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Serra da Bocaina Nationalpark

Gründungsdatum: Februar 1971
Fläche: 110.000 Hektar
Ökosystem: Atlantischer Regenwald
Relief: Hügelig – mit gut definierten Kämmen und Serras, auf Höhen zwischen 760 und 950 Metern.
Aktivitäten: Wanderungen, Flussüberquerungen, Rappel, Cascading, fotografisches Trekking und Umwelterziehung.
Orte: Bundesstaat São Paulo – Orte: Areias, Cunha, São José do Barreiro und Ubatuba.
Im Bundestaat Rio de Janeiro – Parati und Angra dos Reis
Diese Fotos stammen aus der Flickr Foto-Community und werden gemäß der Flickr-RSS API abgebildet.
Die Bevölkerung der bedeutendsten Städte des Landes vor den Auswirkungen eines eventuellen nuklearen Unfalls in den Atommeilern "Angra I" und "Angra II" zu schützen, das war ursprünglich der Anlass zur Gründung dieses Nationalparks im Februar 1971. Die Idee tauchte sch am Anfang der 70er Jahre auf – durch sie wollte man einen dichten Schutzschild aus nativer Vegetation schaffen, auf der Höhe der Serra do Mar. Und zu diesem Zweck markierten dann die Autoritäten der damaligen Militärregierung den Park. Heute, nach mehr als 30 Jahren, präsentiert jene "Konservierungseinheit" das an Flora und Fauna reichste Beispiel geschützten Atlantischen Regenwaldes in Brasilien.
Google Map
Gelegen zwischen den beiden dichtest bevölkerten Hauptstädten des Landes – Rio de Janeiro und São Paulo – erstreckt sich der Park über Teile der Munizipien von Parati, Angra dos Reis, São José do Barreiro, Areias, Cunha und Ubatuba, mit einer Gesamtfläche von 110.000 Hektar.

nach obenAus der Geschichte

Die Geschichte dieser Region vermischt sich mit der Kolonisationsgeschichte Brasiliens. Anfangs wurde das Gebiet zur Jagd genutzt, dann für Gold und Diamanten, indem seine Verkehrswege dazu dienten, jenen Reichtum aus dem Nachbarstaat Minas Gerais bis zur Verschiffung ins Mutterland Portugal zu transportieren. Dieselben Wege nutzte man später zur Einfuhr von Zuckerrohr und Kaffee ins Paraíba-Tal. Einige dieser Wege wurden verbreitert und von Sklaven gepflastert, um sie mit Ochsenwagen befahren zu können. Heute sind diese uralten Wege eine besondere Attraktion des Nationalparks, dessen Name sich von dem dichten Wegenetz ableitet, welches die Einschnitte zwischen den Höhen der Serra durchzieht.

Weil er sich im näheren Umfeld der grossen urbanen Zentren befindet, erfährt der Park konstante Interferenzen – von der Abholzung und dem Palmito-Diebstahl bis zu illegaler Jagd und Fischfang – ausserdem die Invasion von obdachlosen Menschen. Wegen dieser Probleme braucht der Park eine doppelte Kontrolle, wofür man aber nicht genügend Beamte hat (von allen Parks des Staates Rio de Janeiro hat dieser die wenigsten Beamten!).

nach obenDie Landschaft

Ein Park mit enormen Landschaftsvarianten, die von Meeresbuchten mit Sandstränden (Praia do Cachadaço und Praia do Meio) sowie einer Meeresinsel (Ilha do Tesouro) in der Region von Trindade, über Steilhänge, Höhlen und tiefe Täler, sich zu Campos de Altitudes (Hochebenen) bis auf Höhen von mehr als 1.800 Meter hinaufwinden. Es gibt viele Flüsse mit schönen Fällen aus kristallklarem, kühlem Wasser. Das bedeutendste hydrografische Becken ist der Rio Mambucaba, ausserdem entspringt im Park einer der Quellflüsse des Rio Paraíba do Sul, der Rio Paraitinga.

nach obenDie Flora

Der vegetative Bestand ist entsprechend artenreich. In ihm finden sich sowohl die typischen Spezies der Küste als auch jene unglaubliche Biovielfalt des tropischen Regenwaldes, welcher einen Teil der Küstenlandschaft, der Anhöhen und Hügelkuppen bedeckt – schliesslich weicht der Wald den nativen Campos, die von Galeriewäldern durchzogen sind, in denen mehr oder weniger dichte Gruppierungen des Pinheiro-do-Paraná (Araucaria angustifolia) und des Pinheiro-bravo (Pinus pinaster) auftreten. Verschiedene seltene Epiphyten kommen in diesem Gebiet vor, besonders an den Ufern der Flüsse, wie zum Beispiel die Mikro-Orchideen der Familien Barbosella und Capanemia.

