Grenzen Drogentransport

Veröffentlicht am 11. Dezember 2009

1.300 Kilometer sind offen für den Drogentransport
Mit Subordination haben die Banditen aus der Grenze zu Paraguay eine offene Tür für Schmuggel und den Drogentransport gemacht.

Ein grosser Teil der Probleme, die mit der Kriminalität zusammenhängen, welche die Autoritäten Brasiliens zu Narren macht, haben ihren Ursprung in einem durchgehenden Grenzstreifen von zirka 1.300 Kilometern Ausdehnung. Die Grenze zum Nachbarn Paraguay hat sich zum bedeutendsten Eingangstor für Waffen, Drogen und anderer Schmuggelware entwickelt. Man schätzt, dass 80% des Marihuanas und 30% des in brasilianischem Territorium verkonsumierten Kokains aus Städten wie Capitán Bado und Pedro Juan Caballero, auf der paraguayischen Seite, stammen. Dies sind Gebiete, welche von den “Quadrilhas“ der Drogenhändler beherrscht werden, die auf der Basis von Subordination ein Imperium errichtet haben. Die Bedeutung Paraguays ist derart gross, dass selbst die brasilianischen Drogenhändler dazu übergegangen sind, ihre Macht über bestimmte Regionen des Landes auszudehnen. In den letzten Jahren haben verschiedene von ihnen Fazendas und Villen in der Grenzregion gekauft und sie dann in Vertriebsbasen für den Export der paraguayischen Marihuana und des Kokains aus Peru, Bolivien und Kolumbien ausgebaut. Einer von ihnen ist der Libanese mit brasilianischer Nationalität Fahd Jamil Georges, bekannt unter dem Namen “König der Grenze“. Fahd ist vor der brasilianischen Justiz geflohen – verschiedener Besitz in Brasilien wurde beschlagnahmt, unter anderem auch eine Villa in cinematografischem Stil im Grenzort Ponta Porã, im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Sie wird auf einen Wert von 6 Millionen Reais geschätzt, hat 2.000 Quadratmeter bebaute Fläche, und ist eine Kopie von “Graceland“, jener mystischen Villa des verstorbenen Rock-Stars Elvis Presley in Memphis, USA.

Die Niederlassungen von brasilianischen Drogenbaronen in Paraguay war nur möglich, weil die Toleranz dieses Landes mit der Korruption eine endemische ist. “Die absolute Unbeschwertheit, mit der die Drogenhändler sich dort bewegen können, ist erkauft mit Bestechungsgeldern für Polizisten, Richter und Kontrollbeamte“, bestätigt Roberto Acevedo, niemand geringer als der Gouverneur von Amambay, einem der siebzehn Bundesstaaten der Republik Paraguay. “Sie finanzieren auch Wahlkampagnen und zahlen Politikern monatliche Abfindungen“, sagt Acevedo. Allein in Amambay bewegen Drogen- und Waffenhandel, sowie der Warenschmuggel, 20 Millionen Dollar pro Monat – ein Wert, der zehnmal so hoch liegt, wie die jährlichen Einnahmen dieser bundesstaatlichen Regierung! Ja, tatsächlich! Das Jahres-Budget von Amambay beläuft sich auf nur 2 Millionen Dollar. Eine Untersuchung, durchgeführt von der GNO “Transparencia Paraguay“ enthüllt, dass einer von vier Einwohnern in diesem Land zugegeben hat, eine “coima“ (Bezeichnung, welche die Eingeborenen für ein Bestechungsgeld anwenden) bezahlt zu haben, um amtliche Dienste zu beeinflussen. Eine andere Aufstellung von internationaler Reichweite, setzt Paraguay auf die Liste der 15 korruptesten Länder der Erde.

