Neymar

Veröffentlicht am 27. Juni 2011

neymar-118Künstlername: Neymar
Kompletter Name: Neymar da Silva Santos Júnior
Geburtsdatum: 05/02/1992
Geburtsort: Mogi das Cruzes (SP)
Grösse: 1,79m
Position: Sturm
Link: Website

Vereine:
06/2013: FC Barcelona
Ab 2008: FC Santos (SP)

WM-Einsätze Seleção:
WM 2014 Brasilien

“Im Namen der Kunst, im Namen des Fussballes, sie haben ein Monster erschaffen“ lautete im September 2010 die erschütternde Feststellung von des Fussball-Trainers Renê Simões über das brasilianische Fussballtalent Neymar da Silva Júnior. Über den heute 20-jährigen hatte Fussball-Legende Pelé noch knapp ein Jahr vorher orakelt: “Ich glaube, er könnte besser werden als Robinho oder Pelé!”

Monster oder Genie, die Experten sind sich bislang noch nicht einig geworden. Neben hervorragenden Leistungen macht der Jungprofi jedoch auch immer wieder mit handfesten Skandalen und einer nicht von der Hand zu weisenden Arroganz auf sich aufmerksam. Schuld daran dürfte in ersten Hinsicht die Öffentlichkeit sein, die dem Newcomer in zu kurzer Zeit zuviel Erwartungshaltung aufgedrängt hat.

Geboren am 05. Februar 1992 in Mogi das Cruzes im Bundesstaat São Paulo begeisterte sich Neymar bereits früh für das runde Leder. Von 2003 bis 2008 durchlief er die Jugendmannschaften vom FC Santos, wo er 2009 den Sprung in die 1. Mannschaft schaffte. Bereits nach fünf Ligaspielen kannte die Begeisterung der Zuschauer und Kommentatoren kaum noch Grenzen, damals besuchte Pelé den 17-jährigen und liess sich zu dem anfänglich zitierten Kommentar hinreissen.

Seitdem hatte der Stürmer bis Juni 2011 insgesamt 135 Spiele für seinen Verein absolviert und dabei 66 Tore erzielt. Schon zu Beginn seiner Profikarriere spielte er in der brasilianischen U17-Nationalmannschaft erstmalig im kanariengelben Trikot, ein Jahr später wurde er nach der verpatzten Weltmeisterschaft 2010 vom neuen Trainer Mano Menezes für die verjüngte Seleção nominiert. Gleich im ersten Freundschaftsspiel gegen die USA gelang im ein Tor, für die vom schlechten Abschneiden der Seleção in Südafrika zutiefst enttäuschten Fans war ein neuer Stern am brasilianischen Fussballhimmel erschienen.

neymarDoch wo Licht ist, ist auch Schatten. Sich seines Erfolges sicher und als Torgarant bei seinem Verein wuchs auch eine nicht von der Hand zu weisende Selbstherrlichkeit. Aus dem ehemals eher schüchternen und mit Zahnspange ausgestatteten Jugendlichen entstand binnen kürzester ein Jugendidol mit hochgestellten Haaren und seiner ganz eigenen Weltansicht. So hatte er sich sich unter anderem aus “religiösen Gründen” geweigert, gemeinsam mit evangelischen und katholischen Vereinkameraden wie Robinho und Ganso an Ostern 2010 kleine Geschenke an Bedürftige zu verteilen.

Im September 2010 durfte er nach einem Foul auf Anordnung seines Trainers Dorival Júnior den Elfmeter nicht schiessen und rastete zunächst auf dem Spielfeld, später auch noch in der Kabine aus. Letztendlich soll er seinen Coach übelst beleidigt und mit einem Trinkbecher beworfen haben. Der gegnerische Trainer Renê Simões von Atlético Goianiense kommentierte diese Geschehnisse mit der Eingangs aufgeführten Bemerkung über die Erschaffung eines Monsters.

Die Selbstherrlichkeit kam auch im April 2011 wieder zum Vorschein, als Neymar in einem Gruppenspiel der Copa Libertadores ein Tor derart feierte, als dass er sich sein eigenes Gesicht als Maske aufzog. Es sah dafür die gelbe Karte, die zweite in diesem Spiel, und musste vom Platz.

Diese Eskapaden verblassen jedoch immer wieder hinter den spielerischen Leistungen und der Torgefährlichkeit des Youngsters. Zurecht darf er als Protagonist der U20-Südamerikameisterschaften 2011 bezeichnet werden, wo er mit neun Toren nicht nur Torschützenkönig des Turniers wurde sondern Brasilien massgeblich durch den Titelgewinn die Olympiateilnahme 2012 sicherte.

In der brasilianischen Nationalmannschaft hat die Nachwuchshoffnung mit Starallüren bis jetzt fünf Spiele absolviert. Bei der Copa América 2011 in Argentinien soll er an der Seite von Robinho für Tore sorgen. Dieser versucht seinen Vereinskameraden vergeblich vor zu grossen Erwartungshaltungen zu schützen. Neymar sei keineswegs mit Pelé zu vergleichen, so der Torschützenkönig der Copa América 2007. Allerdings könne er es mit den besten der Welt aufnehmen und bei jedem Verein in Europa spielen.

Dafür, so sind sich die Experten einig, muss Neymar allerdings noch an sich arbeiten. Nicht jeder verzeiht auch einem international auserkorenen Superstar seine Ausraster und Skandale. Da hilft es auch nicht, wenn spanische Zeitung vom “neuen König” in Anspielung auf Pelé titeln oder argentinische Zeitungen ihm den Spitznamen “Neymaradona” verpassen.

Neymar stand 2012 im Aufgebot der Olympiamannschaft für die Spiele in London. Das anvisierte Ziel – dem Gewinn der ersten Goldmedaille für Brasilien – wurde auch dieses Mal nicht nicht erreicht. Die Seleção verlor gegen Mexiko 1:2 und belegte den 2. Rang oder die Silbermedaille. In den sechs Spielen, in welchen Neymar zum Einsatz kam, erzielte er drei Tore.

Neymar verlängerte seinen Vertrag beim FC Santos im November 2011 vorzeitig bis zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Und 2011 und 2012 wurde Neymar zu Südamerikas Fussballer des Jahres gewählt.

Die Spekulationen für einen Wechsel zu einem europäischen Top Club wurden Ende Mai 2013 offiziell: Am 26. Mai 2013 wurde bekannt: Neymar wechselt nach Spanien zum FC Barcelona, wo er einen 5-Jahresvertrag unterschrieb. Er kostete offiziell 57 Millionen Euro Ablöse und seine Ausstiegsklausel liegt bei 190 Mio. Euro

2013 nahm er mit der Seleção am FIFA-Konföderationen-Cup teil und erzielte im Eröffnungsspiel gegen Japan in der 3. Minute das erste Turniertor. Mit drei weiteren Toren belegte er am Ende Platz 3 in der Torschützenliste und hatte wesentlichen Anteil am Gewinn des Turnieres. Neymar wurde als bester Spieler des Confed-Cup 2013 ausgezeichnet.

Luis Felipe Scolari und die ganze Fussball-Nation Brasilien hofft ab Juni 2014 auf Neymar, dass er die Seleção mit seinen Toren und Ideen zum sechsten WM-Titel führt.


Zeca-Vater_150-mit-Ausrufezeichen» Neymar wechselt zu Barcelona