Fest- & Kulturagenda Brasiliens

Veröffentlicht am 10. Januar 2010

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass es sich bei unseren nachfolgenden herausgegriffenen Veranstaltungen lediglich um einen verschwindend geringen Teil der im riesigen und kontrastreichen Land Brasilien stattfindenden Festlichkeiten handelt – Events, die wir Ihrem Besuch empfehlen möchten, weil sie besonders originell, fotogen oder einfach in ihrer sprühenden Lebensfreude es “wert sind“ erlebt zu werden!

Im Grunde hat jede auch noch so kleine Gemeinde ihren eigenen “Kultur-Kalender“, und da gibt es noch überraschend viel Originalität zu entdecken.

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JANUAR

31. Dezember / 01. Januar – Festa de Yemanjá (in Rio)
Zeremonie afrikanischen Ursprungs (veranstaltet von lokalen Umbanda- und Candomblé-Zirkeln), in der um Mitternacht (der Neujahrsnacht) Blumen und kleine Geschenke auf schwimmenden Plattformen als Opfergabe für die Meeresgöttin Yemanja auf die Meereswellen gesetzt werden. Yemanjá (oder Iemanjá) wird in der Regel als Wassernixe oder Meereswesen in Frauengestalt und Fischschwanz dargestellt. Die Legende besagt, dass sie die Geschenke, die ihr gefallen, bei sich auf dem Grund des Meeres behält, während solche, die ihr nicht gefallen, von den Wellen wieder an den Strand gespült werden – zur Freude der Favela-Kinder, die am Neujahrsmorgen diese verschmähten Geschenke einsammeln. Das Fest hat sich von Bahia aus über die gesamte brasilianische Küste verbreitet.
(In Salvador wird es am eigentlichen Tag der Yemanjá, dem 2. Februar, gefeiert – siehe dort).

01. – Senhor Bom Jesus dos Navegantes
Nach Sylvester, am Morgen des ersten Tages im Januar, wird die Statuette des “Senhor Bom Jesus dos Navegantes“ (Schutzheiliger der Seeleute und Fischer) auf dem Schiff “Gratidão do Povo“ (Dankbarkeit des Volkes) durch die Allerheiligen-Bucht vor Salvador geleitet. Hunderte von Booten und Schiffen begleiten diese maritime Prozession, die das Neue Jahr willkommen heisst. Um die Kirche “Igreja e Hospício da Boa Viagem“ herum findet das Fest seinen zentralen Ausdruck mit regionalen Speisen und Getränken, Tanz- und Show-Darbietungen.
(Auch dieses Fest wird überall dort an der Küste gefeiert, wo Seeleute und Fischer ihren Lebensunterhalt dem Meer abringen allerdings können die Festdaten dort variieren).

Zwischen 01. und 20. – Folias de Reis
Im Hinterland von Rio de Janeiro sind die „Folias de Reis“, zwischen Weihnachten und Epiphanias (noch meist gebrauchter Namen des am 6. Januar begangenen christlichen Festes), auf den Strassen unterwegs. Sie ziehen singend von Haus zu Haus und begleiten sich selbst mit der „Caixa“ (Kiste), den „Adufe“-Tommeln und einer Gitarre – während die alten Städtchen Paraty und Angra dos Reis, an der “Grünen Küste“ von Rio de Janeiro, den „Dança dos Velhos“ (Tanz der Alten), zum Klang eines Akkordeons, zelebrieren.
(In Paraty, Bundesstaat Rio de Janeiro)

06. – Festa de Reis (Dreikönigsfest)
Das katholische Volksfest zu Ehren der drei Könige “Gaspar, Melchior und Bathasar“, wie sie in Brasilien heissen, wurde von den portugiesischen Kolonisatoren mit nach Brasilien gebracht, welche ihrer Tradition gemäss diesen Tag feierten und Geschenke austauschten. Diese Tradition hat bis heute im brasilianischen Nordosten, in Minas Gerais und auch in São Paulo überlebt und einige ihrer originalen Charakteristika sogar an der Peripherie der Grossstädte bewahrt. Das Fest ist der Höhepunkt der vorangegangenen “Folias de Reis“, die nicht nur im Bundesstaat Rio de Janeiro stattfinden. In einigen Fällen inszenieren die Mitwirkenden sogar biblische Szenen aus der Weihnachtsgeschichte – aber die Festlichkeiten sind offensichtlich nicht allzu ernst zu nehmen, denn besonders komische Szenen, wie die bärtigen Clowns, welche die Soldaten des Herodes repräsentieren, animieren die Zuschauer. Bunt, unterhaltend und voller freudiger Überraschungen – das ist das Dreikönigsfest hier in Brasilien.
(Überall im Land verbreitet)

2. Sonntag im Januar – Bom Jesus dos Navegantes
Dies ist die grösste religiöse Feier im Bundesstaat Alagoas – ähnlich wie schon unter der bahianischen Variante beschrieben. Höhepunkt ist die Flussprozession, zu der an die 100 Boote den São Francisco-Fluss hinauffahren, um die Heiligenfigur zu begleiten. Mehr als 100’000 Menschen nehmen an den Festlichkeiten Teil.
(In Penedo, Bundesstaat Alagoas)

