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Drastische Prävention gegen Dengue in Belo Horizonte

Belo Horizonte, 21. März 2007

Das von Moskitos übertragene Dengue-Fieber greift immer weiter um sich. Seit Anfang des Jahres wurden in Brasilien mehr als 85.000 Krankheitsfälle registriert. Alleine auf den Bundesstaat Mato Grosso entfielen mehr als 40.000 Erkrankungen. Und gestern vermeldete der Bundesstaat São Paulo seinen ersten Todesfall durch das hämorrhagische Fieber in diesem Jahr.

In Belo Horizonte im Bundesstaat Minas Gerais hat die Stadtverwaltung nun drastische Massnahmen ergriffen. Da sich die Infektionsherde ständig vergrössern, werden nun auch leer stehende und verschlossene Gebäude nach möglichen Brutstätten des Moskitos Aedes Aegypti untersucht. Sollte sich der Eigentümer nicht direkt ermitteln lassen, wird das Objekt aufgebrochen.

Die Larven des gefährlichen Blutsaugers finden sich vor allem in Brackwasser. Eimer mit Regenwasser und Autoreifen, aber auch Untersetzer für Blumenkästen, die nicht mit Sand gefüllt sind, stellen eine ideale Brutstätte des Moskitos dar. Das Gesundheitsministerium führt daher seit Jahren regelmässig Kontrollen bei Hausbesitzern durch und leistet damit auch eine enorme Aufklärungsarbeit. Zudem zeigt ein Aufkleber an der Hauswand den Kontrolleuren die letzten Inspektionen und eventuell vorherige Verstösse an. In vielen Gemeinden konnte so die Zahl der Erkrankungen drastisch reduziert werden.

In Belo Horizonte haben die Inspekteure des Gesundheitsministerium bei der letzten grossräumigen Überprüfung in rund fünf Prozent aller Häuser die Larven des schwarz-weiss gecheckten Moskitos gefunden. Ab einem Befund von mehr als einem Prozent gilt bei den Gesundheitswächtern bereits die höchste Alarmstufe. Um die Präventionsmassnahmen noch effektiver durchführen zu können wurden nun die nicht zugänglichen Gebäude und Grundstücke im „Diário Oficial do Município“, dem städtischen Amtsblatt veröffentlicht. Zudem wurde eine Benachrichtigung an den entsprechenden Immobilien angebracht. Der Eigentümer hat dann 48 Stunden Zeit, sich bei den zuständigen Stellen zu melden um eine Überprüfung durchführen zu lassen.

Im ersten Schritt wurden nun 233 Gebäude veröffentlicht. Nach Aussage der Stadtverwaltung sind 90% der Brutstätten auf diesen meist verlassenen Grundstücken oder in deren leer stehenden Häusern zu finden. Der Eigentümer erhält bei einem positiven Befund eine für brasilianische Verhältnisse drastische Geldstrafe von 5.941 Reais (rund 2.200 Euro). Und dies aus gutem Grund, denn die Prävention zahlt sich aus. In diesem Jahr wurden in der drittgrössten Stadt Brasiliens mit seinen rund 4 Millionen Einwohnern bislang nur 246 Fälle der gefährlichen Virusinfektion registriert.

Dietmar Lang für BrasilienPortal

 

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