Peixe-boi

Veröffentlicht am 18. Dezember 2009

Deutsch: Rundschwanzseekuh
Spezies: Trichechus inunguis
Familie: TRICHECHIDAE

manatiEin ausgewachsenes Exemplar dieser Spezies kann 3 m Länge erreichen und bis zu 450 kg wiegen. Kopf und Augen sind klein und externe Ohren sind nicht vorhanden. Ein unregelmässiger weisslicher Streifen zieht sich sowohl längs seines Rückens als auch über die Bauchseite. Dieses Säugetier ist der einzige Vegetarier unter den im Wasser lebenden Säugern. Während der Regenperiode nimmt er rund 10% seines Körpergewichts an pflanzlicher Nahrung zu sich. Sein ganzes Leben verbringt das Tier unter Wasser – muss jedoch ab und an auftauchen um zu atmen und in diesem Moment verrät es den Jägern seinen Standort.

Wenn der Wasserstand der Flüsse in der Trockenperiode zurückgeht, kehrt das Tier in die Mitte des Hauptstroms zurück, wo es wochenlang aushält ohne Nahrung. Die Tragzeit beträgt fast 12 Monate, und in der Regel kommt jeweils nur ein Junges zur Welt. Die Mutter säugt das Jungtier über 2 Jahre hinaus – während dieser Zeit hält es sich immer in der Nähe des Muttertieres auf.

Kuriositäten: Es gibt zwei Arten von „Peixe-Boi“: den marinen (Trichechus manatus), der lebt zwischen dem brasilianischen Bundesstaat Alagoas bis hinauf nach Florida (USA) und den in den Flüssen lebenden (Trichechus inunguis), nur im Amazonas-Gebiet. Die Exkremente des „Peixe-Boi“ befruchten das Wasser und sind Bestandteil einer Nahrungskette, die der Entwicklung des Planktons förderlich ist, welches wiederum anderen Tieren zur Nahrung dient.

Ein ausgewachsenes Tier kann pro Tag bis zu 50 kg vegetative Nahrung aufnehmen – allerdings, im Gegensatz zu seinem suggestiven Namen, ist das Tier kein „Wiederkäuer“ und hat auch keinen unterteilten Magen, wie ein Ochse oder eine Kuh. Lediglich sein Kopf, der an den eines Ochsen ohne Hörner erinnert, war der Grund für seinen Namen „Ochsen-Fisch“. Sein Fleisch wird von den Einheimischen sehr geschätzt, und das ist auch der Grund für den rapiden Rückgang der Populationen. Heute gehört er zu den am meisten gefährdeten Arten.