In der Hitze von Fortaleza: Italien scheitert 6:7 im Elfmeterschießen an Spanien

Veröffentlicht am 28. Juni 2013 unter WM 2014 News

a3bbdc4c7620130627065958Alle haben vom 4:0 der Spanier gegen Italien im Endspiel der Europameisterschaft 2012 geredet. Doch es gab in der Gruppenphase auch ein 1:1 beider Teams. Im Revanchespiel in Fortaleza lieferten die Männer von Cesare Prandelli eine bärenstarke Partie ab, die erst im Elfmeterschießen seinen Sieger fand. Nach einer engen 7:6-Entscheidung vom Punkt steht Spanien im Finale des diesjährigen FIFA-Konföderationen-Pokals gegen Gastgeber Brasilien.

Rasant, wie von der „Furia Roja“ gewohnt begann die Partie. Mit dem Anpfiff baute Spanien gleich Druck auf und zauberte die ersten Chancen. Gianluigi Buffon im Tor der Italiener wurde ein wenig warmgeschossen. Seine Feldspieler vor ihm brachten die Spanier mit schnell gespielten und gut getimten Angriffen schnell unter Druck. Vor allem mit den langen Bällen kamen die Männer von Vicente del Bosque nicht zurecht. Eine der vielen guten italienischen Chancen der ersten Halbzeit hatte Claudio Marchisio in der 20. Minute, als er einen hohen Ball nur knapp im Flug am Tor vorbeischoss.

Italien entzauberte den Welt- und Europameister immer mehr. Nur einmal kamen sie mit Fernando Torres ernsthaft vor das Tor von Gigi Buffon. Die Anspielstationen in der Tiefe fehlten und der Ball lief viel zu langsam in den eigenen Reihen. Die Prandelli-Elf konnte jedoch aus ihren sieben Chancen keinen Treffer machen, sodass es mit einem unterhaltsamen 0:0 in die Kabine.

Der Hitze von Fortaleza mussten die Spanier immer mehr Tribut zollen. Nicht nur die Haare klebten im Gesicht, auch die Iberer klebten. Sie klebten in der eigenen Hälfte, wurden immer wieder durch die italienischen hohen Bälle in Bedrängnis gebracht und mussten sich den untypischen hohen Befreiungsschlägen bedienen.

Ohne ein Tor ging es nach 90 Minuten in die Verlängerung. Die gleich mit einem Lattenknaller von Sebastian Giovinco (94.) begann. Wenige Minuten nach Anpfiff kam Javi Martinez für Fernando Torres ins Spiel. Nun spielte der Bayern-Sechser als Mittelstürmer. Del Bosque schien auf seine Kopfballstärke zu setzen. Ein eher ungewöhnlicher Schachzug Spaniens, was auch offenbarte, wie hilflos der Welt- und Europameister zu diesem Zeitpunkt war.

In der kurzen Pause der Nachspielzeit lechzten die Spieler nach Wasser und Eisbeuteln, die Hitze war unerträglich. Die folgenden 15 Minuten schwermütig und kämpferisch in den letzten Sekunden vor dem Elfmeterschießen. Buffon und Iker Casillas machten sich bereit und gingen zwischen die Pfosten. Die ersten drei Elfmeterschützen der Spanier kamen allesamt vom FC Barcelona und trafen sicher. So auch die Italiener. Erst im siebten Schuss fiel die Entscheidung. Leonardo Bonucci scheiterte unglücklich mit einem strammen Schuss in die Tribüne an Casillas.

Am Sonntag 00:00 Uhr deutscher Zeit wird die Partie im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro angepfiffen.

Außerhalb des Stadions kam es erneut zu gewalttätigen Protesten. Krawallmacher zündeten laut TV Globo einen Übertragungswagen an. Zudem seien mehrere Demonstranten verhaftet worden, so der Fernsehsender weiter.

Matchdaten:
SPANIEN 7 x 6 (n.E.) ITALIEN
Iker Casillas, Gerard Pique, Iniesta, Xavi, Fernado Torres, Pedro (79. Juan Mata), Sergio Ramos, Sergio Busquets, Alvaro Arbeloa, Jordi Alba, David Silva (53. Jesus Navas) Gianluigi Buffon, Christian Maggio, Antonio Candreva, Claudio Marchisio (79. Alberto Aquilani), Alberto Gilardino (91. Sebastian Giovinco), Andrea Barzagli (46. Riccardo Montolivo), Daniele de Rossi, Leonardo Bonucci, Andrea Prilo, Emanuele Giaccherini
Trainer: Vicente del Bosque Trainer:  Cesare Prandelli
Tore: 0:1 Antonio Candreva, 1:1 Xavi, 1:2 Alberto Aquilani, 2:2 Iniesta, 2:3 Daniele de Rossi, 3:3 Pique, 3:4 Sebastian Giovinco, 4:4 Sergio Ramos, 4:5 Andrea Pirlo, 5:5 Juan Mata, 5:6 Riccardo Montolivo, 6:6 Sergio Busquets, 7:6 Jesus Navas
gelbe Karten: Gerard Pique (Spanien); Daniele de Rossi (Italien)
Stadion: Estadio Castelão, Fortaleza
Datum: 27.06.2013
Schiedsrichter: Howard Webb (England)