Verkehrsmittel und –Wege

Veröffentlicht am 23. Dezember 2009

Um Brasilien, ein Land wie ein Kontinent, mit seiner riesigen Ausdehnung zu erkunden gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir haben die wichtigsten Verkehrsmittel in der Luft, zu Wasser, auf der Schiene und per Landstrasse (das Strassennetz umfasst fast 2 Millionen Kilometer) für Sie zusammengetragen.

strasse

PER FLUGZEUG

Wegen der sehr grossen Entfernungen und dem ansteigenden Mobilitätsverhalten Geschäftsreisender werden Flugreisen innerhalb Brasiliens immer wichtiger. Das Land verfügt an allen wichtigen Destinationen über mindestens einen Flughafen. Die grossen Metropolen wie São Paulo, Rio de Janeiro, Salvador, Recife, Fortaleza, Natal werden ab der Schweiz und Deutschland von verschiedenen Fluggesellschaften täglich direkt innerhalb von 12 Flugstunden angeflogen.

Der beim Kauf eines internationalen Flugs erhältliche Brazil-Airpass lohnt sich im Fall von mehreren Inlandsflügen bestimmt, denn er ist eine preiswerte Möglichkeit, Brasilien zu entdecken – ohne Airpass gehen Flüge innerhalb von Brasilien gewaltig ins Geld!

Nebst den internationalen Fluggesellschaften etablieren sich aber immer mehr brasilianische Newcomer, die nach dem Vorbild europäischer Billigfluglinien erschwinglichere Flüge innerhalb des Landes, einzelner Regionen oder Bundesstaaten anbieten.

nach obenZU WASSER

In der weitgehend unwegsamen Wildnis des Amazonasgebiets oder des Pantanal, zum Beispiel, sind Boote die bevorzugten Verkehrsmittel für kurze und lange Strecken. Die Nutzung von Wasserstrassen als Transportwege hat wegen des inzwischen besser ausgebauten Strassennetzes jedoch allgemein ziemlich nachgelassen – der weitgehend weg- und steglose Regenwald des Amazonas jedoch – immerhin die Hälfte der Oberfläche Brasiliens, setzt nach wie vor auf Schiffe und Boote als wichtigstes Transportmittel für Güter, für Anwohner und für Touristen.

nach obenPER BUS

Um in Brasilien in interessanten Kontakt mit den Einheimischen zu kommen, nichts besser als eine Busreise, um während der vielen Stunden durch die üppige Natur – bei unzähligen Pausen unterwegs – die interessantesten Erfahrungen zu sammeln. Ausserdem wird eine Busreise auch ihrem Reisebudget guttun, denn eine Fahrt mit einem Fernbus ist in Brasilien auch besonders preiswert! Deshalb fahren auch all die aus dem trockenen Nordosten in Rio oder São Paulo als Lohnempfänger untergekommenen Saisonarbeiter über die Feiertage ihre Familien besuchen – 30 bis 40 Stunden im Bus, deren Fahrer alle 8 Stunden wechseln und den Bus (meistens) durchgehend in Bewegung halten. So eine Langstreckenbusfahrt ist zwar anstrengend, aber nichts geht über ihren zwischenmenschlichen Beziehungswert!

Die Langstreckenbusse der grösseren Busgesellschaften sind modern, komfortabel, schnell, pünktlich und in einem sehr gepflegten Zustand. Die Busverbindungen des Landes (es bestehen Verbindungen zu allen bewohnten Gegenden Brasiliens) sind vor allem zu/in den Grossstädten ausgezeichnet. Einige Strassen sind jedoch in sehr schlechten Zustand, sodass Langstreckenfahrten auch mal unbequem werden können. Gäste, die eine längere Strecke über mehr als 1.000 Kilometer mit dem Bus angehen wollen, sollten Aufenthalte über Nacht einplanen, das heisst, jeweils nur Fahrscheine für Teilstrecken lösen, um so die Fahrt nicht zum Stress ausarten zu lassen.  
>>> siehe Busgesellschaften

Es gibt verschiedene Preisklassen (double class, executivo, parte superior) vom einfachen Reisebus bis hin zum vollklimatisierten Bus mit Fernsehen und Reisebegleitern. In der Regel gilt: höherer Preis gleich mehr Komfort.

Besonders komfortabel sind gewisse Busse, die nachts verkehren (Leitos = Liegebusse), welche nur mit der Hälfte der Sitze eines normalen Busses ausgestattet sind, ausserdem mit einem grossen Neigungswinkel der Rücklehne, sodass entspanntes Schlafen ohne Probleme möglich ist. Darüber hinaus bieten sie dem Gast eine Decke, Kissen, Kopfhörer und Kaffe oder Mineralwasser. Die Halb-Liegebusse – Semi-Leitos – bieten trotz etwas kleinerem Winkel der Rücklehne ebenfalls noch genügend Spielraum für den Schlafkomfort. Am einfachsten ausgestattet sind Busse des Typs “Convencional“, die aber auf wenig frequentierten Strecken die Regel sind.

