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Tipps für den Transitflug nach Brasilien

Veröffentlicht am 21. April 2020 unter Reise News

Was wäre das wahrscheinlich einzige, das dieses Land, welches beinahe wirkt, wie ein Kontinent, in den Augen seiner schweizerischen Fans noch besser machen könnte? Ganz klar: Wenn es direkt hinter der Schweizer Grenze läge und man es mit nur wenigen Autostunden entspannt erreichen könnte – Copa Cabana statt Nordseestrand, Rio Pará statt Adria.

In der Realität hingegen ist der Flugweg nach Brasilien unbequem lang. Selbst wenn man einen Direktflug bekommt, ist man gut und gerne zwölf Stunden in der Luft. Wählt man die häufigere Route mit Zwischenlandungen in Frankfurt oder Paris, kann sich die Reisezeit auch problemlos auf 24 Stunden ausdehnen – „puuh“, möchte man da sagen. Denn zum Flug kommen ja immer auch noch die Wartezeit am Flughafen, vielleicht noch ein Brasilien-interner Weiterflug oder eine Tour über die Rodoviárias, die Busbahnhöfe, hinzu.

Da braucht es viel Sitzfleisch und die Fähigkeit, sich selbst zu beschäftigen. Tipps dafür liefert der folgende Artikel.

1. Digital-Mediale Kurzweil geniessen

Viele der folgenden Tipps funktionieren oft besser, wenn man auf ein WLAN zurückgreifen kann. Und auf den allermeisten Flughäfen der Welt gibt es diese Option auch. Oftmals ist es sogar kostenlos, zumindest aber kann man dank der Arbeit des Reisebloggers Anil Polat auf einfachem Wege die Passwörter für unzählige Flughäfen-WLANs herausfinden – keine Sorge, das ist legal. Die Passwörter bekommt man sonst spätestens am nächsten Informationsschalter. Auch im Flieger, zumindest auf solchen Flugdistanzen, ist WLAN mittlerweile praktisch immer möglich – wenngleich auch zu etwas happigen Preisen.
Mit WLAN kann man dann auch auf etwas datenhungrigere Formate zurückgreifen, um die Langeweile zu vertreiben:

  • Man könnte direkt auf eine der unzähligen brasilianischen Radiostationen zugreifen und so schon den Sound des Landes geniessen, während man vielleicht noch tausende Kilometer entfernt ist.
  • Man könnte die besten Wettanbieter der Schweiz aufsuchen, sich einloggen und ein paar Franken auf aktuelle Spiele setzen – und diese dann ggf. sogar als Stream verfolgen. Das hat auch den Vorteil, dass man auf diese Weise noch etwas Last-Minute-Reisekassenaufbesserung betreiben kann.
  • Man könnte auf seinen Netflix- oder sonstigen Streaming-Account zugreifen und Filme/Serien schauen, die über das Angebot des Flugzeug-Medienspeichers hinausgehen – natürlich vor allem die grössten Filme aus Brasilien. Bitte beachten: Im Flugzeug sollte man einen genauen Blick auf das buchbare Datenvolumen und -geschwindigkeit werfen, bevor man los-streamt.
  • Man könnte sich eine Sprachen-App herunterladen und, falls man noch nicht perfekt spricht, an seinen Portugiesisch-Kenntnissen feilen.

Bei letzterem sollte man allerdings, zumindest im Flieger, darauf achten, ein Programm zu wählen, für das man nicht ganze Sätze nachsprechen muss; da könnten sich die Mitfliegenden doch gestört fühlen.

2. Das Reisefieber kräftig anfachen

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Zumindest aber hat sie das Zeug dazu, einem eine Menge Kurzweil zu bescheren. Dazu benötigt es prinzipiell kaum mehr als das eigene Handy. Und dann:

  • …wirft man einen Blick in unseren News-Bereich und versorgt sich schon einmal mit den aktuellsten Meldungen des Landes.
  • …googelt man, ob es vom gewählten Urlaubsort im Netz Webcams gibt – meistens gibt es diese. Dann noch ein schneller Klick und man ist gleich live vor Ort.
  • …blickt man sehnsuchtsvoll durch die Fotos und Videos des letzten Brasilien-Urlaubes, die man sich zuvor aufs Handy oder in die Cloud gepackt hat – bei ersterem sollte man ggf. die Zeit am Flughafen noch nutzen, um sich eine möglichst grosse SD-Karte zu besorgen.
  • …telefoniert man schon einmal mit Freunden, die man in Brasilien hat. Auch die werden sich freuen, dass es jetzt nur noch „wenige“ Stunden sind, bis sie einen in die Arme schließen können.
  • …hält man am Flughafen und im Flugzeug Augen und Ohren offen, ob man portugiesische Wortfetzen oder brasilianische Pässe sieht. Vielleicht verbirgt sich dahinter ja ein Mensch, der froh ist, mit jemandem sprechen zu können, der das Land so sehr liebt.

