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Die mutmassliche Wasserknappheit in verschiedenen Regionen Brasiliens » Seite 2

Veröffentlicht am 11. April 2015

Die mutmassliche Wasserknappheit in verschiedenen Regionen Brasiliens

Misahualli river in the amazon jungle

nach obenDie Hydrografische Region Ostatlantik

7Hidrografica AtlanticoLesteDie hydrografische Region Ostatlantik bewässert die Hauptstädte der Bundesstaaten Sergipe und Bahia, einige grössere urbane Zentren und einen signifikanten Industriekomplex, zu ihr gehören, ganz oder teilweise, 526 Distrikte (Munizipien).

Die Region hat eine Fläche von 388.160 Quadratkilometern, entspricht damit 4,5% des brasilianischen Territoriums. Die Bevölkerung der hydrografischen Ostküste, im Jahr 2014, betrug rund 15,7 Millionen Einwohner, das sind 7,9% der Gesamtbevölkerung Brasiliens. Wenn man die Tendenz der Bevölkerungsverteilung weiter verfolgt, so lebten 75% (zirka 11,8 Millionen Menschen) dieses Kontingents in den Städten, besonders in den metropolitanen Gebieten von Salvador und Aracaju. In der Region gibt es eine demografische Dichte von 39 Einwohnern pro Quadratkilometer – während der brasilianische Durchschnitt bei 22,4 EW/km2 liegt.

In der gesamten Region finden sich 468 Distrikte (Munizipien), das entspricht 8% des Landes. Die Aufteilung der Fläche des hydrografischen Beckens ist wie folgt: 3,8% entfallen auf den Bundesstaat Sergipe – 66,8% auf Bahia – 26,2% auf Minas Gerais und 3,2% auf Espirito Santo. Das geschätzte Wasservolumen der Region beläuft sich auf 1.484 Kubikmeter pro Sekunde, was etwa 0,9% des brasilianischen Gesamtvolumens entspricht.

Die “Região Hidrográfica Atlântico Leste“ beherbergt Fragmente der Biome Atlantischer Regenwald, Caatinga, kleine Flächen Cerrado und, natürlich, Küsten- und Insel-Biome.

Auch in diesem hydrografischen Becken kann man eine der grössten Missbräuche der nativen Vegetation beobachten: Die Caatinga wurde von den Viehzüchtern zerstört, die in den Sertão eingefallen sind – das “Reconcavo Baiano“ (Umfeld der Stadt Salvador) und die “Zona da Mata“ (Waldzone) wurde abgeholzt, um auf ihr Zuckerrohr zu pflanzen, und die Feuchtwälder des bahianischen Südens wurden ersetzt durch Kakaoplantagen. Immer noch ist die Holzausbeutung eine der Aktivitäten, von der die Natur am meisten geschädigt wird.

nach obenDie hydrografische Region des Rio Paraguai

8Hidrografica ParaguaiDie hydrografische Region des Rio Paraguai umfasst eine der grössten, geschlossenen Feuchtgebiete unseres Planeten: das Pantanal – von der Verfassung des Jahres 1988 zum Nationalerbe erklärt und als Reservat der Biosphäre, von der UNESCO.

Der Rio Paraguai entspringt auf brasilianischem Territorium, und seine hydrografische Region umfasst eine Fläche von 1.095.000 km2, davon befinden sich 33% in Brasilien (363.446 km2) und der Rest in Argentinien, Bolivien und Paraguay.

Zirka 2,3 Millionen Einwohner hatte diese Region im Jahr 2014, das entspricht 1,2% der brasilianischen Bevölkerung – 87% lebten in den Städten. Die Stadt Cuiabá (Mato Grosso) hatte 551.000 Einwohner, gefolgt von Várzea Grande (Mato Grosso) mit 253.000, Rondonópolis (Mato Grosso) mit 195.000, Corumbá (Mato Grosso do Sul) mit 104.000 und Cáceres (Mato Grosso) mit 88.000 – sie repräsentieren die bedeutendsten Bevölkerungszentren.

In der hydrografischen Region des Rio Paraguai herrschen Cerrado und Pantanal (Überschwemmungsgebiet) vor – ausserdem Übergangszonen zwischen diesen beiden Biomen. Die dominante Vegetation ist die “mit Bäumen bestandene Savanne“ (Cerrado) und die “bewaldete Savanne“ (Cerradão).