Fahrkarten können bei den Busgesellschaften oder direkt am Busbahnhof “Rodoviária“ gelöst werden. Im Zeitalter des Internets können Fahrkarten als “Entrega“ (Anlieferung) für grössere Städte unter der jeweiligen Site der Gesellschaft gebucht und ins Hotel/Pousada oder nach Hause geschickt werden. Dieser Service kostet umgerechnet weniger als einen Euro. Der Service heisst “Disk Passagem“ oder “Agéncia Fone“.
>>> siehe Rodoviárias

Bei immer mehr Bus-Gesellschaften muss beim Fahrkartenkauf ein Passagier-Formular ausgefüllt werden (deshalb ist es ratsam, immer eine Kopie des Reisepasses zur Hand zu haben). Das dient zur Identitätskontrolle im Fall eines Unfalls.

Das Gepäck wird von einem Mitarbeiter der Busgesellschaft eingecheckt, von ihm erhält man einen Beleg, den man am Zielort zur Auslösung seiner Gepäckstücke wieder vorzeigen muss. Es empfiehlt sich, solange bei seinem Gepäck zu bleiben, bis der “Packer“ es im Kofferraum des Fahrzeugs untergebracht hat!

nach obenNAHVERKEHRSBUSSE

In grösseren Städten sind die vielen Nahverkehrsbusse eine preiswerte Möglichkeit der Fortbewegung und um am brasilianischen Alltag teilzunehmen. Der Einstieg variiert von Stadt zu Stadt, manchmal vorne beim Fahrer, manchmal hinten beim Schaffner “Cobrador“.

Tipps: Halten Sie, das Fahrgeld (am besten Kleingeld) möglichst schon bereit. Halten Sie sich, wenn Sie keinen Sitzplatz ergattern konnten, gut fest, denn die Fahrer sind durch ihr abruptes Anfahren und Bremsen weit über die Grenzen bekannt! Und sollten Sie hinfallen, übernimmt keine Busgesellschaft die Verantwortung!

nach obenPER TAXI

Taxis sind in Brasilien eine bequeme und sichere Art der Fortbewegung und wesentlich billiger als in der Schweiz oder in Deutschland. Zum Beispiel kostet eine ¾-stündige Fahrt vom Flughafen ins Zentrum von São Paulo (quer durch die Stadt) nur rund 20 Euro.

In den brasilianischen Metropolen und sonstigen Städten gibt es grundsätzlich zwei Arten von Taxis: Die günstigeren “normalen“ Taxis – sie werden am Strassenrand mit erhobenem Arm herbeigerufen, haben auch pro Stadt immer die gleiche Farbe – und die teuren, aber besonders sicheren Rádio-Taxis, die man telefonisch anfordern kann. Alle Taxis fahren mit Taxameter. Für Tag- (1) sowie für Nacht- und Feiertagsfahrten (2) werden unterschiedliche Fahrpreise eingestellt – die Nummer (2) ist um zirka 25% teurer.
>>> siehe auch Rubrik Taxi

nach obenPER METRO

Grossstädte wie Belo Horizonte, Brasilia, Goiânia, Porto Alegre, Rio de Janeiro, Recife, Salvador oder São Paulo verfügen über ein ordentliches U-Bahn-Netz mit sicheren und sauberen Zügen. Der Vorteil der Metro: man ist viel schneller am Ziel als mit Bus oder Auto.

nach obenPER AUTO oder MIETAUTO

Strassenverkehr
Das Fernstrassennetz Brasiliens ist mit 1.940.400 km das zweitlängste der Welt. Davon sind rund 200.000 km geteert oder gepflastert, aber ein weit grösserer Teil sind Erdstrassen.

Internationale und nationale Mietautofirmen gibt es an jedem Flughafen. Wichtig: Informieren Sie sich über die jeweilige Treibstoffart Ihres Fahrzeugs, denn neben den gängigen Kraftstoffen Benzin und Diesel ist in Brasilien das aus Zuckerrohr gewonnene Äthanol sehr verbreitet.
>>> siehe auch Rubrik Mietauto

nach obenPER SCHIENE

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Eisenbahn für den wirtschaftlichen Aufschwung besonders wichtig. Trotz des beachtlichen, über
30.000 km langen brasilianischen Schienennetzes, existieren immer weniger Bahnlinien für den Personenverkehr. Mit dem rasanten Ausbau des Strassennetzes hat die Schiene in Brasilien nur noch eine sehr geringe bis gar keine Bedeutung mehr.

Dafür finden Eisenbahnfans ausreichend Gelegenheit, ihr Hobby zu befriedigen, denn auf manchen Strecken (z. B. Curitiba – Paranagua) verkehren sogar noch intakte Dampflokomotiven.