Confederations-Cup 2009

Veröffentlicht am 17. November 2009

GRUPPE A

DATUM TAG ZEIT SPIEL RESULTAT
14. Juni Sonntag 16:00 Uhr Südafrika : Irak 0:0
14. Juni Sonntag 20:30 Uhr Neuseeland : Spanien 0:5
17. Juni Mitwoch 16:00 Uhr Spanien : Irak 1:0
17. Juni Mittwoch 20:30 Uhr Südafrika : Neuseeland 2:0
20. Juni Samstag 20:30 Uhr Spanien : Südafrika 2:0
20. Juni Samstag 20:30 Uhr Irak : Neuseeland 0:0

TABELLE GRUPPE A

RANG MANNSCHAFT SP. G U V TORE PUNKTE
1. Spanien 3 3 0 0 8 9
2. Südafrika 3 1 1 1 2 4
3. Irak 3 0 2 1 0 2
4. Neuseeland 3 0 1 2 0 1

GRUPPE B

DATUM TAG ZEIT SPIEL RESULTAT
15. Juni Montag 16:00 Uhr Brasilien : Ägypten 4:3
15. Juni Montag 20:30 Uhr USA : Italien 1:3
18. Juni Donnerstag 16:00 Uhr USA : Brasilien 0:3
18. Juni Donnerstag 20:30 Uhr Ägypten : Italien 1:0
21. Juni Sonntag 20:30 Uhr Italien : Brasilien 0:3
21. Juni Sonntag 20:30 Uhr Ägypten : USA 0:3

TABELLE GRUPPE B

RANG MANNSCHAFT SP. G U V TORE PUNKTE
1. Brasilien 3 3 0 0 10 9
2. USA 3 1 0 2 4 3
3. Italien 3 1 0 2 3 3
4. Ägypten 3 1 0 2 4 3

HALBFINALE

DATUM TAG ZEIT SPIEL RESULTAT
24. Juni Mittwoch 20:30 Uhr Spanien : USA 0:2
25. Juni Donnerstag 20:30 Uhr Brasilien : Südafrika 1:0

SPIEL UM DEN 3.PLATZ

DATUM TAG ZEIT SPIEL RESULTAT
28. Juni Sonntag 15:00 Uhr Spanien . Südafrika 3:2

FINALE

DATUM TAG ZEIT SPIEL RESULTAT
28. Juni Sonntag 20:30 Uhr USA : Brasilien 2:3

nach obenConfed-Cup-2009-Nachlese: Dunga, die Seleção und der Fluch des ewigen Gewinnens!

Der Konföderationen-Pokal ist Geschichte. Und er hat Geschichte geschrieben. Brasilien hat die Mini-WM, die auch als Generalprobe für die in einem Jahr stattfindende Weltmeisterschaft gilt, am Ende überlegen gewonnen. 5 Siege in 5 Spielen, 14:5 Tore. Würdiger kann man nicht nach Hause fahren. Der Torschützenkönig mit Luis Fabiano kommt genauso aus Brasilien wie Kaká, der beste Spieler des Turniers. Und auch Kapitän Lúcio wurde am Ende noch zusätzlich geehrt. Er spielte sich beim Castrol Index an die Spitze, ein innovatives aber auch kryptisches Leistungsbewertungssystem der Fifa.

Und empfangen wurde er bei der Ankunft in Rio de Janeiro wie ein Popstar.Geschichte geschrieben hat auch Carlos Dunga, er als erster Mensch den Confed-Cup sowohl als Spieler als auch als Trainer gewann. Sein Team wurde zum dritten Mal Champion, auch dies gelang zuvor keinem anderen Land. Und in der 8. Auflage hatte Brasilien mit sechs Teilnahmen in Folge schon vor dem ersten Anpfiff einen Rekord aufgestellt. Gekämpft und gelitten hat die Seleção allerdings auf ihrem Weg zum Titelgewinn. Gescholten wurde sie auch, der brasilianische Fan verzeiht keinen Schnitzer, keine schlechte Spielphase, keine vergeigte Halbzeit. Der fünffache Weltmeister muss immer oben stehen, schliesslich sind die Idole einer ganzen Nation “geboren, um Fussball zu spielen“ – so steht es zumindest in den Trikots eingestickt.Doch liegt ein Fluch auf dem Erfolg? Noch nie konnte ein Confed-Cup-Gewinner die darauf folgende Fifa-Fussball-Weltmeisterschaft gewinnen, doch auch noch nie war jemand so nah dran wie Brasilien 1998.

