Castanheira–de–pará

Veröffentlicht am 21. Dezember 2009

Lateinisch: Bertholletia excelsa
Familie: LECYTHIDACEAE

Castanheira-de-paraEin enormer Baum, der normalerweise zwischen 30 und 50 m Höhe erreicht – in Ausnahmefällen sogar bis zu 60 m! Seine Frucht, welche im Volksmund „Igel“ genannt wird, wiegt zwischen 500 und 1.500 Gramm und enthält 15 bis 20 Samenkerne (Kastanien). Der Baum ist typisch im Regenwald des nie überschwemmten „Festlandes“ im gesamten Amazonien. Im Allgemeinen findet man diesen Baum im Verbund mit anderen „Urwaldriesen“, ab und an kommt es jedoch vor, dass er mit vielen anderen Exemplaren seiner Spezies einen Verbund bildet im Amazonas „Castanhais“ genannt. Er blüht in den Monaten November und Februar und die Früchte reifen zwischen Dezember und März. Seine „Castanhas“ sind die international begehrten „Pará-Nüsse“ – sie enthalten sehr viel Öl.

Kuriositäten
Die Früchte der „Castanheira“ werden eingesammelt, sobald sie vom Baum fallen. Sie sind kinderkopfgross und wiegen in der Regel mehr als 1 kg. Am einen Ende der harten Fruchtschale befinden sich Öffnungen, durch die man die Samenkerne zwar sehen kann, die aber enger als der Durchmesser eines Kerns ist, sodass diese nicht herausfallen können. Der Sammler muss deshalb sein Haumesser benutzen, um an die Kerne zu kommen. Die Paranuss-Produktion steht an achter Stelle in der Naturprodukt-Gewinnung Brasiliens und an zweiter Stelle im Amazonasgebiet – nach dem Latex.  Einige Wissenschaftler halten die Verteilung der Castanheira in Amazonien für „antropisch“, das heisst: durch den Menschen verursacht. Man weiss, dass zum Beispiel die „Kaiapó-Indianer“ eben diese Bäume auf natürlichen Lichtungen und auch innerhalb des Regenwaldes anpflanzen. Ausserdem finden sich diese Bäume auch besonders auf vom Menschen bearbeiteten „schwarzen Böden“ und in der Nähe archäologischer Fundstätten.

In der „Reserva de Desenvolvimento Sustentavel de Iratapuru“ (Bundesstaat Amapá) bringt die Fabrikation von Keksen aus der Pará–Nuss den Einwohnern R$ 250.00 pro Familie – während anderswo die Aufkäufer für 50 kg der Nüsse lediglich 1 Büchse Trockenmilch oder auch 1 kg Zucker dafür „bezahlen“. Das aus der Nuss gewonnene Öl ist ebenfalls ein begehrter Exportartikel für die Herstellung von Kosmetika im Ausland.