Der Anbau von Marihuana ist ein Beispiel, wie tief sich Paraguay in der Mühle der Korruption und Subordination befindet. Die Droge wird auf Landsitzen angepflanzt, und ihre Ernte von brasilianischen und paraguayischen Bauern durchgeführt. Und damit diese ohne Störungen arbeiten können, zahlen die “Patrões“ – wie die Chefs des Drogenhandels genannt werden – Bestechungsgelder an die Polizisten der entsprechenden Region. “Oft wird die Droge auch in den “patrulleras“ (Polizei-Autos) selbst transportiert“, erzählte dem Veja Reporter der Paraguayer R.E. (37 Jahre), der schon fünfzehn Jahre beim Marihuana-Handel mitmischt. Wie er berichtet, verlangen die Polizisten 3.000 Guaranis (etwas mehr als 1 Real) pro transportiertem Kilo Marihuana. Einige Banditen kommen auf 1.000 transportierte Kilogramm pro Monat. Damit kann das Bestechungsgeld höher ausfallen als ein mittleres Salär eines Polizisten in Paraguay – heute bei 400 Reais. Die grössten Plantagen befinden sich in Capitán Bado, wo nur eine Avenida den Staat Paraguay vom benachbarten brasilianischen Distrikt Coronel Sapucaia (Mato Grosso do Sul) trennt. Die in Capitán Bado produzierte Marihuana, (oder wie es sie in Brasilianisch genannt wird: die Maconha), ist eine genetisch modifizierte Variation des bekannten Hanfgewächses – mit einem deutlichen Pfefferminzgeruch. Entsprechend wird sie auch als “Maconha mentolada“ (Menthol-Marihuana) bezeichnet – ist dreimal so hoch wie die gewöhnliche Pflanze und weist eine höhere Konzentration seines aktive Prinzips, des THC, auf. In Rio und São Paulo wird jedes Kilogramm von “Maconha mentolada“ für 500 US-Dollar verkauft – 25-mal so teuer wie in Paraguay!

Die Hefe im illegalen Kommerz von Paraguay ist die allgemein übliche Subordination der Aufsichtsbehörden. In den letzten drei Jahren wurden mehr als eine Hundertschaft von brasilianischen Strassenpolizisten, Agenten des Finanzamts und der Staatspolizei verhaftet, weil sie an einem Schmugglerring von Drogen und Waffen beteiligt waren. “Die lasche Haltung, mit der die brasilianische Regierung die Korruption bekämpft und die Grenzen kontrolliert, trägt zur Aufrechterhaltung dieser heimlichen Milliardenwirtschaft bei“, bestätigt der Richter Odilon de Oliveira vom obersten Gerichtshof in Mato Grosso do Sul. Oliveira besitzt die Autorität eines Staatsbeamten, der bereits mehr als 120 brasilianische Drogenhändler verurteilt hat. Deren Mehrheit benutzte Paraguay als Plattform ihrer kriminellen Aktivitäten. Daraus geht klar hervor, dass einzig und allein eine gemeinsame Anstrengung beider Länder – Brasilien und Paraguay – diese für den Drogen- und Warenschmuggel durchgehend offen stehende Tür schliessen kann.

Wie das Problem gelöst werden kann:

  • Endlich das Gesetz verabschieden, welches die Schaffung einer Grenzpolizei vorsieht. Diese könnte aus einem Teil der fast 3.000 Soldaten zusammengestellt werden, welche vom brasilianischen Heer heute in Kasernen unweit der paraguayischen Grenze in Bereitschaft gehalten werden.
  • Zehn Kontrollposten entlang der “trockenen Grenze“ installieren und eine Küstenwache schaffen, um das 170 Kilometer lange Ufer des Stausees von Itaipu zu überwachen – eine der bevorzugten Routen der Schmuggler. Heute sind für diese Kontrolle lediglich neun Mann der brasilianischen Staatspolizei im Einsatz.
  • Intensivierung von Gemeinschafts-Aktionen der “Polícia Federal Brasileira“, der “Secretaria Nacional Antidrogas“ von Paraguay und der DEA – der amerikanischen Antidrogen-Agentur. Solche gemeinsamen Aktionen haben bisher bereits 120 brasilianische Drogenhändler ins Gefängnis gebracht.
  • Die Vereinbarung revidieren, durch die das Land Paraguay eine zollfreie Zone im brasilianischen Hafen von Paranaguá (Bundesstaat Paraná) erhalten hat. Nach diesem Vertrag haben die brasilianischen Behörden keinen Zugang zum Inhalt von Containern, welche für Paraguay bestimmt sind. Ein grosser Teil ihres Inhalts jedoch, kehrt als geschmuggelte Waren nach Brasilien zurück!

