PAN-Spiele 1991

Veröffentlicht am 26. November 2009
pan91 HAVANNA – KUBA
08. bis 18. August

Athleten Gesamt: 4.519
Athleten aus Brasilien: 304

Zahl der teilnehmenden Länder: 39
Antigua und Barbuda, Holländische Antillen, Argentinien, Aruba, Bahamas, Barbados, Belize, Bermudas, Bolivien, Brasilien, Kanada, Chile, Costa Rica, Kolumbien, Kuba, El Salvador, Ecuador, USA, Granada, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras,
Caiman-Inseln, Jungferninseln, Britische Jungferninseln, Jamaika, Mexiko, Nicarágua, Panama, Paraguay, Peru, Porto Rico, Dominikanische Republik, San Vicente und Grenadinen, Surinam, Trinidad und Tobago, Uruguay und Venezuela.
Sport-Disziplinen: 27
Leichtathletik, Basketball, Baseball, Boxen, Kanusport, Radsport, Fechten, Wassersport (Schwimmen, Kunstspringen, Synchron-Schwimmen, Wasserball), Fussball, Handball, Bodengymnastik (künstlerisch und rhythmisch), Reitsport, Hockey, Judo, Kegeln, Gewichtheben, Moderner Fünfkampf, Ringen, Rollschuhlaufen, Rudern, Softball, Taekwondo, Tennis, Tischtennis, Schiessen, Bogenschiessen, Segeln und Volleyball.

MEDAILLENSPIEGEL

RANG GLD SLV BRZ GESAMT
kuba1° Kuba 140 62 63 265
usa2° USA 130 125 97 352
canada3° Kanada 22 46 59 127
brasilien4° Brasilien 21 21 37 79
mexiko5° Mexiko 14 23 38 75

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Magic_Paula-1991Der denkwürdige “PAN” der Zuckerinsel: als ihre Athleten die USA im Medaillen-Spiegel hinter sich liessen, und ihr ewiger Diktator Fidel Castro sich vom Talent der weiblichen Volley-Seleção aus Brasilien begeistern liess! Er war die konstanteste Figur bei den Prämienverleihungen der verschiedensten Sportarten, und Fidel verfolgte besonders aufmerksam die Entscheidungspartie der Gastgeberinnen gegen ihre brasilianischen Konkurrentinnen und überbrachte letzteren die Goldmedaillen persönlich! Seine Sympathie galt besonders unseren beiden Heldinnen “Magic Paula“ und Hortência, die bereits im ersten Spiel ihre Gruppe anführten. Der Präsident hatte allerdings allen Grund zur Freude und besonderen Genugtuung der Leistungen seiner sonstigen Sportler: Die Kubaner errangen insgesamt 140 Goldmedaillen – 10 mehr als die zweitplatzierten US-Rivalen!

Fidel Castros Zufriedenheit stand im Kontrast zu der Wirtschaftskrise, welche seine Insel genau in diesem Moment durchzustehen hatte. Nach dem Fall der Berliner Mauer, begann für Kuba eine schwere Zeit, in der das Land unter dem plötzlich fehlenden wirtschaftlichen Beistand der Sowjetunion litt, die sich gegen Ende desselben Jahres aufzulösen begann. Die Errichtung des “Estádio Pan-Americano“, als Veranstaltungsort der Eröffnungs- und Verabschiedungs-Zeremonien und der Wettkämpfe, ist als grösstes Symbol der Entschlossenheit des Diktators zu werten, der dieser Krise “sportlich-souverän“ zu begegnen versuchte – und das gelang ihm:

Die kubanischen Athleten beherrschten vor allem die Disziplinen des Gewichthebens, mit 29 Goldmedaillen, der Leichtathletik, mit 18 goldenen, und des Boxsports, mit 11 goldenen. Beim Volley gewannen ihre Männer ebenfalls Gold – und die Damen leiteten mit ihrer Volley-Seleção eine Ära ein, die ihnen dreimal hintereinander olympisches Gold bescheren würde – nachdem sie ihre erste Gold-Chance beim “PAN“ leider gegen Brasilien hatten abgeben müssen!

Brasilien hatte Athleten aller Disziplinen auf die Insel gebracht. Eine neue Generation beim Volley der Männer war angetreten, mit Tande, Giovane, Maurício und Marcelo Negrão, die in Kuba die Silbermedaille gewannen – um ein Jahr später Gold bei den Olympischen Spielen von Barcelona zu erringen. Der Schwimmer Gustavo Borges begann seine erfolgreiche Laufbahn beim “PAN“, mit fünf Medaillen (2 Gold, 2 Silber und 1 Bronze) – er würde später die Silberne über 100m Freistil in Barcelona gewinnen!

Zum egustavoborges-1991-1rsten Mal in der Geschichte des “PAN“ gingen die USA in der Schwimmstaffel leer aus – ganz ohne Medaillen! In der Prüfung der Männer über 4x100m Freistil wurde das nordamerikanische Quartett disqualifiziert wegen eines Fehlers von John Keppeler, dem ersten Schwimmer, bei der Übergabe an James Harvey, dem zweiten – sie durften nicht mehr am Finale teilnehmen. Brasilien wurde durch diesen Fehler der USA begünstigt und heimste die Goldmedaille ein – mit Gustavo Borges im Team. Vor diesem Lapsus hatten die USA in sämtlichen Schwimmstaffelprüfungen gesiegt – bei den Männern wie bei den Frauen – mit nur einer Ausnahme: 1971, als Kanada die USA in der weiblichen Schwimmstaffel über 4x100m Medley schlug – USA Silber, Kanada Gold!

Die Spiele in Havana begründeten auch den Ruhm einer Schwimmerin aus Costa Rica: Sylvia Poll. Sie hatte drei Goldmedaillen bereits in Indianápolis gewonnen und erschwamm ihre vierte in Havana über 100m Rücken (mit 30sek49).