Gastronomische Vielfalt

Veröffentlicht am 17. September 2010

Suchen Sie die Gastronomische Vielfalt São Paulos? Suchen Sie eins der 50 besten Restaurants der Welt? Das D.O.M. des Küchenchefs Alex Atala wurde von der englischen Fachzeitschrift „Restaurant“ als eins der „TOP 50“ unseres Planeten ausgezeichnet – das einzige in Lateinamerika! Würde Ihnen ein Gourmet-Erlebnis zusagen, bei dem die Kellner Evergreens vom Broadway intonieren? Dann besuchen Sie das Restaurant Brooklyn – exzellent fürs Herz und den exquisiten Geschmack!

Vielleicht bevorzugen Sie ein weniger luxuriöses Ambiente mit exquisiten Leckerbissen, wie zum Beispiel einer einfachen „Coxinha“ (Hühnerfleisch-Pastete) oder einem reichlichen Sandwich mit Mortadella – wie in der Veridiana“ (Stadtteil Higienópolis) oder im „Leona“ (Stadtteil Campo Belo), mit besonders feiner Teigmasse im „Camelo“ oder im „Cristal“ (Stadtteil Jardins). Gröber im „Castelões“ (Stadtteil Brás) oder auch in den Bäckereien. Von denen gibt es Tausende verteilt auf die Stadt, die viel mehr als nur Brot backen! Möchten Sie mal ein „Rodizio“ (rotierendes Menu-Angebot) kosten? Sie können es als Churrasco mir wechselnden Fleischspiessen haben, in Form von unterschiedlichen Suppen, unterschiedliche Pizza-Viertel, Nudelgerichte, ja sogar als verschiedene japanische Sushis!

In São Paulo sind mehr als 50 verschiedene Nationalitäten zuhause und Brasilianer aus allen Teilen des Landes. Ein wahres Kultur-Mosaik, welches sich direkt in seiner Identität widerspiegelt – und natürlich auch in seiner Küche, welche aus der Hauptstadt eins der grössten Gastronomie-Zentren der Welt gemacht hat.

brazilian churrasco restaurantDie Stadt besitzt zirka 12.500 Restaurants – aus 52 Nationalitäten, Ethnien und Religionen – Sie präsentiert dem Gast die ganze Skala der typisch brasilianischen Gewürze, aber auch sämtliche internationale Tendenzen zeitgenössischer Kochkunst und bildet damit eine unbeschreibliche Kombination – die man einfach probieren muss! Und die ausdrucksvollen Zahlen gehen weiter: Registriert sind 15.000 Bars, 600 japanische Restaurants, 3.200 Bäckereien, 6.000 Pizzarias und 500 Churrascarias. Es werden täglich 10,4 Millionen Brötchen gebacken (oder 7.200 pro Minute), eine Million Pizzas (oder 720 pro Minute) und 400.000 Sushis (278 pro Minute).

Man braucht nur an eine bestimmte Köstlichkeit zu denken. In São Paulo findet man stets ein Restaurant, eine Bar oder ein Kiosk, welches dem Touristen oder einem Bewohner zusagt. Alles hängt vom Gleichgewicht zwischen Geldbeutel und Begehr ab. Aber ganz gleich wo die Indikatoren liegen, niemand geht leer aus, denn in São Paulo ist es möglich, die Restaurants nach Profil und dem Geldbeutel des Besuchers auszusuchen.

Dies alles wird sehr gut vom Gemisch der Farben und Geschmäcker des „Mercado Municipal“ (Markthallen), oder im Volksmund „Mercadão“, übersetzt, wo Gourmets und Gourmands einfach alles finden können – Gewürze, Leckerbissen, Gemüse und Früchte, Fleisch, Fisch und Petit-fours bis zu den berühmten Bacalhau-Pasteten oder solche aus Trockenfleisch – bis zu den beliebten Mortadella-Sandwiches.

Im Stadtteil Liberdade findet man japanische Restaurants und viele „Pastelarias“ (Pasteten-Bäckereien). Bixiga ist der Stadtteil der Kantinen, mit einer Unendlichkeit an Optionen. In Vila Madalena befinden sich die typischen Bars und „Botecos“, mit Leckerbissen, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Jedoch schon seit einiger Zeit hat São Paulo diese typischen Grenzen überschritten – japanische Restaurants, zum Beispiel, sind längst nicht mehr auf den Stadtteil Liberdade begrenzt – man findet inzwischen beste Sushis in den Jardins, in Pinheiros und in Morumbi. Quibes und Esfihas (arabische Delikatessen) sind am besten in Vila Mariana, in Paraíso und in Higienópolis. Französische Menus in Consolação oder der Vila Madalena.

