Radfahren unter den Zuckerhut wird immer beliebter

Veröffentlicht am 3. März 2015 unter Reise News

201409080002Auch wenn im von gigantischen Ausmaßen geprägten Brasilien mit Sicherheit Auto, Bus und Flugzeug die beliebtesten Fortbewegungsmittel sind: das Fahrrad gewinnt auch unter dem Zuckerhut immer mehr an Bedeutung. Vor allem Öko-Touristen wollen am Urlaubsort oftmals die Umgebung mit dem Drahtesel erkunden. Nur so können ihrer Meinung nach die Naturschönheiten mit allen Sinnen genossen werden.

Es sind Personen wie Rafael Ribeiro aus der Hauptstadt Brasília. Seit 17 Jahren bereist er nun mit Freunden gemeinsam sein Heimatland. „Am Schönsten ist es dabei, die unterschiedliche Kultur und die Szenarien in der Natur während einer Fahrradtour in sich aufzunehmen“ erklärt der 32-jährige seine Leidenschaft. Sein Zweirad hat ihn dabei bereits tief in den Süden des Landes bis nach Florianópolis im Bundesstaat Santa Catarina getragen. Zudem hat er mit dem Fahrrad bislang zahlreiche Städte in den Bundesstaaten Rio de Janeiro und Rio Grande do Sul erkundet.

50 Millionen Drahtesel auf Brasiliens Straßen

Nach offiziellen Zahlen gibt es in Brasilien bislang lediglich 1.100 Kilometer Fahrradwege. Für die insgesamt 50 Millionen Fahrräder im Land eine absolut kleine Zahl. Brasilien ist in Sachen Zweirad der drittgrößte Hersteller weltweit, bis zu 4,5 Millionen Fahrräder werden laut dem zuständigen Branchenverband im größten Land Südamerikas jährlich produziert.

Und die Hersteller freuen sich seit Jahren über eine ständig steigende Nachfrage. Die Auswahl an Touren- und Rennrädern hat sich deutlich erweitert und auch beim Zubehör konnten sich zahlreiche Ladengeschäfte und Online-Shops etablieren. Zudem hat sich der Tourismussektor darauf eingestellt und bietet immer mehr begleitete Touren durch die verschiedenen Regionen des Landes an. Diese richten sich auch an das internationale Publikum und verbinden beispielsweise einen Rundreise durch zwei Ökosysteme wie den Amazonas-Regenwald und den trockenen Sertão mit einer mehrtägigen Fahrradtour. Aufgrund des noch nicht so dichten Händlernetzes sollte man dabei jedoch seine Ausrüstung besser mitbringen. Die passenden Schuhe für ein solches Outdoor-Abenteuer auf zwei Rädern findet man unter anderem auf transa.ch.

Drittel aller Radwege in Rio de Janeiro

Aber auch kurze und lediglich mehrstündige Fahrten durch die Metropolen São Paulos oder Rio de Janeiros haben die Reiseveranstalter im Programm. Sie arbeiten dabei vornehmlich mit den Hotels vor Ort zusammen. So können beispielsweise unter dem Zuckerhut die weltberühmten Strände Copacabana und Ipanema sowie der See Lagoa Rodrigo de Freitas auch per Rad erkundet werden. Die Touren werden in Gruppen von 10 bis 15 Personen durchgeführt und von zweisprachigen Guides begleitet.

Unter den Wachen Augen des Cristo Redentor sind Zweirad-Fans dabei etwas sicherer unterwegs als im restlichen Land. Die Stadtverwaltung hat in den vergangenen Jahren die Radwege deutlich ausgebaut. Mittlerweile soll es 361 Kilometer „Ciclovias“ in Rio geben, dies wäre gut ein Drittel sämtlicher Radwege des Landes. 1,5 Millionen Radfahrer sind an der Guanabara-Bucht täglich unterwegs, das könnte ebenfalls ein brasilianischer Rekord sein. Aber auch in São Paulo steigen die Menschen immer häufiger auf das Fahrrad um und nutzen dabei auch gerne die zahlreichen Ausleihstationen in der Megametropole.

Die Radsport-Industrie trägt nicht unerheblich zu dieser Entwicklung bei. Mittlerweile haben sich in Brasilien mehrere Straßenrennen wie die „Tour do Rio“ oder „Volta Internacional do Rio Grande do Sul“ im jährlichen Veranstaltungskalender etabliert und ziehen nicht nur lokale Fahrradfans an. Brasiliens „Botschafter“ vom Weltradsportverband, Ricardo Nogare, ist zuversichtlich, dass das Angebot in den kommenden Jahren weiter steigen wird. „Meine Mission ist es auch, die Nutzung des Fahrrads neben dem Leistungssport zu fördern. Und im Tourismus sehe ich einen Weg, das Fahrradfahren im Land auszubauen.“