Weihnachtliche Festlichkeiten locken Touristen in Brasiliens Südregion

Veröffentlicht am 3. November 2014 unter Reise News

papai noel_0013Thematische Tourenprogramme reizen Besucher, die sich Reiseziele in der Serra Gaúcha ausgesucht haben, wo die weihnachtlichen Vorbereitungen schon in vollem Gange sind. Besonders die Zwillingsstädte Gramado und Canela haben sich bereits in zuckersüsse Szenarien mit Nikolaus, Christkind und Englein verwandelt, bei denen nur noch der Schnee fehlt – aber der fällt hier höchstens zwischen Juli und August – im Weihnachtsmonat Dezember herrscht dagegen die grösste sommerliche Hitze, sodass Bikini und Badehose unter einem Weihnachtsbaum in Brasilien durchaus nicht selten sind.

Durch die Strassen der geschmückten Städtchen “gleitet“ Sankt Nikolaus in seinem, mit Geschenkpaketen beladenen Schlitten – das heisst, wegen dem fehlenden Schnee “rollt“ er eigentlich auf versteckten Rädern – gezogen von seinen Rentieren, zu denen man kleine Ponys mit Geweihen umdekoriert hat. Verschiedene Shows unter freiem Himmel werden ab dieser Woche in beiden Städten die Weihnachtsfestlichkeiten einleiten, und klingen aus nach brasilianischer Art, mit buntem, ohrenbetäubendem Feuerwerk.

Pinien, die in Brasiliens Süden häufig sind, werden als Weihnachtsbäume dekoriert. Avenidas und öffentliche Plätze sind üppig dekoriert und mit Lautsprechern infrastrukturiert, aus denen Weihnachtslieder die Bewohner beschallen – die meisten aus dem Kulturgut der deutschen Emigranten. Ab und an positioniert sich auch ein gemischter Chor aus jenen Nachkommen am Seeufer und präsentiert den überraschten Touristen Weihnachtslieder live in der Sprache ihrer eingewanderten Vorfahren.

In den Theatern stehen riesenhafte Spielzeug-Puppen als bedeutendste Protagonisten im Mittelpunkt der Darbietungen. Die Aufführungen sind besonders geeignet, um die Kinderscharen der Besucher anzulocken und zu Entzückungsschreien hinzureissen.

Thematische Events gehören zu den bedeutendsten und wirkungsvollsten Attraktionen, um den Tourismus in Gramado und Canela in Bewegung zu halten. Zwischen November und Januar locken zahlreiche Veranstaltungsprogramme Besucher aus allen Teilen des Landes in diese beiden Städte, und sie bringen den lokalen Kommunen nicht nur gute Gewinne sondern auch viele neue Arbeitsplätze ein.

Schätzungen belaufen sich auf zirka 3.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze, die durch den Tourismus in diesen beiden Munizipien entstehen, so die “Secretaria de Turismo do Rio Grande do Sul“. In der Weihnachtszeit 2014 erwartet man 1,5 Millionen Besucher – eine Zunahme um 25% gegenüber dem vergangenen Jahr.

Während der 70 Festtage werden wenigstens 300.000 Zuschauer bei den Shows in Gramado erwartet. Touristen aus São Paulo und Rio de Janeiro haben sich die meisten Eintrittskarten bereits im Vorverkauf gesichert, so die Auskünfte des Festkomitees. Nach Auskunft des Repräsentanten in Canela wurden bisher 70% der Eintrittskarten verkauft, und schätzungsweise um 75% wird die lokale Wirtschaft durch die Festlichkeiten aufgestockt.

Nur sieben Kilometer trennen die beiden Städte Gramado und Canela. Man erreicht sie per Auto, Omnibus, Fahrrad und auch zu Fuss. Und dort kann man natürlich nicht nur die weihnachtliche Stimmung geniessen, sondern auch die Natur bietet in dieser Gegend sehr viel Interessantes.

Ein Muss ist in Canela der “Parque do Caracol“! Dort befindet sich der grösste Wasserfall des Bundesstaates Rio Grande do Sul, mit 131 Metern freier Fallhöhe! Die herrliche Landschaft kann man von einer Aussichtsplattform bewundern.

In Gramado kann der Besucher das Wachsmuseum kennenlernen, mit Miniaturen von Gebäuden in europäischem Architektur-Stil, kann Schlittschuh laufen um “Parque de Gelo“, mit künstlichem Schnee, kann auf dem “Lago Negro“ (Schwarzen See) herumpaddeln, durch Wäldchen wandern, eine Replica eines mittelalterlichen Schlosses besuchen und das Haus ehemaliger Kolonisten.

Und zwischen den Spaziergängen, Wanderungen und Besichtigungen, kann der Tourist die lokaltypische, hausgemachte Schokolade probieren oder den so genannten “Café Colonial“, eine Spezialität des deutschkulturellen Südens, mit so vielen Beigaben, dass einem die Augen übergehen!