Die Stadt, die niemals schläft, hat auch unzählige Fast-Food-Restaurants – man nennt sie in Brasilien „Lanchonetes“ – internationaler Ketten und auch ganz besonders schicke! Mode ist, Hamburger berühmter Marken zu kosten – gewürzt von Küchenchefs der Topline! Die meisten befinden sich im Stadtteil Itaim, in dem man den „Hamburger Korridor“ besuchen kann: in der Rua Joaquim Floriano und Umgebung. Das Sandwich wird besonders kapriziös in Betrieben wie „New Dog“ oder „Joakin’s“ serviert. Maximum ist das „General Prime Burger“ unter seinem Piloten, dem Sterne-Chef Sérgio Arno!

In den Stadtteilen Moema und Ibirapuera konzentriert sich das Publikum besonders in der Avenida Lavandisca: Dort befinden sich verschiedene Bars, traditionelle bis moderne, unter ihnen auch italienische Kantinen. Die Pizza wird exzellent vertreten in Bars wie dem „Brás“, in der Nachbarschaft der fantastischen Bar „Original“ – beide ebenfalls in Moema!

Die Konditoreien können sich ebenfalls sehen lassen und sind teilweise 24 Stunden geöffnet, wie zum Beispiel „Ofner“ in der Avenida Ibirapuera oder in der Rua João Cachoeira. Die germanische Präsenz ist gewaltig in den Restaurants der Region – inklusive die deutschen „Konstanz“ und „Windhuk“ (hier ist die Forelle unvergesslich) sowie die Schweizer „Florina“ und „Platz“.

Wenn Sie bis zum Stadtteil Vila Mariana hochfahren, entdecken Sie die arabischen „Catedral“ und „Jaber“ oder sonst ein typisches arabisches Restaurant dieser Gegend. Auf der Suche nach einem kleineren Imbiss machen Sie Station beim „Rancho da Empada„, dessen Delikatessen auf der Zunge zergehen. In der Rua Joaquim Távora konzentrieren sich einige der besten Bars dieses Stadtteils, die unter der Woche von Studenten frequentiert werden. Dies ist stets eine Garantie für hübsche und animierte Leute am Nachbartisch!

Das Stadtgebiet um die Avenida Paulista hält ebenfalls eine Menge Optionen bereit. Ein paar der besten Restaurants der Stadt befinden sich dort. In einer ihrer zahlreichen Nebenstrassen, der Rua Haddock Lobo, koexistieren friedlich das exzellente „Arabia“ – hier serviert man marokkanischen Cuscuz am Samstag – und die jüdische Rotisserie „Z-Deli“ – mit einem delikaten „gefüllten Fisch“! Die Sterne – nur zu empfehlen für gut gefüllte Brieftaschen – sind das „Figueira Rubayat“ und das „Fasano“ – innerhalb des luxuriösen „Hotel da Família“ – sie repräsentieren die gehobene Gastronomie der Stadt.

Falls Sie im Zweifel sind, ob Sie gerne Berühmtheiten kennenlernen wollen oder als solche eingestuft sein möchten, dann entscheiden Sie sich an den Tischen des Spots! Nur zwei Blocks von der Avenida Paulista entfernt kocht das „Mestiço“ jede Nacht über – mit Schönen und Berühmten, die zwischen den Tischen zirkulieren und einem die Entscheidung schwer machen, sich zwischen einem Dummchen aus Thailand oder einem Acarajé-Bahianer zu entscheiden. Für den Hunger nach Mitternacht ist die gute Bäckerei „Galeria dos Pães“ zu empfehlen, die 24 Stunden lang geöffnet ist – sie befindet sich in der Rua estados Unidos, bereitet Sandwiches zu und serviert ein Buffet mit äusserst disputierten Suppen. Eine andere Bäckerei, die immer mehr Fans um sich versammelt, ist die „Villa Grano“ in Vila Madalena – genauer in der Rua Wisard – mit ebenfalls 24 Stunden-Service!