16. – Festa do Bonfim
Die Säuberung der Bonfim-Kirche in Salvador ist das grösste Volksfest in Bahia überhaupt – wird seit der Einweihung des Gebäudes im Jahr 1754 gefeiert. Damals wurde die Kirche noch regelmässig von Sklaven und Sklavinnen gereinigt – heute tut dies ein Kontingent von fünfhundert bahianischer “Mães e Filhas de Santo“ (Mütter und Töchter, die dem Candomblé angehören). An diesem Tag bewegt sich eine Schlange tausender weiss gekleideter Menschen von der “Basilica da Conceição da Praia“ bis zum Colina Sagrada (dem Heiligen Hügel) in einem Acht-Kilometer-Marsch. Jene Mütter und Töchter, jeweils ausgerüstet mit einem Eimer, in dem Blumen in mit Riechsalzen angereichertem Wasser stehen, begeben sich in die Kirche auf dem Hügel und beginnen den Boden des Kirchenschiffs mit der wohlriechenden Essenz zu waschen. Autoritäten, Gläubige, so genannte “Pagadores de Promessas“ (die für ein “Wunder“ dem Heiligen danken) begleiten den Zug zu Fuss oder in allen möglichen Vehikeln. Eine Heilige Messe und anschliessendes grosses Volksfest gehören dazu.
(In Salvador, Bundesstaat Bahia)

17. bis 20. – Festa do Caju in Natal
Anlässlich der Caju-Ernte (Cashew) stattfindende Festlichkeit, die ihren Mittelpunkt am schönen Strand “Praia da Redinha“ hat – mit Budenzauber, Shows und folkloristischen Darbietungen.
(In Natal, Bundesstaat Rio Grande do Norte)

24. – Festa do Senhor Santo Amaro
Dies ist das Fest des Schutzheiligen des kleinen historischen Städtchens Santo Amaro im Bundesstaat Bahia – weniger wegen seiner historischen Vergangenheit, als vielmehr wegen seiner illustren Kinder Caetano Veloso (Komponist und Sänger) und seiner Schwester Maria Bethania (Sängerin) bekannt geworden. Das fest selbst ist religiösen Ursprungs mit einem heutzutage profanen Charakter: einem grossen Jahrmarkt und verschiedenen folkloristischen Darbietungen vor der historischen Kulisse des Städtchens.
(Nur in Santo Amaro, Bundesstaat Bahia)

25. bis 28. – Festa de São Lázaro
Der heilige Lazarus – synkretisiert in dem Gott des Candomblé “Omolú“ – wird an diesem Tag von seinen bahianischen Anhängern in seiner Kirche verehrt – während in deren Umfeld die Gläubigen im Pocorn baden und sich bestimmte “heilige“ Speisen einverleiben, die im Candomblé üblich sind. Das Volksfest dauert vier Tage.
(In Salvador, Bundesstaat Bahia)

nach obenFEBRUAR UND MÄRZ

02. – Festa de Yemanjá
In Salvador, von wo aus sich dieses Fest entlang der brasilianischen Küste ausgebreitet hat (siehe auch Rio de Janeiro), wird es am Strand des Stadtteils “Rio Vermelho“ zelebriert. Die Geschenke für die anspruchsvolle Meeresgöttin bestehen aus Blumen, Schmuck (hier wird sogar Silber- und Goldschmuck “geopfert“) und (zum Teil) teuren importierten Parfums. Diese Gaben werden gesammelt und mittels Hunderten von Booten “überbracht“ – sie fahren weit aufs Meer hinaus und lassen dann die Geschenke ins Wasser gleiten, verfolgt von einer tausendköpfigen Menge, die am Ufer die Szene singend verfolgt – ein beeindruckendes Spektakel! Im Stadtteil Rio Vermelho geht dann der profanere Teil des Volksfestes bis zum frühen Morgen weiter.
(In Salvador, Bundesstaat Bahia)

1. Sonntag im Februar – Buscada de Itamaracá
Religiöses Fest zu Ehren Nossa Senhora do Pilar
(In Itamaracá, Bundesstaat Pernambuco)

Findet alle 2 Jahre statt
2015 das nächste mal – Bienal do Livro (Grosse Büchermesse)
(In São Paulo)

CARNAVAL

Der Beginn des Karnevals in São Paulo, Rio de Janeiro, Salvador, Olinda/Recife und vielen anderen inzwischen ebenfalls berühmten Orten ist fliessend.

CARNAVAL BAHIA
Der Strassenkarneval bewegt sich als riesige Volksmenge in und rund ums Zentrum von Salvador – die Menschen singen und tanzen zu den ohrenbetäubenden Klängen der Trios Elétricos und ihren Show-Stars.

CARNAVAL RECIFE
Der Karneval in der Hauptstadt Pernambucos ist ein sehens- und erlebenswerter Strassenkarneval geblieben, der den Besucher mitreisst. Sehr empfehlenswert – besonders weil man gleich in der Nachbarschaft (8km) den noch reizvolleren Karneval miterleben kann:

CARNAVAL OLINDA
Erleben Sie den schönsten und originellsten Strassenkarneval Brasiliens – zwischen liebenswerten Menschen, die zweifellos die kreativsten Karnevalsgestalter Brasiliens sind und ihre Besucher zum Lachen und Mitmachen animieren, wie sonst nirgendwo!

CARNAVAL MANAUS
Die Parade der Samba-Schulen vom Karneval in Manaus der “Grupo Especial Manaus” beginnt am Karneval-Samstag im “Centro de Convenções“ – volkstümlich “Sambódromo“ genannt. Der Eintritt ist frei.

AUSBLICK KARNEVALSDATEN BIS 2020

SAMBAPARADEN IN SÃO PAULO
Karneval 2016 – 05. bis 09. Februar
Paraden im Sambódromo do Anhembi: Freitag 05. und Samstag 06. Februar

Karneval 2017 – 24. Februar bis 28. Februar
Paraden im Sambódromo do Anhembi: Freitag 24. und Samstag 25. Februar

Karneval 2018 – 09. bis 13. Februar
Paraden im Sambódromo do Anhembi: Freitag 09. Februar und Samstag 10. Februar

Karneval 2019 – 01. bis 05. März
Paraden im Sambódromo do Anhembi: Freitag 01. und Samstag 02. März

Karneval 2020 – 21. bis 25. Februar
Paraden im Sambódromo do Anhembi: Freitag 21. und Samstag 22. Februar

