Zéca – das BrasilienPortal Maskottchen

Veröffentlicht am 10. September 2010

„José Carlos Porteiro do Brasil“ ist mein kompletter Name, wie diejenigen schon wissen, die bei meiner Amtseinführung dabei waren – meine Freunde nennen mich einfach “Zéca” – oder “Zéca do Portal” (Zéca – das BrasilienPortal Maskottchen) – wobei wir Cariocas, also die Leute, die in Rio de Janeiro zuhause sind, das “Z” wie ein stimmhaftes “S” aussprechen – in Eurer Sprache würde es original cariocanisch klingen, wenn Ihr es wie “Säka” aussprecht – aber es muss mit stimmhaftem “S” aus dem Schnabel kommen!

In Brasilien bin ich ziemlich bekannt. Das ist zwar als Papagei in diesem Land weiter kein Wunder – es gibt hier Millionen von uns – allerdings sind die meisten meiner Artgenossen noch nicht alphabetisiert und erfreuen sich eines unbeschwerten Daseins im Regenwald des Amazonas, im Pantanal von Mato Grosso oder im Atlantischen Urwald an der Küste, wo sie völlig vorbei an jeglicher brasilianischen Kultur ihr Leben fristen und mit ihrer zur Erlernung der menschlichen Sprache geeigneten dicken Zunge lediglich tropische Früchte und deren Kerne im Schnabel hin und her drehen.

Nun, diesen krächzenden Analphabeten bin ich um Generationen voraus: Bin direkt von meiner Sitzstange in einem Pet-Shop, damals nur weniger Worte meiner tropischen Heimat mächtig, von einem schweizerisch/deutschen Team adoptiert worden, um an ihrem BrasilienPortal die Gäste gebührend zu empfangen und ihnen die Naturschönheiten und die Kultur meiner Heimat zu erschliessen. Das war im Jahr 2005, als das BrasilienPortal bereits zwei Jahre ohne mich angelaufen war, sich die Besucherzahlen inzwischen jedoch dermassen entwickelt hatten, dass man nach einem Profi suchte mit der Fähigkeit, hinter dem Hauptportal diesen Interessentenstrom zu kanalisieren und ihm auch die jeweils gewünschten Seitentüren zu öffnen. Ich glaube, ich brauche nicht mehr zu erwähnen, dass das BrasilienPortal-Team mit mir eine gute Wahl getroffen hat, denn unser Arbeitsverhältnis ist ungetrübt!

Nun hat endlich, nach fünf Jahren meiner virtuellen Einsamkeit (nach einem jährigen Techtelmechtel auf die Vorbereitung zu den olympischen Spielen in Peking), eine rassige, buntgefiederte Papageiendame meine Flugbahn gekreuzt, als sie in der Schweiz Ferien machte – es war Liebe auf den ersten Blick, und sie flog gar nicht mehr zurück, sondern bot sich an, mir bei meiner Arbeit zur Hand zu gehen. Und als sie sogar ein paar Brocken Schwyzer-Dütsch recht anmutig aus ihrem Schnäbelchen hervorbrachte, war ich hingerissen! Inzwischen haben wir geheiratet und sind seitdem unzertrennlich. Ach so – ich bitte Sie meinen Fault-pás zu entschuldigen – ihr Name: Sie heisst „Josefa“ – und nach unserer Eheschliessung „Josefa Maria Porteira do Brasil“ – aber bitte nennen sie uns einfach „Zéca“ und „Zéfa“, wie alle unsere Freunde! Und vergessen Sie nicht: Das „Z“ muss als stimmhaftes „S“ aus dem Schnabel kommen – bei uns beiden!!

„S“, „S“, „S“ – aus unserer Verbindung ist 2013 unser Junge Zecinho hervorgegangen. Jetzt ist unser Familienglück vollkommen.
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Die Verwandlungen des Zéca

Zecás by: Tobias Thies illustrationen | comic | skulpturen