Was die Indikatoren der Wasserversorgung betrifft, so hatten 2014 rund 94% Zugang zu kanalisiertem Wasser, ein ähnlicher Prozentsatz wie der nationale Durchschnitt, der bei 91% liegt. Der Prozentsatz für behandeltes Abwasser lag bei 19% – weniger als der nationale Durchschnitt von 30%.

Seit den 1970er Jahren hat die Ausbreitung der Viehhaltung und der Sojapflanzungen in Arealen der Hochebene die Waldabholzung und Erosion verstärkt. Durch die Tatsache, dass verschiedene Flüsse der Region extrem viele Sedimente mit sich führen – wie zum Beispiel der Rio São Lourenço oder der Rio Taquari – ist die Ablagerungsmenge im Pantanal gestiegen und in Konsequenz versanden die Flüsse in den Ebenen.

nach obenDie hydrografische Region des Rio Paraná

Der grösste Wasserverbrauch im Land
9Hidrografica ParanaDie hydrografische Region des Rio Paraná präsentiert, mit 32,1% der nationalen Bevölkerung, die grösste wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens. Mit einer Fläche von 879.873 Quadratkilometern umfasst diese Region die Bundesstaaten São Paulo (25% der Region), Paraná (21%), Mato Grosso do Sul (20%), Minas Gerais (18%), Goiás (14%), Santa Catarina (1,5%) und den Regierungsdistrikt (0,5%).

Im Jahr 2014 lebten zirka 61,9 Millionen Menschen in der Region (32% der Landesbevölkerung), davon 93% in urbanen Gebieten. Die Region beherbergt, unter anderem, auch die bevölkerungsreichste Stadt Südamerikas, São Paulo, mit zirka 11,8 Millionen Einwohnern. Andere bedeutende Einwohnerzentren sind: Brasília, Curitiba, Goiânia, Campinas, Campo Grande und Uberlândia. Der grösste Teil der Bevölkerung konzentriert sich in den hydrografischen Einheiten der Flüsse Tietê und Rio Grande, die zusammen 61% der Bevölkerung ausmachen.

Das Wachstum grosser urbaner Zentren, wie São Paulo, Curitiba und Campinas, in Quellgebieten von Flüssen, haben einen grossen Druck auf die vorhandenen Wasservorräte ausgeübt. Und zwar deshalb, weil mit zunehmendem Wasserbedarf das zur Verfügung stehende Wasser gleichzeitig zurückgeht, aufgrund der Verschmutzung durch Abwasser von Haushalten und Industrien.

Ursprünglich präsentierte die hydrografische Region des Rio Paraná die Biome Atlantischer Regenwald und Cerrado, sowie weitere drei vegetative Pflanzendecken: Arukarien-Wald, decidualer und semidecidualer Saisonregenwald. Die Bodennutzung in dieser Region unterlag grossen Veränderungen während der verschiedenen Wirtschaftszyklen des Landes, was zu einer ausgedehnten Waldabholzung führte.

Diese hydrografische Region wird hinsichtlich ihrer permanenten Wasserversorgung am meisten beansprucht, sie entspricht zirka 763 Kubikmeter pro Sekunde was zirka 31% des nationalen Verbrauchs entspricht. Die Agrarwirtschaft (Bewässerung von Pflanzungen) verbraucht davon den grössten Teil (zirka 42%), gefolgt von der Industrie, mit 27%.

Nach Untersuchungen des IBGE aus dem Jahr 2010, schwankte die Wasserversorgung der Bevölkerung zwischen 90% (in Paranaíba) und 98% (in Rio Grande). Die Mehrheit der hydrografischen Einheiten präsentierte einen höheren Prozentsatz als der Durchschnitt Brasiliens, der bei 91% lag. Und der Prozentsatz der Bevölkerung, die an ein Abwassersystem in diesem Gebiet angeschlossen ist, schwankt zwischen 38% (in Piriqui) und 96% (in Rio Grande). Die Prozentzahlen einer Abwasseraufbereitung schwanken zwischen 33% (in Piriqui) und 97% (in Paranapanema) – während der nationale Durchschnittwert bei 30% liegt.

nach obenDie hydrografische Region des Südostens

Eine Region mit ernsten Problemen wegen Wassermangel
10Hidrografica AtlanticoSudesteDie hydrografische Region des Südost-Atlantiks ist landesweit bekannt durch ihre enormen Bevölkerungszahlen und durch die wirtschaftliche Bedeutung ihrer Industrie. Die enorme Entwicklung dieser Region, jedoch, birgt eine Reihe von Problemen hinsichtlich der nötigen Wasserversorgung. Und dies deshalb, weil in diesem Fall eine der grössten Nachfragen nach Wasser, einem hydrografischen Becken mit dem geringsten Wasseraufkommen gegenübersteht.