Damals schaffte es der amtierende Champion bis ins Finale gegen Frankreich, verlor dann jedoch überraschend klar mit 0:3. Im Jahr 2001 war es genau anders herum. Beim Konföderationen-Pokal verlor man sogar gegen Mexiko das Spiel um Platz 3, ein Jahr später hielt man die begehrte WM-Trophäe in den Händen.Trainer Carlos Dunga hat aber schon so manchen Fluch gebrochen und Unglaubliches erreicht. Bereits 1984 hielt er die Olympische Silbermedaille in den Händen, gewann 1989 und 1997 die Copa Ámerica. Im gleichen Jahr hielt er auch den Confed-Cup in den Händen. Als Kapitän führte er zudem die Seleção 1998 zum zweiten Mal in Folge ins Finale der Weltmeisterschaft, nachdem er bereits 1994 die begehrte Trophäe überreicht bekam.

Seit der blamablen Leistung bei der WM 2006 in Deutschland trainiert er als Nachfolger von Carlos Alberto Parreira nun die brasilianische Fussball-Nationalmannschaft. Er führte sie zunächst zum Sieg bei der Copa Ámerica 2007, katapultierte sie an die Spitze der WM-Qualifikation 2010 und liess sie den nun zu Ende gegangenen Confed-Cup in Südafrika 2009 gewinnen. Dazwischen hatte er noch kurz die brasilianische Olympiaauswahl 2008 betreut und kehrte aus China mit der Bronzemedaille zurück.

Als Trainer fehlt ihm allerdings noch der Gewinn einer Weltmeisterschaft und vermutlich ist die im kommenden Jahr in Südafrika ausgetragene Endrunde seine allerletzte Chance. Und daher ist es kaum anzunehmen, dass sich ein Carlos Dunga von einem Mythos den Traum vermiesen lässt. Lieber lässt er den Fluch für alle Zeiten in den Mündern seiner Kritiker verschwinden, um sich selbst in den Geschichtsbüchern zu verewigen. Verdient hat er es sich schon heute – und getan hat er auch schon.Genauso wie seine Protagonisten, allen voran Kapitän Lúcio, Spielmacher Kaká und Torgarant Luis Fabiano.

Doch auch viele neue Gesichter sind auf dem Platz zu sehen und kämpfen für den gemeinsamen Erfolg. Nilmar, Ramires, Felipe Melo, Daniel Alves, Alexandre Pato und natürlich auch Robinho, der jedoch leider in letzter Zeit nicht mehr so ganz an seine Erfolge bei der Copa Ámerica anknüpfen kann. Vergessen sind mittlerweile Adriano, Ronaldinho Gaúcho, Ronaldo oder auch Vagner Love. Ein neues junges und vor allem frisches Team mit Mannschaftsgeist hat er zusammengestellt, die Altlasten ohne Rücksicht auf Verdienste und Ansehen aussortiert.Der Kader enthält so illustre Namen, dass es schwer fällt, die Spieler in eine A- und B-Mannschaft aufzuteilen.

Fast jeder Spieler der Stammmannschaft ist durch einen gleichwertigen zu ersetzen, die Nuancen sind so fein, dass es fast ausschliesslich darauf ankommt, wie das Team zusammen harmoniert. Und auch hier wurde beim Confed-Cup eines klar. In fast jeder Konstellation wird gewonnen und werden Tore geschossen.Um jedoch die perfekte Mannschaft zu bilden, muss ein Trainer den Versuch wagen. Einige Spiele gingen in der Anfangsphase verloren, andere mutierten zu langweiligen Nullnummern, verschiedene Systeme produzierten nur nervöses und unüberlegtes Gekicke auf dem Rasen.

