Copa America 1995 – 2004

Veröffentlicht am 16. November 2009
uruguay1URUGUAY 1995
Datum: 05.07. – 23.07.1995
Anzahl Spiele: 26
Anzahl Tore: 69
Teilnehmende Länder: 12
Teams: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Mexico, Paraguay, Peru, Uruguay, USA, Venezuela
Copa-Sieger: Uruguay
Final: Uruguay – Brasilien 1 (5) : 1 (3)
Durchschnitt der Zuschauer: 19’481

Torschützenliste
4 Tore: Batistuta (Argentinien)
4 Tore: García (Mexico)
3 Tore: Balbo (Argentinien)
3 Tore: Túlio (Brasilien)
3 Tore: Rincón (Kolumbien)
3 Tore: Wynalda (USA)
3 Tore: Otero (Uruguay)

1995 Uruguay
Mit denselben Teilnehmern und dem gleichen System von 1993 bewies die Veranstaltung von 1995 die Überlegenheit der Uruguayer besonders bei Heimspielen. Zum siebten Mal Austragungsort der Copa América, beherrschte das Land die Veranstaltung zu 100% und errang seinen 14. Titel in der Geschichte des Turniers, Gleichstand jetzt wieder mit Argentinien. Im Finale schlug das Team von Trainer Héctor Nuñez, auf dem Rasen angeführt von Enzo Francescoli, seinen Gegner Brasilien, der die Stars des “Vierfachen Weltmeisters“ nach Uruguay gebracht hatte. Das Entscheidungsspiel ging unentschieden, 1:1. aus – aber den Gastgebern lachte das Glück beim Elf-Meter-Schiessen. Der Uruguayer Enzo Francescoli wurde zum besten Spieler der Begegnung gewählt – während der Mexikaner Luis Garcia und der Argentinier Gabriel Batistuta sich den Ruhm der besten Torschützen teilten – jeder mit vier Toren.

bolivia1BOLIVIEN 1997
Datum: 29.06. – 18.07.1997
Anzahl Spiele: 26
Anzahl Tore: 74
Teilnehmende Länder: 12
Teams: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Kolumbien, Mexico, Paraguay, Peru, Uruguay, Venezuela
Copa-Sieger: Brasilien
Final: Bolivien – Brasilien 1:3
Durchschnitt der Zuschauer: 19’579

Torschützenliste
7 Tore: Ronaldo (Brasilien)
6 Tore: Luis Hernández (Mexico)
3 Tore: Gallardo (Argentinien)
3 Tore: Erwin Sánchez (Bolivien)
3 Tore: Romário (Brasilien)

1997 Bolivien
Endlich brach Brasilien auch mal das andere Tabu: es gewann ein Turnier in einem anderen Land. Bis zu diesem Jahr hatte die Seleção ihre vier Titel stets zuhause gewonnen. Das wurde anders beim Turnier in Bolivien, mit einem Team, das in seinen Reihen Ronaldo, Romário, Cafu, Roberto Carlos, Dunga und Taffarel vorweisen konnte – und gegen die war kein Kraut gewachsen! Neu in dieser Veranstaltung war die Teilnahme von Costa Rica, als Ersatz für die abwesenden USA. Unter Beibehaltung des schon bekannten Wettkampf-Systems überraschte Gastgeber Bolivien, indem seine Mannschaft die Favoriten Kolumbien und Mexiko hinwegfegte, bevor sie selbst von Brasilien im Endspiel geschlagen wurden. 1963, als La Paz schon einmal Austragungsort des Turniers gewesen war, hatten die Bolivianer schon einmal ihre Stärke in solcher Höhenlage bewiesen – jedoch diesmal im Endspiel konnte selbst die dünne Luft den Ansturm der Brasilianer nicht bremsen, die sich mit 3:1 den Titel sicherten – mit Toren von Denilson, Ronaldo und Zé Roberto. Der Stürmer Ronaldo war die Artillerie des Turniers, mit sieben Toren.

