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Serra da Capivara Nationalpark

Gründungsdatum: Juni 1979
Fläche: 130.000 Hektar
Ökosystem: Caatinga
Relief: Tafelgebirgslandschaft mit Höhen zwischen 500 und 620 Metern.
Aktivitäten: Wanderungen, Rappel, fotografisches Trekking und Umwelterziehung.
Ort: Bundesstaat Piauí – Orte São Raimundo Nonato, João Costa, Coronel José Dias und Canto do Buriti
Diese Fotos stammen aus der Flickr Foto-Community und werden gemäß der Flickr-RSS API abgebildet.
Seit 1991 hat der Nationalpark Serra da Capivara seinen Platz in der UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit. Er befindet sich im Südosten des Bundesstaates Piauí, 530km von der Hauptstadt Teresina entfernt, und erfasst die Munizipien São Raimundo Nonato, João Costa, Coronel José Dias und Canto do Buriti. Er wurde im Juni 1979 gegründet, mit einer Fläche von 130.000 Hektar.
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Internationales Interesse an einem solchen Park entstand 1975, als Frankreich einen Betrag für Forschungen zur Verfügung stellte, und sich derselbe Fall 1978 wiederholte. Dann gewann man auch brasilianische Institutionen als Sponsoren. Dank einer Gruppenarbeit wurde 1981 die Existenz einer mehr als 48.000 Jahre alten Carbon-Schicht entdeckt. Diese Entdeckung war das Ergebnis von Grabungen der brasilianischen Archäologin Niéde Guidon und ihrer Equipe – die Datierung wurde unter Einsatz von Carbon-14 bestimmt, aber nach Auskunft der Archäologin gibt es im Park noch ältere Schichten, deren Tiefe man mit der Messung C-14 nicht erreichen kann. Wenn die Schätzungen von Guidon sich als richtig erweisen sollten, wird man entdecken, dass die ersten Menschen bereits vor 60.000 Jahren in Südamerika auftraten!

Diese Arbeit revolutionierte die traditionelle Theorie, dass der Mensch erst vor 12.000 Jahren auf dem amerikanischen Kontinent in Erscheinung getreten sei. Der Prähistorische Mensch hinterliess Beweise seiner Existenz überall im Park. Darunter sind besonders hervorzuheben: die Felszeichnungen als grafische Präsentationen der Kultur jener Völker, welche diese Region bewohnten, eine Region, die heute als eine der bedeutendsten ambientalen Konservierungseinheiten Brasiliens gilt.

Andere Charakteristika, welche zur Entscheidung einer Gründung dieses Parks beitrugen, sind:

nach obenAmbientale

Halbtrockenes Gebiet, Scheide zwischen zwei grossen geologischen Formationen: dem sedimentären Maranhão-Piauí-Becken und der peripheren Vertiefung des Rio São Francisco, mit unterschiedlichen Gebirgs-, Tal- und Hochebenen-Landschaften, mit Caatinga-Vegetation (Serra da Capivara ist der einzige Nationalpark, welcher vom Morphoklima der Caatinga beherrscht wird), die Einheit beherbergt Spezies an Fauna und Flora, die bisher kaum erforscht worden sind.

nach obenTouristische

Mit Landschaften von überraschender szenischer Schönheit, mit privilegierten Aussichtspunkten, besitzt dieses Gebiet zahlreiche Anreize für einen kulturellen und ökologischen Tourismus und stellt damit eine Alternative für die Entwicklung dieser Region dar, deren natürliche Ressourcen durch die jährlich wiederkehrende Trockenperiode begrenzt sind. Sämtliche Infrastruktur des Parks wurde mit Spendengeldern von französischen und japanischen Banken installiert.

