Tipps für eine gesunde Reise

Veröffentlicht am 24. Dezember 2009

PRÄVENTION
Adresse der Botschaft vor Ort für Notfälle mitnehmen.
Sich vor der Reise individuell reisemedizinisch beraten lassen.
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene konsequent einhalten.
Keine ungeschützten Intimkontakte.

FRAGEN UND ANTWORTEN
Wie gehe ich mit dem Jetlag um?
Welche Vorkehrungen braucht es für einen guten Mücken- und Insektenschutz?
Was ist eine sinnvolle Reiseapotheke?
Reisedurchfall: Wann, wo und wie?
Was ist eine Reisethrombose?
Wie erkenne ich eine Malaria?

DER JETLAG

Wenn die innere Uhr „umgestellt“ wird
Bei Langstreckenflügen über die Längengrade hinweg, entstehen für den Fluggast Zeitverschiebungen die von seinem biologischen Rhythmus abweichen. Nicht nur der Schlaf- und Wachrhythmus wird durchbrochen sondern auch der regelmässige Ablauf einer Vielzahl verschiedenster Körperfunktionen die einer 24-Stunden Periodik unterliegen. Es kommt zum „Syndrom der Zeitverschiebung“.

Typische Beschwerden sind dabei ein Erschöpfungsgefühl, Minderung der Reaktionsfähigkeit, Einschränkung der Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit, sowie ein Hungergefühl zu den „unpassendsten Zeiten“ oft gepaart mit einem ebenso zeitlich „unorientierten“ Harn- und Stuhldrang.

Ratschläge gegen Jetlag
Wie kann man den Störungen der „inneren Uhr“ des Körpers durch die Zeitzonenverschiebung am besten begegnen?

Nach Ankunft am Zielort sich der Ortszeit anpassen.

  • Ausreichend viel Schlaf in der ersten Nacht.
  • Nahrungsmittel können den Schlaf- und Wachrhythmus stimulieren.
  • Leicht verdauliche kohlenhydratreiche Speisen stimulieren den Schlaf.
  • Eiweissreiche Nahrung zu sich nehmen (fördert den Wachzustand).

nach obenMÜCKENSCHUTZ

Grundsätzlich gilt: Jede Schutzmassnahme steigert die Schutzwirkung!
Die Vorbeugung vor Mückenstichen mindert nicht nur das Malariarisiko um den Faktor 10-20, sondern dient auch der Vorbeugung anderer, durch Insekten übertragener Erkrankungen!

Hilfreiche Tipps für einen guten Mückenschutz:

  • Körperbedeckende Kleidung tragen z.B. langärmeliges Oberteil, lange Hosen, die Fussknöchel bedeckende Socken.
  • Insektenabweisende Mittel als Creme, Lotion, Spray etc. auf unbedeckte Hautstellen auftragen. Die Wirkdauer richtet sich nach der Zusammensetzung des Mediums: so sind zum Beispiel Cremes von einer länger andauernden Wirkung als Sprays.
  • Gebräuchliche Wirkstoffe: Ätherische Öle, N,N-Diethyl-m-Toluamid (DEET) oder Dimethylophthalat Insektenabtötende und abweisende Mittel in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen, Steckern im Wohn- und insbesondere Schlafbereich verwenden.
  • In der Dämmerung und während der Nacht in mückengeschützten Räumen aufhalten z.B. Räume mit Klimaanlage oder Fliegengitter vor Fenster und Türen.
  • Den Schlafplatz mit Moskitonetz verhängen, falls der Raum nicht moskitofrei sein kann z.B. Hütten, Zelte, etc.
  • Für Überland-Touren gilt: Schlaf- und Ruheplatz abseits von stehenden Gewässern, Gräben und Wassertonnen wählen.
  • Während der Regenzeit Reisen in Hochrisikogebiete meiden.
  • In Anbetracht dieser nahezu risikofreien Mückenschutzmassnahmen sollten diese Vorkehrungen von jedem Reisenden in ein Malariarisikogebiet sorgfältig durchgeführt werden.

Auszug: Der reisemedizinische Infoservice des Tropeninstitutes der Universität München

nach obenMOSKITONETZE

Die richtige Wahl ist entscheidend!
Moskitonetze bieten einen wichtigen Schutz vor Mücken, Fliegen und anderen Insekten. Um einen wirkungsvollen Schutz zu erzielen, sollten verschiedene Kriterien für das Netz erfüllt sein:

Maschenweite
In den Tropen sollte die Maschenweite so gewählt sein, dass die Maschen gross genug sind, damit die Luft gut zirkulieren kann und so klein wie möglich, dass keine Mücken durch die Maschen hindurch schlüpfen können. Eine Maschenweite von 1,2mm x 1,2mm ist üblich und empfehlenswert. Die für einen guten Malariaschutz empfohlene Maschengrösse beträgt 180-200 mesh/square inch. Die kleinen Schmetterlingsmücken, die ebenfalls Krankheiten auf den Menschen übertragen, können durch diese Maschengrösse jedoch hindurch treten. Sicher ist man vor ihnen nur unter einem engmaschigen Mückennetz (0,6mm x 0,6 mm) das mit einem Insektizid imprägniert ist.