paraguayPARAGUAY 1999
Datum: 28.06. – 18.07.1999
Anzahl Spiele: 26
Anzahl Tore: 74
Teilnehmende Länder: 12
Teams: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Japan, Kolumbien, Mexico, Paraguay, Peru, Uruguay, Venezuela
Copa-Sieger: Brasilien
Final: Brasilien – Uruguay 3:0
Durchschnitt der Zuschauer: 18’500

Torschützenliste
5 Tore: Ronaldo (Brasilien)
5 Tore: Rivaldo (Brasilien)
4 Tore: Amoroso (Brasilien)

1999 Paraguay
Nachdem das Tabu gebrochen war, schien Brasilien keine Schwierigkeiten mehr zu haben, seinen zweiten Titel ausser Haus zu erringen – und das geschah 1999, als Paraguay zum ersten Mal Austragungsort des Turniers war. Neu war die Teilnahme Japans als Gast. Geführt vom Trainer Vanderlei Luxemburgo, schoss die Seleção 17 Tore und musste lediglich zwei einstecken. Sie gewann alle Partien in einem einmalig effizienten Stil. Im Endspiel schlug die brasilianische Equipe die Uruguayer mit 3:0 und bewies damit klar ihre Überlegenheit. Unter den herausragenden brasilianischen Spielern waren die Angreifer Ronaldo und Rivaldo – sie wurden beste Torschützen mit je fünf Toren – Amoroso, Cafu, Roberto Carlos, Ronaldinho und Zé Roberto. Mexiko, zum zweiten Mal, landete auf dem dritten Platz, während die Japaner nicht über die erste Phase hinauskamen.

colombia1KOLUMBIEN 2001
Datum: 11.07. – 29.07.2001
Anzahl Spiele: 26
Anzahl Tore: 60
Teilnehmende Länder: 12
Teams: Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Honduras, Kolumbien, Mexico, Paraguay, Peru, Uruguay, Venezuela
Copa-Sieger: Kolumbien
Final: Kolumbien – Mexico 1:0
Durchschnitt der Zuschauer: 33’200

Torschützenliste
6 Tore: Víctor Aristizábal (Kolumbien)
5 Tore: Wanchope (Costa Rica)
3 Tore: Guevara (Honduras)
3 Tore: Montecinos (Chile)

2001 Kolumbien
Kolumbien reihte sich als siebente Nation in die Reihe derer ein, die einen Titel der Copa América gewannen, als sie Austragungsort waren. Das kolumbianische Team, kommandiert von Francisco Maturana, legte eine beispiellose Kampagne hin – mit sechs Siegen in sechs Spielen und nicht einem einzigen Torschuss vom Gegner! Aristizábal, der in verschiedenen brasilianischen Teams gespielt und Erfahrungen gesammelt hatte, wurde der Torjäger des Turniers mit sechs Toren.

Argentinien war zuhause geblieben und hatte seine Abwesenheit mit fehlenden Sicherheitsvorkehrungen in Kolumbien erklärt, einem Land, das unter Auseinandersetzungen zwischen Drogenhändlern und der Regierung litt. Brasilien seinerseits musste eine beschämende Niederlage gegen den Neuling Honduras hinnehmen – schon im Viertel-Finale. Ein Jahr später würde dasselbe Team, auch mit Luiz Felipe Scolari als Trainer, den fünffachen Weltmeistertitel erringen! Mexiko erreichte noch einmal fast den Titel, wurde aber im Endspiel von den Kolumbianern geschlagen. Honduras erreichte einen überraschenden dritten Platz.

peru1PERU 2004
Datum: 06.07. – 25.07.2004
Anzahl Spiele: 26
Anzahl Tore: 78
Teilnehmende Länder: 12
Teams: Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Honduras, Kolumbien, Mexico, Paraguay, Peru, Uruguay, Venezuela
Copa-Sieger: Brasilien
Final: Brasilien – Argentinien 2 (4) : 2 (2)
Durchschnitt der Zuschauer: 25’000

Torschützenliste
7 Tore: Adriano (Brasilien)
5 Tore: Javier Saviola (Argentinien)
3 Tore: Carlos Bueno (Uruguay)