Der Vorteil ist, dass man, indem man die große Brasilien-Sehnsucht erweckt, auch die Unannehmlichkeiten einer so langen Reise besser wegsteckt – inklusive vielleicht aufkeimender Flugangst.

3. Den Körper auf Trab bringen

Selbst wenn man sich in einer höheren Klasse des Fluges eingebucht hat, wird man dennoch einen Großteil des Fluges in einer sitzenden, bestenfalls halbliegenden Position verbringen: anstrengend für die Muskeln und Gelenke, anstrengend auch für das seelische Gleichgewicht; die wenigsten Menschen können es wirklich geniessen, so lange zu sitzen.

Aus diesem Grund sollte man schon am Flughafen versuchen, jede Bewegungsmöglichkeit auszunutzen, die sich bietet. Konkret:

  • Nicht bloß im Wartebereich sitzen. Selbst wenn man die überteuerten Preise in den Geschäften hinter der Sicherheitsschranke nicht bezahlen möchte, kann man dennoch einfach durch die Läden schlendern, die Waren begutachten – und sich vielleicht auch innerlich ein bisschen über die Preise lustig machen. Und wer weiss, vielleicht findet sich ja hier doch ein schönes Mitbringsel für Freunde in Brasilien? Immerhin sind die meisten Flughäfen voll darauf ausgelegt, auch regionale Spezialitäten zu verkaufen.
  • Fitnessübungen machen. Manche Airlines haben entsprechende Anleitungen im Bord-Medienspeicher. Darüber hinaus gibt es auch noch andere Workout-Tipps, die man auch schon am Flughafen durchführen kann.
  • Körperpflege betreiben. Viele Flughäfen haben üppige und vor allem saubere Nassbereiche – vor allem im Vergleich mit den sehr engen Hygienebereichen im Flieger. Nicht nur in Brasilien beim Warten auf einen Weiterflug kann man sich das zunutze machen und zwischen Abschminken und Zähneputzen ein körperliches Rundum-Programm absolvieren.
  • Wellnessbereiche nutzen. Auch für Gäste der Economy-Class bieten immer mehr Flughäfen zwischen Massagesessel und vollwertigem Spa Angebote einiges für das körperlich-seelische Wohlbefinden. Diese Ausgabe sollte man sich gönnen.

Falls man das alles getan hat, mag man vielleicht auch noch sein Handgepäck auf Vordermann bringen. Konkret die Sachen, die man sowieso schon beim Einsteigen ins Sitz-Netz stecken wird, nach oben oder in eine der Außentaschen packen. Dann muss man sie im Flieger nur noch hervorziehen und kann den Rest in die Stauräume stecken, ohne Staus im Gang zu produzieren.

4. No-Gos vermeiden

Natürlich wäre eine solche Liste der Tipps nicht komplett, ohne auch diejenigen Dinge zu erwähnen, die man tunlichst vermeiden sollte, weil sie keine echten Lösungen sind:

  • Keine Schlafmittel. Viele können zwar im Flieger partout nicht einschlafen. Dennoch sollte man keine Mittel deswegen einnehmen – mit etwas Pech ist man dann nämlich nach der Landung „groggy“.
  • Kein Alkohol. Durch die Druckbelüftung im Flieger wirkt der wesentlich stärker als am Boden.
  • Kein Fastfood. Auch wenn an den Flughäfen unzählige Schlemmerketten vertreten sind, sollte man sie vermeiden – durch das lange Sitzen und abermals die Druckbelüftung bekommt man sonst rasch Leibschmerzen.
  • Nicht durch die Flugzeuggänge wandern. Viele machen es zwar, meist stört es aber sowohl die Mitreisenden, als auch das Kabinenpersonal.

Im Zweifelsfall sollte man sich immer ins Gedächtnis rufen, dass selbst die längste Reise sehr bald beendet sein wird und man endlich in Brasilien die Beine hochlegen und entspannen darf.