Volleyball-Olympiasiegerin braucht Nachhilfe in Nachhaltigkeit

Veröffentlicht am 18. Juni 2012 unter Rio+20 News

Rio de Janeiro, 18. Juni 2012 Bei einer PR-Aktion im Rahmen der UN-Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 war Sandra Pires, Sportbotschafterin der brasilianischen Großbank „Banco do Brasil“, überraschenderweise um eine Antwort verlegen, als sie nach ihrem persönlichen Einsatz im Bereich der Nachhaltigkeit gefragt wurde.

Freudestrahlend signierte die ehemalige Beachvolleyspielerin und Olympiasiegerin zunächst T-Shirts in einem mit Solarstrom ausgestatteten Holz-Pavillon der Bank, war jedoch auf ein mögliches Interview scheinbar nicht vorbereitet. Denn als sie vom BrasilienPortal nach ihrem persönlichen Engangement für Nachhaltigkeit befragt wurde, wusste sie dazu kaum Konkretes zu antworten.

„Vielleicht wissen die Kinder heutzutage mehr über Nachhaltigkeit als ich“, gestand Pires ein. Im Gespräch wurde schnell klar, dass sich die 39-jährige mit vielen Themen der Nachhaltigkeitskonferenz kaum auseinandergesetzt hatte. „Ich glaube, dass es für Brasilien als Gastgeber wichtig ist, alles richtig zu machen und von anderen Ländern zu lernen“ war dann auch die verlegene Antwort auf die Frage nach ihren Erwartungen von Rio+20.

Für die „Banco do Brasil“ habe sie als Sportbotschafterin bereits viele Bäume gepflanzt, verteidigte sie ihr persönliches Engagement in Sachen Nachhaltigkeit. Der jungen Generation riet die Olympiasiegerin von Atlanta, sich unbedingt zu informieren. Gleichzeitig forderte sie, in den Schulen solle täglich 20 Minuten über Nachhaltigkeit gelehrt werden. Was dort jedoch genau besprochen werden könnte, liess das Sportidol völlig offen.

Sandra Pires darf damit als Beispiel gewertet werden, wie Politik und Industrie die UN-Konferenz als großes Medien- und Öffentlichkeitsevent nutzen wollen. Viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens präsentieren sich derzeit im Kongresszentrum Riocentro im Glanz des Trendthemas „Nachhaltige Entwicklung“ und „Green Economy“. Dass dadurch jedoch Brasilien ein grüneres Image bekommt, darf zurecht bezweifelt werden.