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Arcos da Lapa

Der Volksmund nennt die antike Konstruktion Aqueduto da Carioca (Carioca-Aquädukt) im Zentrum der Stadt die “Arcos da Lapa“ (die Bögen von Lapa), denn sie befindet sich an der Peripherie des Bohemien-Stadtteils Lapa. Das aus der Kolonialzeit stammende Gebilde gehörte zu jener Zeit zu den grössten architektonischen Werken in Brasilien – heute gehört es zu den beliebtesten Postkartenmotiven von Rio.
Diese Fotos stammen aus der Flickr Foto-Community und werden gemäß der Flickr-RSS API abgebildet.
Die ersten Studien in der Absicht, das Wasser des Rio Carioca in die Stadt zu leiten, gehen zurück bis ins Jahr 1602, in Auftrag gegeben vom damaligen Gouverneur der Capitania Rio de Janeiro, Martim Correia de Sá (1602-1608). Im Jahr 1624 wurde dann ein Vertrag zur Konstruktion des primitiven Wasserleitungsträgers mit Domingos da Rocha unterzeichnet, der aber nicht dazu kam, die Arbeiten auszuführen. Im Jahr 1660 waren lediglich 600 “braças“ (Armlängen) an Rohren verlegt – bis diese Arbeiten dann 1706 neue Impulse unter der Regierung von D. Fernando Martins Mascarenhas Lancastro (1705-1709) erfuhren.

Unter der Regierung von Antônio de Brito Freire de Menezes (1717-1719) begann man im Jahr 1718 mit der Installation der Wasserrohre durch die alte Rua dos Barbonos (heute Rua Evaristo da Veiga). Und unter der Regierung von Aires de Saldanha de Albuquerque Coutinho Matos e Noronha (1719-1725) erreichten die Rohre im Jahr 1720 “Campo de Ajuda“ (heute Cinelândia) – zu jener Zeit noch ein Vorortgebiet. Dieser letztgenannte Gouverneur verteidigte die Vorteile der Weiterführung des Projekts bis zum “Campo de Santo Antônio“ (heute Largo da Carioca) und änderte damit das Originalprojekt. Das Aquädukt zwischen dem “Morro do Desterro“ (heute Morro de Santa Teresa) und dem “Morro de Santo Antônio“, inspiriert am “Aqueduto das Águas Livres“, den man zur selben Zeit in Lissabon anfing zu bauen. Das Werk wurde dann im Jahr 1723 vollendet – es leitete das Wasser zum Carioca-Brunnen, der im gleichen Jahr dafür aufgestellt worden war, und versorgte so die Bevölkerung des schon erwähnten Stadtteils « Campo de Santo Antônio ».

Aber das ganze Werk war nicht vom Schicksal begünstigt. Schon im Jahr 1727 registrierte man Reklamationen hinsichtlich Wassermangels, den man den Aktionen von “Quilombolas“ zuschob (geflohenen Sklaven, die versteckt im Wald lebten) – man sagte, die hätten die Rohre beschädigt. Später verlangte die Regierung vom Verantwortlichen für die Instandhaltung der Anlage Rechenschaft, aber der entledigte sich seiner Pflichten, indem er spurlos verschwand. Die Regierung setzte daraufhin noch Strafen gegen den Vandalismus an der Anlage fest – konnte aber niemanden belangen.

Der Gouverneur Gomes Freire de Andrade (1733-1763) befahl die Rekonstruktion des “Aqueduto da Carioca“ aus Steinen seines Landes Brasilien, anstelle der teuren behauenen Steine, die man vorher aus dem Königreich Portugal importiert hatte. Die “Carta Régia“ vom 2.Mai 1747 legte fest, dass das Wasser nunmehr von einer Decke aus Backstein geschützt werden sollten, um so seine Umleitung zu verhindern.

1750 eingeweiht, sprudelte das Leitungswasser aus 16 Bronze-Hähnen eines Marmorbrunnens am Fuss des “Convento de Santo Antônio“ (Kloster) hervor. Später verlängerte man die Leitung durch die “Rua do Cano“ (heute Rua Sete de Setembro) bis zum “Largo do Paço“ (heute Praça Quinze de Novembro), wo man die Schiffe mit Trinkwasser auftankte.
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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – während der Kaiserzeit und danach, zu Beginn der Republik – ging man auf neue Alternativen zur Wasserversorgung der Stadtbevölkerung von Rio de Janeiro über. Den Aquädukt benutzte man ab 1896 als Viadukt für die neuen Strassenbahnen der “Companhia de Carris Urbanos“, dem bedeutendsten Transportmittel vom Stadtzentrum auf die Höhen des Stadtteils Santa Teresa bis in unsere Zeit!

Instandgehalten bis auf den heutigen Tag, spielen die antiken, kolonialen Bögen eine dekorative Rolle als Hintergrund der verschiedensten Events unter freiem Himmel – so zum Beispiel für die Festlichkeiten in der Osterwoche und dem traditionellen Weihnachtsfest der Stadt.
Charakteristika
Die Struktur aus zementierten Steinen, hatte ursprünglich 270m Länge und 17,6m Höhe. Angelegt in romanischem Stil, verputzt, besitzt das Bauwerk 43 Doppelbögen und Rundfenster an der Oberseite. Zu seiner Konstruktion wurden indianische und afrikanische Sklaven eingesetzt.
 
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