SAMBAPARADEN IN RIO DE JANEIRO
Karneval 2016 – 05. bis 09. Februar
Paraden im Sambódromo: Sonntag 07. und Montag 08. Februar

Karneval 2017 – 24. Februar bis 28. Februar
Paraden im Sambódromo: Sonntag 26. und Montag 27. Februar

Karneval 2018 – 09. bis 13. Februar
Paraden im Sambódromo: Sonntag 11. und Montag 12. Februar

Karneval 2019 – 01. bis 05. März
Paraden im Sambódromo: Sonntag 03. und Montag 04. März

Karneval 2020 – 21. bis 25. Februar
Paraden im Sambódromo: Sonntag 23. und Montag 24. Februar

nach obenAPRIL

Am Freitag vor der Osterwoche – “Procissão do Encontro“
Genau um 17:00 Uhr beginnt die Prozession, der das Zusammentreffen (encontro) der Jünger Jesu mit ihrem Meister zugrunde liegt. Die Prozession nimmt ihren Verlauf von der Kirche “Ordem Terceiro do Carmo“ im historischen Städtchen Cachoeira (Bahia) – und zwar in zwei unterschiedlichen Gruppen: die eine wird “Nossa Senhores das Dores“ genannt – die andere “Senhor dos Passos“ – sie ziehen auf unterschiedlichen Wegen durch die Stadt und treffen vor dem Gymnasium “Santíssimo Sacramento“ wieder zusammen, wo dann der “Sermão do Encontro“ (die Messe des Zusammentreffens) stattfindet.

Am Karfreitag dann, findet die “Procissão do Senhor Morto“ (des toten Herrn) statt – sie nimmt ihren Verlauf ebenfalls von derselben Kirche aus – begleitet von den Abbildern der “Nossa Senhora das Dores“ und des “São João Evangelista“ (Evangelist Johannes). Zwei junge Frauen stellen Verônica und Magdalena dar, die ebenfalls in der Menge mitmarschieren.
Am Samstag, dem “Sábado de Aleluia“, veranstaltet man in diversen Stadtteilen die “Verbrennung des Judas“ – besonders interessant im Stadtteil “Caquende“. Am gleichen Tag beendet die “Procissão da Ressureição“ (Auferstehung) den “Ciclo de Quaresma“ der Osterfeierlichkeiten.
(In Cachoeira, Bundesstaat Bahia)

Mitte April – Drama da Paixão de Cristo
Der Welt grösstes Freilichttheater befindet sich drei Kilometer hinter dem kleinen Ort Fazenda Nova – 137 km Von Recife (Pernambuco). Ein Privatmann hat hier, auf seinem Landgut (70.000 Quadratmeter) einen Ausschnitt aus dem Jerusalem des Jahres 33 n. Chr. nachgebaut und die einzelnen Stationen der “Via Sacra“ in die verschiedenen natürlichen Terrain-Formationen eingefügt. Diese Theaterstadt liegt inmitten einer kargen Felslandschaft, ähnlich der Judäas – umgeben von einer drei Meter hohen Mauer, die mit sieben Meter hohen Türmen besetzt ist.
(In Brejo da Madre de Deus, Bundesstaat Pernambuco)

Das “Neue Jerusalem“ ist alljährlich Schauplatz der “Paixão de Cristo“ – während der Karwoche ein beliebtes Ausflugsziel der Brasilianer aus allen Teilen des Landes. 50 Schauspieler und 500 Figuranten bilden das Aufgebot der Akteure, die an neun verschiedenen Schauplätzen in 60 Szenen das Leben, den Prozess und den Tod Jesu darstellen. In dieser ständig in Bewegung befindlichen Darstellung unter freiem Himmel werden die Zuschauer – bis zu 10.000 pro Aufführung – in das Spektakel mit einbezogen – zweieinhalb Stunden lang.
(In Fazenda Nova, in Recife, Bundesstaat Pernambuco)

17. bis 21. – Feira dos Caxixis
In diesem Fall handelt es sich um einen Keramikmarkt unter freiem Himmel in dem historischen Städtchen Nazaré (Bundesstaat Bahia). Dieser Markt findet alljährlich während der Osterwoche statt und präsentiert von einfachen Gegenständen des häuslichen Gebrauchs bis zu Vasen und kunsthandwerklichen Figuren ein breites, überraschend kreatives Sortiment – alles aus Ton. Niemand weiss heute mehr, wann in der langen Vergangenheit des historischen Ortes sich der Markt zum ersten Mal präsentierte. Nach Meinung einiger Experten hat er mindestens 300 Jahre auf dem Buckel. Hier werden auch exklusive Stücke angeboten, wie zum Beispiel ganze Keramik-Sets von Geschirr, das vom Vater auf den Sohn vererbt, schon mehrere Generationen zur Aussteuer einer Familie gehört hat. Die Keramiksachen – das sind die “Caxixis“.
(In Nazaré, Bundesstaat Bahia)

19. bis 22. – Festa do Descobrimento

Alljährlich findet in Porto Seguro (Bundesstaat Bahia) – wo die Portugiesen zum ersten Mal brasilianischen Boden betraten (1500) – eine festliche Messe auf dem Platz “Praça das Pitangueras“ statt und anschliessend die “Regata de Descobrimento“ – die „Entdeckungs-Regatta“. Allgemeine Volksfest-Stimmung während einer Woche.
(In Porto Seguro, Bundesstaat Bahia)

