Brasilien ist keine olympische Potenz – aber von 1980 an können sich die Brasilianer durchaus über ihre Erfolge freuen: "Seit Moskau gewannen wir wenigstens einmal Gold"! (ausser in Sydney im Jahr 2000).
"Das olympische Abenteuer begann für die Brasilianer vor mehr als 80 Jahren an Bord der "Curvello", einem Schiff des Brasilianischen Lloyd, welches die ersten 20 Athleten zu den Olympischen Spielen (1920) in Antwerpen/Belgien brachte. Von da an waren Brasilianer, mit Ausnahme der Spiele von 1928 in Amsterdam, immer dabei – und haben im Laufe der Jahre bis Athen 16 Gold-, 22 Silber- und 38 Bronzemedaillen eingeheimst. Aber es ist keine siegreiche Geschichte – im Gegenteil: es gibt viel mehr Besiegte als Sieger unter den Athleten. Nach drei Olympiaden – in Paris 1924, in Los Angeles 1932 und in Berlin 1936 – kehrte Brasilien sogar ohne eine einzige Medaille nach Hause zurück. Aber immerhin, 43 brasilianische Athleten wissen, was es heisst, eine Goldmedaille um den Hals zu tragen (die Diskrepanz zwischen der offiziellen Medaillenzahl und tatsächlich vergebenen erklärt sich aus der Tatsache, dass in einigen Sportarten mehr als ein Athlet prämiert wird – wie zum Beispiel beim "Volley, mit 12 Spieler").
Nach Guilherme Paraense, der 1920 Gold beim Schiessen gewann, warteten die Brasilianer 32 lange Jahre auf einen neuen Sieger – und der kam in Person des Adhemar Ferreira da Silva 1952, der in Helsinki im Dreisprung Gold holte und seinen unglaublichen Sieg über die Weltelite 1956 in Melbourne wiederholte – zweimal hintereinander Gold für Brasilien! Dann vergingen noch einmal 24 Jahre, bis wieder eine Goldmedaille für Brasilien verbuchen konnten: aber es waren diesmal gleich zwei, im "Yachting".
Seit den Olympischen Spielen in Moskau, 1980, war Brasilien dann allerdings auch auf der höchsten Stufe des Siegerpodests immer mit dabei. In Atlanta 1996 erreichte Brasilien eine neue Bestmarke: drei Goldmedaillen und einen neuen Gesamtmedaillen-Rekord – 15 insgesamt – und das war eine Olympiade ohne irgendwelchen Boykott! Und diese “goldene” Bestmarke konnte in Athen 2004 mit 5 Goldmedaillen noch gesteigert werden. Klar, dass Brasilien zu diesen Ergebnissen nicht von ungefähr gekommen ist. Als Brasilien sich vor achtzig Jahren für die Teilnahme an der Olympiade zu interessieren begann, waren nicht nur die teilnehmenden Athleten blutige Amateure, sondern auch die Trainer und die ganze entsprechende Organisation bestand aus Amateuren – nicht nur im positiven Sinn des Wortes. Und die brasilianischen Delegationen waren leider stets abhängig vom Geld der Regierung (seit dem Präsidenten Epitácio Pessoa 1920 und noch während vieler späteren Jahre olympischer Geschichte).
Endlich in Sydney (2000) änderte sich diese Situation: zum ersten Mal gelingt es dem "Comité Olímpico Brasileiro" von privaten Sponsoren insgesamt 12,5 Millionen Reais (zirka 3,5 Millionen Euro) aufzutreiben – die Regierung schiesst weitere 10,5 Millionen zu – und damit werden 205 brasilianische Athleten und 88 sie betreuende Personen mit den Hoffnungen eines ganzen Volkes nach Australien geschickt.
MEDAILLENSPIEGEL BRASILIANISCHER OLYMPIA-DELEGATIONEN
MEDAILLEN NACH DISZIPLINEN (1920 bis 2008)
| DISZIPLIN |
 |
 |
 |
TOTAL |
| Basketball |
0 |
1 |
4 |
5 |
Beach-Volley
|
2 |
5 |
2 |
9 |
| Boxen |
0 |
0 |
1 |
1 |
Fussball
|
0 |
4 |
2
|
6
|
| Judo |
2 |
3 |
11 |
16 |
Leichtathletik
|
4
|
3 |
7 |
14 |
| Reitsport |
1 |
0 |
2 |
3 |
| Schiessen |
1 |
1 |
1 |
3 |
| Schwimmen |
1 |
3
|
7
|
11 |
| Segeln |
6 |
3
|
6
|
15 |
| Taekwondo |
0 |
0 |
1 |
1 |
Volleyball
|
3 |
2 |
2 |
7 |
| TOTAL |
20
|
25 |
46 |
91 |