DAS MEKKA DER SCHMUGGLERnach oben

Stellen Sie sich einen Ort vor, an dem es keinerlei Gesetz gibt. Vollkommen gesetzlos! Den gibt’s – und er heisst “Ciudad del Este“ – wo? In Paraguay.

Vom brasilianischen “Foz do Iguaçu“ durch den Rio Paraná getrennt, kann man das paraguayische “Ciudad del Este“, an seinem jenseitigen Ufer, als Beziehungs-Synthese des Landes Paraguay zur Illegalität bezeichnen. Der gesamte Kommerz der Stadt wird von Ausländern unterschiedlicher Nationalitäten beherrscht – vor allem von Libanesen, Chinesen und Koreanern. Das Geschäft mit den importierten Waren bewegt 4 Milliarden Dollar pro Jahr, aber lediglich 30% dieses Warensortiments wird dem Finanzamt offiziell angegeben. Die Überfakturierung der Importprodukte übersteigt 90% und man schätzt, dass die Steuerhinterziehung bei 70% liegt. Das Land ist auch ein Steuerparadies, mit entsprechenden offiziellen Belastungen von nur 10% – gegen 40% in Brasilien, zum Beispiel. Diese Faktoren erklären den intensiven Verkehrsfluss auf der “Brücke der Freundschaft“, welche Foz do Iguaçu mit Ciudad del Este verbindet. Pro Woche überqueren 50.000 Personen die Brücke, 25.000 Autos und 10.000 Motorräder. Ein Klima, wie auf einem persischen Markt, mit “casilleros“ (wie man die lokalen Strassenhändler nennt), die ihre Kunden mit lautem Geschrei anzulocken versuchen, um ihnen Piraterie-Produkte anzubieten: kopierte Musik-Cds und Computer-Software oder nachgemachte Uhren – eine Rolex-Replica für 45,00 Reais, von einer echten kaum zu unterscheiden. Die Stände der Strassenhändler befinden sich direkt vor Hunderten von Geschäften, in denen man elektronische Artikel aller Art, Informatik Hard- und Software oder Original-Produkte internationaler Bekleidungsmarken einkaufen kann. Der grösste Teil dieser Artikel wird nach Brasilien eingeschmuggelt, in den Rucksäcken von privaten Schmugglern oder in grösseren Ladungen, welche die Grenze heimlich und auf verborgenen Wegen zu Land, zu Wasser und in der Luft überqueren.

Die professionellen Schmuggler bedienen sich unterschiedlicher Strategien, um einer Kontrolle zu entgehen. Es gibt in diesem Gebiet ein Heer von zirka 13.000 “Laranjas“ (Orangen – die sich als Mittelsmänner zur Verfügung stellen), sie überqueren die Grenze etwa zehnmal am Tag. Und es gibt Hunderte von so genannten “Mulas“ (wörtlich: Maulesel), die Drogen und Waffen versteckt in den Bündeln von Waren transportieren. “Eine kriminelle Organisation mit einer Logistik, welche über zahlreiche Wachmänner verfügt, die mit Walky-Talkies ausgerüstet sind“, bestätigt Antônio Fernando Mello, brasilianischer Generalkonsul in Ciudad del Este. Erst kürzlich hat die “Polícia Federal“ ihre Kontrollen auf der Brücke der Freundschaft verstärkt. Im Jahr 2005 wurden 62 Millionen US-Dollar an Schmuggelgut beschlagnahmt – 86% mehr als im Vorjahr 2004. Das Finanzamt selbst gibt zu, dass trotz allem jene beschlagnahmten Waren nicht einmal 5% von dem ausmachen, was illegal über die Grenze geht!

Um einer nunmehr verschärften Kontrolle zu entgehen, haben die Schmuggler ihre Strategie ebenfalls geändert. Jetzt benutzen sie alternative Routen, wie zum Beispiel heimliche Anlegestellen am Ufer des Rio Paraná. Eine weitere Option ist der Itaipu-Stausee, dessen 170 km langes Ufer nur von neun Polizeibeamten kontrolliert wird.