15 Tage nach Ostern – Cavalhadas
Das einer Schlacht von Karl dem Grossen gegen die Mauren nachempfundene Spektakel stammt ursprünglich aus Europa und kam auf demselben Weg der “Entdecker“ Brasiliens über den Atlantik. In Pirenópolis, einer Kleinstadt im Bundesstaat Goiás, wird es mit grossem Pomp und am ausdrucksstärksten präsentiert – das heisst: es gibt eine Reihe weiterer Orte in Brasilien, an denen man die “Cavalhadas“ an den unterschiedlichsten Daten veranstaltet – in Pirenópolis sind sie bühnenreif! Eingeführt wurde das Spektakel hier im Jahr 1826 vom Padre Manuel Amâncio da Luz – er gab ihm den Namen “O Batalhão de Carlos Magno“ – und diese Tradition wurde besonders in Pirenópolis durch die ersten Kolonisatoren am Leben erhalten, weil diese aus dem Norden Portugals stammten, wo man sich am stärksten in der Abwehr der Mauren eingesetzt hat. Was heute aber am meisten zur Aufrechterhaltung der Tradition beiträgt, ist die reizvolle Schönheit des pompösen Spektakels und der Spass auf einem Pferd sitzen zu können.
(In Pirenópolis, Bundesstaat Goiás – und in einer Reihe von anderen Orten Brasiliens).

nach obenMAI

Im Monat Mai – Festival Amazonas de Ópera
Grosses Festival der Oper im berühmten Amazonas-Theaterbau in der Hauptstadt Manaus (Bundesstaat Amazonas).
(In Manaus, Bundesstaat Amazonas)

nach obenJUNI

50 Tage nach Ostern – Festa do Divino Espirito Santo
Das “Fest des Heiligen Geistes“ (gemeint ist die Bibelgeschichte der Ausgiessung des Heiligen Geistes) ist in erster Linie ein religiöses – und unsere Kurzbeschreibung des entsprechenden Festes im historischen Örtchen Paraty ist kein Einzelfall: es wird in unzähligen anderen Regionen Brasiliens ebenfalls zelebriert. Mittelpunkt ist des religiösen Teils ist eine Prozession von Gläubigen – auch die vereint bereits eine Menge Touristen in dem kleinen historischen Ort – und der profanere Teil sieht dann eher aus wie eine Kirmes unter freiem Himmel. Im liturgischen Kalender folgt der Tag “Pentecostes“ genau am fünfzigsten Tag nach Ostern – Tradition in Paraty seit dem 17. Jahrhundert.
(In Paraty, Bundesstaat Rio de Janeiro – und vielen anderen Orten Brasiliens).

50 Tage nach Ostern – Festa do Divino
Auch in diesem Fall bezieht sich der Titel auf das “Fest des Heiligen Geistes“, das im ganzen katholischen Land Brasilien gefeiert wird – ähnlich, wie schon in Paraty beschrieben – in diesem Fall in der Ruinenstadt Alcântara, im Bundesstaat Maranhão.
(In Alcântara im Bundesstaat Maranhão)

Einen ganzen Monat lang – Festas Juninas
Der Monat Juni ist den “Juni-Festlichkeiten“ gewidmet – im ganzen Land! Hier fallen die Ehrentage der katholischen Heiligen „Santo Antônio (Sankt Anton), Sâo João (Sankt Johannes) und São Pedro (Sankt Peter)“ so dicht hintereinander, dass man daraus vielerorts einen einzigen Festmonat gemacht hat – man gönnt sich ja sonst nichts! Die “Feierei“ beginnt bereits am 1. Juni mit einer Messe zu Ehren Sankt Antons, dem Stifter von Hochzeiten und Beschützer der Ehen, sein grosses Fest hat er dann am 13. Juni. Es folgt das Fest für Sankt Johannes, am 24. Juni, das sich bis zum 29. Juni hinzieht, an dem man schliesslich noch den Beschützer der Fischer und der Witwen, São Pedro, mit einbezieht. Eine wunderbare Gelegenheit, überall im Land die Lebensfreude der Brasilianer kennenzulernen und in ihre festliche Stimmung miteinbezogen zu werden! Besonders attraktiv für Besucher sind diese Feiern, wenn er sie einmal in ländlicher Umgebung erlebt: Mittelpunkt folkloristischer Darstellung ist stets eine Bauernhochzeit (oder auch mehrere), und die muss man erlebt haben!

22. Juni bis 30. Juli – “Bumba meu Boi“
Der Bundesstaat Maranhão ist in ganz Brasilien besonders wegen seiner zahlreichen folkloristischen Manifeste berühmt und beliebt. Allen voran das Fest des „Bumba-meu-boi“, das sich längst über den gesamten Norden Brasiliens verbreitet hat, überall dort, wo Bürger aus Maranhão im Lauf der Jahre eingewandert sind, hat sich deren Fest in der lokalen Folklore seinen Platz erobert.
Hier in Maranhão ist es das wichtigste Volksfest des Jahres. Eine Kombination aus Musik, Tanz und Theater, die Elemente aus der indianischen, afrikanischen und lusitanischen Kultur vermischt. In São Luís allein gibt es zirka 60 Gruppen des „Bumba-meu-boi“, mit Musikern, die verschiedene typische Instrumente spielen, wie zum Beispiel die „Zabumbas“ (grosse Bauchtrommeln) oder die „Matracas“ (Metallringe, die im Rhythmus aneinander geschlagen werden).

Am 22. Juni – zwei Tage vor dem „São João-Fest“ – wird die Hauptfigur des Festes geboren: der „Boi“ (Ochse), um am folgenden Tag getauft zu werden – nach einem bestimmten Ritual jeder Teilnehmergruppe. Und so beginnt das Fest. Die weissen Einwanderer brachten einmal die Story des Festes mit sich, die Schwarzen ergänzten sie mit dem Rhythmus ihrer Perkussions-Instrumente und die Indianer standen Pate bei der tänzerischen Choreographie.
Der „Bumba-meu-boi“ ist im Norden und Nordosten ebenso beliebt und berühmt, wie im Südwesten Samba und Karneval.