Material
Mückennetze aus Polyester oder Polyamid sind in der Regel leichte, strapazierfähige Netze, die es in unterschiedlicher Maschengrösse und Fadenstärke gibt. Baumwolle hingegen ist anfällig gegenüber Feuchtigkeit und im Rucksack getragen sicherlich schwerer als ein Kunststoffnetz. Bei längerem Aufenthalt in den Tropen, mit einem festen Schlafplatz, bildet die Baumwolle als Naturstoff jedoch ein angenehmes Klima, das in heissen Nächten mit Wasser besprengt eine angenehme Kühlung der zirkulierenden Luft bewirkt.

Form
Grundsätzlich sollte das Netz so weit ausgespannt sein, dass der Schlafende keinen Hautkontakt mit dem Netz hat. Liegt der Schlafende des Nachts mit der Haut am Netz, so wird die Mücke diese Kontaktstelle finden und ihre Chance der Blutmahlzeit nützen. Kastenförmige Netze bieten meist den grossräumigsten Schutz um den Schlafenden herum, während hingegen baldachin-, zelt-, oder pyramidenförmige Netze durch die Seitenschrägen, weniger Spielraum lassen. Auf jeden Fall sollte das Netz zur Befestigung am unteren Rand unter die Matratze eingeschlagen werden. Zur oberen Befestigung können Haken, Schrauben, Reissnägel, Sicherheitsnadeln und Schnüre sehr hilfreich sein. Ausserdem kann man durch einen Wall von Decken, Kissen um sich herum das Netz vom Körper fernhalten, so dass trotz Seitenschrägen das Netz die Haut des Schlafenden nicht berührt.

Optische Prüfung
Überprüfen Sie optisch genau die Maschengrösse und Intaktheit des Netzes. Nur ein unbeschädigtes Mückennetz, mit sinnvoller Maschengrösse, entsprechender Befestigung und grossräumigen Schlafraum, kann zuverlässig vor Mückenstichen schützen.

nach obenWAS IST EINE SINNVOLLE REISEAPOTHEKE?

Ein wichtiger Reisebegleiter, welcher auf keinen Fall in Ihrem Koffer fehlen sollte, ist die Reiseapotheke.

Ihre Reiseapotheke sollte im Wesentlichen folgende Dinge beinhalten:
Heftpflaster verschiedener Grössen, elastische Binde Schere und Pinzette
Wundpuder, Wundsalbe
Desinfektionsmittel
Schmerztabletten
Bei Bedarf: Mittel gegen Reisekrankheit
Medikamente gegen Durchfall und Verstopfung
Magenmittel gegen Übersäuerung
Sonnenbrand-Creme
Mückenschutzmittel oder Mücken-Gel (auch gegen Sonnenbrand gut)

Wichtig!
Vergessen Sie nicht, Medikamente, die Sie regelmässig einnehmen, in ausreichender Menge mitzunehmen. Lagern Sie Ihre Medikamente nach Möglichkeit kühl und trocken. (Alle Angaben ohne Gewähr)

nach obenREISEDURCHFALL

Wann, wo und wie?
Heutzutage sind immer mehr Menschen als Geschäftsreisende und Touristen unterwegs. Je nach Reiseland erhöht sich das Risiko bis zu 50%, meistens schon in den ersten Tagen. Verursacht wird dies durch Bakterien, Viren, Amöben oder auch Würmer, die durch verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel übertragen werden. Bis zur Normalisierung der Darmfunktion und zur kompletten Genesung verliert der Reisende wertvolle Ferientage. Und was ärgert einen mehr, als auf einer langersehnten Ferienreise ständig Ausschau nach der nächsten Toilette halten zu müssen. Unter Umständen ist die gesamte Reise gründlich verdorben. Schade, denn mit ein paar einfachen Vorsichtsmassnahmen könnte jeder den Charms des Gastlandes geniessen.

Was können Sie tun, um eine Durchfallerkrankung zu vermeiden?
Faustregel: Cook it, peel it or leave it.

