Footvolley

Veröffentlicht am 10. Oktober 2009

Footvolley– dazu gehört ein Sandfeld, ein Ball, ein Netz, 2 x 2 Spieler und der Einsatz von Füssen, Kopf und der Brust. Fussvolleyball verbindet Urlaubsatmosphäre mit viel Ballgefühl und zieht Akteure wie Zuschauer gleichermassen in Bann.

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Beachvolleyball ist seit 1996 olympisch und wird immer populärer. Fussball ist seit jeher die unbestrittene Nummer 1 im Sport. Die Kombination der Beiden heisst Fussvolleyball. Eine absolute Fun-Sportart mit grossem Potential. Wer ihr einmal verfallen ist, kommt davon nicht mehr los (“Fussvolley-Virus“). Fussvolleyball ist was fürs Auge (attraktive, das Publikum begeisternde Ballwechsel) und Ausdruck eines Lebensgefühls. Sand, Strand, Sonne und unbeschwertes Ballspiel. Davon träumen wir doch alle; das macht uns glücklich. Eigentlich unerklärlich, weshalb Fussvolleyball erst jetzt beginnt, weltweit ins Rampenlicht zu treten. Wir sind überzeugt, dass dieser Sport noch von sich reden machen und starke Verbreitung finden wird. Die Basis für den “Fussvolley-Boom“ ist gelegt. Have fun, play footvolley!

Geschichtliche Wurzeln

Als Ursprungsland des “Futevôlei“ (sprich: Futschivolei) gilt das sonnige Brasilien. Vor vierzig Jahren war es an Rio’s Stränden verboten, wilde Fussballspiele abzuhalten. So entschlossen sich einige Fussballer mehr als Protest gegen entsprechende Polizeiaktionen, ihr Spiel auf ein begrenztes und dadurch legales Beachvolleyballfeld zu verlegen. Der Sport verbreitete sich in Brasilien relativ rasch und inzwischen wird überall an Brasiliens Stränden dem Fussvolleyball gefrönt. Die Hochburg des Fussvolleyballs liegt an ihrer Geburtsstätte in Rio, wo Ballkünstler wie Romario, Junior, Careca, Renato und Zico dem Sport zu grosser Popularität verholfen haben. Dort begann 1991 übrigens auch unsere Leidenschaft für Fussvolleyball.

Regeln

Fussvolleyball spielt man auf einem Beachvolleyballfeld (Sandplatz). Die offiziellen Masse des Feldes betragen 18 auf 9 Meter. Die Netzhöhe liegt bei 2.20 Meter. Gespielt wird in Zweier-Teams. Der grosse Unterschied zum Beach-Volleyball liegt darin, dass der Ball nur mit den auch im Fussball erlaubten Körperteilen gespielt werden darf (nicht mit den Armen und Händen). Wie im Volleyball muss der Ball direkt in der Luft weitergeleitet und mindestens mit der dritten Ballberührung über das Netz in die gegnerische Spielfeldhälfte befördert werden. Es darf niemals derselbe Spieler zweimal hintereinander den Ball berühren (jonglieren). Der Aufschlag erfolgt durch das Spielen des auf dem Boden ruhenden Balles mit dem Fuss. Als Abschlaghilfe wird für den Ball ein kleiner Sandhügel gebildet. Jeder Ballwechsel führt zu einem Punkt. Die Netzberührung durch den Ball ist auch beim Aufschlag erlaubt. Die Berührung des Netzes durch einen Spieler hingegen nicht. Das offizielle Spielgerät ist ein etwas schwererer Fussball (Mikasa Kickoff SWL 310 Size 5). Es kann aber selbstverständlich auch mit normalen Fussbällen gespielt werden.

