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Copacabana

Copacabana das ist der berühmteste Stadtteil der Stadt Rio de Janeiro und von ganz Brasilien. Er befindet sich in derselben Südzone und hat rund 150.000 Einwohner, einen halbmondförmigen Strand und trägt den Kosenamen “Princesinha do Mar“ (Meeresprinzessin) wegen seiner poetischen Aura – berühmt in aller Welt schon seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Der Stadtteil wird in vielen musikalischen Kompositionen besungen, Bücher sind über ihn geschrieben worden, Gemälde und unzählige Fotografien hat er inspiriert – er ist eine touristische Referenz Brasiliens geworden. Copacabana grenzt an die Stadtteile Lagoa, Ipanema, Botafogo und Leme.

Ein grosses Kontingent von Touristen wird von seinen mehr als 80 Hotels angelockt – während des Jahreswechsels und über Karneval sind sie in der Regel alle ausgebucht. Zum traditionellen Feuerwerk an Silvester finden Einheimische wie Touristen sich zur Begrüssung des Neuen Jahres am Copacabana-Strand zusammen. Das Meeresufer ist auch die Bühne für verschiedene andere Events – sportlicher, musikalischer und dramatischer Art – das ganze Jahr über.

Es gibt zwei Hypothesen über die Herkunft des Namens Copacabana: Die erste behauptet, dass er aus der Ketchua-Sprache stammt und “erleuchteter Ort“ oder “blauer Strand“ bedeutet. Andere Quellen geben an, dass der Terminus aus der Sprache der Aimara-Indianer entlehnt sei und “Blick auf den See“ (kota kahuana) bedeutet. In Bolivien hat man einem kleinen Städtchen, welches am Titicaca-See liegt, den Namen Copacabana gegeben – es wurde auf einer ehemaligen Kultstätte der Inkas gegründet. Nach der Legende ist die Jungfrau Maria an diesem Ort einem jungen Fischer erschienen, der ihr zu Ehren eine Figur der Heiligen geschaffen hat, die als Nossa Senhora de Copacabana bekannt wurde: eine ganz in Gold gekleidete Jungfrau auf einem Halbmond sitzend. Und weil sie die Schutzherrin des Wassers ist, nahmen viele spanische Schiffe, die aus den Häfen in Peru und Bolivien ausliefen, eine Kopie der Jungfrau mit an Bord – und so gelangte eine davon auch an die brasilianische Küste in Rio de Janeiro – die antike Kirche der “Nossa Senhora de Copacabana“ wurde von spanischen Geschäftsleuten an einem Ort errichtet, der ursprünglich “Sacopenapá“ hiess. Dann wuchs die Gemeinde an Bedeutung, der Stadtteil adoptierte den Ketchua-Namen und vergass den antiken Tupi-Begriff.

Weil diese Region damals schwer zu erreichen war, existierten bis Ende des 19. Jahrhunderts dort lediglich das Fort “Reduto do Leme“, die kleine Kirche “Nossa Senhora de Copacabana“ und ein paar Feriendomizile.

Ein Doktor Figueiredo Magalhães, bekannter Arzt und Bewohner jenes Stadtteils, empfahl seinen Patienten die Region als Erholungsgebiet – und so wuchs die Zahl der Bewohner langsam. Allerdings begann der Stadtteil sich erst richtig ins Stadtgebiet einzugruppieren, als ein Tunnel durch den Berg “Morro de Vila Rica“ gegraben und am 6. Juli 1892 von der “Companhia Ferro-Carril do Jardim Botânico“ eingeweiht wurde. Er verbindet noch heute als “Tunel Velho“ (alter Tunnel) Copacabana mit Botafogo.

Mit der Erweiterung der Strassenbahn bis zum Fort von Leme und der kleinen Copacabana-Kirche, bekam der Stadtteil Strassen und Häuser, und die Einweihung der Avenida Atlântica entlang des Strandes, im Jahr 1906, gab dem Bairro Copacabana endgültige Bedeutung als “neuer Stadtteil von Rio“.