Der erfahrene Globetrotter handelt folgendermassen:
Wählen Sie Nahrungsmittel, die Sie kochen oder schälen können!
Essen Sie keinen Salat oder ungekochtes Gemüse.
Nehmen Sie keine Eiswürfel in Ihr Getränk.
Verzichten Sie auf Mayonnaise und kalte Saucen.
Vermeiden Sie offene Eiscremes und Puddings (Salmonellengefahr).
Weichkäse/Leberpasteten können Bakterien enthalten (Listeria, Bruzellen).
Geniessen Sie nur gut durchgebratenes oder gekochtes warmes Fleisch.
Wählen Sie nur Restaurants, die Ihnen gut besucht und sauber erscheinen.
Bei lauwarmen Essen, lassen Sie es durch heisses ersetzen.
Kaufen Sie kein Essen an Strassenständen.
Benutzen Sie kein Leitungswasser, auch nicht zum Zähneputzen.
Verwenden Sie stattdessenMineralwasser aus der Flasche oder abgekochtes/filtriertes Wasser.
Vorgängige Impfungen oder Antibiotikum im Reisegepäck sind sinnvolle Schutzmassnahmen.

nach obenWAS TUN, WENN’S EINEN ERWISCHT HAT?

Die Behandlung: Feind Nummer 1 – Die Austrocknung

Leichte bis mässig schwere akute Durchfälle, die nicht von einem Gewichtsverlust begleitet sind, können Sie durchaus selbst behandeln. Am wichtigsten ist der Ersatz der verlorenen Flüssigkeit durch eine Zucker-Salzlösung. Besonders bei Kindern sind Präparate aus dem Handel empfehlenswert. Im Allgemeinen können auch Hausmittel wie Karottensuppe, Reisschleim oder Bouillon verabreicht werden. Lange Diäten mit Schwarztee und Zwieback gelten als überholt und werden nicht mehr empfohlen. Eine normale Ernährung ab dem zweiten Tag fördert dann die Genesung. Bei Kleinkindern sollten Durchfälle nicht selbst behandelt werden, bei diesen ist die wichtigste Massnahme der Ersatz des Wasserverlustes. Bei Erwachsenen wird der Apotheker nach sorgfältiger Prüfung entweder einen Arztbesuch vorschlagen, oder, zur Vermeidung des Wasserverlustes, zusätzlich peristaltikhemmende Medikamente wie Loperamid empfehlen, die das Symptom Durchfall stoppen. Hinzu kämen Präparate zum Aufbau der darmflora (Probiotika), die die Heilung beschleunigen.

Auszug aus der Broschüre „Für Durchfallprobleme gibt es natürliche Lösungen“, Sanofi-Synthélabo, Meyrin

nach obenREISETHROMBOSE

Was ist eine Venenthrombose?
Unter einer Venenthrombose versteht man die Bildung von Blutgerinnseln in jenen Blutgefässen, welche das Blut zum Herz zurücktransportiert. Folge einer Venenthrombose kann das Ablösen von Teilen des Blutgerinnsels sein. Diese werden vom Blut mittransportiert, um schliesslich in den Blutgefässen der Lunge steckenzubleiben. Ein solches Ereignis wird als Lungenembolie bezeichnet und tritt in einem grossen Prozentsatz aller Patienten mit Venenthrombose auf.

Warum besteht bei einer Langstreckenreise besonders im Flugzeug ein erhöhtes Risiko?
Durch die sitzende Position mit stark gebeugten Hüft- und Kniegelenken kommt es zu einer Flussbehinderung, was mit einem stark verringerten Blutrückfluss verbunden ist.

Im Extremfall kann es sogar zu einem länger anhaltenden Stopp des Blutflusses kommen. Weitere Faktoren, die zu einer erhöhten Gerinnungsneigung des Blutes beitragen sind:

  • Der Flüssigkeitsverlust durch niedrige Luftfeuchtigkeit (Klimaanlage)
  • Vermehrte Harnbildung durch Alkohol- und Kaffeegenuss.
  • Der verminderte Sauerstoffgehalt der Luft in der Flugzeugkabine.
  • Bewegungsmangel durch eingeschränkte Bewegungsfreiheit.

Was ist eine Reisethrombose?
Eine Venenthrombose wird als Reisethrombose bezeichnet, wenn folgende Kriterien zutreffen:

  • Die Reise findet in sitzender/aufrechter Position statt.
  • Die Dauer der Reise beträgt mehr als 5 Stunden.
  • Zu Beginn der Reise bestehen keine Symptome einer Venenthrombose.
  • Die entsprechenden Symptome treten bis zu 2 Wochen nach Beendigung einer Reise auf.

