PAN-Spiele 1975

Veröffentlicht am 26. November 2009
pan75 MEXIKO-CITY
12. bis 25. Oktober

Athleten Gesamt: 3.146
Brasilianische Athleten: 216

Zahl der teilnehmenden Länder: 33
Holländische Antillen, Argentinien, Bahamas, Barbados, Belize, Bermudas, Bolivien, Brasilien, Kanada, Chile, Costa Rica, Kolumbien, Kuba, El Salvador, Ecuador, USA, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Jungferninseln, Jamaika, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Porto Rico, Dominikanische Republik, Surinam, Trinidad und Tobago, Uruguay und Venezuela.
Sport-Disziplinen: 19
Leichtathletik, Basketball, Baseball, Boxen, Radsport, Fechten, Wassersport (Schwimmen, Kunstspringen, Synchron-Schwimmen, Wasserball), Fussball, Bodenturnen, Reitsport, Hockey, Judo, Gewichtheben, Ringen, Rudern, Tennis, Schiessen, Segeln und Volleyball.

MEDAILLENSPIEGEL

RANG GLD SLV BRZ GESAMT
usa1° USA 117 82 48 247
kuba2° Kuba 56 45 33 134
canada3° Kanada 19 35 40 94
mexiko4° Mexiko 9 13 38 60
brasilien5° Brasilien 8 13 23 44

nach obenRückblick

So wie im Jahr 1955, war das Höhenklima von Mexiko-City einmal mehr ideal für die Aufstellung neuer Rekorde. In der Leichtathletik wurden 21 neue pan-amerikanische Bestmarken und ein neuer Weltrekord aufgestellt – letzterer vom brasilianischen João Carlos de Oliveira, mit dem Spitznamen “João do Pulo“ (Springer-João), im Dreisprung. Er erreichte die sagenhafte Weite von 17,89 Metern, 45 Zentimeter mehr als die Bestmarke des Russen Victor Saneyev, der 1972 eine Weite von 17,44 hinlegte. Derselbe Brasilianer gewann auch die Goldmedaille im Weitsprung, mit 8,19 Metern, und bei der Olympiade in Montreal (Kanada) 1976, ein Jahr später, die Bronzemedaille im Dreisprung.

Das Fest der Rekorde aber ging weiter: Allein im Gewichtheben wurden 20 pan-amerikanische Rekorde überboten. Beim Schiessen 13 neue pan-amerikanische Rekorde gesetzt und ein Weltrekord – der des Mexikaners Olegário Vázquez, der mit dem Luftgewehr 393 Punkte sammeln konnte. Auch die Radler brachen drei pan-amerikanische Rekorde.

Die Modalität mit den meisten neuen Rekorden war das Schwimmen. Obwohl ohne neuen Weltrekord, wurden nicht weniger als 27 neue pan-amerikanische Rekorde aufgestellt. Und die USA beherrschten die gesamte Szene: sie errangen 27 der 29 umkämpften Goldmedaillen, was wiederum dazu führte, dass die USA diesen “PAN“ auf dem ersten Platz des Medaillen-Spiegels beendeten.

Dieselben “Jogos 1975“ erlebten auch die Erscheinung einer Boxer-Legende: Der Kubaner Teófilo Stevenson gewann in der Kategorie Schwergewicht. Beim “PAN“ 1971 hatte Stevenson Bronze gewonnen; bei den olympischen Spielen in München (1972) erkämpfte er sich die erste seiner drei olympischen Goldmedaillen und wurde als einer der grössten Boxer seiner Zeit respektiert.

Reinaldo_Conrad_Burkhard-1975Brasilien beteiligte sich nicht am Baseball, Hockey, Synchron-Schwimmen und Wasserball. Die Fussball-Seleção jedoch errang die Goldmedaille und bedachte, darüber hinaus, noch die Mannschaft aus Nicaragua mit dem grössten Torregen der Geschichte des “PAN“: 14:0!! Die Segler Reinaldo Conrad und Burkhard Cordes – Bronzemedaille in Mexiko-City bei der Olympiade 1968, und Silber in Winnipeg 1967 – gewannen 1975 Gold in derselben Klasse des “Flying Dutchman“. Bei der Olympiade in Montreal, ein Jahr später, sollte Reinaldo Conrad (an der Seite von Peter Ficker) eine weitere Bronzemedaille gewinnen.

Auch Mexiko-City hatte nur wenig Zeit für die Vorbereitungen. Wegen diverser Probleme hinsichtlich der Wahl des Austragungsortes für 1975, blieben der Stadt schliesslich nur noch 10 Monate, um das Turnier zu organisieren. Aber weil sie die Olympiade von 1968 und die Fussball-Weltmeisterschaft 1970 bereits ausgerichtet hatten, machten sie sich die bereits vorhandene Struktur zunutzen. Erst einmal hatte man Santiago de Chile als Austragungsort der Jogos Pan-Americanos 1975 ins Auge gefasst. Dann kam 1973 ein Staatsstreich in Chile, der das Land aus seinen Vorbereitungen riss. Puerto Rico sollte einspringen, denen war aber die Vorbereitungszeit zu kurz – sie plädierten für den “PAN“ 1979 in San Juan. Daraufhin entschied das Exekutiv-Komitee der ODEPA, im Dezember 1973, São Paulo als Austragungsort zu benennen. Allerdings gegen Ende des nächsten Jahres meldete die brasilianische Metropole ebenfalls interne Probleme an, die ihr eine Organisation der Spiele unmöglich machten. Vor diesem Hintergrund – benachrichtigt durch ein Telegramm der ODEPA – bot sich Mexiko-City an, den Event zu organisieren – und schaffte das in nur zehn Monaten!