Antwerpen 1920

Veröffentlicht am 18. November 2009
posters-1920 Antwerpen 1920
Anzahl Länder: 29
Olympische-Disziplinen: 154
Total Athleten: 2’626
Frauen: 65
Männer: 2’561
RANGLISTE GLD SLV BRZ
usa1° USA 41 27 27
schweden2° Schweden 19 20 25
grossbritanien3° England 16 15 13
brasilien15° Brasilien 1 1 1

BRASILIANISCHE MEDAILLENGEWINNER

DISZIPLIN GEWINNER
GLD GLD
Schiessen 25m Pistole Paraense Guilherme
SLV SLV
Schiessen 50m Army-Pistole Da Costa Afranio Antonio
Wolf Sebastião
Barbosa Dario
Soledade Fernando
Paraense Guilherme
BRZ BRZ
Schiessen 50m Pistole Da Costa Afranio Antonio

Brasilianische Delegation 1920nach oben

Anzahl Athleten: 21 Herren

Nach fünf Ausgaben war es dann endlich soweit: Brasilien entsandte seine Repräsentanten zur Olympiade von 1920 – nach Belgien. Insgesamt waren es 21 Athleten, die gleich nach ihrem Debüt drei Medaillen mit nach Hause brachten – eine von jeder Sorte – und alle beim Schiessen!

1920Das erste Gold für Brasilien gewann Guilherme Paraense, der die Disziplin im Schnellschiessen (auf 25m) gewann. Sein Sportskamerad Afrânio Costa errang Silber im Pistolenschiessen, und die Bronze war eine Team-Leistung in der freien Pistole, bestehend aus Afrânio Costa, Dario Barbosa, Fernando Soledade, Guilherme Paraense und Sebastião Wolf.

Zu jener Zeit gab es das Comitê Olímpico Brasileiro (COB) noch nicht, deshalb wurde das Team von der Confederação Brasileiro do Desporto (CBD) aufgestellt, welche die Einladung dank der Anwesenheit des Brasilianers Raul Paranhos aus Rio Branco unter den gewählten Repräsentanten bekam. Brasilien nahm ausserdem noch an weiteren vier Sportarten teil: Schwimmen, Wasser-Polo, Rudern und Kunstspringen – hatte damit allerdings keine erwähnenswerten Erfolge.

Die Olympiade von 1920 bedeutete auch das Ende einer Unterbrechung von acht Jahren ohne diesen internationalen Wettbewerb infolge des Ersten Weltkriegs. Vorgesehen war die sechste Ausgabe der Spiele 1916 in Berlin, aber dann wurde der Austragungsort verlegt in der Absicht, Belgien, einem der vom Krieg am meisten zerstörten Länder, in seinem Wiederaufbau zu unterstützen.

Das kleine Land hatte jedoch grosse finanzielle Probleme bei der Errichtung einer entsprechenden Struktur für diese Olympiade. Die Mängel für die teilnehmenden Athleten waren überall sichtbar – zum Beispiel die Pisten für die Leichtathleten hatten Probleme an den Kurven und dem Level des Bodens. Der Pool hatte einen Defekt an der Heizung. Aber diese Schwierigkeiten wurden kompensiert durch eine unvergessliche Eröffnungszeremonie. Zum ersten Mal präsentierte das Internationale Olympische Kommittée (IOC) die traditionelle olympische Fahne – weiss, darauf die fünf miteinander verbundenen Ringe, welche die fünf Kontinente darstellen. Ausserdem wurde ein Schwarm weisser Tauben gen Himmel geschickt, und das der Olympische Eid der Athleten verlesen.

Ohne die Teilnahme von Deutschland, Österreich, Ungarn, Bulgarien und die Türkei – die wegen ihrer Teilnahme am Ersten Weltkrieg geächtet wurden – stand die Olympiade von Antwerpen ganz unter der Herrschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, die 41 Goldmedaillen, 27 Silberne und 27 Bronzene gewannen. Der USA-Champion war ein Schwimmer aus Hawaii, Duke Kahanamoku, der im 100m Freistil zweifacher Olympiasieger wurde und den Weltrekord einstellte. Eine weitere nordamerikanische Schwimmerin, die in Antwerpen beeindruckte, war Ethelda Bleibtrey. Sie gewann drei Goldene beim Wettbewerb der Frauen und durchbrach den Weltrekord in allen entsprechenden Disziplinen. Der Italiener Nedo Nadi seinerseits, beherrschte das Florett wie kein anderer – er sicherte sich fünf von den zu vergebenden Goldmedaillen. Der Schwede Oscar Swahn verewigte sich als der älteste teilnehmende Athlet, der eine Medaille gewann – die Silberne beim Schiessen. Er war 72 Jahre alt! Zwölf Jahre zuvor hatte er die Goldmedaille in London gewonnen!

nach obenKuriositäten

Die Schützen aus Brasilien wurden bei ihrer Teilnahme durch den Umstand behindert, dass ihnen ihre Waffen und die Munition dazu während der Reise nach Europa gestohlen wurden. Ausserdem mussten sie die Reise mit der Eisenbahn fortsetzen, um rechtzeitig zur Olympiade zu kommen, denn ihr Schiff hatte Verspätung. Und an dem Wettbewerb konnten sie dann nur teilnehmen, weil ihnen die Nordamerikaner Munition und Waffen schenkten.