nach obenDie Fauna

Wenn man die Fauna der Caatinga mit anderen Ambienten, wie dem Amazonas-Regenwald oder selbst dem Cerrado vergleicht, dann besitzt sie eine reduzierte Zahl von Arten. Das hat mit dem halbtrockenen Klima zutun, wodurch bestimmte Spezies ausgeschlossen werden, ebenfalls mit der Struktur des Ambientes, das eine geringere Komplexität präsentiert als zum Beispiel der Regenwald. Das grösste Raubtier der Region ist die Onça-pintada (Panthera onca – Jaguar), die ein Gewicht von 50kg erreichen kann und sich praktisch von jedem anderen Tier ernährt, dessen Fang ihr gelingt. Einige Tierarten, wie zum Beispiel der Mocó (Nagetier) ist im Park sehr zahlreich – ebenso bestimmte, vom Aussterben bedrohte Vogelarten, wie Urubu-Rei (Sarcoramphus papa – Königsgeier) und Arara-Vermelha (Ara chloropterus – Grünflügelara oder rote Ara). Das häufigste Tier aber ist der Lagarto-de-costas-vermelhas (eine Eidechse), ein endemischer Repräsentant des Parks, der in anderen Gebieten nicht existiert.

nach obenDie Vegetation

Nach Auskunft der Wissenschaftler gibt es mehr als eintausend Pflanzenarten in diesem Park, nur wenig mehr als sechshundert davon wurden bisher katalogisiert! Stachlige Pflanzen, wie die Xique-xique (Pilosocereus gounellei), die Mandacaru (Cereus peruvianus), der Facheiro (Pilosocereus pentaedrophorus), die Quipá (Tacinga inamoena), die Coroa-de-frade (Melocactus zehntneri) und der Rabo-de-raposa (Ceratophyllum demersum) bilden zusammen einen einzigartigen Anblick. Einige der Pflanzen des Parks sind morphologisch und anatomisch dem Klima so angepasst, dass sie die Trockenperiode ohne Schaden überstehen können. In einigen Fällen ändern sie sogar die Position ihrer Blätter, um sich vor der starken Sonneneinstrahlung zu schützen.

nach obenDas Klima

Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 28oC – die Regenperiode erstreckt sich von Oktober bis Anfang Mai. Die heisseste Zeit des Jahres liegt zwischen Oktober bis Ende November, dann liegt die mittlere Temperatur bei 35oC! Im Juni, dem kühlsten Monat, kann die Temperatur am Fuss der Serra da Capivara nachts auf +10oC sinken. Es gibt Aufzeichnungen, nach denen die Temperatur in diesem Gebiet sogar 47oC erreichte!

nach obenSehenswürdigkeiten

Das Museum “Museu do Homem Americano“ – es befindet sich in São Raimundo Nonato und enthält u.a. auch Beispiele der unglaublichen Entdeckungen, die von Wissenschaftlern in dieser Region gemacht wurden. Unter den Exponaten auch ein Unterkiefer von einem Säbelzahntiger, das Stück eines fossilen Gehirns, 9.000 Jahre alte Keramik und ein Steinbeil, das 9.200 Jahre alt ist.

Im Park selbst gibt es mehr als 400 Galerien mit Felszeichnungen – darauf sind Szenen aus dem Sexualleben, Tanz, Jagd, Tiere, Kämpfe, Ernten und Spiele dargestellt.

nach obenEmpfehlungen für Besucher:

Innerhalb des Parks ist es strikt untersagt...
  • Tiere zu verfolgen, einzufangen, einzusperren oder zu töten – sowie jedwede Aktivitäten, welche das Leben der Fauna in ihrem natürlichen Habitat beeinträchtigen oder gefährden könnten.
  • Pflanzen abzureissen oder abzuschneiden, sowie das Pflanzen von Bäumen, Büschen oder anderer Vegetation.
  • Das Sammeln von Früchten, Samen, Wurzeln oder anderer Produkte.
  • Das Abkratzen oder Übermalen von irgendwelchen Felszeichnungen.
  • Die Einführung fremder Spezies in das geschützte Ökosystem.
  • Das Praktizieren jedweder Tätigkeiten, welche einen Brand provozieren könnten.
  • Das Zurücklassen von Abfall, Müll oder anderen Materialien.
 
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