HomeNewsWM 2010 Brasilien nach Sieg gegen USA auf Halbfinalkurs
Brasilien nach Sieg gegen USA auf Halbfinalkurs
Pretoria, 18. Juni 2009
Die brasilianische Fussball-Nationalmannschaft hat auch ihr zweites Gruppenspiel beim Konföderationen-Pokal 2009 in Südafrika gewonnen. Der amtierende Südamerikameister setzte sich in Pretoria klar mit 3:0 gegen die USA durch und hat sich praktisch für das Halbfinale qualifiziert. Für die US-Boys ist jedoch nach inzwischen zwei Niederlagen nach der Vorrunde Schluss.
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Wie gut oder schlecht die Seleção spielt, darüber rätseln der Zeit Fans, Kommentatoren und vermutlich auch Trainer Carlos Dunga. Besonders in der Abwehr zeigten sich im Spiel gegen Ägypten massive Schwächen. Dunga reagierte und brachte heute Maicon, Miranda und Andre Santo für Dani Alves, Juan und Kleber. Kapitän Lucio blieb zunächst Abwehrchef, wurde jedoch später durch Luisão ersetzt. Alles in allem ging das Konzept über weite Strecken auf, die brasilianische Verteidigung stand besser und machte weniger Fehler.
Im Sturm sollten Robinho und Luis Fabiano für Tore sorgen, dahinter lauerten Kaká und Ramires, der heute den Platz von Elano einnahm. Und Ramires war im Endeffekt auch der Mann des Spiels. Nachdem die Seleção energischen begonnen hatte und schon nach wenigen Minuten durch Distanzschüsse das US-Tor anvisierte, war es der Mittelfeldspieler von Benfica Lissabon, der bereits in der 7. Minute die Vorlage zum Führungstreffer lieferte.
Der 22-jährige trat einen nicht ganz unumstrittenen Freistoss von rechts wunderschön in den gegnerischen Strafraum, wo Felipe Melo sich freilief und das Leder mit dem Kopf aus kurzer Distanz zum 1:0 ins Netz beförderte. US-Keeper Howard hatte nicht den Hauch einer Chance. Und dieser Führungstreffer liess die Spieler im kanariengelben Trikot noch energischer nach vorne stürmen. Doch die US-Boys hielten wacker dagegen, auch wenn durch das schnelle brasilianische Spiel sich immer mehr Konzentrationsfehler einschlichen.
Nach dem sich Beasley nach einer kurzen Ecke von dem heute fast untergetauchten Spielmacher Donovan einen Fehler erlaubte und der Ball wieder Richtung Mittelfeld flog, machte sich Ramires in der 20. Minute abermals auf den Weg. Kurz vor der Mittellinie bekam er den Ball von Kaká und zog allen davon. 66 Meter war er insgesamt gesprintet, bevor er kurz vor dem gegnerischen Strafraum einen herrlichen Pass auf den mitgelaufenen Robinho zirkelte. Und dieser nutze seine Chance frei vor dem Tor und erhöhte aus gut 15 Metern zum absolut verdienten 2:0.
Bis zum Halbzeitpfiff sahen die gut 40.000 Fans im Loftus Versfeld von Pretoria noch einige interessante Möglichkeiten durch die brasilianische Nationalelf, es fehlte jedoch das letzte Quentchen Glück, um die Führung weiter auszubauen. Auf der Gegenseite war absolut nichts zu erwarten, zu ideenlos war das amerikanische Spiel. Und davon liess sich die Seleção sprichwörtlich einlullen. Der Druck vom Spielbeginn war weg und so blieb es beim 2:0 Halbzeitstand.
Die zweiten 45 Minuten begannen so, wie die ersten beendet wurden. Brasilien hielt sich vornehm zurück, die USA schafften es jedoch nicht, aus eigener Kraft torgefährlich zu werden. Hier musste immer die Seleção mit leichtsinniger Spielweise und mangelhafter Konzentration aushelfen. Nach der ersten dicken Chance für die US-Boys wachte Brasilien jedoch nochmals kurz auf und drängte dann doch wieder gen Tor.