Aus diesem Grund besteht eine besondere Herausforderung aus der umsichtigen Nutzung der hydrischen Ressourcen, indem man dasselbe Wasser mehrfach nutzt, sowohl im Haushalt als auch in der Industrie, mehrfach verwendet.

Die hydrografische Region Südost-Atlantik umfasst 214.629 Quadratkilometer – das entspricht 2,5% des Landes. Ihre bedeutendsten Flüsse sind der Rio Paraíba do Sul und der Rio Doce, der eine mit 1.150 km und der andere mit 853 km Länge. Neben ihnen gibt es in derselben Region diverse andere Flüsse, die jedoch nicht sehr lang sind und die folgenden hydrografischen Becken bilden: São Mateus, Santa Maria, Reis Magos, Benevente, Itabapoana, Itapemirim, Jacu, Ribeira und die Küsten von Rio de Janeiro und São Paulo.

Zirka 28,6 Millionen Menschen lebten im Jahr 2014 in dieser Region (14,9% der Gesamtbevölkerung Brasiliens), davon 92% in den urbanen Gebieten. Weitere markante demografische Charakteristika der Region sind die signifikanten Bevölkerungsdichten, allen voran die metropolitane Region von Rio de Janeiro, mit mehr als 3.000 Einwohnern pro Quadratkilometer. Und ausser Rio de Janeiro sind zu nennen: die metropolitane Region von Vitória (Bundesstaat Espirito Santo) und die metropolitane Region der Hafenstadt Santos (Bundesstaat São Paulo).

Was die Nutzung und die Besetzung des Bodens betrifft, so stellt die gesetzeswidrige Besetzung von Hängen, Flussufern und Quellgebieten eines der grössten Probleme dar, stimuliert in vielen Fällen von den Immobilienspekulanten. Durch die intensive und ordnungswidrige Besetzung und Nutzung von Gewässerufern, findet man entlang der Flüsse nur noch kurze Abschnitte mit einer Galerie-Vegetation, die in der Regel in äusserst schlechtem Zustand ist.

nach obenDie hydrografische Region des Rio Uruguai

Bedeutend durch ihre agro-industrielle Aktivität und ein grosses hydroelektrisches Potenzial
11Hidrografica UruguaiDie hydrografische Region des Rio Uruguai hat grosse Bedeutung für Brasilien wegen ihrer hoch entwickelten Agrarindustrie und ihr hydroelektrisches Potenzial. Der Fluss Rio Uruguai hat eine Länge von 2.200 Kilometern und entsteht durch den Zusammenfluss des Rio Pelotas und Rio Canoas. In diesem Abschnitt schlägt der Fluss eine Ost-West Richtung ein, er trennt die Bundesstaaten Rio Grande do Sul und Santa Catarina. Sein hydrografisches Becken besitzt, im brasilianischen Territorium, 174.533 Quadratkilometer Ausdehnung, es entspricht damit zirka 2% des nationalen Territoriums.

Ihrer hydrologischen Charakteristika entsprechend, und der bedeutendsten ihrer Zuflüsse, wurde die Region in 13 hydrografische Einheiten unterteilt, vier davon bewässern den Bundesstaat Santa Catarina, und neun den Bundesstaat Rio Grande do Sul. Zirka 3,9 Millionen Menschen leben im brasilianischen Teil der hydrografischen Region des Rio Uruguai, mit grösserer Konzentration auf die hydrografischen Einheiten von Chapecó, Canoas, Ibicuí und Turvo.

Die Region besteht aus einem Gesamt von 384 Distrikten (Munizipien), von denen folgende hervorzuheben sind: Lages und Chapecó, im Bundesstaat Santa Catarina – Erechim, Ijuí, Uruguaiana, Santana do Livramento und Bagé, im Bundesstaat Rio Grande do Sul.

Auch die Indikatoren der Wasserversorgung sind zur Charakterisierung der Region von Bedeutung. Mit Ausnahme der hydrografischen Einheiten von Ijuí, Quaraí, Santa Maria und Negro, präsentierten im Jahr 2014 alle anderen Distrikte (Munizipien) Werte unter dem nationalen Durchschnitt (91%). Der von einem Abwassersystem versorgte Prozentsatz der Bevölkerung in dieser Region beträgt 33%. Der Prozentsatz behandelten Abwassers in diesen hydrografischen Einheiten war sehr gering, mit einem Durchschnitt von 10% – einem weit geringeren Wert als der brasilianische Durchschnitt (30%).

