Helsinki 1952

Veröffentlicht am 18. November 2009
posters-1952 Helsinki 1952
Anzahl Länder: 69
Olympische-Disziplinen: 149
Total Athleten: 4’955
Frauen: 519
Männer: 4’436
RANGLISTE GLD SLV BRZ
usa1° USA 40 19 17
russland2° UDSSR (wir verwenden die aktuellen Russland-Farben) 22 30 19
ungarn3° Ungarn 16 10 16
brasilien37° Brasilien 1 0 2

BRASILIANISCHE MEDAILLENGEWINNER

DISZIPLIN GEWINNER
GLD GLD
Dreisprung Männer Ferreira da Silva Adhemar
BRZ BRZ
Hochsprung Männer
Telles da Conceição José
Schwimmen 1’500m Männer Okamoto Tetsuo

Brasilianische Delegation 1952

Anzahl Athleten: 108 (103  Herren und 5 Damen)

Die Spiele standen am Anfang des Kalten Krieges – und Helsinki bekam eine besondere Bedeutung durch die erstmalige Teilnahme der Sowjetunion, die mit den USA um die Medaillen-Spitze kämpfte – mit einer Rivalität, welche den sportlichen Rahmen sprengte.

Diese erste Begegnung zwischen der Sowjetunion und den USA endete mit einem Vorsprung der Amerikaner: es waren 76 Medaillen für die USA, davon 40 Goldene – gegen 71 der Russen, davon 22 Goldene. Diese Rivalität nahm im Lauf der Jahre immer mehr zu, geschürt vom politischen Machtkampf der beiden grössten Potenzen jener Epoche.

In Finnland waren dann auch wieder die Deutschen dabei, die vier Jahre zuvor wegen ihrer Niederlage im Zweiten Weltkrieg gefehlt hatten. Allerdings war ihre Ausbeute eher schwach – mit sieben Silbermedaillen, 17 Bronzenen und keiner Goldenen.    

Der Star dieser Olympiade kam aus einem anderen Land, aus der Tschechoslowakei. Emil Zatopek gewann die drei Prüfungen mit der längsten Distanz in der Leichtathletik – eine Leistung, die nie mehr bei einer Olympiade wiederholt wurde. Die “Lokomotive aus Prag“, wie er genannt wurde, gewann Gold auf 5.000m, 10.000m und im Marathon.

Ein anderes osteuropäisches Land, Ungarn, präsentierte der Welt eine Fussballmannschaft, welche mehr als 50 Jahre später immer noch als eine der besten in der Geschichte dasteht. Mit der Sturmspitze Puskas in seiner besten Phase, wurden die Ungarn olympische Champions und gaben einen Vorgeschmack dessen, was sie bei der Fussball-Weltmeisterschaft 1954 leisteten, als sie Vice wurden.   

Beim modernen Fünfkampf gab es eine Überraschung: Zum ersten Mal fiel die Goldmedaille nicht an einen Angehörigen des Militärs, sondern der schwedische Weissbinder Lars Hall brach dieses Tabu.

1952Nach 32 Jahren errang Brasilien erneut eine olympische Goldmedaille, dank der Anstrengungen von Adhemar Ferreira da Silva im Dreisprung. Der Brasilianer übertraf seinen eigenen Weltrekord von 16,01m, gleich viermal bei der Olympiade von Helsinki: 16,05m – 16,09, – 16,12m und 16,22m!!

Brasilien zeigte ebenfalls gute Leistungen bei anderen Springer-Wettbewerben: Zum Beispiel beim Hochsprung gewann José Telles da Conceição die Bronze-Medaille, mit 1,98m – dieselbe Höhe wie bei seinem südamerikanischen Rekord. Und Ary Façanha de Sá erreichte einen Vierten Platz beim Weitsprung, mit 7,23m.

Eine weitere Bestleistung zeigte der brasilianische Schwimmer Tetsuo Okamoto. Der aus Japan stammende Athlet, dem man den Namen “Fliegender Fisch“ gab, errang die Bronze-Medaille über 1.500m Freistil, mit einer Zeit von 18min 51s3.

nach obenKuriositäten

Adhemar Ferreira de Barros schuf, ohne es zu ahnen, die “olympische Ehrenrunde“, nachdem er die Gold-Medaille im Dreisprung gewonnen hatte. Unter dem brausenden Applaus der finnischen Zuschauer näherte er sich der Tribüne, um seinen Fans zu danken. Und weil das Händeklatschen eher noch zunahm, fing der Brasilianer an, eine Runde im Stadion zu laufen – womit er eine Geste kreierte, die von nun an von den zukünftigen Olympiasiegern fortgesetzt wurde.