22. bis 24. – Festa Junina São João
Der schon unter “Festas Juninas“ beschriebene Festteil, dem Heiligen Sankt Johannes gewidmet (Diesmal in Cachoeira, im Bundesstaat (Bahia, und in Campina Grande, im Bundesstaat Paraíba)

25. – Festivaltage Folclórico Parintins
Auch bei diesem Spektakel mitten im Regenwald auf einer Insel – auf der Flüchtlinge aus dem trockenen Nordosten dermaleinst eine Siedlung gründeten, die heute knapp 15.000 Einwohner hat – steht der aus Maranhão importierte “Ochse“ im Mittelpunkt des Geschehens – diesmal als Repräsentant einer Fan-Gruppe der “Garantidos“ (die Garantierten) und einer gegnerischen Fan-Gruppe, den “Caprichosos“ (den Sorgfältigen). Der „Ochse“ ist, wie in seinem Ursprungsstaat auch, aus einem Holzgerüst gefertigt und mit Pappmaché und buntem Tuch drapiert – er wird jeweils von einem “Tänzer“, verborgen in seinem Inneren, bewegt. Die beiden “Bois“ sind Mittel- und Höhepunkt der Festlichkeiten, und ihr Auftreten und tänzerische Leistung wird von einer Jury bewertet. Allerdings sind da noch viele weitere Figuren in der folkloristischen Arena zu bewundern, der man den Namen “Bumbódromo“ gegeben hat, und in der sich zum Fest bis zu 30.000 Zuschauer versammeln, die aus allen Teilen Brasiliens und mittlerweile auch aus dem Ausland anreisen – und sich spalten in “Garantidos“ und “Caprichosos“. Ein buntes, lautes und manchmal auch hitziges Spektakel – Brasilien von einer besonders typischen Seite – fahren Sie mal hin!
(In der Dschungelstadt Parintins auf einer Insel, im Bundesstaat Amazonas)

29. – Festa de São-Pedro
Der “Sankt Peter” ist, wie in den “Festas Juninas” schon beschrieben, der “letzte Heilige der Junifestlichkeiten“, dessen Ehrentag auf den 29. Juni fällt – im ganzen Land. Hier in Brasiliens Norden – insbesondere an den grossen Strömen Amazonas, Rio Negro, Rio Madeira, Rio Tapajós und Tocantins – ist eine Schiffs-Prozession teil des Festes – in diesem Fall auch in Manaus, am Rio Negro.
(In Manaus, Bundesstaat Amazonas)

nach obenJULI

1. Woche im Juli – Festival de Inverno
Das Winter-Festival ist in mehreren Städten verschiedener Bundesstaaten Tradition – zum Beispiel in Gramado (Rio Grande do Sul), in Ouro Preto (Minas Gerais) aber auch zum Beispiel in Campos do Jordão (im Bundesstaat São Paulo) – um nur einige wenige zu nennen. Grund dafür sind sicher in erster Linie die halbleeren Hotelpaläste in diesen Zentren, die im Sommer übervoll sind und in den kalten Monaten eben nicht genügend Gäste anziehen, um mit den teuren Standorten und der aufwendigen Inneneinrichtung plus dem qualifizierten Personal wirtschaften zu können. Also hat man sich ein paar besondere Attraktionen für die zwar kühlen, aber in der Regel trockenen, Tage einfallen lassen: die einen bieten ein Filmfestival mit Prämierung, die andern Theater und Shows vor historischer Kulisse – und wieder andere importieren sogar ein ganzes klassisches Orchester aus dem Ausland oder eine Ballett-Truppe, damit es ihren Gästen sogar warm ums Herz wird.

Mitte Juli, 6 Tage – Trancendence
Interessantes Festival an einem noch interessanteren Ort voller Naturschönheiten: in “Alto Paraíso“ – dem “Hochgelegenen Paradies“ – und der Ort verdient tatsächlich diesen anspruchsvollen Namen! Zum “Transzendenten Festival“ möchten wir einen begeisterten Teilnehmer zu Wort kommen lassen: “Ich finde bestimmt nicht die richtigen Worte, um die Trancendence 2005 zu beschreiben – ein Musik- und Kultur-Festival über fünf Tage – ohne Pause! Nie habe ich soviele herrliche Leute zusammen gesehen, soviel positive Energie verspürt – alle in derselben Vibration, einem exzellenten Klima, viele neue Freunde – ein Ort, der einem den Atem nimmt, aufstehen und tanzen gehen – tanzend den Morgen erleben – sich von der Musik treiben lassen – Energie tanken von all den vielen positiven Menschen . . .“
(In Chapada dos Veadeiros, Alto Paraiso im Bundesstaat Goías)

Zweiter oder dritter Sonntag im Juli – Regata de Jangadas “Dragão do Mar”
Dies ist eine Regatta mit den aus Holz gefertigten Flössen der eingeborenen Fischer des Bundesstaates Ceará – ihr Schutzpatron ist der legendäre “Drachen des Meeres“ – so nannten sie einst einen heldenhaften Fischer (Jangadeiro), der einer der ersten Bürger von Ceará war, der sich öffentlich gegen die Sklaverei aussprach und eine der ersten Anti-Sklaverei-Bewegungen in Gang brachte. Die Regatta beginnt an der zentralen Praia de Mucuripe (Fortaleza Zentrum) und endet an der Praia do Náutico – der Kurs wird innerhalb von eineinhalb Stunden bewältigt – von mehr als 100 teilnehmenden Jangadeiros, die, wie sie es nennen, ihre “Formel-A“ bestreiten. Herrliches Erlebnis!
(In Fortaleza, Bundesstaat Ceará)

