PAN-Spiele 2003

Veröffentlicht am 26. November 2009
pan03 SANTO DOMINGO – DOMINIKANISCHE REPUBLIK
01. bis 17. August

Athleten Gesamt: 5.500
Athleten aus Brasilien: 467

Zahl der teilnehmenden Länder: 44
Antigua und Barbuda, Holländische Antillen, Argentinien, Aruba, Bahamas, Barbados, Belize, Bermudas, Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Domenica, Kanada, Kolumbien, Kuba, El Salvador, Ecuador, USA, Granada, Guadalupe, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Caiman-Inseln, Jungferninseln, Britische Jungferninseln, Jamaika, Martinique, Mexiko, Nicarágua, Panama,
Paraguay, Peru, Porto Rico, Dominikanische Republik, Santa Lucia, San Cristobal und Nevis, San Vicente und Grenadinen, Surinam, Trinidad und Tobago, Uruguay und Venezuela.
Sport-Disziplinen: 35
Leichtathletik, Badminton, Basket-Ball, Basebol, Basken-Ball, Boxen, Kanusport, Kegeln, Radsport, Fechten, Wassersport (Schwimmen, Kunstspringen, Synchron-Schwimmen, Wasserball), Wasserski, Fussball, Moderner Fünfkampf, Handball, Bodengymnastik (künstlerisch und rhythmisch), Reitsport, Hockey, Judo, Karate, Kegeln, Gewichtheben, Ringen, Rollschuhlaufen, Rudern, Softball, Taekwondo, Tennis, Tischtennis, Triatlon, Schlagball, Squash, Schiessen, Bogenschiessen, Segeln, Volleyball (Halle und Strand).

MEDAILLENSPIEGEL

RANG GLD SLV BRZ GESAMT
usa1° USA 117 80 73 270
kuba2° Kuba 72 41 39 152
canada3° Kanada 29 57 42 128
brasilien4° Brasilien 29 40 54 123
mexiko5° Mexiko 20 27 32 79

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Bei den Pan-Amerikanischen Spielen in Santo Domingo gelang es den brasilianischen Athleten, Ihre Leistungen, die sie bei der letzten Veranstaltung in Winnipeg vor vier Jahren erbracht hatten, noch zu steigern. Brasilien brachte seine grösste Delegation aller Zeiten nach Santo Domingo: 467 Athleten, darunter 280 Männer und 187 Frauen – Beteiligung an allen Sportarten ausser Hockey, Softball, Schlagball und Basken-Ball. Verglichen mit Winnipeg erreichte Brasilien eine Steigerung von 21,7% in der Medaillen-Gesamtwertung (123 gegen 101). Bei den Goldmedaillen 16% Steigerung (29 gegen 25), bei den Silbermedaillen ein Sprung von 25% (40 gegen 32) und bei den Bronzemedaillen 23% (54 gegen 44).

Beim Kampf um die Medaillen zeigten sich die US-Athleten wie immer souverän. Auf dem Medaillen-Spiegel wieder auf dem ersten Platz, mit 270 insgesamt, davon 117 goldene! An zweiter Stelle das ehrgeizige (und bravouröse) Kuba, mit 152 Medaillen insgesamt, davon 41 goldene! Der dritte Platz, heiss umkämpft, wurde von Kanada belegt – ganz knapp dahinter Brasilien auf dem vierten! Die Kanadier erreichten 128 Medaillen, davon 29 goldene!

Einige Bauwerke waren buchstäblich in letzter Minute vollendet worden – die Gesamtorganisation liess zwar zu wünschen übrig, aber die Veranstaltung insgesamt wurde getragen vom Enthusiasmus der Dominikaner.

Fernando_Meligeni-2003Auch die Brasilianer erlebten ihre grossartigen Momente: Die Entscheidung im Tennis der Herren, zwischen Fernando Meligeni und Marcelo Ríos (Chile), entwickelte sich zur Anthologie. Meligeni hatte sich entschieden, sich vom Sport zu verabschieden und den “PAN“ von Santo Domingo als seine offizielle Schlussvorstellung ausersehen. Als er dann im Endspiel eine Ex-Nummer-Eins des Welt-Tennis vor sich hatte, verbiss er sich dermassen in die Idee, ihn zu besiegen, dass er selbst als Verlierer nach 0 set zu 1 und 5:4 nicht aufgab – und dann drehte er den Spiess um in einer Partie, die fast drei Stunden dauerte, und gewann die Goldmedaille!!

