PAN-Spiele 2011

Veröffentlicht am 6. Februar 2011
pan-2011 GUADALAJARA (MEXIKO)
14. bis 30. Oktober

Athleten Gesamt: 6.003
Athleten aus Brasilien: 515

Zahl der teilnehmenden Länder: 42
Antigua und Barbuda, Niederländische Antillen, Argentinien, Aruba, Bahamas, Barbados, Belize, Bermudas, Bolivien, Brasilien, Britische Jungferninseln, Chile, Costa Rica, Domenica, Dominikanische Republik, Kaiman-Inseln, Kolumbien, Kanada, Kuba, El Salvador, Ecuador, Granada, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Jungferninseln, Jamaika, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Porto Rico, Santa Lucia, San Cristobal und Nevis, San Vicente und Grenadinen, Surinam, Trinidad und Tobago, Uruguay USA, Venezuela.
Sport-Disziplinen: 47
Badminton, Basebol, Basket-Ball, Basque Pelota, Beach-Volley, Bogenschiessen, Fechten, Fussball, Gewichtheben, Gymnastik, Handball, Judo, Kanu-Rennen, Karate, Kegeln, Boxen, Land-Hockey, Leichtathletik, Moderner Fünfkampf, Radsport, Reitsport, Ringen, Rollschuhlaufen, Rudern, Rugby, Schiessen, Schlagball, Schwimmen, Segeln, Softball, Squash, Synchron-Schwimmen, Taekwondo, Tennis, Tischtennis, Triathlon, Turmspringen, Volleyball, Wasserball, Wasserski.

MEDAILLENSPIEGEL

RANG GLD SLV BRZ GESAMT
usa 1° USA 92 79 65 236
kuba 2° Kuba 58 35 43 136
brasilien 3° Brasilien 48 35 58 141
mexiko 4° Mexiko 42 41 50 133
canada 5° Kanada 30 40 49 119

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Selbst wenn es nicht für einen neuen Medaillenrekord gereicht hat: die brasilianischen Athleten haben auch bei den pan-amerikanischen Spielen 2011 in Guadalajara in Mexiko abermals kräftig abgeräumt und sich wie 2007 den dritten Platz im Medaillenspiegel gesichert. Mit 48 Gold-, 35 Silber- und 58 Bronzemedaillen liegen sie zwar aufgrund weniger ersten Plätze hinter Kuba (58/35/43), in der Gesamtzahl der Medaillen allerdings mit 141 zu 136 sogar auf Platz 2. Spitzenreiter sind wie vor vier Jahren erneut die USA mit insgesamt 236 Medaillen (90/79/65).

Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff beglückwünscht die Medaillengewinner der pan-amerikanischen Spiele 2011

Die 515 Athleten (280 männlich, 235 weiblich, Rekord bei einem Wettbewerb ausserhalb des Landes) nahmen dabei an 43 der 47 Disziplinen teil, lediglich beim Softball, Baseball, Racquetball und Pelota Vasca stellte die vom ehemaligen Volleyball-Spieler Bernard Rajzmann geleitete Delegation keine Teilnehmer. Brasilien erzielte zudem in 34 Modalitäten Medaillen. Es ist damit das beste Ergebnis Brasiliens bei einem Wettbewerb fern des eigenen Landes. Die brasilianischen Sportler sicherten sich daneben 24 der insgesamt 93 dort zu erreichenden Startplätze für die Olympiade 2012 in London.

Neben den sportlichen Aspekten war es für Brasilien auch ein gelungener Anschauungsunterricht in Sachen Turnier-Organisation. Denn obwohl das größte Land Südamerikas die pan-amerikanischen Spiele vor 4 Jahren in Rio de Janeiro zu Gast hatte, sahen die Organisatoren in Mexiko ganz genau hin. Denn auf Brasilien wartet nicht nur die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 sondern auch die Olympiade 2016. Und solche großen Events müssen sorgfältig vorbereitet und geplant werden. Da hilft es, aus den Fehlern anderer zu lernen. In Guadalajara gab es unter anderem Probleme mit den Schiedsrichtern, in den Pressebereichen fehlten Stühle, in den Athletendörfern wurde zeitweise das Wasser knapp, klimatische Bedingungen waren im Vorfeld nicht untersucht worden und ein Verkehrschaos sowie leere Zuschauerränge trübten das Gesamtbild. Einige Athleten kritisierten zudem den engen Terminplan in Hinblick auf andere wichtige nationale und internationale Wettbewerbe.

Am Ende jedoch überwiegte gerade bei den brasilianischen Medaillengewinnern die Freude über die erbrachten Leistungen. Honoriert wurden Gold, Silber und Bronze dann auch noch von Staatspräsidentin Dilma Rousseff, welche die brasilianischen Top-Athleten nach deren Rückkehr im Regierungspalast empfing und damit persönliche Glückwünsche übermitteln konnte. Auch das Nationale Olympische Komitee (NOK) zeigte sich zufrieden mit dem Abschneiden der Sportler. „Die Leistung des brasilianischen Teams war ausgezeichnet. Heute ist der Kampf vom zweiten bis zum fünften Platz in der Gesamtwertung zwischen Brasilien, Kuba, Kanada und Mexiko immer enger. Die Verteilung der Medaillen wird immer breiter gestreut“ so der Superintendent für Sport des NOK, Marcus Vinícius Freire abschließend.