17. bis 19. – Missa do Vaqueiro
Dies ist eine Messe – mit anschliessendem Volksfest – die speziell den “Vaqueiros“ gewidmet ist – den brasilianischen Cowboys, die im Sertão von Pernambuco (aber nicht nur dort) die Herden der Grossgrundbesitzer betreuen, eine harte und Kräfte zehrende Arbeit. Die zähen Männer sind von Kopf bis Fuss in Leder gekleidet (dem “Gibão“), wegen der Dornen in der Caatinga-Vegetation, die ihnen bei der Verfolgung einer ausbrechenden Kuh normale Textilien schnell zerfetzen würden. Männer, deren bescheidenes Leben unter den Herden auch mal eine Anerkennung verdient. Auf dem Fest zeigen sie, unter anderem, ihre Reitkunst und Geschicklichkeit im Umgang mit den Herden.
Die Messe findet unter freiem Himmel statt (seit 1970), zu der die “Vaqqueiros“ auf ihren Pferden sitzend, hufeisenförmige Aufstellung genommen haben – der amtierende Padre benutzt in seiner Lithurgie ausschliesslich den besonderen Dialekt der Vaqueiros, ein Dichter hat besondere Verse auf die Vaqueiros verfasst, die mit musikalischer Untermalung innerhalb der Messe zu Gehör gebracht werden – und zum Abendmahl sind Quark, Trockenfleisch und “Rapadura“ (Rohzucker-Tafeln) gereicht. Der Event hat sich zu einem kulturellen Spektakel entwickelt, welches jährlich ein Publikum von zirka 40.000 Besuchern im “Parque Estadual do Vaqueiro“ des Fleckens “Serrita“ vereint – 534 km von der Hauptstadt Recife.
(Das vorliegende Datum gilt nur für den kleinen Ort Serrita, im Bundesstaat Pernambuco)

23. bis 26. – FORTAL (Ersatz-Karneval in Fortaleza)
Hierbei handelt es sich um eine Karnevals-Präsentation, die als Ersatz für solche Besucher geschaffen wurde, die den Karneval zum “normalen“ Datum, zwischen Februar und März, verpasst haben – aber dieser Event dient natürlich auch dazu, wieder mehr Touristen in die Hotels zu bringen, die gerade zu dieser “Winterzeit“ ziemlich leer zu stehen pflegen. Also hat man – wie auch schon beim “Festival do Inverno“ beschrieben, sich etwas einfallen lassen, um die Ebbe in den Kassen zu verdrängen – und es hat geklappt: inzwischen haben viele andere Städte die Idee übernommen und präsentieren ihren Zweit-Karneval während der “Saure-Gurken-Zeit“ – mit zunehmendem Erfolg!
(Datum gilt nur für Fortaleza im Bundesstaat Ceará)

nach obenAUGUST

In der ersten Hälfte des Monats – Nossa Senhora da Boa Morte
Das Fest der “Herrin eines guten Todes“ wird schon seit den Anfängen der Sklavenbefreiungs-Bewegung (etwa 1880) gefeiert und hat bis zum heutigen Tag seine Originalität, seine charakteristischen Züge und individuelle Geschichte bewahrt – gezeichnet vom Leiden eines Volkes, das für seine Freiheit gekämpft hat. Dies ist auch der Sinn jener Zelebrierung: die Danksagung an die Jungfrau Maria für die hart erkämpfte Freiheit. Die “Schwesternschaft des guten Todes“ – eine exklusiv feminine Gesellschaft, die sich aus Frauen mittleren Alters zusammensetzt, alle sind Nachkommen von Sklaven – übernimmt sämtliche Aufgaben und Vorbereitungen, die zur Veranstaltung des Festes notwendig sind. Die “Schwestern“ widmen sich mit Körper und Seele der Anbetung der “Nossa Senhora“ und betrachten die Ausrichtung des alljährlichen Festes als ihre Pflicht und Schuldigkeit, das Versprechen ihrer Vorfahren für die Erlangung ihrer Freiheit zu erfüllen. Die Zeremonie ist mit aussergewöhnlichem antikem Pomp ausgestattet – wundervolle Kostüme und alter Silberschmuck werden präsentiert – und die an die Zeremonie anschliessende Festtafel im Haus der Schwesternschaft und der “Samba-de-Roda“ charakterisieren den profaneren teil des Festes. Ein selten schönes Erlebnis!
(In Cachoeira, Bundesstaat Bahia)

15. – Festa de Iemanjá
Auch in der vom Meer umschlungenen Küstenstadt Fortaleza hat sich die Wassernixe Yemanjá ihren Platz im Festkalender erobert – Verlauf des Festes ähnlich wie schon an anderer Stelle beschrieben.
(In Fortaleza, Bundesstaat Ceará)

Mitte August – Festival de Cinema
Wir haben es schon einmal unter “Festival de Inverno” angedeutet: Auch das “Film-Festival” in der hübschen Kleinstadt Gramado (Bundesstaat Rio Grande do Sul) ist eine Idee, die der Tourismus-Wirtschaft alljährlich hübsche Einnahmen beschert. Es werden in- und ausländische Filmproduktionen gezeigt und prämiert – und die Besucher haben Gelegenheit, auch mal in Brasilien, ausser den nationalen Stars und Sternchen, internationale Filmemacher und deren Protagonisten aus der Nähe bewundern zu können.
(In Gramado, Bundesstaat Rio Grande do Sul)

Ende August bis Mitte Oktober – Salão de Humor
Der “Internationale Humoristische Salon“ im Städtchen Piracicaba blickt bereits auf 30 Jahre seines Bestehens zurück – er wurde gegründet um neue Talente des grafischen Humors und der Bildergeschichten (Gi-Bis) zu entdecken und zu fördern – er hat auf der ganzen Welt nicht seinesgleichen. Die überwiegenden Themen im ersten Jahrzehnt seines Bestehens waren der Kritik an der Militärdiktatur gewidmet, die damals Brasilien beherrschte. Seine Sammlung besteht aus 290 Arbeiten von grossem historisch-analytischem Wert, welche die jeweilige Epoche ihres Entstehens portraitieren und das Gefühl, welches die kulturelle Produktion zur entsprechenden Zeit beeinflusste – und natürlich auch die individuelle Sicht eines jeden Cartoonisten wiedergeben.
(In Piracicaba, Bundesstaat São Paulo)

nach obenSEPTEMBER

Anfang des Monats – Festa de Nossa Senhora dos Remédios
Auch in diesem Fall haben wir wieder die kleine historische Stadt Paraty aufs Korn genommen: Die “Nossa Senhora dos Remédios“ ist die Schutzheilige des Örtchens und wird alljährlich – schon seit 300 Jahren – mit einer festlichen Messe und einer Prozession im lithurgischen Teil, und viel Volksbelustigung im profanen.
(In Paraty, Bundesstaat Rio de Janeiro)

