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Serra do Caparaó Nationalpark

Gründungsdatum: Mai 1961
Fläche: 31.000 Hektar
Ökosystem: Atlantischer Regenwald
Relief: Expressiv gebirgig, mit Höhen zwischen 1.000 und 2.897 Metern.
Aktivitäten: Wanderungen, Überquerungen, Klettern, Rappel, Cascading, fotografisches Trekking und Umwelterziehung.
Orte: Bundesstaat Minas Gerais – Munizipien Alto Caparaó und Espera Feliz
Im Bundesstaat Espírito Santo – Munizipien Alegre, Divino do São Lourenço, Dores do Rio Preto und Lúna.
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Der Parque Nacional Serra do Caparaó ist von seltener Schönheit und einer der interessantesten unseres Landes. Er befindet sich im Grenzgebiet zwischen den Bundesstaaten Minas Gerais und Espirito Santo, im Gebirge Serra da Mantiqueira – mit einer Fläche von 31.000 Hektar. Geschaffen wurde er im Mai 1961 – er beherbergt den dritthöchsten Berg Brasiliens, genannt “Pico da Bandeira“ – mit 2.897m Höhe – es überragen ihn der Pico da Neblina (3.014m) und der Pico 31 de Março – beide befinden sich innerhalb des Nationalparks Pico da Neblina an der Grenze zu Venezuela.
Google Map
Der Parque Nacional Serra do Caparaó umfasst die krassesten Höhenunterschiede des gesamten brasilianischen Territoriums. Er erreicht fast 3.000 Meter Höhe auf nur 250km – von der Küste bis zu den Felswänden des Pico da Bandeira. Die Hänge des Parks präsentieren ein extensives Bewässerungsnetz mit verschiedenen Quellen, welche Bäche, Schnellen, Seen und Natur-Pools bilden, mit sauberem, kristallklarem Wasser. Die bedeutendsten Flüsse sind der Rio São Pedro, der Rio Caparaó und der Rio São Domingos. Der Park ist Habitat verschiedener endemischer Arten – das heisst: exklusiv in diesem Ambiente zu finden – und er ist ein beliebtes Ziel für Ausflugsgruppen wegen seiner guten Wanderwege und seiner Klettermöglichkeiten.

nach obenAus der Geschichte

Es wird berichtet, dass Dom Pedro II. Im Jahr 1851 den Befehl gab, eine Fahne seines Imperiums auf der höchsten Bergspitze der Serra do Caparaó zu hissen – wahrscheinlich stammt der Name “Fahnen-Berg“ aus jener Zeit. Man sollte nicht vergessen zu erwähnen, dass bis zur Gründung dieses Nationalparks der Pico da Bandeira als der Höchste Gipfel des Landes galt! Der Park besitzt zwei weitere, ebenfalls recht hohe Gipfel: den “Pico do Cristal“ (2.798m) und den “Pico do Calçado“ (2.766m).

nach obenDie Flora

So wie auf den meisten gebirgigen Flächen, verändert sich auch im Caparaó-Park die Vegetation je nach der Höhenlage. Sie ist fast in ihrem Gesamt sekundär, allerdings sehr diversifiziert. Es präsentiert sich ein Abschnitt des Atlantischen Regenwaldes im unteren Teil, der dann den “Campos“ weicht, wenn man höher hinaufgeht. Auf den höchstgelegenen Flächen trifft man eine “rupestre“ Vegetation an, die sich auf die Felsen verteilt. Die “Cxampos de Altitude“ werden von der Abschüssigkeit, den Winden, der Temperatur und der Sonneneinstrahlung beeinflusst. In diesem Areal überleben die Gräser, Bromelien, Orchideen, Moose, Liquen (Flechten), Sempre-vivas (Helichrysum bracteatum) und Canelas-de-ema (Vellozia squamata) – Spezies, die der Kälte und sogar dem Frost trotzen. Der Atlantische Regenwald der Täler, mit grossblättrigen Pflanzen, beherbergt Imbaúbas (Cecropia), Quaresmeiras (Tibouchina granulosa), Cedros (Zedern), Ipês (Tabebuia Alba), und Samabaias.

nach obenDie Fauna

Das Gebiet des Nationalparks ist von grosser Bedeutung für den Schutz der Gebirgsvögel – ausserem beschützt er verschiedene Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, wie zum Beispiel der Lobo-guará (Chrysocyon brachyurus), der Veado-campeiro (Ozotoceros bezoarticus), Cachorros-do-mato (Cerdocyon thous) und den grössten südamerikanische Primaten, den Mono-cavoeiro (Brachyteles arachnoides) – letzterer ist endemisch im Atlantischen Regenwald. Einst konnte man ihn vom Norden Paranás bis zum Süden Bahias beobachten – heute ist er äusserst selten geworden. Die Muriquis (Ateles arachnoides) leben in Gruppen und bevorzugen Waldbestände, wo sie auf der Nahrungssuche von einem Baum zum anderen springen. Ihr Habitat liegt zwischen 600 und 1.800m Höhe.