Nachfolgend noch einige spezielle Fakten zum Abschneiden der brasilianischen Mannschaft bei den pan-amerikanischen Spielen 2011 in Guadelajara (Mexiko) im Überblick:

  • Leichtathletik: 10 Goldmedaillen und damit eine mehr als in Rio 2007, Gesamtzahl mit 23 Stück ebenfalls höher
  • Marathon: Goldmedaillen und neuer pan-amerikanischer Rekord
  • Weitsprung: Maggi Maggi mit persönliche Bestweite des Jahres (6,94 m) und dritten pan-amerikanischen Titelgewinn
  • Siebenkampf: Lucimara Silvestre mit neuem südamerikanischen Rekord (6133 Punkte)
  • Frauen 100m: Rosangela Santos – Brasilien hatte diesen Wettbewerb seit 1983 in Caracas nicht mehr gewonnen
  • Stabhochsprung: Marke von Fabiana Murer (4,70 m) auf Weltniveau
  • 200m Frauen: Ana Claudia Lemos konnte erstmalig für Brasilien das Rennen gewinnen
  • 4x100m Staffel Männer und Frauen: die Zeiten (32s85 und 38s18) würden für das olympische Finale reichen
  • Badminton: Erstmalige Medaille im Einzelwettbewerb – Bronze für Daniel Scheune nach sieben Monaten vom NOK finanzierten Trainingslager in Malaysia
  • Kanufahren: Silbermedaille und Olympia-Qualifikation der C2 1000m
  • Fechten: Bronze für die Florett-Equipe – seit den 1975 hat Brasilien keine Team-Medaille bei den pan-amerikanischen Spielen gewinnen können
  • Kunstturnen: Erste Goldmedaille für das Herren-Team, zudem Gold im Boden und Sprung für Diego Hypolito Diego
  • Rhythmische Sportgymnastik: 3 Goldmedaillen im Team in drei Veranstaltungen. Vierter pan-amerikanischer Titel in der Mannschaftswertung. In der Einzelwertung 4 Medaillen (1 Silber und 3 Bronze) für Angelica Kvieczynski. Insgesamt sieben Medaillen (drei Gold, einmal Silber und dreimal Bronze) und damit bessere Leistung als in Rio 2007
  • Trampolin-Turnen: Erstmalige Medaille – Silber für Rafael Andrade in der Einzelwertung Männer
  • Frauen-Handball: Vierter Titelgewinn und Olympia-Qualifikation
  • Reiten CCE: Bronze-Medaille und Olympia-Qualifikation
  • Ringkampf: zwei Medaillen im Frauen-Wettbewerb – Aline Ferreira (Silber) und Joyce Smith (Bronze)
  • Judo: 6 Goldmedaillen – bestes Ergebnis der Geschichte. 13 Medaillen insgesamt, nur in einer Kategorie ohne Edelmetall
  • Gewichtheben: Erstmalig Gold und pan-amerikanischer Rekord durch Fernando Reis Saraiva
  • Karate: Lucélia Ribeiro – vierfacher Champion – Brasilianerin mit dem meisten Gold in der Geschichte der pan-amerikanischen Spiele
  • Schwimmen: 24 Medaillen und 16 pan-amerikanische Rekorde. Thiago Pereira mit 12 Gold-Goledmedaillen (Brasilianer mit dem meisten Gold in der Geschichte der pan-amerikanischen Spiele). Cesar Cielo: zweitbeste Zeit des Jahres in 100m Freistil (48s89). Neue Sprinthoffnung bei den Frauen mit Graciele Hermann (Silber über 50m Freistil)
  • Rollkunstlauf: Dritter Titel in Folge für Marcel Stürmer
  • Moderner Fünfkampf: Yane Marques gewinnt Silbermedaille und qualifiziert sich für Olympiade 2012
  • Rudern: Fabiana Beltrame – Silber im Einzel, gleichzeitig erste Ruder-Medaille für brasilianische Athletin in der Geschichte der pan-amerikanischen Spiele
  • Tischtennis: Hugo Hoyama gewinnt seine 10. Goldmedaille in der Geschichte des Pan
  • Schießen: Julio Almeida – erster Athlet, der zwei Medaillen bei diesen Spielen gewinnen konnte. Ana Luiza Mello Sting – erstes Frauen-Gold im Zielschießen in der Geschichte der pan-amerikanischen Spiele, gleichzeitig pan-amerikanischer Rekord
  • Triathlon: Goldmedaille für Reinaldo Colucci und Olympia-Qualifikation
  • Segeln: 7 Medaillen in neun Klassen, davon fünfmal Gold – Bessere Leistung als bei Rio 2007
  • Volleyball: Goldmedaille für Männer als auch für Frauen
  • Beach-Volleyball: Goldmedaille für Männer als auch für Frauen

Die 17. Pan-Amerikanischen-Spiele finden 2015 in Toronto/Ontario, Canada vom 10. bis 26. Juli statt, gut einem Jahr vor den olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016.

Dietmar Lang für BrasilienPortal
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