Experte warnt vor Dengue-Fieber während der WM in Brasilien

Veröffentlicht am 31. März 2014 unter Reise News

Close-up of a mosquito sucking bloodBrasilien, das sind Sommer, Sonne, Strand und Mücken. Mücken, die Krankheiten wie das Dengue-Fieber übertragen können. Vor allem die im Gastgeberland der Fußball-WM im Sommer beherbergt mit der Tigermücke eine Art, die diese Krankheit überträgt.

„Weltweit sterben jährlich bis zu 100.000 Menschen an Denguefieber“, sagte Dr. Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, in dem Gesundheitsmagazin ‚Apotheken Umschau‘. Wer nun jedoch annimmt, dass man vor allem in den tropischen Regenwaldregionen angesteckt werden kann, der irrt leider. Die in Brasilien laut der Zeitschrift jährlich 1,6 Millionen erkrankten Menschen haben sich in den Städten angesteckt.

Durch die Müllberge in vielen brasilianischen Orten ist die Krankheit eine der Städte, denn hier können sich die Tigermücken perfekt vermehren und fühlen sich in den Abfällen pudelwohl, finden in alten Wasserflaschen oder mit Regen gefüllte Reifen die perfekten Bedingungen. Laut dem Virologen sei die Ansteckungsgefahr auch bei der WM „besonders“ hoch. Denn auch hier wird Müll in großen Massen produziert und nicht immer schnell genug beseitigt.

Normal verläuft die Krankheit nicht tödlich. Im klassischen Fall treten kurz nach der Infektion plötzlich hohes Fieber bis 40°C auf. Begleitet wird das Fieber von starken Muskel-, Gelenk- und Knochenschmerzen. Aber auch Kopfschmerzen lassen die Betroffenen nicht aus. Hinzu kommen oft auch allgemeine Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Verstopfung oder Durchfälle, Husten und Lymphknotenschwellungen. Zudem ist auch eine leichte Rötung der gesamten Hautoberfläche zu beobachten.

In den meisten Fällen sinkt das Fieber nach wenigen Tagen, um dann jedoch erneut anzusteigen. Nach einer Woche ist die Krankheit jedoch zumeist überstanden, wenn auch noch ein Monat lang ein Gefühl der Antriebslosigkeit vorherrschen kann.

In rund ein bis fünf Prozent der Fälle kann es aber auch zu schwerwiegenden Komplikationen kommen. „Vor allem bei Kindern kommt dieser schwere Verlauf vor“, schreibt Dr. med. Markus N. Frühwein, Vorstand der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen e.V., auf der Homepage des Magazins. Hierbei würden die Muskel-, Gelenk- und Knochenschmerzen fehlen, dafür jedoch durch „plötzliche Verschlechterung mit Blutungen, insbesondere im Hautbereich, und starkem Abfall der Zahl der Blutplättchen“ ersetzt werden. Blutungen im Magen-Darm-Trakt können auch zu Bluterbrechen und blutigem Stuhlgang führen. Theoretisch könnte es zu Blutungen in jedem Organ kommen, damit auch im Gehirn. Ohne Therapie könne ein „ein lebensgefährlicher Schock mit Kreislaufversagen“ folgen, beschreibt Frühwein weiter.

Bei dieser Form ist ein Krankenhausaufenthalt unausweichlich. Bei einem normalen Verlauf ist eine medikamentöse Behandlung mit fiebersenkenden und schmerzlindernden Medikamenten üblich, aber nicht unbedingt notwendig. Lediglich „Wirkstoffe, die sich auf die Blutgerinnung auswirken – wie Acetylsalicylsäure (Aspirin) – sollten nicht eingenommen werden“, schreibt Frühwein.

Wer sich als Europäer impfen lassen will, wird abermals enttäuscht, denn eine solche gibt es leider nicht. Vorgebeugt werden, kann am besten Mückensprays. Aber Achtung! Die Mücken sind auch tagsüber aktiv, sodass die Kleidung stets den gesamten Körper bedecken sollte. Aber auch weitere Insektizide auf der Kleidung können helfen. Nachts ist ein Moskitonetz dringend empfohlen und in klimatisierten Räumen sind Mücken kaum zu finden. Sie meiden sie.

Woher der Name „Dengue-Fieber“ kommt ist nicht genau geklärt. Die Krankheit ist mal als „Break-Bone-Fever“ (Knochenbrecherkrankheit), „Knockelkoorts“ (Knochenfieber) oder „Drei- oder Fünftagefieber“ bekannt. Die Namen schließen auf die schwersten Symptome der Erkrankung.

Früher war das Fieber auch unter dem Namen „Dandy-Fieber“ bekannt. Durch die Schmerzen im Muskel- und Knochenbereich können die Patienten oftmals nicht mehr richtig gehen und sich kaum bewegen. So, wie die steifen englischen Dandys.

In der spanischen Sprache wiederum ist der Begriff „hacer dengue“ als „sich zieren“ bekannt. Auch wieder ein Hinweis auf das Verhalten eines Erkrankten. Eine weitere Erklärung kommt aus Afrika. So könnte es die heutige Bezeichnung eine Abwandlung des Kisuaheli-Wortes „Dinga“ sein. So beschreiben die Afrikaner mit diesem Wort eine Krankheit, die durch einen bösen Geist ausgelöst wurde und sich in starken Krämpfen zeigt.

Wie es sich auch ausprägt oder woher der Name kommt. Eine ärztliche Konsultation ist in den meisten Fällen sehr ratsam. Um es gar nicht so weit kommen zu lassen ist die Vorbeugung mit Insektensprays und Moskitonetzen oftmals schon ausreichend. Dann kann die Weltmeisterschaft in Brasilien ohne Bedenken genossen werden.