Stechmücken greifen die Menschen nach Geruch an, sagt der Wissenschaftler

Veröffentlicht am 25. April 2015

Close-up of a mosquito sucking bloodEs sind keine Vampire, aber sie kommen ebenfalls in der Nacht auf der Suche nach Blut. Bekannt sind sie als Stechmücken, Schnaken – Moskitos vom Typ Culex – sie greifen besonders im Sommer an – und sie suchen sich ihre Opfer vor allem nach Geruch.

Und nur die weiblichen Insekten stechen. Wer einen schnelleren Stoffwechsel hat, wird häufiger gestochen. Und zwar deshalb, weil die Stechmücke CO2 und Milchsäure bereits in der Luft wahrnehmen kann – Substanzen, die in der Regel von diesen Personen in grösserer Menge produziert werden, oder nach grossen physischen Anstrengungen.

Die Moskitos haben Proteine in ihren Fühlern, die als Geruchsrezeptoren dienen, erklärt ein Biologe und Professor des “Instituto de Biociências“ von Botucatu. Ausserdem kann eine aussergewöhnliche Anziehung, die bestimmte Personen auf die Stechmücken ausüben, auf deren bakterieller Flora und Pilzen auf ihrer Haut beruhen.

Schlimmer als der Stich des Insekts, ist das Brennen und Jucken an der gestochenen Stelle. Das ist die Folge einer allergischen Reaktion, die vom Körper gegen die im Speichel des Insekts vorhandenen Substanzen. So wie in allen Fällen von allergischen Reaktionen, reagieren einige Personen empfindlicher als andere. Das heisst auch, dass es ausser solchen Personen, die weniger Moskitos anlocken, andere gibt, die zwar gestochen werden, es aber kaum bemerken.

Man kann mittels Ernährung wenig gegen die Anziehung machen, die man auf die Stechmücken ausübt. Ein volkstümlicher Mythos behauptet, dass das Verzehren von Knoblauch helfen kann – dass man durch den ausgeschwitzten Geruch die Moskitos fernhält. Das hilft vielleicht gegen unerwünschte Personen, aber nicht gegen Moskitos.

Wie eine Forscherin, Biologin und Lehrerin an der “Fakultät für Öffentliche Gesundheit“ der USP, erklärt, müsste man Unmengen an Knoblauch verzehren, um diesen Effekt zu provozieren. Wie sie weiter ausführt, gilt dasselbe für irgendwelche Früchte – ihr Verzehr ändert das Verhalten der Insekten nicht.

Die häufigste Stechmücken-Spezies, Culex quinquefasciatus, existiert in der ganzen Welt, besonders in den tropischen Regionen. In einer Stadt wie São Paulo kann sie während des ganzen Jahres leben und sich vermehren, jedoch besonders durch die grössere Wärme und Feuchtigkeit im Sommer wachsen ihre Populationen schnell.

Die Weibchen brauchen Blut, um gesunde Eier hervorzubringen. Sie sind jedoch nicht besonders wählerisch – es kann auch Blut von Vögeln oder Rindern sein. Was es aber in einer Stadt am meisten gibt, sind Menschen.

Ein Weg um die Menge an Insekten in São Paulo zu reduzieren, wäre die Säuberung des Rio Pinheiros und die Eliminierung anderer stehender Wassertümpel mit organischem Material, die den Moskitos als Brutherde dienen. Wenn die einmal weg sind, kann man sich mit Fliegengittern, Moskitonetzen, Insektiziden und Mückensprays ihrer erwehren – auch die elektrischen Mückenvertreiber sind effizient.

Eine natürliche Alternative, um die Moskitos zu vertreiben ist die Anwendung von “Citronella“ – eine aromatische Pflanze – und von Duftkerzen und Ölen auf der Basis von Pflanzenextrakten. Die Direktorin der Brasilianischen Gesellschaft für Dermatologie macht jedoch darauf aufmerksam, dass der direkte Kontakt solcher Essenzen mit der Haut noch schlimmere Allergien verursachen kann, als ein Moskitostich. Die Dermatologin rät, kommerzielle Mückenabwehr-Mittel zu benutzen, deren Sicherheit bereits getestet wurde.

Der Lebenszyklus eines Stechmücken-Weibchens

  • Sie entwickeln sich als Larve in stehenden Gewässern (Tümpeln) des Sommers.
  • Fünfzehn Tage später beginnen die weiblichen Insekten, männliche anzulocken (die nicht stechen).
  • Die Eier werden befruchtet und wachsen im Leib des Weibchens heran.
  • Ein Weibchen auf der Suche nach Blut, um die Eier zu nähren, ist in der Lage, 500 Meter weit oder bis vier Stockwerke hoch zu fliegen.
  • Das Insekt kann per Aufzug in noch höhere Stockwerke gelangen und Eier in alle erdenklichen Vertiefungen, wie zum Beispiel für Abwasser, ablegen.
  • Nachts greift sie an: Sie bevorzugt Menschen mit schnellem Metabolismus, die mehr Gerüche ausströmen.
  • Nachdem sie zirka 15 mg Blut gesaugt hat, ruht sie sich aus an einer Wand. Das ist der einfachste Moment, um sie zu töten.
  • Falls es in Ihren Räumen mehrere Insekten gibt, helfen spezielle elektrische Vorrichtungen – sie betäuben die Moskitos, und ein Ventilator behindert ihren Flug.