Das Maskottchen der Fussball-WM 2014 wird das Tatu-bola (Dreibinden-Kugelgürteltier)

Veröffentlicht am 16. März 2012 unter WM 2014 News

Nachrichten-Agenturen und Zeitschriften nehmen die Wahl der FIFA vorweg, die im Oktober 2012 offiziell bekannt gegeben wird, dass das Maskottchen der Fussball-WM 2014 Tatu-bola heissen wird. Das ”Tatu-bola” (ein Gürteltier) wird als Maskottchen die ”Copa 2014” begleiten – die Nachricht ist zwar von der FIFA noch nicht bestätigt, aber Informationen, die von der Agentur ”Futebol Interior” und von der Zeitschrift ”Veja” verbreitet wurden, enthüllen, dass das Maskottchen von blauer Farbe sein wird, einen grünen Short und ein weisses Trikot tragen wird.

Das tierische Copa-Symbol wird offiziell im Oktober präsentiert werden und, so die Agentur, die FIFA wird eine Publikumsbefragung organisieren, um den Namen des Tierchens auszusuchen.

Wie allgemein bekannt, ist das ”Tatu” ein Säugetier mit einem widerstandsfähigen Panzer. Wenn es bedroht wird, rollt es sich zu einer gepanzerten Kugel ein. In Brasilien ist dieses Tier häufig in verschiedenen Regionen, besonders in Waldgebieten des Cerrado und auch der Caatinga (halbtrockenes Gebiet). Es ist ein paar Monate her, dass eine GNO des Nordostens die Kampagne zur Ernennung des Gürteltiers als Maskottchen begonnen hat. Dahinter steht die Idee, dieses Tier zu promovieren, um seine Ausrottung zu verhindern.

Dreibinden-Kugelguerteltier

Volkstümlicher Name: Tatu-bola
Wissenschaftlicher Name: Tolypeutes tricinctus
Deutscher Name: Dreibinden-Kugelgürteltier
Körperlänge: 50 Zentimeter
Lebensraum: Halbtrockene Gebiete des Nordostens
Nahrung: Ameisen, Skorpione, Früchte, Eier
Geburten: Ein, höchstens zwei Junge

Dieses Gürteltier gehört zu den kleinsten Vertretern seiner Art, das einzige endemische Gürteltier, das heisst, es existiert nur in Brasilien und ist vom Aussterben bedroht, weil es nicht, wie die anderen seiner Art, besonders tiefe Löcher gräbt – es ist deshalb leichter zu jagen in den Regionen, in denen auch die Menschen wenig zu essen haben.

Um sich zu verteidigen, kann sich das Tier zu einer perfekten Kugel einrollen – daher sein volkstümlicher Name Kugelgürteltier – Schwanz und Kopf passen, wie bei einem Puzzle, genau in vorgesehene Vertiefungen dieser Kugel, die das Tier vor Angriffen durch die meisten Raubtiere schützt – nur nicht vor dem Menschen, der packt die Kugel und steckt sie in einen Sack.

Weil sie als Leckerbissen gelten, sind die Tiere in den Bundesstaaten Sergipe und Ceará bereits verschwunden, aber es gibt sie noch in Bahia, Pernambuco, Alagoas, Paraíba, Piauí und Rio Grande do Norte, in den noch unbewohnten Gebieten. Obwohl sie durch Gesetz unter Naturschutz stehen, werden sie sogar innerhalb des Nationalparks “Serra da Capivara“ und in der ökologischen Station “Raso da Catarina“ gejagt, Schutzgebieten, in denen einst das “Tatu-bola“ in grossen Mengen vorkam.

Um diese Spezies zu retten, schlagen die Wissenschaftler vor, ihre Aufzucht in Gefangenschaft zu studieren und vor allem Programme zur Umwelterziehung unter jenen Bewohnern einzuführen, in deren Region das Tierchen bisher überlebt hat.

Das Hauptproblem ist, dass es ausgerechnet in der ärmsten und bedürftigsten Region Brasiliens zuhause ist, wo man es ohne Umwelterziehung niemals erreichen wird, dass ein solcher armer, hungriger Einheimischer sich die Gelegenheit entgehen lässt, das wohlschmeckende Kugeltierchen zu greifen, wenn es ihm über den Weg läuft.