Wer sich ebenfalls übertraf, war der Schwimmer Rogério Romero. Im Alter von 33 Jahren gewann der “Veteran“ die 200m Rücken. Neben Romero war Fernando Scherer (Xuxa) wieder in Hochform – er wurde pan-amerikanischer Tri-Champion über 50m Freistil und schlug den Olympia-Champion dieser Disziplin, Gary Hall Jr., aus den USA. Auch der Segler Robert Scheidt erreichte die Marke von drei konsekutiven Titeln bei “PANS“ und bestätigte damit seine Favoritenrolle in der “Laser-Klasse“.

Gustavo Borges bei dgustavo_borges-2003-1en Schwimmern und Hugo Hoyama beim Tischtennis trugen ein privates Duell aus. Beide begannen und beendeten diese Spiele als Brasilianer mit der grössten Anzahl von Goldmedaillen in der Geschichte des “PAN“ bis dato! Gustavo mit der Staffel 4x100m Freistil (an der Seite von Xuxa, Carlos Jayme und Jáder Souza), in der Brasilien zum zweiten Mal gewann, und Hoyama, der beim Doppel an der Seite von Thiago Monteiro siegte, waren schliesslich stolze Besitzer von je acht Goldmedaillen! Gustavo gewann noch weitere drei Medaillen (Silber bei den Staffeln 4x100m Medley und 4x200m Freistil, sowie Bronze über 100m Freistil) – damit erreichte er die Rekordmarke eines Brasilianers bei den Spielen: insgesamt 19 Medaillen!

Joana_Cortez-2003-2Auch die brasilianischen Judokas zeigten eine exzellente Leistung, mit acht Medaillen, davon fünf goldene! Das Basket-Team der Männer soll nicht vergessen werden – sie besiegten die Gastgeber im Entscheidungsspiel, der “Palácio dos Esportes Virgilio T. Soto“ war vollkommen ausverkauft! Das weibliche Handball-Team und die Rhythmische Gymnastik wurden zweifacher Champion, ebenso die Tennis-Spielerin Joana Cortez, die erneut beim Doppel (an der Seite von Bruna Colósio) gewann – nicht zu vergessen unser Marathon-Mann Vanderlei Cordeiro! Die Karate-Kämpferin Lucélia de Carvalho – zweifache Siegerin in dieser Disziplin – war die erste Brasilianerin, die in Folge die Goldmedaille bei den Jogos Pan-Americanos errang!

Im April 2004 – acht Monate nach Beendigung der Spiele – wurde Brasilien ein weiterer Zweifach-Sieg per Telegramm bestätigt: in der Leichtathletik-Staffel über 4x100m (mit André Domingos, Claudinei Quirino, Edson Luciano und Vicente Lenílson). Die Pan-Amerikanische Organisation ODEPA bestätigte damit, dass wegen einem positiven Anti-Doping Resultat des US-Amerikaner Mickey Grimes beim 100m-Lauf (den er gewonnen hatte) die USA auch die Goldmedaille in der 4x100m-Staffel verlieren sollten (in der Grimes die Equipe ergänzt hatte) – denn die Staffel war nach dem 100m-Lauf ausgetragen worden. Damit waren die Brasilianer jetzt Gold statt Silber!

Dem männlichen Handball-Team gelang ein spektakulärer Sieg gegen die Argentinier – in der Verlängerung. Beim Fussball glänzte die Seleção der brasilianischen Damen und schlug Kanada im Endspiel mit 2:1 – mit einem “goldenen“ Tor, auch in der Verlängerung!

Weitere angenehme Überraschungen: Brasilien errang seine ersten Medaillen im Kunstspringen. Und bis dato unerreichtes Gold kam aus der Marathon-Riege der Damen, mit Márcia Noarloch, aus dem Kanusport, mit Carlos Campos und Fábio Demarchi, sowie im Rollschuh-Kunstlaufen, mit Marcel Stürmer. Im Synchronschwimmen kamen die Brasilianer auf den dritten Platz und bekamen eine Medaille, auf die sie seit 40 Jahren gewartet hatten – seit dem “PAN“ in São Paulo 1963. Im Duett wiederholten Isabela und Carolina de Moraes die Bronzemedaille von Winnipeg – allerdings mit einem bemerkenswerten Detail: Carolina nahm an dem Wettkampf in Santo Domingo mit einem Bruch im rechten Bein teil!

Die männliche Equipe Brasiliens, mit Danilo Nogueira, Diego Hypólito, Michel Conceição, Mosiah Rodrigues, Victor Rosa und Vitor Camargo, errang insgesamt sechs Medaillen. Im Jahr 2005 würde Diego Hypólito Weltmeister im Bodenturnen werden!