nach obenDas Klima

Weil er im Bereich des Atlantischen Regenwaldes liegt, präsentiert der Park ein tropisches Höhenklima mit jährlichen Mittelwerten zwischen 15°C und 24°C. Auf den höheren Flächen sind Nebel und Nieselregen häufig, bedingt durch feuchte Winde erzeugt werden, welche von der Küste heraufziehen, sich an den Höhen der Serra abkühlen und die Luft mit Dampf sättigen, der dann kondensiert. Während des Sommers füllt der Regen die Flüsse, und die werden dann zu einer besonderen Attraktion – im Winter dagegen, der trockenen Zeit, besuchen viele Touristen den Park nur um dort den spektakulären Sonnenuntergang zu erleben.

nach obenSehenswürdigkeiten

Vale Verde
Das “Grüne Tal“ wird vom Rio Caparaó gebildet. Es befindet sich in einem tiefer gelegenen Gebiet des Parks, auf etwa 1.200m Höhe. Seine Wasserfälle bilden diverse Natur-Pools, ideal für ein – allerdings eiskaltes – Bad. An dieser Stelle gibt es Umkleidekabinen, Toiletten und sogar Churrasco-Grills. Der Ort befindet sich 600m hinter dem Parkeingang.

Tronqueira
Ein Plateau auf 1.970m Höhe. Bis hierhin kann man auch per Auto fahren – Entfernung zum Parkeingang 6km. Hier befindet sich ein Campingplatz mit Kiosken, Tischen, Toiletten, Duschen, Tellerwaschanlage und einem Panoramablick über das gesamte Tal des Rio Caparaó.

Cachoeira Bonita
Der “Schöne Wasserfall“ befindet sich nur 350m von der Tronqueira – er ist 80m hoch. Er trägt seinen Namen zu Recht, denn dies ist zweifellos eine der allerschönsten Orte im gesamten Park! Man erreicht ihn auf einem rustikalen Pfad – unterwegs kommt man an einer Stelle mit herrlicher Aussicht vorbei, von der aus man einen herrlichen Blick auf den Wasserfall hat, der vom Rio José Pedro geformt wird, als natürliche Grenze zwischen den Staaten Minas Gerais und Espirito Santo.

Vale Encantado
Das “Verzauberte Tal“ präsentiert verschiedene Pools zum Baden, ebenfalls am Rio José Pedro. Von dieser Stelle aus kann man den Landschaftswechsel je nach Höhenlage sehr gut beobachten.

Terreirão
Ein strategischer Platz für die Bergsteiger – 4,5km hinter der Tronqueira. Er befindet sich auf 2.370m Höhe und hat die Form einer kleinen Ebene umgeben von verschiedenen Bergen – ein idealer Platz zum Ausruhen von Gruppen. Hier befindet sich auch das berühmte “Casa de Pedra“ (Steinerne Haus), welches von den Gründern des Parks als rudimentäre Unterkunft vor vielen Jahren gebaut wurde. Die Bewohner der Region erzählen allerdings, dass der Terreirão von den Gegnern des brasilianischen Militärregimes in den 60er Jahren als Versteck benutzt worden ist, und sie wären die eigentlichen Erbauer des Steinernen Hauses gewesen.

Pico da Bandeira
Der Gipfel des höchsten Berges der Region befindet sich 9km hinter der Tronqueira – er ist die Hauptattraktion des Nationalparks. Er wird von den Bergwanderern bevorzugt und ist ein herrlicher Ort, um den tropischen Sonnenaufgang über den Wolken zu erleben. Zum Gipfel wandert man im Durchschnitt zirka 4 Stunden.

Cachoeiras das Andorinhas
Diese Wasserfälle befinden sich auf privatem Gelände in der Umgebung des Parks. Dort gibt es verschiedene Natur-Pools mit transparentem Wasser, ideal für ein herrliches Bad. Der Ort liegt am Rio José Pedro, 13km vom Parkeingang.

nach obenEmpfehlungen für Besucher:

  • Den Gipfel des Pico da Bandeira zu besteigen scheint ein schwieriges Unternehmen, aber wenn man langsam geht und alle 30 Minuten eine Pause einlegt, ist die Wanderung ausgesprochen angenehm, besonders durch die vielen herrlichen Ausblicke, die von der Mühe des Aufstiegs ablenken.
  • Es ist wichtig, auf dieser Wanderung einen ortskundigen Führer mitzunehmen, und wenn man nachts geht, sollte man eine gute Taschenlampe mit Ersatzbatterien dabei haben.
  • Nehmen Sie einen Rucksack mit und leichte Nahrungsmittel, sowie komfortable, wärmende Kleidung, die in Plastiksäcke eingepackt sein sollten, denn auf dieser Tour kann es jeden Moment zu regnen anfangen.
  • Getrocknete Nahrungsmittel, Integralbrot, weisser Käse, Rosinen und Trockenfrüchte, Schokolade, Nüsse, Kekse und Rapadura (Blocks aus Zuckerrohrsirup) sind leichte Nahrung, die Energie gibt.
  • Sie sollten die Erste-Hilfe-Grundtechniken beherrschen und sich in der Natur gut auskennen – und am besten nie alleine unterwegs sein.
  • Denken Sie daran, das Lärm die Tiere belästigt und vertreibt – und er kann andere Gruppen belästigen, die Ruhe suchen.
  • Sparen Sie mit Ihrem Wasser, damit es später nicht fehlt.
  • Trotz niedriger Temperaturen, zünden Sie bitte kein Feuer an!
  • Ökotouristen sollten auch auf das Rauchen während ihrer Wanderung verzichten!
  • Sämtlicher von Ihnen produzierter Abfall muss eingesammelt und mit zurück genommen werden!
 
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