footvolley_brasil_copyright_by_SFVVSchon lange vor unserer Zeit haben Brasilienreisende das Fussvolley entdeckt und mit sich in die Schweiz heimgenommen. Nur ist dieser Kreis immer sehr klein geblieben. Das Fussvolley hat keine richtige Verbreitung gefunden. In Luzern gibt es schon seit Jahrzehnten einen Fussvolleyclub im Lido. Dort wird zwar nach etwas anderen Regeln und mit einem anderen Ball gespielt, doch die Grundlagen sind die Gleichen. Seit über 70 Jahren wird im Lido Fussvolleyball gespielt. Da stellt sich die berechtigte Frage: wer hat’s denn eigentlich erfunden? Na ja, das hatten wir ja schon beim bekannten Schweizer Kräuterbonbons. Im Jahre 1994 haben wir (eine Gruppe fussballbegeisterter Nidwaldner) zum ersten Mal spontan in Buochs ein Fussvolley-Turnier durchgeführt. Diese Veranstaltung hat grossen Anklang in Fussballerkreisen gefunden und wurde trotz misslichen Wetterbedingungen ein Erfolg. Seither wird in Buochs (zwischen Strandbad und Fussballplatz) im Sommer mehr oder weniger regelmässig Fussvolleyball gespielt. Der Kreis der Spieler wird immer grösser und das Interesse von Fussballern aus allen Ligen ist enorm. Um den Stellenwert und das Publikumsinteresse anzuheben, laden wir vermehrt auch bekannte Fussballpersönlichkeiten zu den Turnieren ein. Inzwischen haben wir eine gesamtschweizerische Turnierserie ins Leben gerufen. Den wohl wichtigsten Schritt für die Schweizer Fussvolleyball-Bewegung haben wir am 17. April 2004 mit der Gründung des Schweizerischen Fussvolleyball Verbandes vollzogen.

Zur Förderung des Fussvolleyball-Sports in der Schweiz werden wir vorerst vor allem Öffentlichkeitsarbeit (Zusammenarbeit mit Behörden, andere Sportverbänden/-vereinen und internationalen Organisationen) betreiben, Mitglieder werben und damit den Bestand an Aktiven vergrössern (Interesse bei jung und alt wecken) und natürlich auch versuchen, Werbepartner und Sponsoren zu gewinnen. Die Synergien mit dem etablierten und in unserem Land sehr gut organisierten Beachvolleyball lassen uns von einer engen Zusammenarbeit in naher Zukunft träumen. Die ersten Schritte dazu wurden bereits gemacht.

footvolley_copyright_by_SFVVBrasilien nimmt als Mutterland des Fussvolleyballs international nicht nur im sportlichen sondern auch im organisatorischen Bereich die Führungsrolle ein. Bei Stränden in einer Gesamtlänge von 7500 Kilometern und über 170 Mio. fussballbegeisterten Einwohnern und damit einem unerschöpflichen Reservoir an Aktiven ist das auch weiter nicht verwunderlich. 1998 wurde in Brasilien der Weltverband gegründet, welcher eng mit dem brasilianischen Verband zusammenarbeitet. Vom 21. bis 25. April 2004 fanden in der Hauptstadt Brasiliens die ersten offiziellen Fussvolley-Weltmeisterschaften (mit 12 Nationen) statt. Thailand ist die führende Nation in Asien, wo Takraw (eine verwandte Sportart) als Traditionssport professionell betrieben wird. Auch in Europa wurden in den letzten Jahren in allen führenden Fussballnationen neue Fussvolleyballverbände gegründet (so in Italien, Deutschland, England, Frankreich, Spanien, Holland usw.). Es wurde auch ein Europäischer Verband ins Leben gerufen. Die einzelnen Verbände organisieren internationale Turniere mit bereits beachtlichem Zuschauer- und Medieninteresse (TV). Fussvolley soll mittelfristig einen vergleichbaren Status wie Beachvolleyball oder auch Beacchsoccer erhalten.

Angestrebt wird der Aufbau von nationalen und internationalen Meisterschaften und die Aufnahme des Fussvolleyballs als Olympische Sportart. Wir möchten die in unseren Breitengraden aufkeimende Fussballbegeisterung dazu nutzen, unsererseits mittelfristig ein grosses internationales Turnier (Weltmeisterschaft) in der Schweiz zu organisieren. Wir könnten Fussvolleyball damit eine medienwirksame Plattform geben und womöglich wichtige Identifikationsfiguren (“Stars“) schaffen, die dem Fussvolley zum Durchbruch verhelfen können (ein neues Fussvolley-Zeitalter einzuleiten vermögen). Wir sind selber auf die weitere Entwicklung gespannt und wollen unseren Teil dazu beitragen.