Ermittlungen wegen Betrugsverdacht bei den Bewertungen der Samba-Schulen Rio de Janeiros

Veröffentlicht am 17. Februar 2016 unter Karneval News

Kaum ist der Sieger der prachtvollen Karnevalsparaden der Elite-Sambaschulen in Rio de Janeiro gekürt, gibt es schon Kritik. Dieses Mal ermittelt die Polizei, ob es ein mögliches Schema der Einflußnahme bei der Bewertung der Paraden gibt. Anlaß dafür ist die öffentlich vorgebrachte Anschuldigung von “Laíla“. Der Harmoniedirektor und Koordenador der Karnevalskommission der Beija-Flor de Nilópolis beschuldigt einen der Richter, den Percussiongruppen einiger Schulen bevorteilen zu wollen.

Rio de Janeiro - Unidos da Tijuca é a quinta escola a se apresentar na Marquês de Sapucaí, no desfile das campeãs, com o enredo Semeando sorriso, a Tijuca festeja o solo sagrado (Tomaz Silva/Agência Brasil)

Rio de Janeiro – Unidos da Tijuca – Foto: Tomaz Silva / AgênciaBrasil

Im Mittelpunkt der Anschuldigungen steht Fabiano Rocha, der für die Kategorie “Bateria“ Noten hätte vergeben sollen. Er wurde allerdings kurz vor den Paraden von der Vereinigung der Sambaschulen (Liesa) ersatzlos suspendiert. Wie jetzt bekannt wurde, soll es eine Aufnahme geben, in der Rocha vorab gesagt haben soll, dass er bestimmten Schulen eine schlechtere Note geben werde, unter ihnen Beija-Flor de Nilópolisi.

Die Aufnahmen seien ihm zugespielt worden, sagte “Laíla“ in einem Interview der Kolumne “O Dia“, in dem er ebenso erklärt, sie an die Liga Independente das Escolas de Samba (Liesa) weitergeleitet zu haben. “Laíla“ beschuldigt jedoch nicht nur Fabiano Rocha.

Er spricht vielmehr von einem Schema, mit dem der diesjährige Vize-Champion (Unidos da Tijuca) bevorteilt werden sollte. “Laíla“ beruft sich dabei auf die Neubenennung von elf Richtern, die nach seinen Angaben vom Ex-Jurymitglied Sulamita Trzcina ausgewählt worden seien. Sulamita wiederum wird eine enge Verbindung mit dem Präsidenten der Unidos da Tijuca vorgeworfen.

Von der Polizei heißt es, dass die Ermittlungen am Laufen seien und in den kommenden Tagen die Zeugen verhört werden sollen. Dass es dieses Mal zu Ermittlungen kommt, wird mit der Tatsache begründet, dass die Schulen von der Stadt Rio de Janeiro Zuschüsse erhalten und somit ein öffentliches Interesse begründet sei.

Wie ernst die Bewertung der Paraden der Elite-Sambaschulen von Rio de Janeiro sind, zeigt schon die Tatsache, dass die Noten der einzelnen Richter mit Panzerfahrzeugen und Sicherheitskräften überbracht werden. Um einem Gemauschel vorzubeugen, werden die neun Kriterien zudem von jeweils vier unabhängigen Richtern bewertet, wobei die niedrigste Note nicht in die endgültige Bewertung einfließt.