DAS KADER DER SELEÇÃO AN DER COPA AMERICA 2004

POSITION SPIELERNAME AKTUELLER CLUB
Torhüter Fábio Vasco da Gama (RJ)
Júlio César Flamengo (RJ)
Abwehr Bordon FC Schalke 04
Cris Cruzeiro (MG)
Gustavo Nery Werder Bremen
Juan Bayer Leverkusen
Luisão Benfica Lissabon
Maicon AS Monaco
Mancini AS Rom
Mittelfeld Adriano FC Coritiba (PR)
Alex Fenerbahce Istenbul
Baptista FC Sevilla
Diego FC Santos (SP)
Dudu Cearense Kashiwa Reysol, Japan
Edu Arsenal London
Felipe Flamengo (RJ)
Kleberson Manchester United
Renato FC Santos (SP)
Sturm Adriano Inter Mailand
Luis Fabiano FC São Paulo (SP)
Oliveira FC Valencia
Vágner SC Palmeiras (SP)

2004 Peru
In einem der atemberaubendsten Endspiele in der Geschichte der Copa América eroberte Brasilien seinen 7. Titel – diesmal gegen die Argentinier! Das Turnier 2004 wurde in Peru ausgetragen. Der Sieg Brasiliens gelang erst beim Elf-Meter-Schiessen – und das fand statt, weil der Stürmer Adriano das Ausgleichstor erst in der Verlängerung der zweiten Halbzeit zustande brachte – Spielstand 2:2. Die Argentinier waren von Anfang an im Vortel gewesen: Killy Gonzalez eröffnete die Tabelle in der 20. Minute der ersten Halbzeit. Luisão schoss den Ausgleich im letzten Moment vor der Halbzeit – und César Delgado dirigierte den Ball in der 42. Minute der zweiten Halbzeit ins gegnerische Netz – und hinterliess den Eindruck, dass der Kampf um den Titel entschieden sei. Jedoch eine Bombe von Adriano, vor der Grenze zum Strafraum, veränderte die Geschichte dieser Partie.

Der brasilianische Stürmer schoss sieben Tore und beendete dieses Turnier als bester Torschütze und bester Spieler. Der Sieg Brasiliens bekam ausserdem noch eine spezielle Note durch den Umstand, dass der Trainer Carlos Alberto Parreira das Turnier für Experimente mit neuen Spielern genutzt hatte, während seine Cracks zuhause geblieben waren!


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Brasilien Sieger im Elf-Meter-Schiessen und damit Gewinner der „Copa América 2004“
Lima, 26. Juli – Mit einem Tor von Adriano, in der Nachspielzeit der Zweiten Halbzeit, erreichte Brasilien das Unentschieden gegen Argentinien und verlagerte dadurch die Entscheidung der „Copa América 2004“ aufs Elf-Meter-Schiessen. Dabei verteidigte Júlio César das brasilianische Tor gegen den Schuss von D’Alessandro – Gabriel Heinze schoss vorbei – die Brasilianer dagegen trafen das Tor alle vier Mal und gewannen so den Titel.