Der Park ist reich an Edelhölzern, wie Canela-parda, Guatambú (Balfourodendron riedelianum), Sucupira (Bowdichia spp.), Imbuia (Ocotea porosa), Cedro (Zedern), Araribá (Centrolobium spp.) und Jequetibá (Cariniana estrellensis). Nicht unerwähnt unter den zahlreichen Palmenarten soll auch der Palmito (Euterbe edulis) bleiben – äusserst bedroht wegen seinem hohen wirtschaftlichen Wert.

nach obenDie Fauna

Der reiche Tierbestand der atlantischen Region ist im Park gut vertreten, inklusive einiger vom Aussterben bedrohten Arten, wie Mono-carvoeiro (Brachyteles arachnoides – Spinnenaffen), Sagüi-da-serra-escuro (Callithrix aurita – Tamarine), Suçuarana (Puma concolor), Jaguatirica (Leopardus pardalis – Ozelot), Lontra (Otter), (Myrmecophaga tridactyla – Grosser Ameisenbär), Gavião-real (Harpia), Gavião-de-penacho (Spizaetus ornatus, Papagaio-do-peito-roxo (Amazona vinacea – Taubenhalsamazone), Sabiá-cica (Triclaria malachitacea – Blaubauchpapagei), und andere.

Die grosse Vielfalt pflanzlichen und tierischen Lebens erklärt sich aus den unterschiedlichen Höhenlagen der Parkregion – ab Meereshöhe bis hinauf auf 2.088 Meter, dem Gipfel des Pico do Tira Chapéu, der aus der Bocaina-Hochebene aufragt – an der Grenze zwischen den Munizipien São José do Barreiro und Areias.

nach obenDas Klima

Ist tropisch und sehr feucht, mit einer trockeneren Periode zwischen Mai und August. Die regenreichste Zeit fällt auf den Monat Januar, und die mittlere Jahrestemperatur liegt um die 23°C.

nach obenSehenswürdigkeiten

Der Park bietet unzählige Pfade und Wanderwege – zum Betreten des geschützten Teils braucht man eine Genehmigung der IBAMA (Naturschutzbehörde).

Cachoeira de Santo Izidro
Ein Wasserfall von 80m Höhe, der in einen grossen Natur-Pool mit eiskaltem Wasser stürzt – einladend für ein erfrischendes Bad während einer Wanderung. Er befindet sich am Rio Mambucaba, 1 Kilometer hinter dem Parkeingang.

Cachoeira das Posses
Ein herrlicher, 30 Meter hoher Wasserfall, ebenfalls am Rio Mambucaba auf dem Weg zum “Trilha de Ouro“ (dem antiken Goldtransportweg). Ein schöner Ort für Camping bei einer Parkdurchquerung.

Cachoeira do Veado
Dieser Wasserfall besteht aus zwei Fällen, die aus einer Höhe von 200 Metern herabstürzen. Ein schönes Becken an ihrem Fuss lädt den Besucher zu einem erfrischenden Bad einer – willkommener Unterbrechung während einer Wanderung entlang des Goldtrails.

Trilha de Ouro
Der Goldtrail durchquert den Park zwischen São José do Barreiro und Parati – ein antiker Weg aus der Kolonialzeit, der von Sklaven mit Steinen aus dem Fluss gepflastert wurde. Die Eselstreiber benutzten ihn, um das in Minas Gerais gefundene Gold zu den Häfen Mambucaba und Parati zu transportieren – ab Beginn des 18. Jahrhunderts. Diesen Trail lernen die Besucher des Parks entweder zu Fuss oder zu Pferd kennen. Eine Durchquerung kann 2 bis 3 Tage in Anspruch nehmen – zwischendurch gibt es bestimmte Plätze zum Kampieren.

Pico do Tira Chapéu
Höchster Gipfel der Serra da Bocaina. Von dort hat man einen wunderbaren Blick aufs Meer, über die Berge, auf die Buchten von Parati und Angra dos Reis. Um ihn zu erreichen, begeht man einen Pfad von zirka 6 Kilometern Länge ab dem Parkeingang.

nach obenEmpfehlungen für Besucher:

Diese geschützte Einheit präsentiert ein kleines Beispiel des Atlantischen Regenwaldes, das am meisten bedrohte Ökosystem Brasiliens. In jedem von uns sollte die Verantwortung vorhanden sein, zum Schutz jener Naturschönheiten beizutragen, die uns geblieben sind, um sie auch zukünftigen Generationen erhalten zu können.
  • Deshalb:
  • Nehmen Sie die Gesetzgebung zum Umweltschutz und die Ratschläge für eine minimale Beeinträchtigung zur Kenntnis!
  • Wandern Sie nur zusammen mit einem Guide, der die Region bestens kennt!
  • Nehmen Sie alle nötige Ausrüstung mit, die Sie für eine Durchquerung brauchen werden!
  • Beachten Sie die Markierungen und schützen Sie Informationstafeln!
  • Nehmen Sie sich vor giftigen Tieren in acht!
  • Bringen Sie keine Haustiere mit in den Park!
  • Und bringen Sie einen Plastiksack mit, um Ihren Müll einzusammeln und mit zurück zu nehmen!
 
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