Wer ist besonders gefährdet?
1.) Personen mit niedrigem Thromboserisiko:

  • Jeder Reisende ab einer Reisedauer von 5 Stunde.
  • 2.) Personen mit mittlerem Risiko:

  • Alter über 70 Jahre
  • Krampfadern
  • Schwellungsneigung der Beine
  • Schwere Herzerkrankung
  • Schwangerschaft
  • Schwere chronische Entzündungserkrankung
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Schwere Lungenerkrankung
  • Bis 4 Wochen nach einer Geburt

3.) Personen mit hohem und sehr hohem Thromboserisiko:

  • Wenn Sie bereits einmal eine Thrombose oder eine Embolie hatten
  • Krebserkrankung
  • Eingegipstes Bein
  • Bekannte Thromboseneigung
  • Lähmung eines Beines
  • Nach grossen chirurgischen Eingriffen

Wie kann ich mich schützen?
1.) Personen mit niedrigem Thromboserisiko:

  • Regelmässige Bewegung der Sprunggelenke
  • Wenn möglich, regelmässiges Aufstehen und Umhergehen
  • Auf Schlaf- oder Beruhigungsmittel nach Möglichkeit verzichten
  • Ausreichend trinken (auf Alkohol und Kaffee verzichten)

2.) Personen mit mittlerem Risiko: (Zusätzlich zu den oben aufgeführten Massnahmen)

  • Wadenkompressionsstrümpfe tragen
  • Liegen 2 oder mehr Risikofaktoren vor:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über einen medikamentösen Schutz

3.) Personen mit hohem und sehr hohem Thromboserisiko:
(Zusätzlich zu den oben aufgeführten Massnahmen und zum Tragen von Waden-Kompressionsstrümpfen empfiehlt sich eine medikamentöse Behandlung mit niedermolekularen Heparinen.)

nach obenWIE ERKENNE ICH EINE MALARIA?

Typische Malariasymptome sind Fieber, Krankheitsgefühl, Kopf und Gliederschmerzen, Schüttelfrost u.a.m. Grundsätzlich gilt, dass es nahezu keine Beschwerden gibt die nicht auch im Rahmen einer Malariainfektion auftreten können. Daher kann jedes Krankheitszeichen während und nach Aufenthalt in einem Malariagebiet ein erster Hinweis auf eine Malaria sein. Durch diese Schwierigkeit der Diagnosestellung, die aufgrund der vielfältigen unterschiedlichen Symptome, die im Rahmen einer Malaria auftreten können besteht, kann die Diagnose „Malaria“ weder sicher gestellt noch ausgeschlossen werden. Dies ist nur möglich durch den Nachweis der Malariaerreger im Blut.Die Zeit zwischen Einreise ins Malariagebiet und einer möglichen Malariaerkrankung beträgt mindestens 7 Tage (sog. Inkubationszeit).

Jedes unklare Fieber in den Tropen, auch lange Zeit nach Rückkehr, ist solange Malariaverdächtig, bis das Gegenteil erwiesen ist.

Bedenken Sie auch, dass durch eine medikamentöse Malariavorbeugung die Malaria nicht vollständig ausgeschlossen werden kann und das Fieber durch die Chemoprophylaxe zunächst auch unterdrückt werden kann, so dass nur ein leichter Temperaturanstieg zu bemerken ist. Seien Sie wachsam und denken Sie daran:
Jede Malaria ist heilbar, sofern sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird!

Wann wird das Notfall-Medikament eingenommen?
Unmittelbar bei Beginn der Beschwerden und bei Verdacht auf Malaria sollte umgehend ein Arzt bzw. eine medizinische Hilfe aufgesucht werden. Nur wenn kein Arzt erreichbar ist und die Beschwerden anhalten bzw. sich verschlechtern, sollte eine Selbstbehandlung durchgeführt werden.

Wie wird das Notfall-Medikament eingenommen?
Unterschiedliche Medikamente können empfohlen sein:
Mefloquin
Dosierung bei Erwachsenen
Initial: 3 Tablette nach 6-8 Stunden: 2 Tabletten Bei Körpergewicht über 60 kg nach 6-8 Stunden zusätzlich: 1 Tablette

Atovaquon/Proguanil
Dosierung bei Erwachsenen: Je 4 Tabletten als Einzeldosis an drei aufeinanderfolgenden Tagen
Bei Kindern: Dosierung nach Körpergewicht beachten!

Was muss nach der Medikamenteneinnahme beachtet werden?
Nach einer notfallmässigen Selbstbehandlung ist eine ärztliche Kontrolluntersuchung unbedingt erforderlich! Auch lange Zeit nach Rückkehr – bis zu einem Jahr nach Aufenthalt in einem Malariagebiet – ist eine Malariaerkrankung nicht auszuschliessen. Dem behandelnden Arzt müssen immer Hinweise auf vorangegangene Aufenthalte in Malariagebiete gegeben werden.

Es wird auf jeden Fall empfohlen, sich gegen Mückenstiche zu schützen.