Wie man erwartet hatte, begann das Endspiel unter nervöser Spannung, hart umkämpft und relativ ausgeglichen, mit Torchancen auf beiden Seiten. Während der ersten fünf Minuten beanstandeten beide Teams angebliche Strafstösse: Brasilien wegen eines Fouls gegen seine Sturmspitze Adriano, innerhalb des Strafraums, und Argentinien beschwerte sich wegen eines Handspiels von Gustavo Nery und eines Fouls gegen seinen Killy Gonzalez. Der paraguayische Schiedsrichter Carlos Amarilla aber liess, vollkommen unbeeindruckt, weiterspielen. In der 20. Minute dann streckte der brasilianische Torjäger Luisão den argentinischen Luis Gonzales nnerhalb des Strafraums zu Boden – Amarillo genehmigte diesmal den Strafstoss, bei dessen Ausführung Cristian Gonzalez den Ball mit einem unhaltbaren Schuss in die rechte Ecke des brasilianischen Tors platzierte und damit den Tabellenstand eröffnete. Nach diesem ersten Tor gingen die Argentinier massiv zum Angriff über und hätten beinahe das zweite Tor erzielt, als ihr Luis Gonzales mit einem kräftigen Schuss aus dem Mittelfeld den brasilianischen Torwart Júlio César zu einem grossartigen Verteidigungsmanöver provozierte. Nach dieser Attacke verlor das Spiel der Argentinier jedoch an Angriffslust – sie zogen es nunmehr vor, sich zurückzuziehen und ihre Spielhälfte gegen die angreifenden Brasilianer zu verteidigen. Der argentinische Linksaussen Carlos Tevez war der einzige Argentinier, der mit seinen Attacken noch eine gewisse Gefahr darstellte. Brasilien seinerseits versuchte den Angriff aus dem Mittelfeld – mit Adriano und Luis Fabiano – aber ohne besondere Wirkung. In den letzten Minuten der Ersten Halbzeit jedoch, wurden die Brasilianer zusehends gefährlicher – und in der 46. Minute verwandelte Luisão, derselbe, der den Elf-Meter des 0:1 verschuldet hatte, einen Pass von Alex mit dem Kopf zum 1:1 und die beiden Teams trennten sich unentschieden zur Halbzeit.

In der zweiten Hälfte, schon nach 4 Minuten, verpasste Argentinien ein unglaubliche Torchance  von Carlos Tevez: Nach einem Querpass von Mauro Rosales erwischte der argentinische Stürmer das Leder etwas unglücklich und kickte es – direkt aus dem gegnerischen Strafraum und in nächster Nähe zum brasilianischen Tor – an den Querbalken. Wenig später, in der 10. Minute, verlor Brasilien seinen Flügelmann Kléberson durch eine Verletzung. Für ihn schickte der Trainer Parreira den Mittelfeldspieler Diego auf den Platz, das brasilianische Team sollte offensiver werden. Auf argentinischer Seite wechselte Trainer Bielsa Mauro Rosales gegen den Ex-Champion César Delgado aus, um mehr Bewegung in den rechten Sturm zu bringen. Diese Wechsel bewirkten allerdings kaum eine Veränderung des Spielgeschehens. Argentinien, insgesamt etwas reger im Spielfeld, versuchte sich öfter im Angriff, zeigte aber nicht den nötigen Nachdruck, während Brasilien lediglich den Gegenangriff forcierte. In der 26. Minute riskierte Tevez einen Schuss aus dem Mittelfeld, aber Júlio César zeigte eine sichere Abwehr aus dem Mittelbereich seines Tors. Besser im Angriff, machten die Argentinier jetzt mehr Druck, während die Brasilianer sich auf die Verteidigung konzentrierten. Trotzdem zeitigte die argentinischen Angriffstaktik Erfolg: in der 42. Minute – nach einem Pass von links – machte der Brasilianer Renato einen schwerwiegenden Fehler, und  César Delgado schoss die Bombe ein zum 2:1. Als die Partie längst entschieden schien – in den letzten Minuten der Verlängerung – machte sich der beste Torschütze der Copa América, Adriano (7 Tore), den ausrollenden Ball zunutze und schoss ein zum Unentschieden – 2:2 in der 48. Minute. Ganz Brasilien stand in diesem Moment Kopf!

Beim Elf-Meter-Schiessen verteidigte Júlio César sein Tor gegen den ersten Ball von Andrés D’Alessandro erfolgreich, während Adriano Brasilien einen Vorsprung verschaffte und seinen Ball ins Netz fegte. Beim zweiten Durchgang verschoss der argentinische Gabriel Heinze den Ball übers Tor und entschied damit die Niederlage seines Teams. Denn in den folgenden Sequenzen gelangen Edu und Diego zwei Volltreffer für Brasilien, obwohl Cristian Gonzalez und Sorin für Argentinien ebenfalls trafen. Und der letzte Schuss von Juan – mit absoluter Präzision – beschenkte dann Brasilien mit dem Titel der „Copa América 2004“ – dem siebten in seiner Geschichte.