Bei einem der nun folgenden Angriffe wurde Ramires von Sacha Kljestan völlig unnötig und brutal von den Beinen geholt. Massimo Busacca aus der Schweiz zückte völlig zu Recht die rote Karte und stellte den Übertäter vom Platz. Es war der zweite Platzverweis für die USA in diesem Turnier. Schon im ersten Gruppenspiel gegen Italien waren die US-Boys über die Hälfte des Spiels nur mit 10 Mann auf dem Platz.
In einer schönen Einzelaktion kämpfte sich Maicon fünf Minuten später von rechts kommend durch den generischen Strafraum und zog gnadenlos aus gut 7 Metern und spitzem Winkel ab. Der Ball flog über den Kopf von Howard ins Netz, auch hier darf man das Prädikat „unhaltbar“ vergeben (62.).
3:0 nach gut einer Stunde, nun schaltete die Seleção wirklich auf Sparflamme. Die Folge war ein massiver Qualitätsverlust des Spiels. Ein scheinbar müde, planlose brasilianische Mannschaft und ein Nordamerikameister, der sich in der Unterzahl nun erst recht nicht mehr behaupten konnte. So plätscherte das Spiel vor sich hin. Und nachdem Dunga Kaká durch Julio Baptista und Luis Fabiano durch Nilmar ersetzte, war völlig die Luft raus. Zumindest beim Südamerikameister.
Denn die USA gaben immer noch nicht aus und witterten Morgenluft. Der zwischenzeitlich ebenfalls ausgewechselte Lucio fehlte in der Hintermannschaft ganz gehörig und plötzlich hatten die US-Boys die ersten richtigen Torchancen. Zweimal scheiterten sie an der Latte, und beide Male hatte die brasilianische Abwehr komplett gepennt. Doch das Glück war Brasilien hold und so blieb es beim durchaus verdienten 3:0 Endstand.
Doch die Schlussphase berechtigt durchaus zu Kritik: Zu sehr hatte sich die Seleção nach dem hohen Torvorsprung in die Defensive drängen lassen. Ein grober Fehler, der sich bereits gegen Ägypten fast gerächt hätte. Brasilien muss es einfach einmal schaffen, 90 Minuten durchzukämpfen, wie es so viele Aussenseiter gerne demonstrieren. Denn wenn man vorne stürmt, muss man hinten nicht verteidigen. Wenn man im Mittelfeld energisch stört und die Räume zumacht, bekommt man mehr Chancen für den Angriff. Aber wenn man glaubt, schon gewonnen zu haben, kassiert man schnell zwei Tore. So war es gegen Ägypten und so hätte es auch gegen die USA sein können.
Im letzten Gruppenspiel am Sonntagabend (20.30 Uhr MESZ) trifft Brasilien auf Weltmeister Italien, die USA spielt gegen Ägypten um die Ehre. Und dann wird sich entscheiden, wer als Tabellenführer der Gruppe B dem Tabellenführer der Gruppe A im Halbfinale aus dem Weg geht. Denn dies dürfte vermutlich Europameister Spanien sein.
Dietmar Lang für BrasilienPortal
Für die Statistik
Stadion: Loftus Versfeld Stadium, Pretoria
Tore: Felipe Melo 7‘1ºT, Robinho 20‘1ºT, Maicon 17‘2ºT
MANNSCHAFTSAUFSTELLUNGEN Brasilien Júlio César; Maicon, Lúcio (Luisão), Miranda, André Santos, Gilberto Silva, Felipe Melo; Ramires, Kaká (Júlio Baptista), Robinho, Luís Fabiano (Nilmar) Trainer: Carlos Dunga
USA Tim Howard; Jonathan Spector, Oguchi Onyewu, Jay DeMerit, Jonathan Bornstein, Michael Bradley, Sacha Kljestan, DaMarcus Beasley, Conor Casey, Clint Dempsey; Landon Donovan, Jozy Altidore, Benny Feilhaber Trainer: Bob Bradley
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