Olympiade 2012 mit grandioser Abschlussfeier zu Ende gegangen

Veröffentlicht am 12. August 2012 unter Olympia News 2012

London, 12. August 2012 Die Olympischen Spiele London 2012 sind Geschichte: mit einer grandiosen Abschlußfeier hat sich die britische Hauptstadt von den Athleten, den tausenden freiwilligen Helfern und den Zuschauern in der ganzen Welt verabschiedet. Die Show bot dabei natürlich wie gewohnt zahlreiche Nationalhymnen, die Übergabe der Olympischen Flagge und einen achtminütigen Ausblick auf die kommende Olympiade in vier Jahren.

„Fröhliche und glorreiche Spiele“ sind gewesen, so der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, bei seiner Abschlußrede. Auch der Chef des Nationalen Organisationskomitees, Sebastian Coe, hatte sich kurz zuvor voll des Lobes geäussert: „Zwei herrliche Wochen in London gehen heute zu Ende, der olympische Geist aber wird eine ganze Generation inspirieren.“ Danach verlöschte das olympische Feuer, die Spiele und die Anbschlussfeier waren planmässig und ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen. Alle Medaillen waren verteilt und nun konnte man durchatmen und nach vorne schauen. Nach Rio de Janeiro 2016.

Zuvor jedoch durften die Sportler und Zuschauer im Olympiastadion noch einmal richtig feiern. Fast drei Stunden lang zog ein musikalischer Reigen aus fünf Jahrzehnten die Anwesenden in den Bann. Die Pet Shop Boys, George Michael, Annie Lennox, Queen, Take That, die Spice Girls, The Who und viele weitere wurden euphorisch in der Arena empfangen – und jeder von den Superstars wollte und durfte natürlich auch singen. So viele Pop- und Rockstars kann vermutlich nur Großbritannien aufbieten, die Feier wurde dadurch leider zwischenzeitlich eine Aneinanderreihung von Musikclips. Am heimischen Fernseher konnte dies schon ein wenig ermüden.

Vorneweg und hinterher hatte es wenigstens noch einige kleiner Aktionen mit Tanz und Akrobatik gegeben: ein simuliertes Verkehrschaos, ein Seiltänzer oder eine lebendige Kanonenkugel luden zum Schmunzeln ein. Aber nachdem die Flaggen und Athleten einzogen waren, gab es irgendwie nur noch Musik. Fast eine Stunde lang und ohne Unterlass. Kein Wunder, dass die Queen zuhause blieb und Enkel Prinz Harry sowie die Duchess of Cambridge, Kate Middelton, vorschickte.

Aber zurück zu den Festivitäten in der Arena, in der keine 24 Stunden zuvor noch fleissig Sport getrieben wurde. Nachdem endlich das Musikprogramm absolviert war, kam der große Moment, auf den ganz Brasilien entgegen gefiebert hatte und der von den brasilianischen Athleten in der Arena natürlich am Lautesten bejubelt wurde. Rios Bürgermeister Eduardo Paes bekam von IOC-Chef Jacques Rogge die Olympische Flagge überreicht. Die brasilianische Nationalhymne erklang und ein gelb-grün erleuchtetes Stadiondach zeigte an, dass es nun an der Zeit war, dass sich der kommende Gastgeber persönlich vorstellen möge.

Und Rio de Janeiro zeigte, was es am besten kann: Samba und Karneval. Ein Strassenkehrer stand zunächst im Mittelpunkt und sollte von einem britischen Sicherheitsbeamten verjagt werden. Er weigerte sich und zeigte stattdessen Sambaschritte. Weitere Tänzer kamen hinzu, eine kleine Sambaparade wurde abgehalten und letztendlich wurde sogar der berühmte Bürgersteig der Copacabana ausgelegt. Pulsierendes Leben inmitten britischer Präzision. Marisa Monte und Seu Jorge hatten ihren gesanglichen Kurzauftritt und irgendwie schien alles nach der geballten Ladung Rockmusik ein wenig mehr Leichtigkeit und Sinnlichkeit zu versprühen.

Höhepunkt der achtminütigen Präsentation, bei der auch die indigenen Völker Brasiliens thematisiert wurden, war jedoch der Überraschungsauftritt von Fussball-Legende Pelé. „O Rei“ plötzlich mitten in der Arena und es kann wohl keinen besseren Botschafter für Rio 2016 geben als den wohl populärsten Sportler dieses Planeten. Fröhlich winkte er den Menschen zu und lud sie mit einer symbolischen Umarmung ein, die „Cidade Maravilhosa“ bei den kommenden Spielen zu besuchen.

Und nun freut sich die Welt auf die 31. Olympiade der Neuzeit. Die atemberaubende Metropole unter den wachsamen Augen des Cristo Redentor wird wohl der vermutlich schönste Austragungsort werden, den Olympia je gesehen hat. Doch die Verantwortlichen müssen sich sputen, wollen sie in vier Jahren die Spiele von London übertreffen. Dafür werden sich aber mit Sicherheit im Königreich Rat und Inspiration geholt haben. Denn in 1.454 Tagen heisst es schon: „Die Spiele der XXXI. Olympiade sind eröffnet!“