1. bis 3. Woche des Monats – EXPOFLORA
Der kleine Ort “Holambra“ liegt im Bundesstaat São Paulo – 140 km von der Hauptstadt – und deutet bereits in seinem Namen auf die Herkunft seiner mehrheitlich eingewanderten Einwohner hin: sie kamen nach dem Zweiten Weltkrieg (1948) aus Holland, dem Blumenland (Holambra = HOlland+AMerika+BRAsilien). Und Blumen sind auch ihre Existenzgrundlage: 1981 organisierten sie zum ersten Mal ihre EXPOFLORA – heute, nach 25 dieser Ausstellungen beliefern sie 80% der Blumenmärkte im Bundesstaat São Paulo und viele auch darüber hinaus. Aber nicht nur Blumen – die gesamte holländische Kultur kommt anlässlich der Ausstellung zum Vorschein – die typische Küche, das typische Kunsthandwerk und die typische Musik begeistern die zahlreichen Besucher!
(In Holambra, Bundesstaat São Paulo)

Mitte Monat eine Woche – Semana Farroupilha
Die “Gaúchos” (gesprochen: GA-U-CHOS) sind ein ganz besonderer Menschenschlag – mit anderen Zeitgenossen in unserem kontrastreichen Land nicht zu vergleichen. Der Name bedeutet eigentlich nichts weiter, als Rinderhirte, aber er charakterisiert damit auch die diesen Menschen angestammte Beschäftigung. Das Auffälligste an ihnen ist wohl das Süffeln von grünem Mate-Tee, mit dem die Gaúchos überall sofort auffallen. Sie saugen das glühendheisse und gallenbittere Getränk aus einer Kalebasse, durch ein silbernes Röhrchen, ein – da schüttelt es den an quietschsüssen Cafezinho gewöhnten Carioca, aus Rio, vor Abscheu! Die Gaúchos pflegen ihre schweren ledernen Reitstiefel auch bei der grössten Hitze nicht auszuziehen – und sie haben den Ruf, vor einem Faustkampf nicht davonzulaufen, sondern ihn sogar noch zu provozieren. Alles in allem ein Macho-Gebaren, das besonders auf einen eher grossmäuligen Carioca nicht besonders sympathisch wirkt.

Die “Semana Farroupilha“ ist den Traditionen der Gaúchos gewidmet, envolviert die gesamte Bevölkerung und präsentiert entsprechende Events im gesamten Bundesstaat Rio Grande do Sul zur selben Zeit – sie ist sogar durch ein Staatsgesetz garantiert und durch ein Dekret reglementiert! In Porto Alegre hat der Event seine Zentrale im Park “Maurício Sirotski Sobrinho“ und bietet ein intensives gesellschaftliches und kulturelles Programm über fast 30 Tage – mit viel Folklore, Rodeos und Lagerfeuerromantik – sehr empfehlenswert!
(In Porto Alegre, Bundesstaat Rio Grande do Sul)

Mitte Monat – Vaquejada de Surubim
In diesem Fall haben wir wieder eine besonders originelle Veranstaltung heraus gesucht, die in einem kleinen, unbekannten Ort im “Agreste“ von Pernambuco stattfindet – 125 km von der Hauptstadt Recife entfernt: “Vaqueiros“ aus allen Regionen Brasiliens – in erster Linie aus dem Nordosten – mischen sich unter die zahlreichen Besucher und tragen ihren Teil bei zum grössten Volksfest der Cowboys des Nordostens – drei Tage lang wird gefeiert.
(In Surubim, Bundesstaat Pernambuco)

nach obenOKTOBER

07. bis 25. – Oktoberfest Blumenau
Das Blumenauer Oktoberfest – nach dem Münchner Vorbild – ist in ganz Brasilien berühmt. In den tollen 17 Tagen besuchten zuletzt rund eine Million Personen von ausserhalb die Stadt – sie tranken insgesamt 775.000 Liter Bier, welches die Bumenauer in alter Tradition selbst brauen – und jedes Jahr wächst diese Besucherzahl. Besonders für die Brasilianer aus dem tropischen Norden ist Blumenau der exotischste Ort überhaupt. Im Jahr 2.000 beging Blumenau seine 150-Jahrfeier – mit einem besonders ausschweifigen Fest, versteht sich.
(In Blumenau, Bundesstaat Santa Catarina)

Immer am 2. Sonntag – Procissão do Círio de Nazaré
Es wird auch als das „Weihnachtsfest der Paraenses“ bezeichnet – der Bürger aus dem nördlichen Bundesstaat Pará. Es ist nicht nur das grösste religiöse Fest Brasiliens sondern das an Teilnehmerzahlen grösste Fest Brasiliens überhaupt – grösser noch als der Karneval von Rio de Janeiro – eine ergreifende Demonstration des Glaubens und der Nächstenliebe. Seit 1793 findet dieses Fest alljährlich in der Hauptstadt Belém statt: Ein kleines hölzernes Bildnis der „Jungfrau von Nazareth“ ist Mittelpunkt der Devotionen und wird von der Kathedrale der Stadt bis zur Basilika der „Nossa Senhora de Nazaré“ getragen – diese Prozession, begleitet von Hunderttausenden von Gläubigen, nimmt ihren Weg durch alle wichtigen Strassen der Stadt – insgesamt ein 5-Kilometer-Marsch. Der „CÍRIO“, wie das Fest in Kurzform genannt wird, beschäftigt die Bevölkerung von Belém und der näheren Umgegend schon lange Zeit vorher und auch noch nachher. Das Fest selbst dauert an die zwei Wochen.
(In Belém, Bundesstaat Pará)

