Sydney 2000

Veröffentlicht am 18. November 2009
posters-2000 Sydney 2000
Anzahl Länder: 199
Olympische-Disziplinen: 300
Total Athleten: 10’651
Frauen: 4’069
Männer: 6’581
RANGLISTE GLD SLV BRZ
usa1° USA 40 24 33
russland2° Russland 32 28 28
china3° China 28 16 15
brasilien52° Brasilien 0 6 6

BRASILIANISCHE MEDAILLENGEWINNER

DISZIPLIN GEWINNER
SLV SLV
Staffel 4x100m Männer Lima Vicente
Ribeiro Edson
Da Silva Andre
Silva Claudinei
Beach-Volley Männer Melo Jose Marco
Santos Ricardo
Beach-Volley Frauen Behar Adriana
Bede Shelda
Judo 66-73kg Männer Camilo Tiago
Judo 81-90kg Männer Honorato Carlos
Segeln Laser Scheidt Robert
BRZ BRZ
Basketball Frauen Arcain Janeth, Oliveira Alessandra, Santos Adriana Aparecida,
Santos Cintia, David Ilisaine Karen, Luz Silvia, Santos Kelly,
Gonçalves Lilian Cristina, Santos Luz Helen Cristina,
Neves Claudia, Pinto Adriana, Sobral Marta
Beach-Volley Frauen Samuel Ramos Adriana
Pires Tavares Sandra
Springreiten-Mannschaft Pessoa Rodrigo
Azevedo Luiz Felipe
Johannpeter Andre
Miranda Neto Alvaro
Segeln Kielboot Männer Ferreira Mercelo
Grael Torben
Schwimmen 4x100m Männer Scherer Fernando
Borges Gustavo
Jayme Carlos
Silva Filho Edvaldo
Volleyball Frauen Barros Leila, Dias Virna, Coimbra Erika, Conceição Janina,
Fraga Kely, Lima Ricarda, Lopes Katia, Oliveira Walewska, Oliveira Elisangela, Rodrigues Karin, Silva Raquel,
Souza Helia Rogerio

Brasilianische Delegation 2000

Anzahl Athleten: 205 (111 Herren und 94 Damen)

Nach seiner historischen Beteiligung an der Olympiade von Atlanta (1996) erwartete man von den Brasilianern, dass sie vier Jahre später ihre Leistungen zumindest wiederholen würden. Jedoch verliessen sie Australien ohne eine einzige Goldmedaille und auch insgesamt mit einer geringeren Medaillenzahl (12 anstatt 15) – Brasilien “spezialisierte sich auf den Fast-Champion“ – insgesamt waren es sechs Silberne und sechs Bronzene.

2000Das Festival der “Vizes“ begann im Judo – mit Thiago Camilo und Carlos Honorato. Beim Strand-Volley die Stars Behar und Shelda (Frauen) sowie Ricardo und Zé Marco verloren ebenfalls im Finale. Robert Scheidt erreichte fast seinen Zweifachen – aber eben nur fast – in der Laser-Klasse beim Segeln, und für die 4x100m-Staffel gab es ebenfalls “nur“ Silber. Die Bronzemedaillen wurden beim weiblichen Baskett, beim weiblichen Volley, beim Springen in der Equipe, dem Pferdesport, der 4x100m-Schwimmstaffel, beim Segeln in der Star-Klasse (Marcelo Ferreira und Torben Grael) sowie von Adriana Samuel und Sandra Pires beim Strand-Volley, gewonnen.

Zu den besonderen Eindrücken von Sydney, welche nicht aus den Köpfen der Brasilianer weichen wollten, gehörte vor allem auch die Performance von “Baloubet de Rouet“ – dem Springhengst – die unserem Reiter Rodrigo Pessoa die Goldmedaille im individuellen Springen hätte bescheren können. Das Pferd galt als Favoritin bei diesem Wettbewerb und bedachte die Anstrengungen Brasiliens, wenigstens eine Goldene mit nach Hause zu bringen, mit einem kalten Wasserguss! Die Ausscheidung im Pferdesport fand am letzten Tag der Olympiade statt.

Die Olympischen Spiele von Sydney unterschieden sich auch von allen bisherigen Veranstaltungen durch ihre besondere Umsicht hinsichtlich der Ökologie, die während der gesamten Spiele zu spüren war. Die modernen Installationen und die beispielhafte Organisation trugen dazu bei, dass diese Ausgabe von Olympia als die bisher perfekteste Veranstaltung dieser Art in die Geschichte eingegangen ist!

Aber Australien bemühte sich nicht nur, einen guten Eindruck bei seinen Besuchern zu hinterlassen – die Australier machten auch bei den Wettkämpfen auf sich aufmerksam. Und ihr Ziel wurde sogar übertroffen: mit der besten Kampagne der Geschichte und der Bestätigung des Landes als olympische Potenz. Sie gewannen 58 Medaillen, davon 16 Goldene – damit erreichte Australien den vierten Platz in der Gesamtwertung.

Das Land nutzte auch die Gunst der Stunde um seine “Aborigenes“ zu ehren: Die olympische Flamme wurde von einer Athletin entzündet, die von jenen Eingeborenen Australiens abstammt, Kathy Freeman – sie gewann später Gold beim 400m-Lauf.

Der grösste Star der Olympischen Spiele von Sydney allerdings, entstieg dem Wasser: Der Australier Ian Thorpe, gerade mal 17 Jahre alt, bewies seinen Ruf als Phänomen und heimste drei Goldmedaillen ein – ausserdem stellte er einen neuen Weltrekord über 400m auf. Die Holländerin Inge de Buijn wiederholte die Performance von Thorpe beim Schwimmen der Damen – auch sie ging mit drei Goldmedaillen nach Hause!

Auf den Laufpisten war die Nordamerikanerin Marion Jones unschlagbar: die erste Frau mit fünf Medaillen auf einer einzigen Olympiade! Sie gewann dreimal Gold und zweimal Bronze!

nach obenKuriositäten

Mascottchen Olly, Syd und Millie

Mascottchen Olly, Syd und Millie

Die Eröffnungszeremonie hielt zwei Neuheiten bereit: Ost-Timor – die Insel war noch im Kampf um ihre Unabhängigkeit begriffen – marschierte mit vier Athleten auf die als Unabhängige um eine Medaille streiten sollten. Süd- und Nord-Korea marschierten vereint auf, in einem signifikanten Akt der Diplomatie – aber später kämpften sie um die Medaillen wieder separat.

Protagonist der markantesten Szene der Spiele von Australien war ein Schwimmer aus Äquatorial Guinea (Afrika), Eric Moussambani – er wurde zu einem interessanten Beispiel der Willenskraft: Eric hatte sechs Monate vor der Olympiade erst Schwimmen gelernt und noch niemals in einem olympischen Pool einen Wettbewerb mitgemacht. Doch er repräsentierte sein Land beim 100m-Freistil – mit einem freien Stil, den er selbst erfunden hatte – und er beendete die Prüfung mit grossen Schwierigkeiten und einem grossen Zeitrückstand hinter seinen Gegnern, natürlich. Aber seine Selbstüberwindung genügte, um dem Publikum Stürme von Applaus zu entreissen!