Wer das Traditionelle liebt: Eine der Seiten der Paulista führt in die Region der Bixiga (Bela Vista). In diesem Stadtteil vereinen die Rua Treze de Maio und ihr Nebenstrassen eine Menge antiker Kantinen, wo reichliche Portionen oberstes Gebot sind. Dort befindet sich auch eine der traditionsreichsten Pizzerias der Stadt, die „Speranza“ – verantwortlich für die Einführung der Pizza Marguerita in Brasilien und für ein ungewöhnliches „Pão de Linguiça“ (Wurstbrot). Unter den unzähligen Kantinen in Richtung auf die Avenida da Consolação, im Stadtteil Higienópolis, nahe der Avenida Angélica, verpassen Sie auf keinen Fall das traditionellste – und deliziöse – Polpetone der Stadt, im „Jardim de Napoli“! Und bei dieser Gelegenheit verlangen Sie auch einen authentischen Parmesankäse zum Nachtisch!

Falls Sie ein Bohemien sind, dann finden Sie Ihre Truppe in Vila Madalena, in der Westzone. In den Strassen mit so ausgefallenen Namen wie „Aspicuelta“ (war ein spanischer Padre aus dem 16. Jahrhundert), „Girassol“ (Sonnenblume) und „Purpurina“ (Make-up) befinden sich Bars für alle möglichen Präferenzen: dort gibt es „Botecos clássicos“ mit Kacheln an den Wänden, eiskaltem Bierschoppen und „Caldinho de Feijão“ (Bohnensuppe), wie beim „Filial“ – es gibt welche, die Journalisten und Fussball-Fans in sich vereinen, wie das „São Cristóvão“ (zu Ehren eines Teams aus Rio, an das sich nur wenige noch erinnern) – und für das GLS-Publikum ist das „Farol Madalena“ die beste Empfehlung. Für denjenigen, der einen guten Wein kosten möchte, gibt’s das „Posto 6“ (in dem Rio de Janeiro geehrt wird), das „Zé Menino“ (ehrt Santos) und das „Salve Jorge“ hat eine endlose Biere-Sammlung aus aller Welt.

Die brasilientypischen Churrascarias sind eine weitere Attraktion der paulistanischen Hauptstadt. Und von ihnen gibt es Beispiele für jeden Geschmack und jede Brieftasche – insgesamt mehr als 500! In den Aussenbezirken, sowie in der Avenida 23 de Maio, befinden sich die meisten von ihnen. Die berühmten Rodizios des „Fogo de Chão“ (in der 23 de Maio und der Avenida dos Bandeirantes) zum Beispiel, des „Jardineira“ (Avenida dos Bandeirantes), des „Rodeio“ (Rua Haddock Lobo), des „Vento Haragano“ (Avenida Rebouças), in der sich auch der fantastische „Paulista Grill“ befindet – letzterer für die bescheidenere Brieftasche. Und wenn man Fleisch à la carte bevorzugt, dann sind die Optionen ebenfalls zahlreich – die der Kette „Rubayat“ (Baby Beef und Figueira), in Paraíso, Itaim und Jardins werden von einem Publikum mit hohem Einkommensniveau frequentiert und werden als beste Fleisch-Etablissements von São Paulo bezeichnet.

Und wenn wir schon mal bei diesem Thema sind: Die argentinischen und uruguayischen Restaurants fehlen genauso wenig – mit saftigem Fleisch, das auf der Zunge zergeht, wie es deren Tradition vorschreibt. Besondere Empfehlung unter den argentinischen Restaurants gebührt dem „Bárbaro“ in Itaim, dem „Parilla Argentina“ in Saúde, dem „La Caballerize“ in der Alameda Campinas im Stadtteil Jardins – und unter den uruguayischen das „El Tranvia“ in Higienópolis. Vergessen Sie nicht, ein Käse-Soufflé als Beigabe! Bevorzugen Sie ein original spanisches Menu? Dann verpassen Sie die Paella des „Don Curro“ nicht, es wurde erst kürzlich zum besten spanischen Restaurant der Stadt gekürt!

Aus einem anderen Teil unserer Welt eingewandert, haben die japanischen Restaurants die Stadt erobert – wie zum Beispiel das „Jun Sakamoto“ oder das „Nakombi“ oder preisgünstigere Etablissements, wie das „Koi„, mit guter Qualität und präsent in verschiedenen Teilen der Stadt. Und die Sushi-Rodízios, besonders reichlich in der Region von Pinheiros, Vila Madalena und den Jardins, wie zum Beispiel das „Mori Sushi“ und das „Kabuki“ – in Vila Olimpia und Itaim das „Noyoi“. Und es gibt viele besondere Ambientes um eine Nacht auf ungewöhnliche Art und Weise zu beenden, wie zum Beispiel im „Forneria São Paulo“ oder im „Pasta e Vino“. Mögen Sie’s romantisch? Im Winter fehlen auch die Fondues nicht, die man in allen Teilen der Stadt zu zweit geniessen kann – zum Beispiel im „Casa da Suiça“ in Pinheiros, oder im „Chalet Suisse“ im São Paulo Othon Hotel, im Zentrum.