nach obenNOVEMBER

01. bis 02. – Festa do Padre Cícero
Juazeiro do Norte, im menschenfeindlichen “Sertão“ des Bundesstaates Ceará gelegen, ist inzwischen die grösste Stadt im Interior dieses Bundesstaates, dank der vielen Tausend Besucher, die alljährlich zum überlebensgrossen Standbild des legendären Padre Cícero pilgern, der hier gewirkt hat und 1934 auch beigesetzt wurde, hat sich die Kleinstadt in ein religiöses und kommerzielles Zentrum des „Cariri-Tals“ verwandelt. Der Veranstaltungs-Kalender der Stadt ist ganz auf die religiösen Feste ausgerichtet. Mindestens 8 grosse Veranstaltungen finden sich darin pro Jahr, unter ihnen: „Nossa Senhora das Candeias“, am 2. Februar – „Geburtstag des Padre Cícero“, am 24. März – „Todestag des Padre Cícero“, am 20. Juli – „Nossa Senhora das Dores“, am 15. September, Schutzheilige der Stadt – und schliesslich der „Tag des Pilgers“, am 1. November. Während dieser Festtage ist „Juazeiro“ buchstäblich ausverkauft – Hotels und andere Unterkünfte sollten deshalb rechtzeitig vorbestellt werden.
(In Juazeiro do Norte, Bundesstaat Ceará)

15. – FORMEL-1 “Grosser Preis von Brasilien“
Die Metropole São Paulo ist in diesem Fall Austragungsort des Formel-1-Zirkus – genauer: ihre Rennstrecke “Interlagos“ (zwischen den Seen) vor den Toren des Stadtkerns.
(In Interlagos, Bundesstaat São Paulo

Anfangs Monat – VITAL
In diesem Fall handelt es sich, wie im Fall von Fortaleza, um einen “Carnaval Fora de Època“ (Karneval ausserhalb der Saison) – ein Event, der zum Füllen der Hotels mit begeisterten Besuchern aus dem In- und Ausland geschaffen wurde (VIT-ória und Carnav-AL bilden die “vitale“ Wortkombination) – drei Tage lang Karneval, der allerdings auf einen Platz im Zentrum der Stadt, den “Praça do Papa“ begrenzt ist – der, man höre und staune, ausgerechnet dem “Pabst“ zu Ehren benannt ist!
(In Vitória, Bundesstaat Espirito Santo)

nach obenDEZEMBER

03.12. bis 06.12. – CARNATAL
Und noch ein Karneval (aus CAR-naval und NATAL) ausserhalb der Saison – diesmal im Bundesstaat Rio Grande do Norte, in seiner Hauptstadt Natal.
(In Natal, Bundesstaat Rio Grande do Norte)

04. – Festa de Santa Bárbara
Dies ist das Fest zu Ehren der heiligen Kriegerin, der Herrin über Blitz und Donner, Santa Bárbara. Sie ist die Schutzheilige der Markt- und der Feuerwehrleute. Auf dem Markt von Santa Bárbara, der sich im Stadtteil “Baixa dos Sapateiros“ befindet, bieten die Kiosk-Besitzer allen rot gekleideten Teilnehmern und auch sämtlichen Besuchern ein grosses “Caruru“ an – eine bahianische Spezialität, die mit durchschnittlich 5.000 “Quiabos“ (tropisches Gemüse) angerichtet wird. Das Fest wird organisiert von den örtlichen Feuerwehrleuten, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.
(In Salvador, Bundesstaat Bahia)

08. – Festa de Nossa Senhora da Conceição da Praia
Dieser Tag ist seit 1707 der Schutzheiligen des Bundesstaates Bahia gewidmet und wird als offizieller Feiertag in diesem Bundesstaat begangen. Der religiöse Teil des Festes findet in der “Basilica de Nossa Senhora da Conceição da Praia“ statt – im unteren, modernen Zentrum von Salvador, der “Cidade Baixa“.
(Nur in Salvador, Bundesstaat Bahia)

24. und 25. – Véspera de Natal
Am Heiligabend wird ein Festmahl innerhalb der Familie zubereitet – Truthahn oder ein im Ofen gebackener “Lombo de Porco“ (Schweine-Hinterschenkel) mit einer delikaten Kruste – genau um Mitternacht geht man dann zur Christmesse. Doch erst am 25. Dezember, dem eigentlichen Weihnachts-Feiertag, bekommen die Kinder ihre Geschenke vom “PapaiNoél“, dem Weihnachtsmann. Auch einen Weihnachtsbaum haben die meisten Haushalte aufgestellt, dessen Grösse und Beschaffenheit und Herkunft die kuriosesten Vermutungen zulässt – einen “Tannenbaum“ wird man aber darunter kaum finden – höchstens im Süden Brasiliens, wo Nadelbäume eher anzutreffen sind.
(Wird in ganz Brasilien gefeiert – in der unterschiedlichsten Art und Weise).

31. – Corrida de São Silvestre
Der inzwischen weltweit bekannte Silvester-Marathonlauf in der Metropole São Paulo mit internationaler Beteiligung, entsprang um 1940 einer Idee des Journalisten Cásper Líbero, dem Herausgeber der “Gazeta Esportiva“, der damit und noch mehreren anderen Ideen, die Daseinsberechtigung seines, übrigens sehr erfolgreichen Blattes, untermauern wollte. Inzwischen ist besonders der von ihm gegründete Marathonlauf eine weltweit Aufsehen erregende Institution geworden und wird von Läufern aus allen Teilen der Welt bestritten.
(In der Grossstadt São Paulo im Bundesstaat gleichen Namens).

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