Ausser für geschmuggelte Importwaren, ist Ciudad del Este auch einer der bedeutendsten Eingänge für “Cabritos“ (Ziegenböckchen) oder “Carros maus“ (Böse Autos) – so werden die in Brasilien geklauten Autos bezeichnet, die danach unbehelligt in Paraguay zirkulieren. Man schätzt, dass etwa ein Drittel der Flotte von 600.000 Autos des Landes aus in Brasilien geklauten besteht! Es ist erst fünf Jahre her, dass der damalige Präsident von Paraguay, Luiz González Macchi, erwischt wurde, indem er als offizielles Auto einen in São Paulo geklauten BMW benutzte! Nun, es gibt wohl kein illustrativeres Beispiel für den gegenwärtigen Status von Unordnung, der in Paraguay herrscht – besonders in Ciudad del Este.

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Surinam, das “Paraguay des Nordens“
Die holländische Exkolonie hat sich zu einem Grosslieferanten von Waffen für die brasilianischen Banditen entwickelt, die Waffen gegen Drogen tauschen.

Erst seit drei Jahrzehnten unabhängig, ist Surinam unter den brasilianischen Polizei-Autoritäten bekannt als “Paraguay des Nordens“. Und diesen Ruf hat es nicht etwa wegen irgendwelcher Qualitäten bekommen, die diese beiden Länder miteinander teilen – ganz im Gegenteil : Nicht genug, dass die Hauptstadt Panamaribo eine der Basen des internationalen Drogenhandels darstellt, so besagt die letzte Aufstellung der Vereinten Nationen über Lateinamerika, die holländische Exkolonie ist darüber hinaus, so wie Paraguay, einer der bedeutendsten Lieferanten illegaler Waffen für brasilianische Verbrecher. So wie ihre Munition, kommen die Waffen aus Ländern wie Lybien, Russland und China. Nach Brasilien kommen sie eingetauscht gegen Kokain.

Kleinere, motorisierte Fischerboote starten in unscheinbaren Häfen der Küste von Pará und Amapá – beladen mit der Droge, nehmen sie eine Route dicht entlang der Küste, wo es keinerlei Polizeikontrollen gibt – bis sie die Peripherie des Hafens von Panamaribo erreichen. Die illegale Fracht ist zwischen tief gefrorenem Fisch versteckt, Maniokmehl und geschmuggelten Zigaretten. Wenn ihre Ladung „gelöscht“ ist, kehren sie beladen mit Waffen nach Brasilien zurück. Auf diese Art und Weise – so sagt die “Polícia Federal“ – stocken Verbrecher-Organisationen wie das “Comando Vermelho“ von Rio de Janeiro, der die “PCC“ von São Paulo, ihre Waffenarsenale auf.

Die für Brasilien bestimmten Waffen werden anfangs in einem Gebiet versteckt, welches als “Dreieck des New River“ bezeichnet wird. An der Grenze zu Guyana gelegen, ist dieses Dreieck ein Niemandsland, mit 15.000 Quadratkilometern unberührten Urwalds und keinem einzigen Polizisten. Das Gebiet entspricht 10% der Gesamtfläche von Surinam. Die Tatsache, dass es seit dem 18. Jahrhundert ein von beiden Ländern beanspruchtes Streitobjekt zwischen Surinam und Guyana darstellt, begünstigte seinen von beiden Seiten “dem Schicksal überlassenen Status“. Heute wird diese Region von Guerrilheiros der kolumbianischen FARC beherrscht, von internationalen Waffenhändlern und Mafiosi der Chinesen und der Russen. “Es ist ein Land ohne Gesetz, das zur bevorzugten Route des internationalen Verbrechens geworden ist“, definiert ein Beamter der amerikanischen Regierung, der in diesem Gebiet agiert und erst einverstanden war mit unserem Reporter zu sprechen, als dieser ihm versicherte, dass seine Identität gewahrt werde.

