Vorwort – Ausgewandert

Veröffentlicht am 8. Dezember 2009

Mit grossem Enthusiasmus haben wir uns dem Abenteuer ergeben, das Werk von Dr. Weizinger, das vor 70 Jahren publiziert wurde, zu übersetzen. Es hat sich ganz deutlich gezeigt, dass die Gedächtnisfeier im Jahre 2004 zur 150-jährigen Einwanderung der Schweizer aus Obwalden nach Brasilien der Grund und der grosse Wunsch für ihre Nachfahren war, mehr über die Geschichte der Pioniere, die Verbindungen zwischen den Familien, deren Stammbäume, also ihre Identität und ihre Wurzeln, kennen zu lernen. Die komplette Forschung über die ersten 80 Jahre der Schweizer in Brasilien findet sich im vorliegenden Buch, das hier neu herausgekommen ist.

Wir haben den drei Vorständen der Vereinigungen von Helvetia, Schützen-, Kirchen- und Schulverein, vorgeschlagen, den deutschen Text mit einer neuen Übersetzung ins Portugiesische, welche am genauesten dem deutschen Text entspricht, neu zu publizieren. Die erste Auflage beinhaltet die Übersetzung, geschrieben von der wichtigen Persönlichkeit der Kolonie Helvetia, D. Polycarpo Amstalden OSB, der den Schriftsteller persönlich kannte. D. Polycarpo schrieb in seinem Vorwort, dass seine Übersetzung frei und in einer Form war, die erlaubt, Informationen und Tatsachen, von denen er Kenntnis hatte, zu schreiben; andere Tatsachen, die Dr. Weizinger erzählte, wegzulassen. Er selber bemerkte in seinem Buch (“Memórias de um filho da Colônia Helvetia“, 1988) auf der Seite 167, dass wegen der Wichtigkeit dieses Werkes für die Nachfahren der Schweizer aus Obwalden und deren Nachkommen eine neue und genauere Übersetzung vom Deutschen ins Portugiesische gemacht werden sollte.

Dieses Verständnis hat uns die Kraft gegeben, um diesen Wunsch, den wir hier vorstellen, aus Anlass der 120 Jahre Schützenverein von Helvetia, die korrigierte Übersetzung dieser historischen Geschichte über die Einwanderung der Schweizer aus Obwalden, ihre Organisation und ihre Arbeit, die zur Gründung der Kolonie Helvetia geführt haben, geschrieben im Jahre 1935, zu erfüllen. In einer aktuellen, verständlichen Sprache, versuchten wir, die historischen Geschichten, die Denkweisen und, wie der Schriftsteller sagt, die speziellen Angelegenheiten, die Wege und die Umwege unserer Pioniere, zu präsentieren. Wir müssen zugeben, dass wir auf unzählige Schwierigkeiten gestossen sind, um für den Leser die genauen Ausdrücke und die schriftstellerische Sprache, gebraucht vom Schriftsteller, die für den Brasilianer keinen Sinn machten, zu übersetzen. Wir haben im Original die Rechtschreibung, geschrieben vom Autor, Wörter in Deutsch wie auch in Portugiesisch, in der Form gelassen, zum Beispiel Jundiai, früher Jundiahy geschrieben, in Originalform im deutschen Text, aber im Portugiesische die neue Orthografie angewendet.

Dr. Weizinger schrieb den Namen der Familie Wolf mit zwei “f“ und wir liessen diese Form im Originaltext. Aber schon seit vielen Generationen schreibt die Familie Wolf ihren Namen mit nur einem “f“ und auf Nachfrage, in der portugiesischen Form ist es in dieser Art geschrieben. Es ist auch interessant, in seinem Geschriebenen zu bemerken, dass der Autor Wörter im Portugiesische wie: Fazendeiro (Bauer), Patro (Landbesitzer), Fubamühle, zulässt. Es scheint so, als ob diese Sprache unter seinen befragten Personen Routine war, dass sie für den Autor selbstverständlich wurden und wir haben dies beibehalten; aber im Glossar, mit der betreffenden Erklärung im Anhang, um das Verständnis der Leser in der deutschen Sprache zu erleichtern. Um es dem Leser klar zu machen, alle unsere Erklärungen im Text sind in Klammern ( ) gesetzt.

Wir haben bei dieser Arbeit viel gelernt, sie hat uns viel Genugtuung und Freude bereitet während der Zeit, wo wir zusammen jeden Satz und die Gedanken von Dr. Weizinger über die Geschichte von unseren Vorfahren diskutierten. Die Faszination für das Werk von Dr. Weizinger hat uns animiert, die kleine Biografie zu erforschen und auszuarbeiten, die wir dieser Auflage beifügen, mit unserer Würdigung für seine Kompetenz, die ihn mit unserem Volk verbindet und vereint.

Im Einverständnis mit den Gedanken des Autors und der Mitgestalter dieses Buches hoffen wir, durch unsere Arbeit auch ein wenig beizutragen, dass der Geist und die Erinnerung an unsere Vorfahren sich im Geiste bei den zukünftigen Generationen verewigen.

Schliesslich bedanken wir uns bei: Herrn Pedro Rogério Xaver Solares für die Zustimmung dieser neuen Auflage und für die Informationen und Papiere von seinem Vater, Dr. Weizinger; die drei Vorstände von Helvetia, Schützen-, Kirchen- und Schulverein für die Unterstützung; Prof. Dr. José Luiz Sigrist für das Lesen und Bemerkungen über unseren portugiesischen Text; Herrn Arnold und Marta Heuberger Hubert für die Übersetzung unseres Vorwortes sowohl den Frauen Annemarie Walser-Amstalden und Marlis Sigrist-Häner der Biografie des Autors; Herrn Andreas Franzl Goldstein für die Verbesserungsvorschläge zum unseren Vorworte; den Benediktinern vom Kloster São Bento in São Paulo, besonders bei D. Hildebrando Brito der Miranda OSB, für die Nachforschungserlaubnis in seinem Archiv; den Frauen Zélia T. Ming und Elza Helena R. Barretto für die Hilfe bei der Nachforschung auf den Friedhöfen und bei den Notarbüros in der Stadt São Paulo; den Frauen Stephanie Vetter (von Sollern, Deutschland) und Lydia Thiel (von Petershausen, Deutschland) für die Nachforschungen in Archiven in Deutschland; Frau Iria von Zuben de Valega für die Leihgabe des Parcerievertrages von Nikolaus von Zuben; Herrn Marcio Bannwart für die Bearbeitung der Bilder; Herrn Pedro Lurival Wolf Bueno de Oliveira, Profa. Dra. Maria Regina Wolf Maciel und Frau Maria Rita Krähenbühl Ambiel für die technische Hilfe; Frau Silvia Amstalden Franco für die Kompetenz bei der Entwicklung des graphischen Projektes dieses Buches; unseren Familien und alle unseren Verwandten und Freunden, die uns bei diesem Projekt unterstützten und ermunterten.

Helvetia, 17. Juli 2005.
Auszug aus dem Buch: “Colônia Helvetia, von Dr. Weizinger“