer Gruppe die Vorhut und schützen ihre Angehörigen. Inmitten eines Tumults, wenn die Jungtiere ihre Mütter nicht finden, klammern sie sich an jedweden Erwachsenen fest und werden von ihnen beschützt – ist die Gefahr vorbei, kehrt die Gruppe zu ihrer täglichen Routine zurück, als wäre nichts geschehen.

Vector image of an monkey face on white background

Original fehlt – Bild: yod77 | Fotolia.com

Familie: Atelidae (Klammerschwanzaffen)
Unterfamilie: Atelinae (Spinnenaffen, Klammeraffen, Wollaffen)
Spezies: Brachyteles arachnoides
Populärer Name: Muriqui-do-sul oder Mono-carvoeiro
Deutsch: Südlicher Spinnenaffe
Biom: Atlantischer Regenwald
Gefährdung: EN
Bemerkungen:
Der “Muriqui-do-sul” (Brachyteles arachnoides) oder “Mono-carvoeiro”, wie ihn die Brasilianer nennen, ist ein endemischer Primat des Atlantischen Regenwaldes, typisch für die Südostregion Brasiliens. Ausgewachsene Tiere können mehr als 12 Kilogramm wiegen und eine Kopfrumpflänge von bis zu 78 Zentimetern erreichen – der Schwanz wird mit 80 Zentimetern länger als der Körper. Damit ist er der grösste Primat des amerikanischen Kontinents. Er ist vom Aussterben bedroht durch kontinuierlichen Verlust seines Lebensraumes – Schätzungen belaufen sich auf einen Restbestand von 1.000 bis 1.500 Exemplare.

Südliche Spinnenaffen sind reine Pflanzenfresser, die sich von Blättern (50%) und Früchten (30%) ernähren. Sie leben in kaum aggressiven Gruppen – zwischen 5 und 25 Mitgliedern – die sich aus Männchen und Weibchen zusammensetzen.

Vector image of an monkey face on white background

Original fehlt – Bild: yod77 | Fotolia.com

Familie: Atelidae (Klammerschwanzaffen)
Unterfamilie: Atelinae (Spinnenaffen, Klammeraffen, Wollaffen)
Spezies: Brachyteles hypoxanthus
Populärer Name: Muriqui-do-norte oder Mono-carvoeiro
Deutsch: Nördlicher Spinnenaffe
Biom: Atlantischer Regenwald
Gefährdung: CR
Bemerkungen:
Der “Muriqui-do-norte” (Brachyteles hypoxanthus), im Volksmund ebenfalls als “Muriqui“ oder “Mono-carvoeiro“ bezeichnet, ist ein Primat aus der Familie Atelidae und der Gattung Brachyteles, endemisch im Atlantischen Regenwald Brasiliens. Er wurde einst als Unterart von “Brachyteles arachnoides“ angesehen, moderne Molekular-Studien haben ihn jedoch als eine eigenständige Spezies bestätigt. Es ist noch nicht ganz klar, welche Primatengruppe den “Muriquis“ am nächsten steht, aber einige Studien deuten auf eine Verwandtschaft mit der Gattung “Lagothrix“, den “Wollaffen“, hin.

Die Nördlichen Spinnenaffen waren vom südlichen Bundesstaat Bahia bis in den Süden von Minas Gerais verbreitet – wahrscheinlich war die Bergkette Serra da Mantiqueira ihre geografische Grenze zum Südlichen Spinnenaffen. Gegenwärtig ist ihr Vorkommen auf wenige Fragmente des Atlantischen Regenwaldes reduziert – in Minas Gerais, Espirito Santo, Bahia und Rio de Janeiro.