Barcelona 1992

Veröffentlicht am 18. November 2009
posters-1992 Barcelona 1992
Anzahl Länder: 169
Olympische-Disziplinen: 257
Total Athleten: 9’356
Frauen: 2’704
Männer: 6’652
RANGLISTE GLD SLV BRZ
russland1° UDSSR (wir verwenden die aktuellen Russland-Farben) 45 38 29
usa2° USA 37 34 37
deutschland3° Deutschland 33 21 18
brasilien25° Brasilien 2 1 0

BRASILIANISCHE MEDAILLENGEWINNER

DISZIPLIN GEWINNER
GLD GLD
Volleyball Männer Negrão Marcelo, Brito Jorge Edson, Gavio Giovane,
Silva Paulo Andre, Lima Mauricio, Carvalho Janelson,
Chiarotti Dougles, Gouveia Antonio Carlos, Oliveira Talmo,
Ferreira Andre Felippe, Samuel Alexandre, Ribeiro Amauri
Judo 60-65 kg Männer Sampaio Cardoso Rogerio
SLV SLV
Schwimmen 100m Freestyle Borges Gustavo

Brasilianische Delegation 1992

Anzahl Athleten: 197 (146 Herren und 51 Damen)

Zum ersten Mal erlaubte das IOC die Teilnahme von professionellen Athleten bei allen Disziplinen, die bei den olympischen Spielen in Barcelona bestritten werden sollten! Und diese neue Ära der Spiele bekam in der nordamerikanischen Baskett-Mannschaft ein markantes Symbol dieser Veränderung.

Zusammengestellt aus Stars der NBA, wie Larry Bird, Michael Jordan und Magic Johnson, nannte man die Equipe bald das “Dream Team“ und bis heute gelten sie als das beste je präsentierte Baskett-Team! Wie vorauszusehen war, stellten die Amerikaner alle Gegner ausnahmslos in den Schatten und gewannen Gold ohne die geringsten Probleme.

Trotzdem enttäuschten die USA in der Gesamtwertung – sie landeten hinter der “Kommune der Unabhängigen Staaten“ (IEC), einer vom IOC bestimmten Alternative zur Gruppierung der Länder aus der Ex-Sowjetunion, die eine Periode der Loslösung durchmachten. Die Ex-Sowjets gingen mit 45 Goldmedaillen nach Hause – acht mehr als die USA.

Ausnahmen in der Formation der IEC waren die Baltischen Republiken Estland, Lettland und Littauen. Die ex-sowietischen Länder traten als unabhängige Nationen beim Wettkampf an, etwas, das seit 1936 nicht mehr zu beobachten war. Auch Südafrika kam nach Aufhebung der Apartheid zur Olympiade zurück, und Deutschland nahm an ihr wieder als eine Nation teil.

Eine andere Neuigkeit in Barcelona war das Ausbleiben von Yugoslawien, dafür bestraft, dass es seinen Nachbarvölkern einen Krieg aufgezwungen hatte. Kroatien, Slowenien und Bosnien-Herzegovina – damals schon unabhängig – nahmen als unabhängige Nationen teil – und die übrigen yugoslawischen Athleten beteiligten sich individuell – ohne die Fahne ihrer Nation.

Unter den herausragenden Einzelleistungen steht die des Russen Vitaly Scherbo: Er gewann sechs Goldmedaillen – fünf davon in Einzel-Disziplinen. Der Nordamerikaner Carl Lewis ergänzte seine Geschichte um ein weiteres Kapitel, als er den Weitsprung sowie die 4x100m-Staffel wieder gewann!

Die grösste aller olympischen Leistungen vollbrachte allerdings die Äthiopierin Derartu Tulo: Mit ihrem Sieg beim 1.000-Meterlauf wurde sie zur ersten Afrikanerin, die je olympisches Gold gewonnen hatte. Und eine besonders noble Geste konnten die Zuschauer dann miterleben: Die Zweitplatzierte Südafrikanerin Elana Meyer nahm ihre schwarze Konkurrentin bei der Hand und beide liefen so eine Runde im Olympiastadion unter dem tosenden Beifall des Publikums!

Brasilien gewann in Barcelona seine erste Goldmedaille im Kollektivsport. Es war die Volley-Auswahl der Männer, die endlich jenes Tabu brachen und eine Kampagne hinlegten, welche die Zuschauer mitriss, und die diesem Sport eine Popularität sicherte, wie man sie vorher noch nie im Land erlebt hatte! Das Team bestand aus charismatischen Spielern wie Tande, Giovane, Maurício und Marcelo Negrão, unter anderen, und die gewannen einfach jedes Spiel – bis sie in der Endrunde Holland mit 3:0 besiegten!

1992Weiteres Gold für Brasilien gab’s im Judo – mit dem Mittelgewicht Rogério Sampaio. Silber errang der brasilianische Schwimmer Gustavo Borges – über 200m. Seine Bestätigung war getragen von viel Emotionen, denn der Chronometer seiner Bahn streikte und die Organisation musste das Fernsehbild bemühen, um die Leistung von Borges Gustavo anzuerkennen.

Bei der Leichtathletik war Brasilien nahe an der Bronze: Róbson Caetano, mit 200m, Zequinha Barbosa, mit 800m, und Edielson Rocha Tenório, Sérgio Mathias F. Menezes, Eronilde Araújo und Sidney Telles de Souza, bei der 4x400m-Staffel erreichten einen Vierten Platz. Denselben Platz erreichten auch die Damen beim Volley-Ball.

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Mascottchen Cobi

Mascottchen Cobi

Mit dabei in der Hockey-Equipe in Barcelona war Andreas Keller – dritter olympischer Medaillengewinner der Familie: Beim selben Sport errang sein Vater Carsten bereits Gold in München (1972) und sein Grossvater die Silbermedaille in Berlin (1936)!!