Doch nun scheint der Erfolgstrainer den Durchblick zu haben. Seit 16 Spielen wurde nicht mehr verloren, die letzten 8 Spiele durchweg gewonnen. Überhaupt kommt er in 54 Spielen als verantwortlicher Trainer (inkl. der Olympiaauswahl) nur auf ganze 5 Niederlagen. Und die letzte liegt schon über ein Jahr zurück.“Wenn wir die Besten sein wollen, müssen wir nächstes Jahr die WM gewinnen.“ So nüchtern betrachtete Dunga den Einzug ins Halbfinale beim diesjährigen Confed-Cup. Minuten zuvor hatte die Seleção den amtierenden Weltmeister Italien mit 3:0 vom Platz gefegt und sich mit 3 Siegen und 10 Toren an der Tabellenspitze der Gruppe B behauptet. Plötzlich gehörte Brasilien wieder zu den ganz grossen Favoriten. Denn obwohl die ersten beiden Spiele ebenfalls gewonnen wurden, traute man der Seleção den Turniersieg doch noch nicht so ganz zu.Gegen Ägypten verspielte man zum Auftakt einen 3:1 Vorsprung und ging nur durch einen zwar regulären, aber äusserst umstritten entschiedenen Handelfmeter am Ende mit 4:3 als Sieger vom Platz. Und die USA im zweiten Vorrundenspiel wurden von der Medienwelt zunächst als keinerlei Konkurrenz angesehen, dementsprechend wenig wog dann auch der klare 3:0 Erfolg.

Aber nach der 0:3 Blamage von Italien sahen selbst die ärgsten Kritiker Licht am Horizont.Doch dieses wurde wenige Tage später im Halbfinale gegen Südafrika durch die unzähligen Fantrompeten, den Vuvuzelas, gleich wieder ausgeblasen. Nach einem schwachen Spiel rettete erst Dunga-Joker Daniel Alves mit seinem Freistosstreffer die Seleção vor der drohenden Verlängerung und schickte den Gastgeber mit einem unglücklichen 0:1 in Spiel um Platz 3. Nun stand der zweimalige Confed-Cup-Titelträger erneut im Finale, in Brasilien war dies allerdings mittlerweile ein Pflichtspiel. Und noch dazu gegen die USA, die man ja in der Vorrunde mit 3:0 faktisch deklassiert hatte.

Die Warnungen Dungas vor den starken US-Boys wollte logischerweise niemand hören.Manch einer wird es sich jedoch nach rund einer halben Stunde Spielzeit im Finale dann doch wieder in Erinnerung gerufen haben. Denn zu diesem Zeitpunkt lagen die Kanariengelben bereits 0:2 zurück und liessen sich vom Nordamerikameister das Spiel diktieren. Die Bilanz zur Halbzeit war vernichtend, lediglich der höhere Ballbesitz sprach zugunsten der Seleção. War es die Angst vor der Schmach im Heimatland, war es der Fluch Dungas, noch nie ein Spiel als Trainer gewonnen zu haben, in dem seine Mannschaft mit zwei Gegentreffern zurücklag?

toschtzenknig45 Minuten später war auch dieser Mythos Geschichte. Brasilien erzielte durch Luis Fabiano im Doppelpack und Lúcio drei sehenswerte und spielentscheidene Treffer. Selbst Kaká schickte den Ball per Kopf hinter die Torlinie, der absolut reguläre Treffer wurde jedoch nicht gewertet. Am Ende war das Match gedreht, Brasilien zum dritten Mal Gewinner des Konföderationen-Pokals und vor allem frei jeder Kritik.Die Ära Dunga scheint erst begonnen zu haben, im grössten Land Südamerikas herrscht Aufbruchstimmung. Doch dies bedeutet auch eines: je besser die Leistungen werden, desto weniger wird ein Misserfolg verziehen. Sollte Brasilien die Siegesserie in der WM-Qualifikation fortsetzen, so erwartet man dann auch ganz selbstverständlich den Gewinn der WM 2010 in Südafrika. Dann heisst es erneut wie 2006 “Rumo ao hexa“ – “Auf zum sechsten Titel“. Confed-Cup-Fluch hin oder her!

Dietmar Lang für BrasilienPortal