Fauna und Flora des Pantanal

Veröffentlicht am 17. Dezember 2009

Das so genannte „Pantanal“ erstreckt sich über eine Ebene von annähernd 230.000 Quadratkilometer – über den extremen Westen Brasiliens sowie einen Teil von Paraguay und Bolivien – die grösste Überschwemmungsebene der Erde. Die Pantanal-Szenerie ist einzigartig auf der Welt, jedoch nicht zu verwechseln mit einer Sumpflandschaft. Es handelt sich hier vielmehr um eine unglaubliche Mischung von verschiedenen Ökosystemen, welches die unterschiedlichsten Landschaften in sich vereint, wie zum Beispiel: Savannen, überschwemmte Ebenen, Wälder mit amazonischem Charakter, Dschungel und Steppengebiete. Diese Landschaften sind total abhängig vom Wasser und werden vom Phänomen der alljährlichen Regen– und Trockenzeiten dirigiert. Diese enorme Ebene besitzt als einzigen Ausfluss den Rio Paraguaí, und das gesamte Regenwasser – welches gegen Jahreswechsel die Seen und Lagunen füllt und die zahlreichen Flüsse im Norden anschwellen lässt – fliesst schliesslich wieder, während der folgenden 6 Monate, träge gen Süden – jedes Jahr.

embratur_pantanal_aus der luft

Während der Überschwemmungen, die in der Regel im Januar einsetzen und langsam aber stetig gegen Mai ihren Höhepunkt erreicht haben, bildet das Wasser Buchten, Lagunen und unzählige Flussarme. Und mit Ende der Regenperiode konzentriert sich eine grosse Vielfalt von Lebewesen im Wasser und im Uferschlamm der Lagunen, welche wiederum andere Tiere anlocken, die auf Nahrungssuche sind. Wenn das Wasser fällt – in der Trockenzeit, zwischen Juni/Juli bis November – lagern sich die mit dem Wasser eingeflossenen Nahrungsstoffe im Boden ab, düngen ihn und bieten den Tieren des Gebiets neue Nahrung. In dieser Zeit blüht zum Beispiel der Ipê-roxo, der symbolische Baum des Pantanal. Dank diesem Kommen und Gehen des Wassers finden wir im Pantanal eine enorme Vielfalt von Fauna und Flora, sowohl zu Wasser als auch zu Land.

“Cambará, lixeira, canjiqueira, acuri, aguaçu, bocaiúva, carandá, buriti, piúva, para-tudo, cumbarú, jatobá, angico, aroeira“ sowie Hunderte anderer Spezies bilden die artenreiche, farbige Vegetation des Pantanal, die sich auf aquatische Pflanzen, auf solche der zeitweise überschwemmten Flächen, auf Galeriewälder, “Campos limpos“, “Cerrado“ und selbst auf die halbtrockene “Caatinga“ verteilen. Das spektakuläre Farbenspiel der “Ipés“ – mittelgrosse bis hohe blühende Bäume – deren Blütenpracht vom reinsten Weiss, über Gelb, bis ins Rosa und Rostrot variiert, wetteifern in ihrer Schönheit mit den “Acácias – unhas-de-vaca“ und Dutzenden anderer Arten, die während des ganzen Jahres ein unvergleichliches Schauspiel de Formen und Farben präsentieren.

In Gegenden, die nicht von der Überschwemmung heimgesucht werden, kann man regelmässig den “Pequi“ antreffen, einen Baum von bis zu 10 Metern Höhe, der eine Frucht mit intensiv gelbem Fruchtfleisch hervorbringt, die in der Pantanal-Küche sehr begehrt ist und ausserdem zum Herstellen eines besonderen Likörs genutzt wird, der sich in der Region allgemeiner Beliebtheit erfreut. Von der EMBRAPA wurden im selben Gebiet zirka 1.500 Pflanzen-Spezies ermittelt.

pantanal1-teaser Die Gegend liegt ausserdem auf einer wichtigen Route verschiedener Wandervogelarten. Um etwas von der Biodiversität des Pantanals zu erfahren, muss man sich hier nur einmal umschauen. Einmal am frühen Morgen oder auch während der Dämmerung:

Es gibt bestimmt keine Monotonie im Pantanal. Eine konstante Eigenschaft dieser Region ist die stete Bewegung ihres Tierbestandes – ihre Rufe, Gesänge, ihre eigene faszinierende Melodie und ihr Ab– und Auftauchen im Wasser.

Der besondere Grad der jährlichen Überschwemmung – auf einer Fläche von zirka 53.000 Quadratkilometern – schafft in jedem Jahr auch eine weitläufige Palette der verschiedensten Habitats – ein komplexes Mosaik von einzelnen Artenschicksalen. Diese riesige überschwemmte Ebene wird weltweit als ein produktives ökologisches System definiert. Die Tiere leben in Transit-Zonen zwischen höher gelegenen, nicht überfluteten, Flächen (Planaltos) und jenen tieferen, die vom Wasser eingenommen werden.

Es gibt 263 katalogisierte Fischarten im Pantanal, sie bilden mit Schnecken, Muscheln und anderen Schalentieren eine saisonabhängige, bedeutende Nahrungsgrundlage für die verschiedensten Tierarten der Region. Besonders die enormen Konzentrationen von Wasservögeln ernähren sich und ihre Brut von diesem Überfluss. Sie leben in Reprodukt