Surinam ist ein Land in der Entwicklung. In seinen 31 Jahren der Unabhängigkeit hat es bereits einen Militärstreich erlebt, stand unter einer sozialistischen Diktatur und musste eine zivile Revolution überstehen. Mit einer Fläche, die nur wenig grösser ist als das brasilianische Bundesstaat Acre, und einer Einwohnerzahl von insgesamt 450.000, betrug sein internes Bruttosozialprodukt im Jahr 2005 ungefähr 1,1 Milliarden Dollar – weniger als zum Beispiel das Bruttosozialprodukt (PIB) von einer Stadt wie Teresina, der ärmsten brasilianischen Hauptstadt im Nordosten. Praktisch ohne eine Industrie, werden sämtliche Konsumgüter von Europa eingeführt. Das ganze Land hat weder ein einziges Kino noch ein Theater. Seine Kasinos stellen die einzige Option dar, sich zu amüsieren – und sie sind die bevorzugte Form der Geldwäsche. Die Prostitution – besonders brasilianischen Mädchen zwischen 18 und 22 Jahren – ist eine weitere Aktivität mit zunehmender Expansion im Land. Diese Mädchen werden vorzugsweise in den Bundesstaaten von Pará und Maranhão rekrutiert.

Die Brasilianer sind heute eine expandierende Kommune in Surinam. Die meisten versuchen ihr Glück mit Goldschürfen. Offiziell sind es 3.500 – aber nach Aufzeichnungen der Goldschürfer-Kooperative in Surinam sind in den letzten zehn Jahren mindestens 35.000 Brasilianer ins Land gekommen. Man schätzt, dass mindestens die Hälfte von ihnen sich immer noch dort aufhält. Elenilson Rocha ist einer von ihnen. Als Ex-Goldsucher aus Santarém, im Bundesstaat Pará, hatte er mehr Glück als die meisten seiner brasilianischen Kollegen, für die jene Kraterlandschaft im Urwald, angelegt von den Goldgräbern, die Hölle werden können – dort kursieren Malaria, Geschlechtskrankheiten und Verbrechen. Als Besitzer von vier Goldminen im Innern von Surinam, gehen heute etwa 100 kg Gold pro Monat durch seine Hände. Das gelbe Metall schmückt auch seinen eher schmächtigen Körper in Form von Armbändern, Ringen und Halsketten. Rocha ist solz darauf, dass er mit eineinhalb Kilo Gold am Körper herumspaziert. “Für uns Einwanderer ist Surinam ein Paradies“ sagt er. Während das Land den brasilianischen Polizeibehörden konstante Kopfschmerzen bereitet – mit dem Risiko, zur chronischen Migräne.

Wie das Problem gelöst werden kann:

  • Es muss eine Küstenwache geschaffen werden, welche den Schiffsverkehr im extremen Norden Brasiliens kontrolliert. Heutzutage, obwohl das Geschäft mit Waffen und Drogen zwischen Surinam und Brasilien hauptsächlich auf dem Wasserweg abgewickelt wird, unternimmt die Marine lediglich sporadische Operationen in jener Region.
  • Eröffnung eines gut ausgerüsteten staatlichen Polizeipostens in Abaetetuba, einem Hafenort, in dem der grösste Teil der illegalen Waren aus Surinam ausgeladen werden. Das Örtchen, welches in den 80er Jahren als “brasilianisches Medellin“ bezeichnet wurde, ist die Basis der bedeutendsten Schmuggler-Gruppen und Drogenhändler, die in Pará operieren.
  • Installation eines Kontrollpostens in Oiapoque, im Bundesstaat Amapá. Obwohl die Stadt an der Grenze zu Französisch Guyana liegt, wird sie von den Banden als Durchgangsroute benutzt.
  • Schaffung eines gut ausgerüsteten Postens der brasilianischen Staatspolizei an der Urwaldgrenze zu Surinam, um zu verhindern, dass die Waffen auf dem Landweg nach Brasilien transportiert werden.
  • Installation von Kameras und Bewegungssensoren an den Flüssen, welche die zwei Länder von einander trennen – im gleichen Rahmen, wie er schon an der Grenze mit Kolumbien existiert. Verdächtige Boote können so identifiziert und durchsucht werden.
  • Ein starker diplomatischer Druck muss auf die Regierung von Surinam ausgeübt werden, mit dem Ziel, das diese sich an der Verfolgung krimineller Praktiken beteiligt, welche ins brasilianische Territorium übergreifen.

Quelle: VEJA, Ausgabe N°. 1 10. Januar 2007, Seite 74 von José Edward aus Pedro Juan Caballero
Bearbeitung/Übersetzung Klaus D. Günther für BrasilienPortal