In der Dekade von 1970 wurde eine Stranderweiterung vorgenommen welcher die Sandfläche des Strandes um zirka 70 Meter auf seiner Gesamtlänge von 4km verbreiterte. Erklärte Ziele waren, dadurch eine Verbreiterung der Avenida Atlântica zu ermöglichen, und eine unterirdische Abwasserleitung zu verbergen, welche alles Abwasser von Copacabana bis zur Auffangstation in Ipanema transportieren würde.  

Später legte man noch, parallel zur Avenida Atlântica und direkt vor dem Strand, einen Radweg an und stellte im Abstand von zirka 50 Metern Kioske zur Bedienung des Publikums auf.
Geografische Lage
Der Stadtteil Copacabana grenzt an die Nachbarstadtteile Lagoa, Ipanema, Botafogo und Leme. Er hat 101 Häuserblöcke, 79 Strassen, 6 Avenidas, 7 Gässchen und 4 Steiltreppen – ausserdem befinden sich in ihm 3 Favelas (Pavão-Pavãozinho, Cabritos und Ladeira dos Tabajaras – alle an Berghängen) – Gesamtfläche 7,84 Quadratkilometer.
Der Copacabana-Strand
Diese Fotos stammen aus der Flickr Foto-Community und werden gemäß der Flickr-RSS API abgebildet.
An den Wochenenden ist der Sandstrand vor der Avenida Atlântica dicht besetzt mit Bewohnern der verschiedensten Regionen von Rio de Janeiro – und brasilianische wie ausländische Touristen ergänzen die Menge – sie alle nutzen die gute Transport-Infrastruktur des Stadtteils um in der Sonne zu liegen und in den Wellen zu baden. Das Flanier-Trottoir (mit seinem berühmten schwarz-weissen Wellenmuster aus eingelegten Steinen), begleitet von einem Radweg an der Seite, ist eine willkommene Option für Jogger wie für Radler.
Kultur und Kommerz
Der Stadtteil ist gut bestückt mit Restaurants, Bars, Cafés, Hotels, Kinos, Banken, Kirchen, Synagogen (traditioneller Stadtteil der jüdischen Kommune), Geschäften, Theater und Kunsthandwerks-Märkten an den Wochenenden. Der Kommerz ist sehr vielseitig orientiert, mit eleganten Ladenlokalen, gemischt mit anderen eines eher populären Profils, und Strassenhändlern. Dies ist der Stadtteil mit den meisten Senioren und Rentnern von Rio de Janeiro.
Transport
Copacabana bietet heute drei Metro-Stationen (Cardeal Arcoverde, Siqueira Campos und Cantagalo), und darüber hinaus noch 80 städtische und interstädtische Buslinien.

Die bedeutendsten Strassenverbindungen des Stadtteils sind:
  • Avenida Atlântica
  • Avenida Nossa Senhora de Copacabana
  • Avenida Princesa Isabel
  • Avenida Rainha Elizabeth da Bélgica
  • Avenida Prado Júnior
  • Rua Barata Ribeiro
  • Rua Tonelero
  • Rua Pompeu Loureiro
  • Rua Raul Pompeia
  • Rua Siqueira Campos
  • Rua Figueiredo Magalhães
  • Rua Santa Clara
Demographisches
Ab der 60er Jahre lockte die zunehmende Berühmtheit Copacabanas mehr Bürger an, als seine begrenzte Fläche zwischen Bergen und Meer in komfortabler Form hätte aufnehmen können – dadurch wurde dieser Stadtteil zum Objekt der Immobilienspekulation in einer so absurden Art und Weise, dass er mit Wolkenkratzern vollkommen verbaut wurde, deren Appartements sich aneinander lehnen. Ein brasilianischer Mikrokosmos entstand, welcher Familien verschiedener Klassen und zahlreicher Nationalitäten in diesem Stückchen Erde zusammenpresste – gegenwärtig besitzt der Stadtteil die grösste Bevölkerungskonzentration der Stadt, rund 150.000 Menschen. Und er beherbergt die meisten Senioren des Munizips: 16,7% der Bürger Copacabanas sind älter als 60 Jahre.

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» Lesen Sie auch die Reportage "Rio gestern und heute"
 
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