Dida – Edvaldo Alves

Veröffentlicht am 15. November 2009

Dida_startKünstlername: Dida
Kompletter Name: Edvaldo Alves de Santa Rosa
Geburtsdatum: 26/03/1934, † 17/09/2002
Geboren in: Maceió
Position: Sturm

Vereine:
1966 bis 1968: Atlético Júnior (COL)
1964 bis 1965: Portuguesa (SP)
1954 bis 1964: Flamengo (RJ)
1950 bis 1954: C. S. A. (AL)
1949: América (AL)

WM-Einsätze Seleção: WM 1958 Schweden

Spiele für die Seleção: 6
Tore für die Seleção: 4

Im Jahre 2002 verstarb einer der bekanntesten Fussballstars des grossen Clubs Flamengo in Rio de Janeiro: Edvaldo Alves de Santa Rosa, bekannt unter dem Künstlernamen Dida. Er war nach Zico der grösste Torjäger seiner Zeit und schoss Flamengo insgesamt 3-mal zur Meisterschaft. Dida begann seine Karriere in der Jugendmannschaft von América de Alagoas.

1951 wechselte er zum Centro Sportivo Alagoano und im Lauf der Jahre entwickelte er sich zu einem der besten Fussball-Cracks des brasilianischen Fussballs. In 3 Jahren wurde er zu einem der besten Spieler seines Clubs und der Durchbruch kam bei einem legendären Spiel: beim Spielstand von 3:1 für Paraiba drehte Dida den Spiess um und verhalf mit 2 sensationell geschossenen Toren Alagoas zum 4:3 Endstand und Sieg. Dies war ausschlaggebend für den Wechsel zu Flamengo nach Rio de Janeiro im Jahre 1954.

DidaMittlerweile zählt man Dida in der mehr als hundertjährigen Vereinsgeschichte zu den grossen 5 Idolen: Domingos da Guia, Leônidas da Silva, Zizinho, Dida und Zico werden in einem Atemzug genannt. Unter diesen Fussballgöttern ist Dida der einzige, der nicht auf eine lange Karriere in der Brasilianischen Seleção zurückblicken kann – nur 8 Spiele und 5 Tore sind für einen Torjäger quasi nichts. Es gibt jedoch einen ganz plausiblen und einfachen Grund dafür: Dida hatte das “Pech” in die Epoche Pelé’s zu fallen, dem grossen Genie, der seinen Ruhm schon mit 17 Jahren erreichte.

Auch Dida begann sehr früh mit dem Fussball spielen, jedoch in einer Region wie dem Nordosten Brasiliens, in dem die Wirtschaft sehr schwach ist, muss man sich von ganz unten langsam nach oben spielen… das dauert. Doch endlich bei Flamengo unter Vertrag war er der grosse Star der fünfziger Jahre. 1954 gewann der Club mit Dida’s Hilfe die Meisterschaft. Und im folgenden Jahr machte er den Dreifach-Sieg der Meisterschaft in Folge 53, 54 und 55 perfekt. Dida war 1958 bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz dabei und “wäre er und seine Beweglichkeit nicht gewesen, hätten wir kein Tor gegen Österreich geschossen” – so Didi, das Hirn der Mannschaft von 1958 (das Spiel gegen Österreich war ausschlaggebend für den restlichen Verlauf des Turniers).

Leider erlitt Dida eine Entzündung am Bein im nächsten Spiel und mehr und mehr musste er Platz machen für die Stars von morgen: Pele und Vava. Das Turnier war für Dida desillusionierend und gab ihm bestimmt für den Rest seines Lebens zu denken. Auch wenn es in der brasilianischen Seleção nicht zu vielem reichte, bei Flamengo blieb Dida der Fussballgott und Liebling der Fans. Seine Beliebtheit nahm zu und für einen der aufstrebenden Fussballstars Brasiliens mit 6 Jahren war er zu dieser Zeit das ganze grosse Idol: die Rede ist von Zico.

Mit 244 Toren für Flamengo war Dida bis zum Auftauchen Zico’s als Fussballspieler der grosse Torjäger des Clubs und immer wieder bei entscheidenden Spielen Richtung gebend und von grosser Bedeutung. Nach Flamengo folgten Clubs in Brasilien wie Portuguesa de Desportos in São Paulo und ein kurzer Auslandaufenthalt in Kolumbien. Seine Karriere als Spieler endete im Jahre 1968 und wurde forthin als grosse Fussballlegende genannt. Ein hervorragender Torschütze, zum Perfektionismus reichend und mit der simplen Einstellung, dass ein Tor zu schiessen, nicht wirklich schwer, geschweige denn ein Problem ist. Sein Fussball war effizient in allen Lagen, sei es mit hochgespielten Bällen oder rasantes Dribbeln über den Platz. Sein Fähigkeit, den Ball zu dominieren, leichtfüssig zu bewegen und dribbeln und Gelegenheiten geschickt auszunützen machten ihm zu einem der wichtigsten Spieler Flamengos.

Leider fasste Dida nach seiner Karriere im anderen, wirklichen Leben nicht richtig Fuss. Finanzielle Probleme belasteten das Familienleben mit seiner grossen Liebe Lydia Tomowsky und ihren zwei Söhnen sehr bald und in grossen Masse. Anfang der 90er Jahre verstarb Lydia noch bevor Dida Ehrungen wie ein Museum in Maceio oder ähnliches zuteil wurden. Auch Dida’s Gesundheit war nicht die beste und mit bis zu 2 Schachteln Zigaretten pro Tag zerstörte er langsam aber sicher seine Lunge. Er lebte zuletzt ein ruhiges Leben in einem Appartement in Rio de Janeiro – ohne Pomp und Glitter, ohne Ehrungen und Reportagen.

Hepatitis und Atmensbeschwerden beendeten schliesslich im Jahre 2002 Dida’s Leben. Im Krankenhaus Miguel Couto verstarb er am 17. September und wurde in Flamengo beigesetzt. Dida hat noch immer viele Fans, die seine sensationellen Tore nie vergessen werden und für einen besonders wird er immer das ganz grosse Idol seines Lebens bleiben: Zico