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![]() Während der Überschwemmungen, die in der Regel im Januar einsetzen und langsam aber stetig gegen Mai ihren Höhepunkt erreicht haben, bildet das Wasser Buchten, Lagunen und unzählige Flussarme. Und mit Ende der Regenperiode konzentriert sich eine grosse Vielfalt von Lebewesen im Wasser und im Uferschlamm der Lagunen, welche wiederum andere Tiere anlocken, die auf Nahrungssuche sind. Wenn das Wasser fällt – in der Trockenzeit, zwischen Juni/Juli bis November – lagern sich die mit dem Wasser eingeflossenen Nahrungsstoffe im Boden ab, düngen ihn und bieten den Tieren des Gebiets neue Nahrung. In dieser Zeit blüht zum Beispiel der Ipê-roxo, der symbolische Baum des Pantanal. Dank diesem Kommen und Gehen des Wassers finden wir im Pantanal eine enorme Vielfalt von Fauna und Flora, sowohl zu Wasser als auch zu Land. “Cambará, lixeira, canjiqueira, acuri, aguaçu, bocaiúva, carandá, buriti, piúva, para-tudo, cumbarú, jatobá, angico, aroeira“ sowie Hunderte anderer Spezies bilden die artenreiche, farbige Vegetation des Pantanal, die sich auf aquatische Pflanzen, auf solche der zeitweise überschwemmten Flächen, auf Galeriewälder, “Campos limpos“, “Cerrado“ und selbst auf die halbtrockene “Caatinga“ verteilen. Das spektakuläre Farbenspiel der “Ipés“ – mittelgrosse bis hohe blühende Bäume – deren Blütenpracht vom reinsten Weiss, über Gelb, bis ins Rosa und Rostrot variiert, wetteifern in ihrer Schönheit mit den “Acácias – unhas-de-vaca“ und Dutzenden anderer Arten, die während des ganzen Jahres ein unvergleichliches Schauspiel de Formen und Farben präsentieren. In Gegenden, die nicht von der Überschwemmung heimgesucht werden, kann man regelmässig den “Pequi“ antreffen, einen Baum von bis zu 10 Metern Höhe, der eine Frucht mit intensiv gelbem Fruchtfleisch hervorbringt, die in der Pantanal-Küche sehr begehrt ist und ausserdem zum Herstellen eines besonderen Likörs genutzt wird, der sich in der Region allgemeiner Beliebtheit erfreut. Von der EMBRAPA wurden im selben Gebiet zirka 1.500 Pflanzen-Spezies ermittelt. ![]() Die Gegend liegt ausserdem auf einer wichtigen Route verschiedener Wandervogelarten. Um etwas von der Biodiversität des Pantanals zu erfahren, muss man sich hier nur einmal umschauen. Einmal am frühen Morgen oder auch während der Dämmerung: Es gibt bestimmt keine Monotonie im Pantanal. Eine konstante Eigenschaft dieser Region ist die stete Bewegung ihres Tierbestandes – ihre Rufe, Gesänge, ihre eigene faszinierende Melodie und ihr Ab– und Auftauchen im Wasser. Der besondere Grad der jährlichen Überschwemmung – auf einer Fläche von zirka 53.000 Quadratkilometern – schafft in jedem Jahr auch eine weitläufige Palette der verschiedensten Habitats – ein komplexes Mosaik von einzelnen Artenschicksalen. Diese riesige überschwemmte Ebene wird weltweit als ein produktives ökologisches System definiert. Die Tiere leben in Transit-Zonen zwischen höher gelegenen, nicht überfluteten, Flächen (Planaltos) und jenen tieferen, die vom Wasser eingenommen werden. Es gibt 263 katalogisierte Fischarten im Pantanal, sie bilden mit Schnecken, Muscheln und anderen Schalentieren eine saisonabhängige, bedeutende Nahrungsgrundlage für die verschiedensten Tierarten der Region. Besonders die enormen Konzentrationen von Wasservögeln ernähren sich und ihre Brut von diesem Überfluss. Sie leben in Reproduktions-Kolonien (Ninhais) in einer Art von Kooperative – hierher tragen die Eltern die Nahrung für ihre Jungen – meistens Fische – und unter den zahlreichen Nestern am Fuss der hohen Bäume warten zahlreiche “Räuber” auf ihren Teil des Überflusses: wenn sich die Jungvögel in ihrer Gier gegenseitig aus dem Nest schubsen werden sie eine leichte Beute von Riesenschlangen (Anakondas), Brillenkaimanen, Wildhunden, Vielfrassen, Nasenbären und andere Opportunisten, die am Fuss der Nistbäume lauern. Eine allgemeinverständliche Liste der gegenwärtigen Herpetofauna–Gruppen des Pantanals wurde erstmalig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – als abschliessendes Dokument und biotische Komponente des “Konservierungsplans des Oberen Paraguay-Beckens“. Darin werden insgesamt 22 Arten anurischer Amphibien und 83 Reptilienarten für die überschwemmte Landfläche aufgelistet. Zusätzliche Untersuchungen der Literatur sowie von Spezies aus Sammlungen und, besonders aus faunistischen Inventarien der neueren Zeit, beweisen, dass auf den Umgebenden höher gelegenen Flächen ein Gesamt von 179 Arten dazukommt. Was die Amphibien betrifft, sind ausser den registrierten Arten mindestens 13 weitere Spezies in der überschwemmten Ebene und weitere 27 scheinbar exklusive Spezies auf den höher gelegenen Flächen der Umgebung bekannt. Die Anurofauna der Region enthält wenigstens 80 Arten, von denen mehr als die Hälfte (45 Spezies) anscheinend exklusiv auf höher gelegenen Gebieten um die Tiefebene herum vorkommen. Es sind für die Pantanal-Fläche 444 Arten von Vögeln registriert – wobei man sich in diesem Fall nur auf die überschwemmte Pantanal–Fläche bezieht – während für den umliegenden “Cerrado“ 837 Arten registriert wurden – von denen 759 (90,7%) sich auch im selben Biotop fortpflanzen. Insgesamt, fürs Pantanal, wie die Region inklusive ihrer erhöhten Umgebung im vorliegenden Fall definiert wird, sind es 661 Arten insgesamt! ![]() Mehr Informationen und viele exclusive Reisebausteine finden Sie im PantanalPortal. |
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