Beija-Flor gewinnt mit Kritik Samba-Paraden Rio de Janeiros

Veröffentlicht am 14. Februar 2018 unter Karneval News

Beija-Flor ist der diesjährige Sieger der Samba-Paraden Rio de Janeiros. Vize ist Paraìso do Tuiuti. Beide haben mit Kritik an Gesellschaft und Politik aufgewartet. Der “grito do povo“ (Ruf des Volkes) wurde gehört, hieß es kurz nach der Auswertung von etlichen Seiten. Begleitet war die Auszählung zudem von “Fora Temer“-Rufen (Raus Temer).

Carnaval Rio 2018-Beija-flor – Foto: Gabriel Nascimento-Riotur

Beija-Flor Beija-Flor ließ Ratten und Geier aufmarschieren. Das Gebäude des Ölkonzerns Petrobras verwandelte sich in eine Favela und obenauf tanzten Verbrecher in Anzügen und mit vollen Geldkoffern.

Kritisiert wurden die Korruption, die Gewalt, die Intoleranz und die Unterlassung des Staates beim Sicherheits-, Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystem. Es war aber auch ein Protest gegen die Ungleichheit. “Viele haben wenig und wenige sehr viel“, sagte Sambista „Neguinho da Beija-Flor“ kurz nach dem Sieg.

Kritisiert wurden die Korruption, die Gewalt, die Intoleranz und die Unterlassung des Staates beim Sicherheits-, Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystem. Es war aber auch ein Protest gegen die Ungleichheit. “Viele haben wenig und wenige sehr viel“, sagte Sambista “Neguinho da Beija-Flor“ kurz nach dem Sieg.

Beija-Flor hat viel gewagt. Statt luxuriöse Kostüme und Allegorien hatte es auf Einfachheit und beinahe realitätsnahe Kostüme gesetzt. Das Publikum im Sambódromo Marquês de Sapucaí war begeistert. Das Samba-Enredo über das ungeliebte Monster wurde noch Minuten nach dem Auszug der Sambaschule gesungen.

Bei Enredo, Fantasias und Allegorien gab es von einigen der Richtern entsprechend niedrigere Noten. An die Spitze hat sich Beija-Flor erst bei der Auszählung der letzten Kriterien gesetzt. Nur ein Zehntelpunkt liegt sie vor Paraíso do Tuiuti, dem diesjährigen Vize-Champion.

Auch Paraíso do Tuiuti hatte mit dem Sklaventum ein kritisches Thema auf die Samba-Avenida gebracht. Sie hat die Frage gestellt, ob die Sklaverei vor 130 Jahren tatsächlich abgeschafft wurde und die Ausbeutung der Menschen durch die neo-liberalistische Regierung kritisiert.

Kritik gab es von ihr ebenso an der ungleichen Vermögensverteilung. Auf dem letzten allegorischen Wagen ließ sie einen Vampir mit Geldkragen und der Präsidentenschärpe tanzen und in mit einem eigenen Ala verriß sie die ”Panelaço”, das Töpfeklappern der betuchteren Mittelschicht als Protest gegen Ex-Präsidentin Dilma Rousseff.

Nicht in der Elitegruppe halten konnten sich Acadêmicos do Grande Rio und Império Serrano. Império de Serrano war erst 2017 aufgestiegen, hatte aber bei der Parade Probleme mit einem Tripé durch das eine Lücke entstand. Acadêmicos do Grande Rio musste wegen Problemen sogar auf einen allegorischen Wagen verzichten. Sie hat das Zeitlimit zudem um fünf Minuten überzogen. Beide Sambaschulen wurden mit Strafpunkten bedacht.

Mit dem neuen Titel ist Beija-Flor bereits 14-mal Champion.