Übrigens im Zentrum der Stadt gibt es gute Optionen für denjenigen, der nicht viel ausgeben möchte oder kann. Die „Bar do Léo“ in der Rua Aurora gehört zu den traditionellen Etablissements, so wie der „Estadão“ in der Avenida Nove de Julho, am Anhangabaú. Für mittlere Budgets und Freunde der MPB (Brasilianische Volksmusik) befindet sich die „Bar Brahma“ an einer der berühmtesten Ecken der Stadt – an der Kreuzung der Avenidas Ipiranga und São João. Und es gibt noch weitere charmante Optionen in dieser Gegend, wie zum Beispiel das „Café Girondino“ mit einer Dekoration aus dem 20. Jahrhundert, es gibt die Rotisserie der Mönche des „Mosteiro de São Bento„, oder das traditionsreiche „Terraço Itália“ im 44. Stockwerk des Edifício Italia und mit einer wunderschönen Panorama-Aussicht auf die Stadt.

Eine andere unverzichtbare Aussicht auf die Stadt hat man vom „Skye“ aus, auf dem Dach des Hotels Unique in der Avenida Brigadeiro Luis Antônio, kommandiert vom Chef Emanuel Bassoleil – oder vom „The View“ in den Jardins. Zu den besonderen Ambientes gehören noch das französische „La Trambouille“ und das italienische „La Risotteria“. Weitere Optionen sind die kontemporanen Küchen von prämierten Sterne-Chefs, wie zum Beispiel von Carla Pernambuco (im „Carlota„), Morena Leite (im „Capim Santo„), Bella Masano (im „Amadeus„) und dem stets aufs Neue prämierten Sérgio Arno (im „La Vechia Cuccina„). In einer authentischen Viela Italiana fühlt sich derjenige, der das schöne „II Viccolo Nostro“ in Brooklin besucht – in der Südzone der Stadt.

Jedoch sind São Paulos Köstlichkeiten beileibe nicht nur auf die Tische von Bars, Kantinen und Restaurants begrenzt! Man findet sie auch in Konditoreien, wie zum Beispiel dem „Cristallo„, in argentinischen Kaffeehäusern, wie dem „Havana Café„, in den Schokoladen des „Chocolat du Jour„, den Eiscremes der „Häagen Dazs„, der „Stuppendo„, der „Sottozero“ oder der „Gelateria Parmalat“ – alle im Stadtteil Jardins, aber mit einigen Filialen auf die Stadt verteilt, besonders in den Shopping-Zentren.

Eine schwere Entscheidung für die Bürger wie für die Besucher São Paulos ist die Wahl zwischen den besten Kaffees. Der Espresso ist ein Import, welcher zur lokalen Institution avanciert ist, und es gibt verschiedene Lokale, in denen er eine aromatische Verbesserung erfährt, die in Dutzenden von Kombinationen gipfelt. Versuchen Sie mal das „Suplicy“ in der Alameda Lorena, die vielen „Frans Café“ – alle 24 Stunden geöffnet und präsent in verschiedenen Stadtteilen – das „Starbucks„, vor dem Warteschlangen einem der besten Kaffees der Welt die Ehre geben.

Indem wir diesen köstlichen paulistanischen Disput weiterführen, kommen wir schliesslich auch zur Frage: Wo bekommt man den besten „Chopp“ (Bierschoppen) der Stadt? Ehrlich gesagt, da gibt es soviele Empfehlungen, dass man am besten soviele probiert wie man aushält. Denn es fehlen keine exzellenten Kandidaten in Vila Madalena, in Pinheiros, in Vila Mariana und auch im Zentrum. Den kleinen Unterschied machen eventuell die Beigaben, welche vielleicht mit einem „Caldinho de Feijão“ beginnen und mit einem Hähnchen vom Grill enden. Erst kürzlich aus Rio de Janeiro angekommen, gilt das „Devassa“ in der Alameda Lorena als Herrin der Happy Hour (eine beliebte Angewohnheit der Paulistaner).