Was die Vegetation betrifft, so präsentierte das Becken ursprünglich, an den Quellen des Rio Uruguai, Savannen und Araukarienwälder, in Richtung Südosten, am Oberen Rio Uruguai, Atlantischen Regenwald. Heute ist die Region fast vollständig entwaldet, und lediglich in einigen Rückzugsgebieten hat sich die originale Vegetation erhalten.

nach obenDie hydrografische Region Südatlantik

Ein Gebiet mit besten Voraussetzungen für den Tourismus
12Hidrografica AtlanticoSulDie hydrografische Region Südatlantik ist deshalb so bedeutend, weil sie einen hohen Bevölkerungsanteil und eine gute wirtschaftliche Entwicklung aufweist, und für den Tourismus ebenfalls grosse Bedeutung hat. Die Region beginnt im Norden, nahe der Grenze zwischen São Paulo und dem Bundesstaat Paraná, und sie erstreckt sich bis zum Bach Chuí, im extremen Süden. Das Gebiet hat insgesamt eine Fläche von 187.522 Quadratkilometer und entspricht 2,2% des brasilianischen Territoriums.

Die Region umfasst Teile der Bundesstaaten Paraná, Santa Catarina und Rio Grande do Sul und hatte im Jahr 2014 zirka 13,6 Millionen Einwohner, davon lebten 88% in urbanen Gebieten. Die Region besteht aus 451 Distrikten (Munizipien) und 411 munizipalen Zentren, unter ihnen sind sozialwirtschaftlich von besonderer Bedeutung: Paranaguá, im Bundesstaat Paraná; Joinville und Florianópolis, im Bundesstaat Santa Catarina; Caxias do Sul, Santa Maria, Pelotas und die metropolitane Region von Porto Alegre, im Bundesstaat Rio Grande do Sul. Die Bevölkerung der Region konzentriert sich in den hydrografischen Einheiten der Küste von Santa Catarina und Guaíba.

Die Indikatoren der Wasserversorgung demonstrierten 2010, dass 91% der Bevölkerung einen Wasseranschluss hatten, was dem nationalen Durchschnitt entspricht. Die hydrografischen Einheiten der Region präsentierten einen Index zwischen 37 und 70% bezüglich der Abwasserregulierung – das Niveau des behandelten Abwassers war dagegen besonders niedrig – Werte zwischen 10 und 19%.

Die hydrografische Region Südatlantik besitzt einen stark gelichteten Bestand an Atlantischem Regenwald, der die originale Vegetationsdecke darstellt. Ursprünglich erstreckte sich der südliche Atlantische Regenwald vom Bundesstaat São Paulo bis hinunter in den Norden von Rio Grande do Sul – heute sind seine Bestände stark fragmentiert.

nach obenDas Welt-Wasser Forum 2018

Der Regierungsdistrikt von Brasília, als Konkurrent von Kopenhagen (Dänemark), wurde im Februar 2014, während der 51. Versammlung des Welt-Wasser-Rates (WWC) in Gyeongju (Süd-Korea), zum nächsten Versammlungsort des Welt-Wasser-Forums 2018 gewählt.

Dieses Forum findet alle drei Jahre statt und stellt weltweit den grössten Event mit der Thematik “Hydrische Ressourcen“ dar. Die brasilianische Kampagne präsentierte das Thema “Wasser teilen“, um die bei früheren Events diskutierten Themen zu integrieren, und setzte so die schon eingeleiteten Diskussionen fort über die Herausforderungen des Sektors “Hydrische Ressourcen“.

Wie die “Nationale Wasser-Agentur“ (ANA) berichtet, hielt sich im August 2013 eine Bewertungs-Equipe in der Regierungshauptstadt auf, wo sie einen Bericht über die Infrastruktur des Transportwesens, die urbane Mobilität, das Hotelnetz und Lokalitäten zur Durchführung des Forums zusammenstellte, der als Grundlage diente, um die Stadt auswählen zu können.

Die aktuelle Ausgabe des von der WWC organisierten Events, im Jahr 2015, hat in zwei Städten von Süd-Korea stattgefunden, Daegu und Gyeongbuk, unter dem Thema “Wasser für unsere Zukunft“.

Ziel ist es, die Thematik der hydrischen Ressourcen in der globalen Agenda hervorzuheben und internationale Organisationen, Politiker, Repräsentanten der zivilen Gesellschaft, Wissenschaftler, Wassernutzer und Profis des Sektors zu versammeln.